Willy Wimmers und andere Leserbriefe zur Überwachung und Diffamierung kritischer Medien

Ein Artikel von:

Zum heute früh veröffentlichten Bericht – „Gegneranalyse“ – Das Bundesfamilienministerium finanziert ein Überwachungs- und Diffamierungsportal gegen kritische Medien – über das antidemokratische Treiben des Bundesfamilienministeriums und seiner grünen Vorfeldorganisation Zentrum Liberale Moderne haben sich schon einige Leserinnen und Leser, unter anderem der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Willy Wimmer (CDU), geäußert. Wir sind dankbar für die bekundete Solidarität und veröffentlichen die ersten Mails.


1. Leserbrief von Willy Wimmer

Die neue Bundesregierung langt zu. Konnte Willy Brandt noch in seiner ersten Regierungserklärung davon sprechen, „mehr Demokratie“ zu wagen und Deutschland zu einem Land und Volk der guten Nachbarschaft zu machen, geht die neue Bundesregierung davon aus, von den Grund- und Menschenrechten leere Hüllen übrig zu lassen. Meinungsfreiheit wird als regierungsstörend eingeordnet und damit so eingehegt, daß jeder besser das Schweigen vorzieht, statt den demokratischen Meinungsbildungsprozeß zu gestalten. Meinung zu haben und zu reden, wie eine der Schnabel gewachsen ist, das macht ein freies Land aus. Institutionalisierte und outgesourcste Meinungshäscher sind der Tod von Meinungsfreiheit in unserem Land. Das abartige Grundrechtsverständnis in Teilen unserer Regierung oder der Regierung als Ganzes hat Methode. Es wird seit Jahren in der NATO vorgemacht. Mit irrem Finanzaufwand wird alles darauf durch Sonderkommandos durchgeforstet, was der in Washington festgelegten offiziellen NATO-Politik zuwider sein könnte. So wird man zum Totengräber der Werte, die man zu schützen vorgibt. Wer diesem Blockwart-Verhalten die Hand reicht, macht damit klar, wes Geistes Kind er selbst ist. Die Nachdenkseiten gegen das übergriffige Verhalten zu verteidigen, das ist erste Bürgerpflicht. Wehret den totalitären Zensuranfängen. Willy Wimmer


2. Leserbrief

Liebes Nachdenkseiten-Team

Wieder einmal ist festzustellen, dass alternative Meinungen nicht gewünscht sind. Sie werden mit Aussagen, wie „Wie diese Untersuchung zeigt, handelt es sich bei den Nachdenkseiten um ein stark ideologisiertes, undifferenziert argumentierendes Medium, das radikale Widerständigkeit postuliert und als Scharnier für verschwörungstheoretisches Denken fungiert. Bei einzelnen Themen reiht man sich dabei bewusst in eine fundamentaloppositionelle Querfront ein.“ Diffamiert. Aber auch Attribute wie „Behauptung“ im Zusammenhang mit „problematisch“ und „verfangen“ dienen nicht dazu, eine offene Diskussion zu gewährleisten, sondern nur zur Diffamierung.

Ich werde hier und da – eigentlich halte ich es nicht für sinnvoll, sich mit diffamierenden Studien auseinandersetzen zu müssen – diese Studie verfolgen.

Im Grunde müssen wir uns als alternative Medien und Konsumenten der alternativen Medien vernetzen und gemeinsam diskutieren, wie wir dagegen angehen. Diese Art der Studien ist genauso sinnfrei, wie Studien der Pharmazeutischen Industrie zur Wirksamkeit ihrer Medikamente.

Ich hoffe, wir kommen in dieser Gesellschaft nochmal irgendwann zu einer zivilen Diskussion ohne Unterstellungen und Diffamierungen, doch allein, mir fehlt der Glaube.
 
