Videohinweise am Samstag

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Hier finden Sie in der Regel am Mittwoch und am Samstag einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie anschauen wollen. Die Videohinweise sind auch auf unserer YouTube-Seite als spezielle Playlist verfügbar. Auch für die Rubrik „Musik trifft Politik“ gibt es eine eigene Playlist (CG: Christian Goldbrunner)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Ex-General Kujat: EU eskaliert in Kaliningrad | ntv
  2. Air Base Ramstein schließen! | Eugen Drewermann I Kundgebung Stopp Air Base Ramstein 2022
  3. Datenchaos, Pflegenotstand, “Lauterbach-Mutante”? Warum andere Länder viel entspannter sind
  4. US-Regierungsgremium plant die Zerschlagung Russlands im Namen der “Entkolonialisierung”
  5. Klassiker von 2014: Hitlers Helfer: wie Nationalisten die Ukraine weiter spalten (ARD/Panorama)
  6. Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine – Jung & Naiv: Folge 580
  7. Ende der Fahnenstange?
  8. StoppRamstein 2022 Live
  9. Die asozialen Impfverweigerer (Gerald Hüther)
  10. Kabarett, (Real-)Satire, Comedy und Co.

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Beiträge einverstanden sind. Sie können uns bei der Zusammenstellung der Videohinweise unterstützen, indem Sie interessante Fundstücke an die Adresse [email protected] schicken. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Ex-General Kujat: EU eskaliert in Kaliningrad | ntv
    Nele Balgo spricht mit General a.D. Harald Kujat. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr sieht die militärische Lage der Ukraine kritisch.
    Quelle: n-tv Nachrichten, 29.06.2022

    General a.D. Harald Kujat [bei Min. 4, Auszüge transkribiert, CG]: “Wir müssen einfach unterscheiden zwischen dem, was man militärisch erreichen, vielleicht sogar als ‘Sieg’ bezeichnen kann und dem, was man politisch erreichen kann. Also Russland kann sicherlich erreichen, den Donbass militärisch zu erobern. Das bedeutet aber nicht, dass Russland den Krieg gewonnen hat. Denn Russland hat damit ja noch gar nicht seine politischen Ziele erreicht, die zu diesem Krieg geführt haben. […] Eines dieser Ziele, das Russland nicht erreicht hat war, zu verhindern, dass die NATO sich erweitert. In erster Linie natürlich um die Ukraine, aber um andere Staaten auch. Genau das Gegenteil ist im Augenblick eingetreten und viele andere politische Ziele, die Russland genannt hat in seinem Vertragsentwurf im Dezember, hat Russland nicht erreicht. Aber […] wir müssen ein Interesse daran haben, diesen Krieg zu beenden, das Leiden des ukrainischen Volkes und die Zerstörung des Landes zu beenden. Und wir sollten jede Chance nutzen, die sich uns bietet. Und wenn sie sich dadurch bietet, dass Russland sagt, ich habe jetzt militärisch das erreicht, was ich erreichen wollte, jetzt bin ich bereit zu einem Waffenstillstand, dann sollten wir auch ‘zugreifen’.”

    Harald Kujat [bei Min. 12]: “In gewisser Weise sind die meisten NATO-Staaten mehr oder weniger indirekt ja auch an diesem Krieg beteiligt. Durch Waffenlieferungen, durch finanzielle und materielle Unterstützung der Ukraine. Ich denke, wir sollten alles daran setzen, dass es tatsächlich zu einer Situation der Entspannung kommt, dass das Risiko einer Ausweitung dieses Konfliktes verhindert wird, und dass wir in der Lage sind, wieder eine europäische Sicherheits- und Friedensarchitektur aufzubauen.”

