Leserbriefe zu „Der Deutsche (Un-)Ethikrat“

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In diesem Beitrag wird die Rolle des Deutschen Ethikrates und der Vorsitzenden, Alena Buyx, hinterfragt. Tobias Riegel meint, mit Aussagen wie „man solle Corona-Maßnahmen ´schrittweise hocheskalieren´“ werde der „destruktiven“ Corona-Poliitk ein „‚ethisches‘ Mäntelchen“ verliehen. Entscheidungen des Ethikrates werden analysiert und infrage gestellt – z.B. ein „Blankoscheck für Ungleichbehandlung“ und die Positionierung zugunsten einer „kinderfeindlichen Corona-Politik“. Auch wenn es andere Stimmen im Ethikrat gebe, stehe er weitgehend „im Dienste der Angst-Kampagne“. Danke für die interessanten Zuschriften. Hier eine Auswahl der Leserbriefe, die auch ergänzende Informationen enthalten. Zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Hallo Tobias Riegel,

seit über einem Jahr frage ich mich: Wann benutzen ausgebildete und hauptberufliche Ethiker ihr methodisches Handwerkszeug so, dass ihr Erkenntnisprozess und der darausfolgende Inhalt für Außenstehende falsifizierend nachvollziehbar ist und man sich in diesen Erkenntnisprozess methodisch und kritisch einklinken kann?

Wenn ich mich recht erinnere, dient Ethik ( methodisch-systematisches Nachdenken über un- bzw. angemessenes Verhalten ) unter anderem dazu, Moral vor Moralismus und bloßer Behauptung zu schützen. Diese Überlegungen zur ethischen Urteilsfindung dürften den Mitgliedern des Ethikrates nicht fremd sein, und trotzdem wird auf sie mutmaßlich verzichtet. Seltsam !?

Mit freundlichen Grüßen
U. Böttcher


2. Leserbrief

Lieber Herr Riegel,

vielen Dank für diesen Artikel.

Die Äußerungen des Ethikrats, dessen Gebaren, verstehe ich als Beispiel für die Pervertierung von Institutionen, die vermeintlich unsere Werte hochhalten und die Menschen dieses Landes, gerade auch vor dem Hintergrund unserer Geschichte, vor der Übergriffigkeit eines Staates, vor Schaden und Zwang, schützen, bewahren sollten. Auch ein Beispiel ganz im orwellschen Sinne für Neusprech und Propaganda, Instrumentalisierung bestehender Institutionen mit wohlklingenden Namen, die genau das Gegenteil dessen befeuern, das sie zu vertreten vorgeben. Die Äußerungen fügen sich ein in ein größeres Bild: einen Sündenfall, eine Demaskierung: Richter, die nicht unabhängig sind; ein offener Ruf nach Diskriminierung, Spaltung, Ausschluss, Drohung; Lehrer und Erzieher, deren Angst die Schutzbefohlenen geopfert werden sollen (Verantwortungsumkehr, mindestens) und Vertreter aus der (Kinder-)Ärzteschaft und dem Umfeld der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, die die Impfung der unter 12-Jährigen fordern, um damit die negativen Folgen der Masnahmen für die Jungen zu “beheben” (und die dabei, ohne Quellenangabe, auch mal die Kinder anführen dürfen: „Die Kids empfinden es als Ungerechtigkeit, dass sich die Älteren mit einem Impfstoff schützen können, sie selber aber nicht“, Quelle: Strube, J. (2021, November 3). Kinderpsychotherapeuten fordern schnelle Impfstoffzulassug für unter Zwölfjährige.)… Nur ein paar Beispiele…

Und jetzt?

Bleibt doch nur die “fällige Revolution” (Albrecht Müller)?