Mit solidarischen Grüßen
Gunther Troost


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller, liebes NDS-Team,

so schmutzig und unwissenschaftlich diese “Analyse” über die NDS auch ist, ich sehe sie doch als Ritterschlag für die NDS. Sie kennen doch den Spruch, der fälschlicherweise stets Ghandi zugesprochen wird: “Erst ignorieren sie Dich, dann lachen sie über Dich, dann hassen sie Dich, dann bekämpfen sie Dich. Und dann gewinnst Du!”

Mit diesem Pamphlet aus zwielichtigen Quellen steht es nun offiziell fest: die NDS sind wichtig genug, um nicht länger einfach nur ignoriert, belächelt und gehasst werden zu können, sie müssen bekämpft werden und sind somit nur noch eine Stufe vom Sieg entfernt.

Also heißt es für Sie alle: alles richtig gemacht, hoch die Gläser! :)

Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Klein


4. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten-Macher,

abgesehen davon, dass dieses Projekt zweifellos keine besondere Reichweite erreichen wird (es sei denn, man richtet sich angesichts des dünnen Inhalts eine jährliche Wiedervorlage ein), so kann es kaum eine bessere Werbung für Alternativmedien geben – und dass es die NDS diesen vier MenschInnen besonders angetan haben, könnte ja geradezu als Ritterschlag verstanden werden, wenn denn die schlagende Vereinigung das entsprechende Format besäße.

Die Radikalität, die in der Anmaßung steckt, in einer wie auch immer definierten liberalen Demokratie die Deutungshoheit über die Identität derjenigen, die als “Gegner” anzusprechen sind, zu besitzen, spricht für sich.

Bestenfalls kann ein solches Projekt dazu führen, dass Widersprüche auf jeglichen Seiten durch Perspektivwechsel sichtbarer und einer kritischen Auseinandersetzung zugänglicher werden. Wer in seiner jeweiligen Blase abgeschottet verbleiben möchte, wird diesen Nutzen sicherlich nicht ziehen können, wer hingegen für Zweifel (noch) erreichbar ist, auch an den NDS, kann womöglich auch hier Denkanstöße gewinnen. Bislang fehlt da jedoch augenscheinlich die Substanz, aber Rom wurde schließlich auch nicht…

Bleiben Sie Ihrer konstruktiven “Gegnerschaft” treu, und Dank dafür!
Alexander von Stryk


5. Leserbrief

Hallo, liebes Nachdenkseitenteam,

ein wahrhaft unglaublicher Vorgang, der zeigt, wie es um unsere “Demokratie” bestellt ist 

Als Vergleich fällt mir dabei zB eine sog “Antifa” ein, die in meinem Stadtteil Aufkleber gegen Rassismus abreißt und mit eigenen Aufklebern überklebt, die vor rechten Umtrieben warnen. Der Grund dieses Widerspruchs ist offensichtlich, dass auf dem ursprünglichen Aufkleber explizit der Rassismus gegen Russland angesprochen wurde. Da in gewissen Kreisen eine Sympathie mit Russland eher rechten Kreisen zugeordnet wird, wird eine Kritik an antirussischem Rassismus wohl auch als “rechte Umtriebe” absichtlich fehlinterpretiert. Ich möchte die “Antifa” nicht pauschal kritisieren. Möglicherweise ist sie infiltriert und unterwandert. Teile jedenfalls haben ganz und gar keine linken oder antifaschistischen Einstellungen, im Gegenteil.

Die gleiche absichtliche Fehlinterpretation, wie im vorliegenden Fall (der NDS-Artikel, worauf ich mich beziehe) bzgl des Demokratie-Begriffs, finden wir auch an anderer Stelle, wenn zB Kritiker des Staates Israel in die Antisemitismus-Ecke geschoben werden. Das besonders Perfide dabei: sie unterstellen den Kritikern des Staates Israel eine Gleichsetzung eben jenes Staates mit dem Judentum. Dabei sind sie es selbst, die diese Gleichstellung vornehmen. Wie nennt man diese Form des absichtlichen Missverstehens?