    Harald Kujat [befragt zur Situation in Kaliningrad]: “Ich halte das für sehr gefährlich. Hier wird wirklich in einer Weise eskaliert, die unverantwortlich ist. Wir [Er meint offenbar die EU; Anm. CG] haben Sanktionen verhängt, die die Einfuhr und die Ausfuhr von Waren betrifft, die die finanziellen Geldströme unterbrechen soll und viele andere Dinge mehr. Das sind massive Sanktionen. Es geht hier aber um den Transit und zwar von Russland nach Russland. Das ist eine andere Situation. Das heißt, wir eskalieren hier in gewisser Weise, das muss man wirklich deutlich sagen. […] Wenn man in einer solchen Situation das Schicksal herausfordert, dann ist das dumm und gefährlich. […] Ich kann nur dringend raten, dass wir versuchen, zu einer normalen Situation in dieser Region zurückzukehren. […] Wenn Sie den Oblast Kaliningrad betrachten […], dann sehen Sie, dass es militärisch sehr stark bestückt ist von russischer Seite, dass dort auch Raketensysteme stationiert sind, die durchaus bis nach Berlin reichen. […] Es bedeutet im Grunde genommen, auch das muss man immer wieder sagen, dass das Risiko einer großen Eskalation, nämlich eines Konfliktes zwischen Russland und der NATO entsteht. Ich kann nur warnen davor, dass man das, was man aus dieser Verweigerung, den Transit zuzulassen, an Gewinn zieht […], dass das in keinem Verhältnis steht, zu dem Risiko, das wir selbst eingehen. Das ist absolut unvernünftig, was dort gemacht wird.”

    Anmerkung und kurze Zusammenfassung unserer Leserin Angela Franke: Immer wieder eine sehr sachliche Stimme. Kujat bestätigt, dass die meisten Nato-Länder kriegsbeteiligt sind, dass sie bei Kaliningrad eskalieren. Er gehe davon aus, dass Russland zu Verhandlungen bereit sein würde, wenn der Donbass vollständig in seiner Hand sei. Kujat sagte außerdem, es gebe keinen Hinweis, dass Russland nach der Ukraine weitere Länder überfallen und erobern wolle und dass das mit der geringen Zahl an eingesetzten Einsatzkräften auch illusorisch wäre.

  2. Air Base Ramstein schließen! | Eugen Drewermann I Kundgebung Stopp Air Base Ramstein 2022
    Vom 19.-26. Juni fand die Aktionswoche der Stopp Air Base Ramstein Kampagne statt. Bestandteil der Aktionswoche war ein Friedenscamp, eine Friedenswerkstatt, eine Abendveranstaltung, eine Fahrradsternfahrt und eine Demonstration. Am 25. Juni 2022 hielt Eugen Drewermann die Abschlussrede auf der Kundgebung der Stopp Air Base Ramstein Kampagne.
    Weitere Informationen zu Stopp Air Base Ramstein unter www.stoppramstein.de
    Quelle: proFakt, 29.06.2022

  3. Datenchaos, Pflegenotstand, “Lauterbach-Mutante”? Warum andere Länder viel entspannter sind
    Mit der russischen Invasion in der Ukraine war ein Thema weitgehend in den Hintergrund geraten: Corona. Inzwischen steigen die Fallzahlen wieder. Und die ersten Untergangspropheten melden sich schon wieder zu Wort: Spätestens im Herbst, wird uns vermittelt, wird alles wieder schlimm, und spätestens dann könnte es schon wieder vorbei sein mit dem normalen Leben. Müssen wir im Herbst also mit neuen Maßnahmen wie 2G oder 3G rechnen? Was haben die ganzen Lockdowns und Schulschließungen, unter denen viele Menschen sehr gelitten haben, eigentlich gebracht? Am 1. Juli wird die Corona-Sachverständigenkommission dazu endlich einen Bericht vorlegen. “Ich bin sicher, dass wir im Herbst besser dastehen als in der Vergangenheit”, verspricht Gesundheitsminister Lauterbach. Dabei ist die Situation in den Krankenhäusern jetzt sogar schon im Sommer angespannt – weil bis heute nichts getan wurde gegen den Pflegenotstand. Im Gegenteil: Mit der durch nichts zu rechtfertigenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht wurden Zehntausende Pfleger zusätzlich aus ihrem Beruf vertrieben, wie Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit nahelegen. In meinem Video der Woche ziehe ich eine Bilanz der Corona-Politik, schaue auf die Zustände in den Krankenhäusern, in denen nach wie vor erbittert für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen gekämpft wird, und zeige auf, warum wir im kommenden Herbst und Winter nicht schon wieder Freiheitseinschränkungen und Demonstrationsverbote hinnehmen dürfen.
    Quellennachweise in der Videobeschreibung.
    Quelle: Sahra Wagenknecht, 30.06.2022