Ich glaube, es wird immer deutlicher, das hier etwas ganz massiv in die falsche Richtung steuert. Falsch, wenn man sich, wie ich es tue, eine Zukunft wünscht, in der die Kinder ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben, in Offenheit und Toleranz und Wertschätzung des Anderen, mit dem Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit unter Wahrung des freien Willens.
Dazu braucht es aber das Tun, das gesammtgesellschaftliche Miteinander, eine Thematisierung dieser Entwicklung. Über die Grenzen (?) Geimpft-Ungeimpft hinweg!
Ich befürchte aber, dazu ist es für die Mehrheit der Bevölkerung noch nicht dringend genug, es lebt sich noch zu bequem, die Widersprüche und Ungeheuerlichkeiten sind noch zu unauffällig und zu leise, die Gewöhnung durch die kleinen Schritte zu wirkmächtig. Und die Belohnung für den Gehorsam zu verlockend, Risiken zu weit weg und zu vage. Wie eine Bekannte letztes Jahr sagte: es sei alles in Ordnung, hier werde ja niemand erschossen oder interniert, weil er eine andere Meinung habe und sich nicht an die solidarischen Masnahmen (!) halte, der freie Wille werde immer noch uneingeschränkt geachtet. Nun ja…
Ich befürchte, der Druck wird erhöht werden. Im ausgehenden Hernbst und durch den Winter. Ich versuche, den Kopf über Wasser zu halten, und mich dem sich aufbauenden Feld von (Be)Drohung nicht auszuliefern, sondern die Zeit für das Pflegen der Frage “was will ich eigentlich” und der praktischen Umsetzung der Antwort darauf zu nutzen. Sich vernetzen und einander stützen, menschlich.
Ich glaube an das Gute im Menschen. Letztendlich.

Bis dahin Danke für Ihre differenzierte, kritische Arbeit.

Auch wenn mich die letzten 19 Monate dazu gebracht haben, mich mental noch bewusster von der Institution Kirche zu distanzieren, so denke ich, dass es vielleicht Zeit ist, die Formel “Beste Grüße” durch den (christlichen) Abschiedsgruß “Friede sei mit Dir” auszutauschen?
In diesem Sinne:

Friede sei mit Ihnen!
Andrea Wolf-Schuler


3. Leserbrief

Wenn alle 25 weiteren Mitglieder des Deutschen Ethikrates der gleichen Meinung sind wie Ihre Vorsitzende Frau Buyx, dann bräuchten wir diese Vereinigung m. E. nicht, jedenfalls nicht in der momentanen Lage. Gerade jetzt, wo fast alle Welt den Vorschriften und Verordnungen der Regierungen nicht nur bedingungslos gehorcht sondern lebenseinschränkende und unsolidarische Maßnahmen kritiklos hinnimmt und unterstützt, gerade jetzt sollte sich dieser unabhängige Rat verpflichtet fühlen, sich auch mit den Gedanken, Meinungen und Studien der Menschen auseinander zu setzen, welche nicht dem z. Zt. grassierenden Herdentrieb verfallen sind. Ausgehend von den Menschen, die sich mehrheitlich aus Überzeugung nicht impfen lassen wollen, dürfte das einem Anteil von fast 30 v.H. entsprechen. Gut, die meisten davon verhalten sich still – haben sich ihrem Schicksal ergeben, wurden ausgegrenzt oder auf die eine oder andere Art als Unperson gebrandmarkt. Dennoch ist es in aller Welt möglich – wenn auch nicht bei den gängigen Hauptmedien – an genügend kritische, faktenbasierte und widersprüchliche Aussagen hinsichtlich der C-Maßnahmen zu gelangen.

Wenn der Ethik-Rat daran kein Interesse hat und nicht konforme Stimmen aus seinem Gedankengut ausschließt, sollte er zu dieser Thematik besser schweigen. Und wenn nur ein Mitglied an den Aussagen der Ratsvorsitzenden zweifelt oder diese für unsachgemäß hält, sollte sie/er AUFSTEHEN und öffentlich intervenieren. Auf keinen Fall sollte aber von einem Gremium, welches für sich politische Unabhängigkeit beansprucht, öffentlichkeitswirksam noch Benzin ins eh‘ schon lodernde Feuer gekippt werden. Alles in Allem sind die Aussagen von Frau Buyx m. E. eines Ethik-Rates nicht würdig, sondern entsprechen eher einem Stammtisch-Geplänkel – schnell mal etwas dahin gesagt, ohne genaue Analyse der Hintergründe, provokativ und ohne Abwägung der Auswirkungen.

Gerade jetzt, wo unser aller Verhalten dermaßen manipuliert wird und sachliche Informationen durch propagandistische Hypnose abgelöst worden sind, gerade jetzt werden alle unsere demokratischen Errungenschaften, welche solchen Zeiten dem Grunde nach entgegenwirken sollten, gerade jetzt werden diese über den Haufen geworfen: Das Parlament hat seine Macht abgegeben, Grundrechte werden ausgesetzt, um nur die einschneidesten zu nennen. Erschreckend dazu auch die Aussage der Ratsvorsitzenden: …“Also ich bin eigentlich ganz optimistisch, wie sich unser Freiheitsverständnis verändert hat.“ Soll das etwa heißen, dass das Verständnis, Freiheit zu haben zukünftig in ein Verständnis, keine Freiheit (mehr) zu haben umzudeuten ist….verrückt!

