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Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “Mehr” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Bertelsmänner auf Beutezug
  2. Ingo Schulze – Unsere schönen neuen Kleider
  3. Absurdes Umschuldungstheater
  4. „Es droht eine teuflische Abwärtsspirale“
  5. Griechenland
  6. Europaweite Studie- Reallöhne steigen 2012 in Deutschland am stärksten
  7. Europas Reichtum für Wachstum und Wohlstand einsetzen
  8. Größte US-Pleite seit Lehman: Moody’s will fatale MF-Global-Wetten nicht gekannt haben
  9. Handel mit Rezeptdaten
  10. Sind Ein-Euro-Jobs rechtswidrig?
  11. Neue Eskalation im großen Klimastreit
  12. Waffen verkaufen geht immer
  13. Thierses Moral trägt nicht – sie vernachlässigt die soziale Frage und die politische Verantwortung
  14. Bildung schadet
  15. WikiLeaks veröffentlicht E-Mails von US-Analysedienst
  16. Blick in die politischen Blogs
  17. Zu guter Letzt: Gauck-News

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Bertelsmänner auf Beutezug
    Die Bertelsmann AG steigt ins Geschäft mit der akademischen Bildung ein. Den Anfang macht Europas größter Medienkonzern als Ankerinvestor eines “University Ventures Fund”, der mit Studien- und Weiterbildungsprogrammen dies- und jenseits des Atlantik auf Profitjagd geht. Für Wolfgang Lieb ist der Schritt nur folgerichtig. Im Gespräch mit Studis Online schildert der ehemalige Politiker, wie das Gütersloher Unternehmen in langjähriger politischer Vorfeldarbeit den Boden bereitet hat, auf dem er jetzt die Ernte einfahren will.
    Quelle: Studis online
  2. Ingo Schulze – Unsere schönen neuen Kleider
    [...] Beispiele für die neuen Kleider unseres Gemeinwesens ließen sich auf jedem Gebiet unseres Lebens finden. Es gibt kaum einen Bereich, der nicht vor der Privatisierung und damit vor der Kommerzialisierung, also vor Gewinnstreben, geschützt wäre. Besonders bitter ist das im Gesundheitswesen und in der Bildung.
    Die neuen Selbstverständlichkeiten, die zu Beginn der neunziger Jahre zur Hegemonie gelangten, gelten heute unverändert weiter. Aus einer Welt ohne Alternative leitet sich eine Politik ab, die den logischen Unsinn von „alternativlosen Entscheidungen“ propagieren darf.
    So lächerlich es uns erscheint, dass im Märchen alle die neuen Kleider bewundern, so selbstverständlich nehmen wir die täglichen Meldungen hin, dass die Regierungen „die Märkte beruhigen“ und „das Vertrauen der Märkte wiedergewinnen“ müssten. Mit Märkten sind doch in diesem Fall die Börsen und Finanzmärkte gemeint, damit also jene Akteure, die im eigenen Interesse oder im Auftrag anderer spekulieren, um möglichst viel Gewinn zu machen. Sind das nicht jene, die das Gemeinwesen um unvorstellbare Milliarden erleichtert haben? Um deren Vertrauen sollen unsere obersten Volksvertreter ringen?
    Quelle: Sächsische Zeitung [PDF - 270 KB]

    Anmerkung unseres Lesers D.C.: Am 26. Februar sprach Ingo Schulze im Rahmen der “Dresdner Reden” im Staatsschauspiel Dresden zum Thema „Sich selbst wieder ernst nehmen – über marktkonforme Demokratie und andere Ungeheuerlichkeiten“. Äußerst lesenswert, weil faktenreich und amüsant in den Bildern des Andersen-Märchens “Des Kaisers neue Kleider” erzählt.

    Ergänzende Anmerkung JB: Sehr lesenswert!