  4. US gov’t body plots to break up Russia in name of ‘decolonization’
    [US-Regierungsgremium plant die Zerschlagung Russlands im Namen der “Entkolonialisierung”. Die von der US-Regierung eingesetzte Helsinki-Kommission hat in einem Briefing an den Kongress darüber beraten, wie Russland im Namen einer angeblichen “Entkolonialisierung” aufgelöst werden könnte. Übersetz. d. Videobeschreibung CG]
    Den Schriftartikel von Ben Norton finden Sie auf multipolarista.com
    Quelle: Multipolarista, 30.06.2022

    Lesen Sie hierzu auch auf den NachDenkSeiten von Albrecht Müller “Die Geschichte verkürzt erzählen – das ist die wichtigste Manipulationsmethode bei der üblichen Bewertung des Ukrainekriegs”

    Anmerkung CG: Ben Norton, der bis vor Kurzem noch Teil von The Grayzone gewesen ist und in Südamerika lebt, macht zusätzlich noch darauf aufmerksam, dass von dieser “Helsinki-Kommission” sogar Libyen als “Russlands Krieg” aufgelistet wird.

  5. Klassiker von 2014: Hitlers Helfer: wie Nationalisten die Ukraine weiter spalten (ARD/Panorama)
    Von Johannes Edelhoff, John Goetz, Johannes Jolmes, Jan Liebold & Andrej Reisin
    Die Lage im Osten der Ukraine ist eskaliert: Prorussische Separatisten kontrollieren Ortschaften und Städte, setzen sich über Gesetze hinweg. Sie stürmen die Staatsanwaltschaft von Donezk, schlagen ukrainische Polizisten zusammen, grenzenloser Hass. Dieser Hass kann das Land spalten. Denn das Land ist auch in der Erinnerungskultur tief gespalten: Im Zweiten Weltkrieg stand die Ostukraine nach Meinung vieler auf der einen, die Westukraine auf der anderen Seite.
    Nichts macht das deutlicher als das große Vorbild im Westen: Stepan Bandera. Sein Bild prangt nahe der großen Bühne auf dem Maidan. Immer wieder einte die Protestierer eine Parole aus der Bandera-Zeit: “Ehre der Ukraine – Ehre den Helden!” Doch Stepan Bandera war ein radikaler Nationalist. Sein Kampf für eine unabhängige Ukraine war auch ein Kampf gegen Juden, Polen und Russen. Dafür verbündete er sich mit Hitler.
    Verklärtes Bandera-Bild – Der schwedische Historiker Dr. Per Anders Rudling hat sich ausführlich mit der Geschichte Osteuropas während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. Für ihn ist das Bandera-Bild in der Ukraine verklärt: “Nach meiner Bewertung und der von den meisten Forschern kann man Bandera und seine Bewegung durchaus als eine faschistische bezeichnen, die stark am Holocaust beteiligt war”, so Rudling. Im Osten hassen Bandera daher viele als Nazi-Kollaborateur. Im westukrainischen Lemberg dagegen erinnert man lieber seinen Kampf für die ukrainische Unabhängigkeit. Hier hat man Bandera sogar Denkmäler gebaut, Bandera ist Teil der Popkultur: auf Bierkrügen, Bildern und T-Shirts prangt sein Konterfei in der “Banderastadt” – so wirbt man hier.
    Kritik gilt als russische Propaganda – Kritik am Nationalhelden – auch in der neuen Regierung gilt das als russische Propaganda. Das Thema habe in Zeiten des Krieges zu ruhen, so der aktuelle Bildungsminister der Ukraine, Serhiy Kvit. Auch er betont Banderas Vorbildstatus: “Ich denke, dass Bandera als Symbol des ukrainischen Freiheitskampfs gelten kann. Aber das muss man strikt trennen von der aktuellen politischen Krise in der Ukraine und dem Einfluss der russischen Propagandamaschinerie.” Banderas Nazi-Connection nur Putin-Propaganda?