Abschließend möchte ich an dieser Stelle betonen, dass ich weder ein C-Leugner, noch ein Impfgegner per se bin, noch als Schwurbler, Aluhutträger etc. und keineswegs als AfD-ler oder Antisemit bezeichnet werden möchte. Ich bin einer der vielen Stillen aus der Masse der Zweifelnden und Verzweifelten, der selbstverständlich Maske trägt, Abstand hält und sich testen lässt, der aber der Meinung ist, dass wir keinen Piks in den Arm sondern einen „Klick“ im Gehirn brauchen, um aus dem Dämmerzustand zu erwachen und diese Misere zu beenden – Vielleicht mal eine Woche keine Tagesschau o. ä. einschalten. Es wurden schon so viele Maßnahmen an uns ausprobiert, evtl. hilft’s ja!

…und ja, Herr Riegel und ihr vielen anderen vom NDS-Team, machen Sie bitte weiter wie bisher.
 
Peter Schweizer


4. Leserbrief

Wolfgang Wodark beschreibt in seinem Buch „Falsche Pandemien“ (Seite 281 ff) wie es zur Gründung des Ethikrates gekommen ist. Wodark und andere Parlamentarier wollten nach der Bundestagswahl 1998 eine „Enquetekommission Ethik und Recht der modernen Medizin“ einrichten. Kanzler Schröder befürchtete zuviel Bedenken an der als Zukunftstechnologie eingeschätzten Biotechnologie. Mit Unterstützung von Forschungsstaatssekretär Wolf-Michael Catenhusen und der Abgeordneten Margot von Renesse verhinderte Schröder die Einsetzung der Parlamentskommission, musste auf öffentlichen Druck aber einlenken. Als Gegengewicht berief Schröder dann einen handverlesene Nationale Ethikkommission. Der Ethikrat ist als Instrument zur Stützung der Regierungsmeinung konzipiert und eingerichtet worden. An dieser Aufgabenstellung hat sich bis heute nichts geändert. Alena Buyx macht also nichts anderes als das wofür sie und ihre Kollegen von der Regierung bezahlt werden. Ethik verkommt zur Hure einer zahlungswilligen Regierung.

mit freundlichen Grüßen
Dr. Hauke Fürstenwerth


5. Leserbrief

Liebe Nachdenkseitenmacher,

wie immer vielen Dank für Eure Informationen.

In eurem Artikel Der Deutsche (Un-)Ethikrat zitiert ihr Frau Buyx mit:
„Das, was man jetzt machen muss, ist, dass man schrittweise schaut, dass man es so grundrechtsschonend wie möglich hinkriegt, aber dennoch genug Maßnahmen einführt. Und da muss man die sozusagen schrittweise hocheskalieren“. 
Wenn ich Verben mit dem Wortstamm “Krieg” lese, muss ich immer an den Deutschunterricht denken. Uns wurde noch beigebracht nicht nur richtig zu schreiben, sondern auch auf den Ausdruck zu achten. Worte mit “Krieg” ohne deren Bedeutung zu meinen, wie “hinkriegen” wurden uns in Aufsätzen um die Ohren gehauen. Das fand ich dann auch gut so, erst recht nachdem ich das LTI von Victor Klemperer gelesen hatte. 
Ihre Aussagen sind also nicht nur zynisch sondern, jetzt schreibe ich es bewusst, kriegerisch. Sie führt einen Krieg gegen unseren Verstand und die Zivilisation.

Noch etwas zum “Hocheskalieren”. Seit der Übernahme der DDR in die BRD wird hocheskaliert. Die sozialen Werte wurden seit 1990 nach und nach in ganz kleinen Schritten beschnitten. Ob das die Arbeitszeiten, die Entlohnung, die Renten oder Mieten waren. Es gibt noch mehr Beispiele für sozialen Abbau.
Obwohl es jeder hätte feststellen können, meint scheinbar die Mehrheit der Bürger, dass wir im “besten Deutschland aller Zeiten” leben.