  3. Absurdes Umschuldungstheater
    Der wichtigste Teil in den Unterlagen wird fehlen, wenn die Abgeordneten im Bundestag heute das zweite Rettungspaket für Griechenland verabschieden werden. 726 Seiten – soviel müssten sie durchackern (h/t Blicklog), um heute Bescheid zu wissen, über was sie bei der zweiten Griechenrettung eigentlich abstimmen sollen. Vielleicht entdecken einige Parlamentarier darin die Milchmädchenrechnung: Wenn die Privatgläubiger Griechenlands auf 110 Mrd. Euro ihrer Forderungen verzichten, fließen 85,5 Mrd. Euro bis 2014 gleich wieder zurück. Am Ende kann sich Athen somit nur von sieben Prozent seiner Schulden entledigen.Das Interessantere jedoch, die Schuldenanalyse der Troika, die den Finanzministern vorige Woche als Grundlage für ihre Entscheidung gedient hatte, fehlt in den Unterlagen völlig. Daraus geht hervor: Auch wenn das Land von gesenkten Zinsen profitieren dürfte – muss es jedoch einen Großteil der Entlastung selber stemmen: Allein das Bruttoinlandsprodukt muss zwischen 2013 und 2020 um 60 Mrd. Euro wachsen – eine mehr als gewagte Prognose. Noch stärker muss der Überschuss im Staatshaushalt vor Zinszahlungen zulegen – um 77 Mrd. Euro. Erst dann kann Athen darauf hoffen, 2020 nur noch eine Verschuldung von 120,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auszuweisen. [...]
    Wichtig ist dabei, dass vom zweiten Paket mit einer Summe von 130 Mrd. Euro nur 54,5 Mrd. Euro für den Staatshaushalt Athens bestimmt sind – 75,5 Mrd. Euro sind für die Bankrettung und die Abwicklung des Schuldentausches vorgesehen. Mit den Geldern aus dem ersten Paket, von denen 10 Mrd. Euro für die Bankenrettung reserviert sind (und 24,3 Mrd. Euro für den Haushalt), werden 85,5 Mrd. Euro oder mehr als Hälfte der 164,3 Mrd. Euro Hilfszusagen an Banken und Investoren zurückfließen.
    Quelle: FTD Wirtschaftswunder
  4. „Es droht eine teuflische Abwärtsspirale“
    Fredmund Malik ist ein bekannter Ökonom und Buchautor. Im Interview erklärt der Österreicher, worin er die Ursachen der Krise sieht und warum sie so gefährlich ist. Seine düstere Prognose: den Börsen droht der Absturz.
    Quelle: Handelsblatt

    Anmerkung JB: Auch wenn man nicht allen Aussagen Maliks folgen muss, ist das Interview durchaus lesenswert – vor allem die Passagen zu den Themen Shareholder-Value und Fremdkapital.

  5. Griechenland
    1. Memorandum of Understanding on Specific Economic Policy Conditionality
      The disbursements of financial assistance to Greece, by the European FinancialStability Facility (EFSF), are subject to quarterly reviews of conditionality for theduration of the arrangement. The release of the tranches will be based on observanceof quantitative performance criteria and a positive evaluation of progress made withrespect to policy criteria in Council Decision 2011/734/EU of 12 July 2011 (asamended; hereinafter the Council Decision), the memorandum of economic andfinancial policies (MEFP) and in this Memorandum.
      Quelle: EU-Kommission via Scribd

      Anmerkung unseres Lesers J.R.: Hier ein auch für NDS-Leser/innen eventuell interessantes Dokument, das die Frage beantwortet, was eigentlich genau von Griechenland als Gegenleistung gefordert wird. Manches ist implizit (z.B. die Universitätsreformen mit Einführung von Studiengebühren in der “new Law 4009/2011 on Higher Education”), manches klar angesprochen (Senkung des Mindestlohns).