    Stepan Bandera war Anführer der Ukrainischen Nationalisten. Im Juni 1941 wurden Hitlers Soldaten in Lemberg von Banderas Truppen freudig empfangen. Ukrainer und Deutsche stürzten sich gemeinsam auf die Juden – am Ende ermorden sie in mehreren Pogromen Tausende Menschen: “Sie haben sich der Vernichtung von nationalen Minderheiten verschrieben. Die Organisation hat im April einen Plan geschrieben. Das war quasi eine Blaupause für den Massenmord an den Juden. Die Idee: Je mehr Juden beim Einmarsch der Deutschen getötet werden, desto besser”, berichtet der Historiker Rudling.
    Mythos Bandera – Der Mythos Bandera ist in der heutigen Ukraine vor allem ein politisches Instrument: Der “Freiheitskämpfer” Bandera soll dem kulturell geteilten Land eine Identität geben. Dass Bandera und die ukrainischen Nationalisten auch mit den Nazis kollaborierten, ist dagegen kaum ein Thema. Was Banderas Geschichte besonders kompliziert macht: Nachdem er zunächst mit den Nazis zusammengearbeitet hatte, wurde er 1941 von den Deutschen verhaftet und ins Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin gebracht. Der Grund: Seine Männer hatten eine freie Ukraine ausgerufen – das war den Nazis dann doch zu viel. Doch Bandera kam nicht in eine normale KZ-Baracke, sondern in den Zellenbau für Sonderhäftlinge, denn die Nazis hielten ihn weiterhin für nützlich.
    “Ehrenhäftling” in Sachsenhausen – Prof. Günter Morsch leitet die Gedenkstätte in Sachsenhausen. Er berichtet über die Haftbedingungen: “Der Zellenbau ist ein Sonderbereich im Konzentrationslager gewesen. Man riss Wände zwischen Zellen nieder und richtete mit Möbeln ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer ein, man hängte an die Wände sogar Bilder und auf dem Boden war ein Teppich. Das änderte zwar nichts an der Situation, dass man gefangen war, aber für diese Ehrenhäftlinge wurden Sonderbedingungen hergestellt.”
    Knapp drei Jahre war Bandera in deutscher Gefangenschaft. Für seine Anhänger dient diese Zeit als Beweis, dass er vor allem Freiheitskämpfer und kein Nazi-Kollaborateur war. Doch 1944 wurde er – äußerst unüblich für ein Konzentrationslager – wieder entlassen: “Er hat mit den Nationalsozialisten verhandelt und man kam zum Ergebnis, dass er ein ukrainisches Nationalkomitee gründet im November 1944 und danach militärisch bewaffnet an der Seite der Nationalsozialisten gegen die Rote Armee zieht”, erzählt Prof. Morsch.
    Am Ende des Krieges gab es sogar eine ukrainische Waffen-SS-Division, der in Lemberg bis heute von Neonazis gedacht wird. Für den Historiker Rudling handelt es sich insgesamt um eine große Mystifizierung: “Im Westen feiern sie Bandera nicht für die Verstrickungen in den Holocaust. Sie erinnern sich ausschließlich daran, dass er Stalin bekämpft hat. In der Ostukraine gibt es die vielen Stalin-Statuen. Dort erinnern sie Stalin nicht für die Hungersnöte und für den Terror, sondern sie erinnern nur den Großen Sieg und seinen Kampf gegen den Faschismus.” Bandera, Hitler, Stalin – West gegen Ost. Für alle ist jetzt an der Zeit aus der Geschichte zu lernen.
    Quelle: NDR Panorama, 08.05.2014