Jetzt wird seit fast 2 Jahren der Abbau der Grundrechte hocheskaliert. Wo soll das enden?

Macht weiter
Hans Becker


6. Leserbrief

Liebe NDS,
 
zum o.g. Artikel und den unter Schul- und Kinderfragen genannten Auswirkungen fiel mir folgendes ein:
 
Es gibt diesen wunderbaren Film „ La vita e bella“ – Das Leben ist schön.
Kurzinhalt: Der Vater eines Kindes schafft es, dem Kind die Lust auf Leben und Optimismus trotz schrecklicher Kriegs- und KZ-Erfahrung zu bewahren, damit ein Trauma des Kindes abzuwenden.
Ich finde dies eine tolle Film- und schauspielerische Leistung von Robert Benigni.
Der Film ist aus 1997.
 
Was gegenwärtig abläuft ist das Gegenteil: Verängstigung in Kindereinrichtungen, Schaffen von Traumata, Hocheskalierung (Ethikrat!) mit denen diese Kinder und wir Erwachsenen noch lange zu tun haben werden. Und dies als Deutsche, die traumatische Kriegserfahrungen immer noch bewältigen müssen auch in Kinder- und Enkelgenerationen. Leider kommen nun auch noch die in Afghanistan eingesetzten und traumatisch zurückgekehrten deutschen Armeeangehörigen dazu.
Die Trauma-Bewältigung steht vor großen Herausforderungen. Psychologen und Psychotherapeuten können genug Arbeit einplanen.
 
Wir schlittern sehenden Auges ins Unheil – der Vergleich zu den Kriegszeiten hinkt nicht, hätte uns jedoch alarmieren können.
 
Gruss
P. Rasche


7. Leserbrief

Hallo NDS, sehr geehrter Herr Riegel,

ich habe den Artikel dann doch nicht ganz zu Ende gelesen, weil dieser eine Gedanke mich zu sehr abgelenkt hat:
Ja, woher kennen wir denn das, daß nicht nur schrittweise eskaliert, sondern auch schrittweise die vormals als wenigstens halbwegs seriös geltenden Institutionen ausgehöhlt, unterwandert, zweckentfremdet und auf Linientreue abgeklopft werden?

Da fallen mir doch gleich mehrere Kandidaten ein, die dieses Vorgehen prima fanden, und mit keinem davon möchte ein normaler Mensch heute noch etwas zu tun haben. Oder doch wieder?

Es scheint wieder so weit zu sein… Irgendwie hab’ ich’s ja schon lange, lange vor der Zwangsschlumpfung befürchtet. Aber nicht verzagen – in ein paar Jahrzehnten, nachdem es der Führer wieder vegeigt haben wird, wird’s in jeder Stadt einen Wolfgang-Wodarg-Ring, ein Precht-Gymnasium und ein Kimmich-Stadion geben. Wir sind ja schließlich lernfähig.

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Bichler

P.S.: Abgesehen davon, daß Moral in Wirklichkeit nicht die geringste Rolle spielt bei dem traurigen Schauspiel, das gerade läuft: Wenn überhaupt so etwas wie eine moralische Verpflichtung besteht, dann die zum Ausbuhen der Farce.


8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

vielen Dank für ihre Beobachtungen. Ich schaffe es nicht mehr, mir diese Sendungen in Gänze anzuschauen. Und das nicht aus zeitlichen Gründen. Im Zusammenhang hier finde ich es interessant, dass Frau Buyx im Juni 2021 den mit 30.000 Euro dotierten Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung erhielt.  Und zwar mit der Begründung “für ihren Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt während der Corona-Krise”.

Man muss sich fragen, wessen Zusammenhalt genau hier gemeint ist. Vermutlich nicht der gesamtgesellschaftliche.

viele Grüße
Reimund Willig


9. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten Redaktion, Lieber Herr Riegel,
 
Danke für den Artikel, er ist sicherlich besser als keiner. Dazu aber Anmerkungen wie folgt:
 
Wünschenswert wäre gewesen, sie wären zunächst darauf eingegangen, was oder wer der ‘Deutsche Ethikrat’ überhaupt ist, seine Entstehungsgeschichte und Aufgaben.
 
Sie setzen die Kenntnis des Lesers und die gesellschaftliche Etablierung und Bedeutung voraus und umschreiben nur Ihre Sicht mit ein paar Veranschaulichungen.
 