    2. Retten wir das griechische Volk vor seinen Rettern !
      In eben dem Moment, in dem jeder zweite jugendliche Grieche arbeitslos ist, in dem 25000 Obdachlose durch die Straßen von Athen irren, in dem 30% der Bevölkerung unter die Armutsschwelle gefallen sind, in dem Tausende von Familien dazu gezwungen sind, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken, damit sie nicht vor Hunger und Kälte sterben, in dem die neuen Armen und die Flüchtlinge sich auf den öffentlichen Müllhalden um die Abfälle streiten – in eben diesem Moment zwingen die „Retter“ Griechenlands unter dem Vorwand, dass die Griechen „sich nicht hinreichend Mühe geben“, diesem Land einen neuen Hilfeplan auf, der die verabreichte tödliche Dosis noch einmal verdoppelt. Dieser Plan schafft das Recht auf Arbeit ab, stürzt die Armen in extremes Elend und bringt zugleich die Mittelklassen vollständig zum Verschwinden.
      Das Ziel dieser Operation kann gar nicht die „Rettung“ Griechenlands sein : in diesem Punkt sind sich alle Wirtschaftswissenschaftler einig, die überhaupt diesen Namen verdient haben. Es geht darum Zeit zu gewinnen, um die Gläubiger zu retten, während zugleich das Land in einen zeitverschobenen Konkurs getrieben wird. Und es geht vor allem darum, Griechenland zu einem Laboratorium einer gesellschaftlichen Veränderung zu machen, die dann in einem zweiten Schritt auf ganz Europa verallgemeinert werden wird. Das auf dem Rücken der Griechen experimentierte Modell ist das einer Gesellschaft ohne öffentliche Dienste, in der die Schulen, die Kliniken und die Abgabestellen für Medikamente zu Ruinen verfallen, in der Gesundheit zu einem Privileg der Reichen wird und in der die besonders verwundbaren Bevölkerungsteile zu einer planmäßigen Eliminierung bestimmt sind, während jene, die noch Arbeit haben, zu extremen Formen der Verarmung und der Prekarität verurteilt werden.
      Quelle: éditions lignes
    3. Von der Korruption zur Kooperation – Siemens verhandelt mit Athen über Schuldendeal
      Siemens schmierte jahrelang griechische Beamte. So förderte der deutsche Konzern das korrupte System, das den Staat in den Abgrund zu reißen droht. Jetzt soll alles besser werden: Das Unternehmen könnte Griechenland Schulden erlassen – und Siemens’ eigenes “FBI” im Land einsetzen.
      Quelle: Süddeutsche Zeitung

      Anmerkung unseres Lesers H.H.: Ein lesen- und lobenswerter Artikel, macht er doch deutlich, dass wir Deutsche doch Gründe genug haben, um den klammen Griechen zu helfen. Aufklärungsjournalismus dieser Art würde man sich viel mehr wünschen, dann wären Umfragen zum deutsch-griechischen Verhältnis überflüssig.

    4. Der Athener Flughafen
      Nach einem relativ ruhigen Flug bin ich heute kurz nach Mitternacht auf dem Athener Flughafen gelandet. Die wenigsten, die dort ankommen, werden wahrscheinlich wissen, dass dieser Flughafen eine der lukrativsten Kapitalanlagen der deutschen Industrie ist. Der deutsche Baukonzern HochTief kassiert hier trotz Krise Renditen im deutlich zweistelligen Bereich. In der Presse wird immer nur über sinkende Passagierzahlen berichtet. Für die nur ein paar Mausklicks weiter zu findenden Finanzberichte scheint sich hingegen niemand zu interessieren. Während in Griechenland immer mehr Eltern nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder ernähren können, kann man dort Renditezahlen finden, die einem nur so die Augen übergehen lassen. [...]
      Der Athener Flughafen ist ein sogenanntes Public Privat Partnership (PPP). Wer dabei glaubt, bei so einer Partnerschaft teilen sich Staat und Privatwirtschaft fair die Risiken und Gewinne, der irrt. Beim Athener Flughafen betrugen die Baukosten ca. 2 Mrd. Euro. Staat und Privatwirtschaft als zukünftige Eigentümer zahlten davon aber nur 300 Mio. aus eigener Tasche. Der Rest der 2 Mrd. Euro waren Kredite und EU-Fördergelder. Und damit der Flughafenbetreiber auf die Kredite nicht all zu hohe Zinsen bezahlen muss, bürgt im Falle eines Falles der Staat für diese Kredite.
      Quelle: Gemeingut in BürgerInnenhand
  6. Europaweite Studie- Reallöhne steigen 2012 in Deutschland am stärksten
    Sattes Gehaltsplus, niedrige Inflation: Beschäftigte multinationaler Unternehmen in Deutschland dürfen sich in diesem Jahr auf die höchsten Zuwächse bei den Reallöhnen in Westeuropa freuen. Allerdings steigen die Einkommen für Führungskräfte prozentual stärker als die ihrer Untergebenen.
    Deutsche Arbeitnehmer werden in diesem Jahr spürbar mehr Geld zur Verfügung haben: Für Angestellte multinationaler Unternehmen werden die Grundgehälter 2012 laut einer Studie der Unternehmensberatung Mercer voraussichtlich um 2,9 Prozent steigen. Die Dinge des täglichen Bedarfs werden jedoch nur um erwartete 1,3 Prozent teurer werden. Daraus ergibt sich eine reale Lohnsteigerung von 1,6 Prozent. Damit können die Deutschen mit den höchsten Reallohnzuwächsen in Europa rechnen.
    Allerdings können sich wohl vor allem Führungskräfte über ein sattes reales Gehaltsplus freuen. Laut der Studie sind die prozentualen Lohnzuwächse ungleich über die verschiedenen Hierarchiebereiche verteilt, bei Mitarbeitern in mittleren und unteren Ebenen werden sie geringer ausfallen als in den höheren. [...]
    Im vergangenen Jahrzehnt mussten deutsche Arbeitnehmer regelmäßig hinnehmen, dass die Inflation die Lohnsteigerungen auffraß. Unter dem Strich konnte sich der Durchschnittsdeutsche am Ende der nuller Jahre weniger von seinem Einkommen kaufen als zum Beginn des Jahrzehnts. Auch die deutlichen Lohnsteigerungen des Jahres 2011 wurden durch die hohe Teuerungsrate nahezu aufgefressen.
    Quelle: SPIEGEL Online