    Ergänzend hierzu auch die Sendungen im ÖRR von 2014 “Putsch in Kiew: Welche Rolle spielen die Faschisten? (Panorama / NDR)” und ARD Anne Will (2014)

  6. Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine – Jung & Naiv: Folge 580
    Zu Gast im Studio: Andrij Melnyk. Seit dem 12. Januar 2015 ist er Botschafter der Ukraine in Deutschland.
    Ein Gespräch über Andrijs Rolle als Botschafter, seinen Werdegang als Diplomat, seine Kindheit in der Sowjetunion, Religion, ukrainische Geflüchtete und der russische Überfall auf sein Land, das Ziel Europa, deutsche Politik, Putins Faschismus und seine Verehrung von Stepan Bandera + eure Fragen
    Quelle: Jung & Naiv, Live übertragen am 29.06.2022

    Anmerkung unseres Lesers H.I.: Insbesondere ab ca. 1h 42 Min. wird es interessant, wenn es rund 20 Minuten über Stepan Bandera geht. Dies sollte man sich unbedingt anschauen und sich ein eigenes Bild machen, was man von den Ausführungen des Botschafters halten soll.

    Hierzu von Spiegel.de “Kontroverse um Partisanenführer Bandera: Ukrainisches Außenministerium distanziert sich nach Äußerungen von Botschafter Melnyk”. “Seine Verehrung des Nationalisten Stepan Bandera brachte Andrij Melnyk Kritik – und sorgte für Spannungen mit Polen. Nun machte das ukrainische Außenministerium eine deutliche Ansage.”
    Auszug, Spiegel.de: “Bandera war ideologischer Führer des radikalen Flügels der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Nationalistische Partisanen aus dem Westen der Ukraine waren 1943 für ethnisch motivierte Vertreibungen verantwortlich, bei denen Zehntausende polnische Zivilisten ermordet wurden. […] Melnyk war in dem Interview mit dem YouTuber Tilo Jung mit Aussagen zu mutmaßlichen Massakern durch Bandera an Polen und Juden aufgefallen. »Es gibt keine Belege, dass Banderas Truppen Hunderttausende Juden ermordet haben«, verteidigte Melnyk den Nationalisten. Es handle sich bei den Berichten um Erzählungen durch die russische Seite, so Melnyk weiter. Bandera sei kein Massenmörder von Juden und Polen gewesen. Auch die Vorlage eines ultranationalistischen und antisemitischen Kampfspruches, der auf Bandera zurückgehen soll, konnten Melnyk nicht umstimmen: »Ich werde dir heute nicht sagen, dass ich mich davon distanziere«. Die Rolle ukrainischer Nationalisten, die Anfang der Dreißiger- bis in die Fünfzigerjahre für die Unabhängigkeit kämpften, wird heute wegen Verbindungen zu den Faschisten kontrovers diskutiert, auch in der Ukraine. Bandera gilt international vielen als Nazi-Kollaborateur, in der Westukraine wird er teilweise aber bis heute verehrt.”

    Anmerkung CG: Auch die Spiegel-Redaktion bringt es offenbar nicht fertig, von einer weitverbreiteten Verharmlosung Banderas zu sprechen. Es gibt noch eine Auffälligkeit bei einem Artikel des Spiegel vom 30.6.2022. Die aktuelle Überschrift des Artikels lautet: “Botschafter Melnyk provoziert erneut mit Äußerungen über ukrainischen Nationalisten”. Der ursprüngliche Titel von Spiegel.de lässt sich allerdings aus der URL noch herauslesen und in der Reader-Darstellung des Safari-Browser und lautete gestern mutmaßlich: “Ukraine: Andrij Melnyk provoziert mit Verharmlosung von Stepan Bandera”. Der Titel wurde offenbar nachträglich ‘harmloser’ formuliert. Eine Verharmlosung der Verharmlosung sozusagen?

    Lesen Sie hierzu erneut auch auf den NachDenkSeiten von Sevim Dağdelen »Andrij Melnyk und sein Faible für Stepan Bandera und Asow« (09.05.2022) und von Tobias Riegel »Andrij Melnyk: Der „unerträgliche“ Botschafter« (17.03.2022).

    Auszug, Tobias Riegel/NDS: “Auch die Bundesregierung ist sich gegenüber Melnyks Ansichten längst im Klaren. Bereits 2015 antwortete sie auf eine ‘Anfrage der LINKEN Sevim Dağdelen’: ‘Dem ukrainischen Botschafter ist unsere Position hierzu hinlänglich bekannt. Die Bundesregierung verurteilt die von der Organisation Ukrainischer Nationalisten, OUN, teilweise unter Leitung Banderas begangenen Verbrechen an polnischen, jüdischen und ukrainischen Zivilisten und Amtsträgern. Dabei ist sie sich bewusst, dass ein erheblicher Anteil an diesen Verbrechen in Kollaboration mit deutschen Besatzungstruppen begangen wurde.’ Ein bekennender Verehrer dieser Faschisten und Nazi-Kollaborateure erscheint den „Tagesthemen“ – solange es gegen Russland geht – auch wenige Tage vor dem Holocaust-Gedenktag als angemessener Gesprächspartner.”

    Ferner auf den NachDenkSeiten das Interview mit dem Historiker Grzegorz Rossoliński-Liebe »Ukraine: „Der Bandera-Kult verhindert die Demokratisierung und destabilisert das Land“« (01.08.2016)