Im besagt vorliegenden Fall findet eine ebenso absichtliche Falschinterpretation des Begriffs Demokratie statt. Da wird – ich sag mal – DIE PARTEI (früher hat so’ne Rolle der Allmacht die NSDAP eingenommen, heute neigen mindestens die Grünen dazu) mit dem Begriff Demokratie gleichgesetzt. Das ist natürlich absurder Blödsinn.

Das ist vll die perfideste Form der Manipulation, weil man versucht die Debatte moralisierend auf ein anderes Niveau zu bringen, wo es am Ende gar nicht mehr um das eigentliche Thema geht. “Wer uns nicht unterstützt, ist gegen die Demokratie”. Ein Irrwitz schlechthin, weil Demokratie ja eben genau das Gegenteil dieser Gleichschaltung ist.

Im TP-Forum stand ein passender Kommentar, wo speziell den Grünen (ich möchte die anderen aktuellen Akteure / Parteien nicht davon ausnehmen) gewisse stalinistische Züge vorgeworfen werden und dass genau so Gestalten wie ein gewisser Herr Ralf Fücks keinerlei Nebenmeinung akzeptieren.

Neben der Rufschädigung und wohl noch weiteren erwartbaren autoritären Fehlentwicklungen, kann und muss man so eine Diffamierung wohl als Auszeichnung betrachten, insbesondere dann, wenn man sieht mit wem Teile der Grünen sympathisieren: mit Mrs “mir sind 500tsd tote Kinder egal” Madeleine Albright.

Lasst Euch nicht unterkriegen. Diese Leute sind jämmerliche Missgestalten, die offenbar nicht viel Liebe im Leben abbekommen haben und / oder andere Defizite haben, die sie mit solch abstoßenden Charakterzügen nun offenbar zu kompensieren versuchen.

Wichtig: Ihr seid nicht die!!! SIE haben eine verquere Sicht und Wahrnehmung, nicht Ihr!!!

Viele liebe Grüße an die echten Demokraten in diesem Land

R.A.


6. Leserbrief

Liebes Nachdenkseiten-Team,

die Euch durch das BMSFS geförderte Projekt “Gegneranalyse” zuteil werdende Aufmerksamkeit ist auch aus meiner Sicht ein ungeheuerlicher Vorgang, den man sich so vor 10 Jahren nicht hätte vorstellen können. Dies zeigt aber auch, dass Eure Arbeit wahrgenommen und für das herrschende System als Bedrohung eingeschätzt wird. Wäre es nicht so makaber, könntet Ihr das Ganze durchaus als eine, wenn auch ungewollte und unbeabsichtigte Anerkennung Eurer Arbeit sehen. Presse- und Meinungsfreiheit sind inzwischen in diesem Land nur noch so lange ein hohes Gut, bis von der vorherrschenden systemkonformen Meinungs(-ideologie?) abgewichen wird.

Die Verkürzung der Schlagzahlen für solche Aktivitäten gegen die (tatsächlich) freien, alternativen Medien ist ein Indikator dafür, wohin diese Gesellschaft driftet und damit bestätigt sich die These, dass sich Geschichte wiederholt. Die Hemmschwellen sinken in immer schneller werdendem Takt. Wenn man dem gegenüber verfolgt, was unsere sogenannten, gebühren- und werbefinanzierten Qualitätsmedien so jeden Tag für Unsinn von sich geben und damit versuchen, die öffentliche Meinung nach ihrem Gusto zu lenken, kann einem als reflektierter Mensch in Deutschland nur noch Angst und Bange werden.

Lasst Euch durch solche Diffamierungen nicht den Mut nehmen und macht weiter so. Wir brauchen Euch.

Beste Grüße
Michael Hahn


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.

Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.

Rubriken:

Leserbriefe

Schlagwörter:

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!