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Für einen kleinen Teil der Arbeitnehmer (tarifgebunden in multinationalen Unternehmen) soll es nach dieser Prognose den ersten produktivitätsorientierten Lohnabschluß seit dem Jahr 2000 geben, bei dem also außer der Inflationsrate auch der Produktivitätszuwachs den Arbeitnehmern zugute kommt. Da kann man fast von einem Riesen-Boom sprechen und mal einen Schampus aufmachen! Wären da nicht die vielen Einschränkungen (mehr Lohn für die wenigen Führungskräfte, Lohnzuwachs bei KMU geringer und im tariffreien Gebiet wahrscheinlich homöopathisch, und das ganze ist eine Spekulation auf die Zukunft.)
    Ansonsten stellt der SPIEGEL fest, daß in den letzten 10 Jahren “die Inflation” schuld daran war, daß die realen Lohnzuwächse bei 0 und darunter lagen und das Wirtschaftswachstum ausschließlich bei den Kapitaleigentümern ankam. Echte Aufklärung. Die viel zu geringen Lohnsteigerungen haben also gar nichts mit Lohndumping und Erpressung der Gewerkschaften durch Hartz IV usw. zu tun. SPIEGEL-Niveau, knapp über der Teppichkante.

  7. Europas Reichtum für Wachstum und Wohlstand einsetzen
    Merkels Vision verfängt allmählich: Bescheidenheit greift um sich in Europa. Die Europäer verstehen dank Merkels Einsatz, dass sie sich den Verhältnissen annähern müssen, die für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit nötig sind. Der Staat muss bescheiden werden. Die Arbeitnehmer ebenso. Auch Rentner und Bezieher sozialer Leistungen sollten sich nicht an Wohlstand gewöhnen. Griechenland zeige, wohin die Reise führen würde, wenn man mehr ausgibt als einnimmt.
    Nun erfasst der deutsche Spareifer auch noch die europäische Politik. Schuldenbremsen finden ihren Weg in nationale Verfassungen. Altschulden müssen Jahr für Jahr bis auf 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts abgebaut werden. Das Renteneintrittsalter muss hoch und die Renten müssen runter. Die Arbeitszeit muss verlängert und die Löhne – wo erforderlich – gekürzt werden. Steht die Tarifautonomie im Wege, wird sie außer Kraft gesetzt. So wie in Griechenland. Vorbei sein muss die Lebensart à la Saus und Braus. Merkel und Schäuble wollen diese Siesta-Mentalität korrigiert sehen, bevor es zu spät ist.
    Quelle: DGB klartext [PDF - 125 KB]
  8. Größte US-Pleite seit Lehman: Moody’s will fatale MF-Global-Wetten nicht gekannt haben
    Drei Monate nach der Insolvenz der US-Brokerfirma MF Global stehen Rating-Agenturen im Fadenkreuz der Ermittler. Moody’s und S&P hatten das Unternehmen erst etwa eine Woche vor dessen Kollaps herabgestuft – obwohl es schon früher Warnsignale gab. MF Global hatte seine riskanten Wetten aber schon etwas fünf Monate zuvor, im Mai 2011, bekannt gemacht. Zudem hatte der US-Broker sieben Wochen vor der Herabstufung mitgeteilt, dass Aufsichtsbehörden das Unternehmen aufgefordert hatten, mehr Kapital als Sicherheit für die Wetten auf europäische Schuldentitel vorzuhalten.
    Quelle: FTD

    Anmerkung Orlando Pascheit: Über die Bewertung von Staatsanleihen geht schon fast unter, dass die Ratingagenturen oft auch bei Unternehmen nur hinterherhinken. Dass dies nach Lehman auch noch hinsichtlich Finanzhäusern möglich war, erstaunt dann doch.