    Auszug, Grzegorz Rossoliński-Liebe: “Die Ukrainische Aufständische Armee (UPA), die im Frühjahr 1943 durch die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) gegründet wurde, ermordete 1943 in Wolhynien und 1944 in Ostgalizien zwischen 70.000 und 100.000 Polen sowie einige Tausend Juden und eine unbekannte Zahl von Ukrainern. Am 11. Juli 1943 griffen ukrainische Nationalisten etwa 100 von Polen bewohnte Orte an und ermordeten mehrere Hundert Zivilisten, weshalb der Tag als der „Blutige Sonntag“ erinnert wird und den Terror der UPA in Polen symbolisiert. Die Geschichte der „ethnischen Säuberung“ in Wolhynien und Ostgalizien wurde erst in den späten 1990er Jahren erforscht und die Beteiligung der OUN und UPA am Judenmord war sogar bis vor wenigen Jahren kaum bekannt. Das machte der ukrainischen Diaspora und später Aktivisten in der unabhängigen Ukraine relativ einfach, den Bandera-Kult zu verbreiten und die OUN-Kader sowie UPA-Partisanen als Nationalhelden oder Freiheitskämpfer zu erinnern. […] Juden wurden von ukrainischen Nationalisten ähnlich wie Polen und Russen als Feinde betrachtet und ihre Beseitigung gehörte zum Programm der OUN, ähnlich wie die Vertreibung oder Ermordung von Polen in der Westukraine. Ukrainische Nationalisten haben sich bereits im Sommer 1941 an den Pogromen in der Westukraine beteiligt, von denen sie einige zusammen mit den Deutschen und andere alleine ohne die Anwesenheit deutscher Truppen durchgeführt haben. Danach schlossen sich durchaus viele OUN-Mitglieder der durch die deutschen Besatzer aufgestellten ukrainischen Polizei an, die die OUN zu unterwandern und zu kontrollieren versuchte. Als Polizisten halfen sie den Deutschen bei der Ermordung der Juden im Distrikt Galizien und in westlichen Teilen des Reichskommissariats Ukraine, vor allem in Wolhynien. In diesem Punkt überschnitten sich die Interessen der Nationalsozialisten und ukrainischer Nationalisten. Nachdem die OUN im Frühjahr 1943 die UPA gegründet hatte, schlossen sich ihr etwa 5000 desertierte ukrainische Polizisten an. Die UPA ermordete nicht nur Polen sondern auch Juden, die bis dahin überlebt hatten und sich meistens in den Wäldern oder unter Polen und Ukrainern versteckt haben. […] Ukrainische Nationalisten waren also eine Bewegung, die zwischen 1939 und 1945 mehrere Tausend Polen, Juden und danach während des Konflikts mit den sowjetischen Machthabern auch einige Tausend lokale und aus der Zentral- und Ostukraine versetzte Ukrainer ermordete und zwischen 1941 und 1943 die Deutschen als Polizisten bei der Ermordung des Großteils ukrainischer Juden unterstützte.”

    Hierzu auch von der Bundeszentrale für Politische Bildung “Verflochtene Geschichten: Stepan Bandera, der ukrainische Nationalismus und der transnationale Faschismus” von Grzegorz Rossoliński-Liebe (13.10.2017)

  7. Ende der Fahnenstange?
    Die Militärexperten machen sich Sorgen: die ukrainische Armee geht ihnen zu schnell aus. Neue Waffenlieferungen sollen den Krieg verlängern. Bislang wurde auf den ukrainischen Schlachtfeldern hauptsächlich das ausrangierte Altmetall kostengünstig entsorgt. Dazu noch werbewirksam. Der Einsatz westlicher Waffen und Munition bei dem Beschuss der Wohngebiete in und um Donezk ist dabei kein Thema. Ein Ex-Bundeswehr-General hält alles, was die ukrainische Armee beschießt, für militärisch legitime Ziele.
    Quelle: InfraRot – Sicht ins Dunkel, 25.06.2022

  8. StoppRamstein 2022 Live
    4 Stunden 47 Minuten Stream.
    Uhrzeiten und Ablauf: 10:30 Uhr Start des Demozuges aus dem Friedenscamp in Steinwenden 12:00 Uhr Treffen am Bahnhof Ramstein mit dem Demozug aus dem Friedenscamp. Demozug Richtung Air Base Ramstein 13:30 Uhr Tanz der Toten Beginn Kundgebung an der Air Base Ramstein 15:00 Uhr Rede Eugen Drewermann 16:00 Uhr Schluss. Gemeinsamer Rückweg zum Friedenscamp 17:30 Uhr Ankunft im Friedenscamp, ca. 18:30/19:00 Uhr Rede Eugen Drewermann im Friedenscamp
    Quelle: LiveStream BW, Live übertragen am 25.06.2022

