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Clement kennt keine Skrupel. Oder: Wie sich eigene Interessen und das Allgemeininteresse decken.

Verantwortlich:

Der ehemalige Superminister zeigt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk keinerlei Verständnis für die Kritik daran, dass er als ehemaliger „Energieminister“ einen Aufsichtsratsposten bei einer Tochter des Energie-Oligopolisten RWE angenommen hat. Im Gegenteil, trotzig kündigt er an: „Ich werde übrigens noch mehrere Mandate wahrnehmen, damit ich das gleich deutlich hinzugefügt habe…. Da können sich manche Leute darüber das Maul zerreißen. Das wird mich nicht sonderlich beschäftigen.“
Für Clement sind solche Mandate kein Problem: Sie seien „nicht immer nur“ in seinem Interesse, sondern auch im allgemeinen Interesse. „Ich habe immer (nur) eine Energiepolitik – übrigens auch schon als Journalist – vertreten.“
Das dürfte jedenfalls keine Energiepolitik gewesen sein, die nicht auch im Interesse des Stromriesen RWE gewesen wäre.

Zur Information:

Der ehemalige Supersminister Wolfgang Clement ist seit Dezember 2005 im Aufsichtsrat der Berliner Dussmann-Gruppe (50.000 Mitarbeiter, Umsatz 2,3 Milliarden Euro).

Seit Ende Januar 2006 ist er im Aufsichtsrat der Berliner Landau-Media A.G; diesen Job hat er vom neuen Umweltminister Sigmar Gabriel übernommen.

Neuerdings ist er auch noch bei RWE-Power in Essen engagiert (18.000 Mitarbeiter, 3,3Milliarden Euro Umsatz).

Ab April wird er neuer Kolumnist in der „Welt am Sonntag“.

Anfang des Jahres ist er Gertrud Höhler als Mentor des Förderprojektes „Top Job – die hundert besten Arbeitgeber im Mittelstand“ nachgefolgt. Top Job ist ein Marketinginstrument für mittelständische Arbeitgeber ausgerichtet von der Kommunikationsagentur compamedia GmbH.

Außerdem lässt er sich von der Internationalen Künstler- und Medienagentur Paul Spiegel für Vorträge vermitteln.

Nach seiner Ankündigung im DLF-Interview wird man diese Liste fortschreiben können.

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