  9. Handel mit Rezeptdaten
    Ein ehemaliger Mitarbeiter beschuldigt die Gesellschaft für Datenverarbeitung, mit den Daten von Millionen Rezepten einen illegalen Handel betrieben zu haben. Die Käufer: die Pharmaindustrie.
    Quelle: Frankfurter Rundschau
  10. Sind Ein-Euro-Jobs rechtswidrig?
    Beurteilung der Zusätzlichkeit: Stärkere Kontrolle sogenannter Ein-Euro-Jobs
    Die Linke fragt: Welche Schritte hat die Bundesregierung unternommen hat, um zukünftig rechtswidrige Ein-Euro-Jobs zu vermeiden”
    Quelle: Compliance Magazin
  11. Neue Eskalation im großen Klimastreit
    Forscher lanciert vertrauliche Dokumente einer Skeptikerorganisation in den USA
    Das Heartland Institute in den USA ist eine Bastion der sogenannten Klimaskeptiker, die nicht an einem menschgemachten Klimawandel glauben wollen. Vor wenigen Tagen tauchten vertrauliche Dokumente der Organisation im Internet auf, nach denen das Institut prominente Wissenschaftler unter den Klimaskeptikern bezahlt haben soll.
    Es ist die nächste Eskalation in einem Streit, der offenbar nicht enden will. 2009 wurden Tausende private E-Mails führender Klimaforscher im Internet verbreitet. Unbekannte waren zuvor in einen britischen Universitätsrechner eingedrungen. Jetzt trifft es die Gegenseite, die sogenannten Klimaskeptiker, und eine ihrer Bastionen: das Heartland Institute in den USA. Vor wenigen Tagen tauchten vertrauliche Dokumente der Organisation im Netz auf, unter anderem ein Budget- und ein Geldbeschaffungsplan für 2012. Demnach bezahlt das Institut offenbar prominente Wissenschaftler unter den Klimaskeptikern.
    Quelle: Deutschlandfunk
  12. Waffen verkaufen geht immer
    Trotz kriselnder Wirtschaft können sich die Rüstungsfirmen nicht beklagen. Sie verbuchen laut Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri ein Umsatzplus. Auch deutsche Unternehmen profitieren vom Waffenhandel.
    Quelle 1: Frankfurter Rundschau
    Quelle 2: Business as usual for top arms producers despite slowdown in arms sales, says SIPRI
    Quelle 3: The SIPRI Top 100 arms-producing and military services companies, 2010
  13. Thierses Moral trägt nicht – sie vernachlässigt die soziale Frage und die politische Verantwortung
    Die soziale Frage und die mit ihr in Zusammenhang stehende politische Verantwortung wird bei der Behandlung von Rechtsextremismus regelmäßig übergangen. Wolfgang Thierse ist hierfür ein trauriges Beispiel.
    Quelle: Wirtschaft und Gesellschaft
  14. Bildung schadet
    Die Kopfarbeit ist unter die Räder gekommen: Obwohl immer mehr Wissen produziert wird, können immer weniger von ihrer Arbeit leben [...]
    Viele Utopien knüpfen sich an die Idee der Wissensgesellschaft, die im Kern nichts anderes besagt, als dass der Wohlstand der ersten Welt künftig auf „knowledge based economies“ beruhe. In ihnen wird „Wissen“ zu einer Schlüsselressource, zur neuen Produktivkraft schlechthin. Wissen schafft Mehrwert, Wissen tritt an die Stelle von Arbeit – Wissen ist die neue Arbeit. [...]
    All die Unstimmigkeiten lassen sich auf eine recht simple Frage reduzieren: Welche Kopfarbeit wird in der „Wissensgesellschaft“ eigentlich bezahlt, und warum wird manche besser bezahlt als andere? [...]
    Dass geisteswissenschaftlich fundierte Arbeit es schwer hat, Mehrwert zu erzielen, liegt einerseits an einer historisch gewachsenen monetären Überbewertung des technischen, wirtschafts- und (bedingt) naturwissenschaftlichen Sektors. Ein zweiter Systemfehler liegt andererseits in einer Entwicklung, die man neudeutsch als „Outsourcing von Content“ bezeichnen könnte und die über kurz oder lang nicht nur die Geistes- und Kulturwissenschaften, sondern geistige Arbeit schlechthin betreffen wird. [...]
    Der beschworene „Akademiker- und Fachkräftemangel“ meint nicht die Geisteswissenschaften, das ist klar. In diesem Bereich gibt es offenbar mehr kluge Menschen als kluge Arbeitsstellen. Das heißt aber auch, dass die Wissensgesellschaft nicht auf Höhe ihrer geistigen Potenziale agiert. Denn Qualität verkauft sich schlecht, und man könnte Georg Seeßlens schönen Begriff der „Blödmaschinen“ bemühen, um festzustellen, dass Bildung hier nur schadet.
    Quelle: Der Freitag
  15. WikiLeaks veröffentlicht E-Mails von US-Analysedienst
    Fünf Millionen E-Mails des Analyse-Spezialisten Stratfor will WikiLeaks veröffentlichen – um zu belegen, dass Stratfor ein privater, unkontrollierbarer Geheimdienst sei. [...]
    Die Medienpartner, darunter der Norddeutsche Rundfunk, und WikiLeaks werden nach und nach weitere E-Mails veröffentlichen.
    Quelle: ZEIT