Auf der Webseite des Ethikrats erfährt man etwas über das Gremium und die gesetzliche Grundlage von 2007 (erst).
 
Auf z.B. Wikipedia noch etwas zur Entstehungsgeschichte.
 
Warum aber bedarf es eines Ethikrates ab 2001 (nie vorher) als ‘Nationaler Ethikrat’ und ab 2008 als ‘Deutscher Ethikrat’.
 
Wie ‘unabhängig’ kann der Rat sein, wenn die personelle Besetzung zur Hälfte je von Bundesregierung und Bundestag vorgeschlagen wird?
 
Es ergeben sich weitere Fragen, welche ich in Ihrem Artikel vermisse:

  • Aufgabe des Ethikrats:
     
    Nach Par. 2 Abs. 1 des Ethikratgesetz Fragen und Folgen, ‘die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben.’
     
    Dabei scheint ‘Lebenswissenschaften’ nicht im Gesetz definiert zu sein. Vermutlich eine deutsche Version des engl. Begriffes ‘Life Sciences’, vgl. biopark-regensburg.de/de/482.html.
     
    Wenn es aber um 3G, 2G etc geht, ist dann der Ethikrat überhaupt zuständig (sind das gerade ‘Nicht-Pharmazeutische Interventionen NPI)? Wenn man dies bejaht, dann ggf. geht man von vorneherein schon davon aus, dass die Anwendung von Life Sciences (sog. ‘Impfstoff’) erzwungen werden soll.
     
    Umgekehrt wäre der Ethikrat gar nicht zuständig.
  • Verstösst der Ethikrat gegen das Ethikratgesetz?
     
    Par. 4 Abs. 2 Ethikratgesetz: ‘Im Deutschen Ethikrat sollen unterschiedliche ethische Ansätze und ein plurales Meinungsspektrum vertreten sein.’
     
    Stellen die Stellungnahmen des Ethikrats und die im Artikel genannten Positionen ‘unterschiedliche Ansätze und ein plurales Meinungsspektrum’ dar?
     
    Ich würde sagen ‘Nein’, aber Par. 4 regelt nur ‘Mitglieder’ Zusammenstellung, nicht ‘Arbeitsweise’ und ‘Oeffentlichkeit’.
  • ‘Arbeitsweise’ und ‘Oeffentlichkeit’ vgl. auch ‘Aufgaben’
     
    Im Ethikratgesetz wird nur vom Rat als Gesamtheit gesprochen im Wesentlichen, bzgl. Beratungen, Stellungnahmen, Empfehlungen, Berichte.
     
    Sie behandeln aber in ihrem Artikel Meinungsäusserungen einzelner Ratsmitglieder in den Medien.
     
    Vielleicht müsste Ihre Kritik dann lauten, Ratsmitglieder sollten in der Oeffentlichkeit nicht so auftreten, dass der Unterschied zwischen persönlicher Meinung, anderweitige Tätigkeit und Ratsmitgliedschaft nicht verwischt.
     
    Sie sollten nicht einzeln in der Oeffentlichkeit als Ratsmitglieder auftreten und sprechen, die Verlautbarungen müssen als Rat gesamt nach Ethikratgesetz erfolgen.
     
    Sie sollten in der Oeffentlichkeit einzeln nur als Privatperson oder im Rahmen anderweitiger Tätigkeiten oder Aemter auftreten.
  • Lebenswissenschaften
     
    In allen von Ihnen gebrachten Zitaten wird keinerlei Auseinandersetzung mit ‘den Wissenschaften’ bemerkbar, es werden gerade nicht wissenschaftliche Erkenntnisse dargestellt und zum Bezugspunkt genommen, sondern nur vorgefertigte politische Meinungen unkritisch übernommen.
     
    Diese berücksichtigen gerade nicht, was seit langem über das menschliche Immunsystem, Immunität und auch längst durch viele Studien zu ‘Covid’ bekannt ist, neben anderen Faktoren und Gebieten.
     
    Auch gehört zu den Aufgaben lt. Gesetz ‘Information der Öffentlichkeit und Förderung der Diskussion in der Gesellschaft unter Einbeziehung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen’, es wird aber gerade nicht die Diskussion gefördert, sondern abgestellt.

Herzlichen Dank und freundliche Grüsse,
Michael Schmidt


10. Leserbrief

Sehr geehrte Herr Riegel,
 
Sie sehen das richtig.

Ich würde es sogar noch schärfer bewerten.