    25.06.2022 Stopp Air Base Ramstein. Kundgebung: “Tanz der Toten”
    Quelle: Peace Maker

  9. Die asozialen Impfverweigerer (Gerald Hüther)
    Quelle: RPP Institut, 24.06.2022

  10. Kabarett, (Real-)Satire, Comedy und Co.
    • Geburtstagszwerg / Steimles Aktuelle Kamera / Ausgabe 70
      Eine geschichtsträchtige Woche liegt hinter uns: vor 80 Jahren marschierte die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein, Pitti Platsch hat seinen 60. und Uwe Steimle seinen 59. Geburtstag.
      Während Uwe Steimle Fans in Halle nach links in den Saal vom Steintor-Varieté einrücken, wird die rechte Flanke von linken Gegendemonstranten abgesichert – sehen Sie selbst…
      Uwe Steimles Energiewende ist in vollem Gange: Passend zu den heißen Sommertagen gibt es Uwes Tele-Tipp, wie die Bude auch im Winter warm werden kann.
      Währenddessen versucht Deutschland Russland mit einem Lachkrampf zu besiegen, indem man medienwirksam die Lieferung von 7 deutschen Panzerhaubitzen und 3 Mehrfachraketenwerfern verkündet, dabei fast zeitgleich in einer anderen Sendung betont, dass mehr nicht drin sei, da sonst die Verteidigung Deutschlands gefährdet sei, um wiederum eine Sendung weiter den Anspruch Deutschlands als Führungsmacht zu verkünden. Unbeeindruckt davon rückt Russland mit hunderten dieser Waffensysteme auf breiter Front vor. Und niemanden ist das zu blöd.
      Dabei ist es so leicht, Fragen zu beantworten – beispielsweise: Wie kommt Uwe Steimle zu grünen Eiern? Dies und mehr erfahren Sie in dieser Ausgabe von Steimles Aktueller Kamera am Sonntag um 19 Uhr hier auf Steimles Welt, Uwe Steimles YouTube Kanal.
      Quelle: Steimles Welt, 26.06.2022

      Uwe Steimle [Auszug transkribiert, CG]: “Was war denn los in dieser Woche? Bitte nicht vergessen, 22. Juni 1941, Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion. Die Öffentlich-Rechtlichen die Privaten, keiner hat daran erinnert, aber wir, die Aktuelle Kamera, wir werden es nicht vergessen, weil wer nicht weiß woher er kommt, weiß auch nicht, wohin die Reise geht. […] Ich war ja jahrelang ein linkes Schwein, jetzt gelte ich als rechte Sau. Und ich vermute, enden werde ich – nicht als Ente – als veganes Schnitzel.”

    • Der Wegscheider
      25. Juni – Wochenkommentar von Ferdinand Wegscheider
      “Bitte Deckel auf den Topf!” – Im neuen Wochenkommentar geht es heute um das überraschende Aus für die Impfpflicht und wir ziehen Bilanz über die wirksamen EU-Sanktionen gegen Russland!
      Der wöchentliche – nicht ganz ernst gemeinte – Kommentar zum aktuellen Zeitgeschehen […] All das stets mit einem Augenzwinkern, um den Zuseher zum Nachdenken anzuregen und ihn dazu zu bringen, sich seine eigene Meinung zum jeweiligen Thema zu bilden. Frei nach dem Motto: “Da scheiden sich nicht nur die Wege, sondern auch die Geister!”
      Quelle: Servus TV

      Anmerkung unseres Lesers H. L.: Heute mal wieder Extraklasse.

