NachDenkSeiten-Service: Wie Sie RT und SNA noch erreichen können
NachDenkSeiten-Service: Wie Sie RT und SNA noch erreichen können

NachDenkSeiten-Service: Wie Sie RT und SNA noch erreichen können

Jens Berger
Ein Artikel von: Jens Berger

Die NachDenkSeiten vertreten seit jeher die Position, dass man einen Konflikt nur verstehen kann, wenn man die Positionen beider Konfliktparteien kennt. Das ist spätestens seit dem Wochenende beim Krieg in der Ukraine nicht mehr möglich. Die ukrainische Position ist allgegenwärtig in den großen Medien zu finden, während die EU gleichzeitig die russischen Staatsmedien RT und SNA per Gesetz „faktisch mit illegalen Inhalten wie Kinderpornographie oder Terrorpropaganda gleichgestellt“ (O-Ton Deutschlandfunk) und damit verboten hat. Doch noch gibt es Umwege, diese Medien direkt und indirekt zu erreichen. Von Jens Berger

  1. Alternative URLs

    RT hat weitere Internetadressen registriert, die offenbar noch nicht von den Filtern der europäischen Provider erfasst wurden. Das sind z.Zt. die Adressen …

    Diese Lösung ist auch für technisch unbedarfte Nutzer leicht umsetzbar. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis diese URLs auch gesperrt werden. Die Videoangebote sind über diese Methode jedoch nicht nutzbar.

  2. Tor-Browser

    RT selbst empfiehlt den Tor-Browser, um die Sperren zu umgehen. Ich selbst hatte damit jedoch keinen Erfolg.

  3. Änderung der DNS-Einstellungen

    DNS-Server übersetzen – vereinfacht gesagt – die Internetadresse, die Sie in ihren Browser eingeben, in eine abrufbare IP-Adresse. Da die Adressen von RT und SNA offenbar bei den deutschen Providern mittlerweile auf dieser Ebene gesperrt sind, können sie nur abgerufen werden, wenn man den DNS-Server manuell ändert. Wie das geht, wird z.B. hier für Windows 10 und hier für MacOS erklärt. Empfehlenswerte DNS-Server, die Sie kostenfrei verwenden können, sind hier aufgelistet …

    Bei mir funktioniert das Abrufen der blockierten Seiten über den DNS-Server von Google (8.8.8.8.) problemlos. Das gilt jedoch nicht für die Video-Streams, die eine Sperre auf Geodaten-Basis haben.

  4. Nutzen eines VPN-Servers

    Geodaten-Sperren lassen sich mit einem VPN-Server umgehen, der dann ihren gesamten Internetverkehr kanalisiert. Vereinfacht ausgedrückt, ruft dieser Server, der überall auf der Welt stehen kann, die Seiten von RT oder SNA ab und leitet diese an sie weiter. Damit werden Sperren umgangen. Die NachDenkSeiten nutzen für bestimmte Dienste selbst einen VPN-Anbieter, wollen hier jedoch keine Werbung für bestimmte Anbieter machen. VPN-Dienste sind kostenpflichtig. Mögliche Gratisangebote laufen meist über Server in der EU und sind somit für die Umgehung der Sperren unbrauchbar. Hinzu kommt, dass die Nutzung eines VPN-Servers ein gewisses technisches Verständnis benötigt. Wenn Sie sich dies zutrauen und bereit sind, für diese Dienstleistung zu zahlen, werden Sie mit dieser Methode Erfolg haben, solange der Anbieter über Serveradressen in Drittstaaten verfügt, die russische Medien nicht blockieren.

  5. RT DE über Odysee

    Das Fernsehprogramm von RT DE und RT können sie ganz einfach über den Streaming-Dienst Odysee über ihren normalen Browser abrufen.

  6. Telegram

    RT empfiehlt den eigenen Telegram-Kanal zur Umgehung des Verbots. Zumindest bei mir ist dieser Kanal jedoch von Telegram gesperrt. Sicher wird RT immer wieder neue Kanäle aufsetzen, die dann aber auch gesperrt werden. Es ist fraglich, ob sich dieses Katz-und-Maus-Spiel für den Nutzer lohnt.

  7. Nutzung über die RT-Apps auf dem Handy

    RT gibt an, dass seine Inhalte über die Apps für Apple/iPhone und Android (hier die Installationsdatei) abgerufen werden können. Auch das kann ich so nicht bestätigen. Aber vielleicht haben Sie ja mehr Glück.

Wenn Sie Informationen und Tipps haben, wie man RT und SNA trotz Sperren aufrufen kann, schreiben Sie mir [email protected] bitte. Dieser Artikel wird ständig aktualisiert.

Titelbild: Sergei Elagin/shutterstock.com

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!