Frau Buyx ist eine der schlimmsten “Brandstifter:innen”, die aktuell durch die Talkshows gereicht werden.

Das Schlimme ist, dass man später diesen systemkonformen Karrieristen nie direkt ihre Schuld an Leid wird nachweisen können.

Sie stellen nur des Benzin und die Streichölzer hin, rechtfertigen sie und preisen sie an.

Verwenden werden es dann andere…das ist das Ziel.
 
Im Konkreten sieht es bei Frau Buyx so aus, dass sie ja eigentlich vom Nürnberger Codex schon einmal gehört haben sollte.

Es gibt also genau zwei Möglichkeiten:

  1. Sie kennt diesen Codex schlichtweg nicht oder hat den Inhalt nicht verstanden.
  2. Sie kennt ihn, handelt und redet aber aus opportunistischen Gründen oder vielleicht sogar aus Überzeugung dagegen.

Nun, 2. erscheint mir doch die naheliegendere Lösung/Variante, denn dumm ist Frau Buyx ganz sicher nicht.

Unter diesem Aspekt fallen dann Äußerungen in dem von Ihnen genannten Talk auf.

Zunächst stellt sie wörtlich … WÖRTLICH…kein Scherz… aufgrund der Pandemie die Individualität in Abrede.

Oder anders ausgedrückt, habe man sich persönlich der Pandemie unterzuordnen und zurückzunehmen.

Diese Argumentation klingt nicht nur so, nein sie ist so nah an der Argumentation des “Volkskörpers” aus dunklen Zeiten dran, dass kein Haar mehr dazwischen passt.

Nennen wir daher das Kind beim Namen: Frau Buyx redet – hübsch und modern verklausuliert- faschistischem Gedankengut das Wort.
 
Da sie ja nicht irgendwer ist, sondern immerhin Präsidentin des “Ethikrates”, sind wir schon lange über der roten Linie hinweg, dass wir in eine Neuauflage des Faschismus abgleiten könnten, nein, wir sind bereits wieder mittendrin.

Zu stark formuliert?

OK schauen wir mal weiter.

Dazu passt dann auch, dass sie über eine nicht notwendige Gegenargumentation den Debattenraum für Triage öffnet.

Die Auswahl von wertem und nicht wertem Leben stellt sie ja nicht grundsätzlich in Abrede, es ist halt nicht und in der Form ein Thema.

“…sollten bei der Triage keine Rolle spielen”

Sie schließt die Tür nicht ganz, und das mit Absicht.

Das lese ich jedenfalls zwischen den Zeilen heraus.

Wohin die Unterscheidung früher mal geführt hat. wissen wir ja.
 
Auch passt zu diesem Gedankengut, dass sie nun plötzlich die Ausgrenzung in den Bereich des Privatrechts stellt.

Sie hat also dann auch kein Problem damit, dass jemand wegen anderer biologischer Merkmale augegrenzt wird?

Auch da sind wir ganz nah an der Art von Ausgrenzung von Menschen aus dem öffentlichen Leben, wie es damals in dunklen Zeiten geschah.

Auch dies ist genau die gleiche Argumentation, die auch damals verwendet wurde, sodass Gruppen von Menschen in gewissen Läden nicht mehr einkaufen durften.
 
Und zuletzt, gibt sie auch noch eine Handlungsanweisung zur Installation des modernen Faschismus.

Sie bezieht sich in ihren “Stufenplan” ja nicht direkt auf Ungeimpfte.

Da muss man schon genau hinhören.

Sie weiß ganz genau, dass sie damit die Ungeimpften eh nicht mehr erreicht.

Die, die übrig geblieben sind, gehören eh zu den Schlauen und wissen längst, dass das Wasser kocht.

Sie gibt hier eine Perspektive für die Masse für die Zukunft, denn es wird in diesem Stile immer weiter gehen.
 
Nein Herr Riegel, dass ist/war keine Bankrotterklärung, das ist/war eine Angriffsrede.

Offensichtlich hat Deutschland genau Null aus seiner Geschichte gelernt.
 
Eines befürchte ich und macht mir extrem Angst: Das wird die nächsten Jahre in Richtung Totalitarismus und Faschismus noch richtig heftig werden.

Das ist wahrscheinlich erst der Anfang.
 
Danke, dass Sie weiter den Mut haben, dem die Stirn zu bieten.
 
Beste Grüße
Sebastian S.


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