    Anmerkung JB: Diese Aktion ist mehr als zwiespältig. Strator ist ein bekannter Analysedienst, dessen Kunden keinesfalls nur irgendwelche Finsterlinge sind. Auch sehr viele Journalisten greifen – wenn sie ihre Arbeit ernst nehmen – auf Informationen von Stratfor zurück. Fragt sich, was der NDR sagen würde, wenn WikiLeaks sämtliche Mails von NDR-Journalisten mit deren Informanten veröffentlichen würde. WikiLeaks war mal eine nette Idee, die leider auf ganzer Linie gescheitert ist.

  16. Blick in die politischen Blogs
    KURSIV: Ein Kompass durch den politischen Internetdschungel
    Deutschland gilt als Entwicklungsland, wenn es um politische Blogkultur geht. Doch die Zahl einschlägiger Blogger nimmt zu, Debattenbeiträge werden durch soziale Netzwerke millionenfach verbreitet. KURSIV bietet nun monatlich einen Kompass durch den politischen Internetdschungel. Das Thema dieser Tage, wen wundert’s: Die Nominierung Joachim Gaucks.
    Ein “Kandidat der Springer-Presse” sei er, heißt es im altideologischen Jargon des Internetportals “NachDenkSeiten”, deren Herausgeber Albrecht Müller dem linken Flügel der SPD nahesteht. [...]
    Derweil lokalisiert Vera Lengsfeld das linke Widerstandsnest gegen Gauck. Im liberal-konservativen, von Hendryk M. Broder mit herausgegebenen Blog “Die Achse des Guten” untersucht die frühere Bürgerrechtlerin die “künstliche Empörung” der Gegner im Netz:
    Quelle: Deutschlandfunk

    Anmerkung JB: Was für ein seltsamer „Kompass“, der für die NachDenkSeiten nur die pejorative Peilung „altideologisch“ übrig hat, während Broder rechtspopulistische Achse „liberal-konservativ“ sein soll. Seltsam auch, dass ein Bericht, der sich um politische Blogs dreht, ohne einen einzigen Hyperlink daherkommt. Mit diesem Beitrag hat sich der Deutschlandfunk jedenfalls ziemlich lächerlich gemacht.

  17. Zu guter Letzt: Gauck-News
    Am Samstagmorgen ist Joachim Gauck auf dem Flughafen Nürnberg gesehen worden. Augenzeugen berichten, Gauck habe sich an einem Kiosk ein Snickers und eine Fanta gekauft und danach der Verkäuferin anerkennend zugenickt. Der DAX stieg augenblicklich um zwei Prozentpunkte.
    Quelle: Titanic Magazin
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