      Ferdinand Wegscheider [Auszüge transkribiert, CG]: “Maßlos enttäuscht war ich natürlich am Donnerstag, als bekannt geworden ist, dass die Regierung ein weiteres Mal im Liegen umgefallen ist und der Gesundheitsminister überraschend verkündet hat, dass die segensreiche Impfpflicht wieder aufgehoben wird. Mindestens so schlimm wie diese Hiobsbotschaft waren aber die Begründungen des Ministers […]. Ich hatte ja kurz sogar den Verdacht, dass das Gesundheitsministerium jetzt von Coronaleugnern und Schwurblern unterwandert wurde, die Johannes Rauch die offizielle Begründung geschrieben haben. […] “Omicron hat die Regeln verändert. Inzwischen hat sich Omicron mit deutlich milderen Verläufen durchgesetzt.” Ich meine: Wie kann ein Gesundheitsminister Ende Juni bestätigen, was diese unwissenschaftlichen Schwurbler bereits beim Auftauchen den Omicron-Variante im vergangenen Dezember behauptet haben? Aber es kommt noch schlimmer: “Die Impfpflicht bringt niemanden zum Impfen.” […] Sie sehen mich fassungslos. Eine solche Aussage ist ja nicht nur ein peinlicher Kniefall vor den verantwortungslosen Impfkritikern, sondern auch staatszersetzend und durchaus geeignet, labile Menschen zum Widerstand gegen die Obrigkeit anzustacheln. Und weil auch das noch nicht genug ist, übt sich der Minister in Anbiederung an die Impfgegner und lässt jegliche Härte vermissen: “Die Impfpflicht und die Debatte […] hat tiefe Gräben aufgerissen, auch in der österreichischen Gesellschaft.” Was soll plötzlich dieses Gesülze von tiefen Gräben? Monatelang hat Österreich mit seiner Impfpflicht weltweit als absolutes Vorbild gegolten. Die WHO, das Weltwirtschaftsforum, die Pharmaindustrie und das Impfkartell sind im Kreis gehüpft vor Freude. Wir waren bestens angeschrieben bei Philantropen wie Klaus Schwab und Bill Gates. Und dann sorgt sich diese Regierung plötzlich über Gräben in der Gesellschaft. Aber wer jetzt auf die Opposition im Operettenstaat gehofft hat, wurde erst recht enttäuscht. Die SPÖ spricht zwar vollmundig von einem Höhepunkt des Regierungsversagens, geht aber ebenfalls in die Knie. […] Neben meiner Enttäuschung hege ich ja die Hoffnung, dass das Aus für die Impfpflicht vielleicht doch nur ein gut getarntes Ablenkungsmanöver ist, um die lästigen Querdenker zu beruhigen und in Sicherheit zu wiegen. Denn fast unbemerkt von der Öffentlichkeit haben die Regierungsparteien vor kurzem einen Abänderungsentwurf zum Epidemiegesetz ins Parlament geschmuggelt und beschlossen, die einen massiven Eingriff in die Grundrechte darstellt und den Gesundheitsminister zum unumschränkten Epidemie-Alleinherrscher macht. Er kann künftig zum Beispiel über Menschen Quarantäne verhängen, ohne das Parlament zu befassen, ohne ein verwaltungsbehördliches Verfahren, und ohne dass die Weggesperrten künftig ein Rechtsmittel dagegen haben. […] Warum Sie das nirgends gelesen oder gehört haben? Ja gut, über jede Nebensächlichkeit können die Mainstream-Medien wirklich nicht berichten. Sie sind schließlich rund um die Uhr mit den wirklich wichtigen Themen beschäftigt. […] Das sind doch die essentiellen Themen. Das hilft doch den Menschen, die sich das tägliche Leben nicht mehr leisten können und es lenkt so wunderbar von den lästigen Themen ab. Etwa von einem Skandalgesetz, das Bürger der Willkür eines einzigen Politikers aussetzt, der sie wie in einer klassischen Diktatur, nach Gutdünken wegsperren kann. Oder von dem genialen Konzept, den Ukrainekonflikt mit Idiotensanktionen lösen zu wollen, deren Folgen hauptsächlich die eigenen EU-Bürger treffen, während Russland davon sogar profitiert. Der Rubel steigt seit Monaten, Russland steigert seine Ölverkäufe nach Indien und in andere Länder und erzielt von Woche zu Woche höhere Preise für Öl und Gas, während sich in den EU-Staaten planlose und unfähige Politiker von den USA und diversen Lobbys in immer noch dümmere Sanktionen treiben lassen, die nur den eigenen Bürgern schaden und die eigene Wirtschaft an die Wand fahren.”

    • Küppersbusch enttarnt Greenpeace – Küppersbusch TV
      Alles wird teurer, doch Hartz-IV-Beziehende bekommen immer weniger. Wie viel Geld kann man eigentlich von den Armen noch abziehen? Außerdem: Christine Lambrecht will Tarnkappenbomber kaufen, aber Greenpeace schreit: Veto!
      Inhalt: 0:00 Cold Opener 0:18 Revolution bei WeltTV 0:50 Gelder für die Armen 2:35 Greenpeace meckert 4:20 Küppis musikalisches Quiz
      Die gezeigten Quellen findet ihr hier.
      Quelle: Küppersbusch TV, 24.06.2022

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