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25. November 2017
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Panorama manipuliert und driftet ins rechte Lager der Militaristen mit einem Lob für die Politik der Abschreckung und der Atombomben

Veröffentlicht in: Aktuelles, Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast, Aufrüstung, Manipulation des Monats, Medienkritik

Gemeint ist dieser Beitrag von gestern.

Ein NachDenkSeiten-Leser schrieb gerade: „Leider oder besser glücklicherweise habe ich nur die letzten 5 Minuten gesehen, aber die haben gereicht, um Wut und Entsetzen zu erzeugen. Eine derartig einseitige und hetzerische Berichterstattung in einer Sendung, die ich früher einmal als Politikmagazin geschätzt hatte, erschreckt zutiefst.“ Der Abspann von Moderatorin Reschke lautete: „Hat Panorama eben eine deutsche Atombombe zur Debatte gestellt?“ So ist es, mithilfe eine Abfolge von Manipulationen. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

  1. Es wird so getan, als beruhe die Sicherheit unseres Landes und Europas durchgehend auf Abschreckung. Kein Wort zum Erfolg der Friedenspolitik von 1989/1990 und der Verabredung gemeinsamer Sicherheit und einer Partnerschaft mit Russland, auch einer NATO Partnerschaft mit Russland. Typisch die Einlassung von Frau Reschke gleich zu Beginn, seit 70 Jahren verdankten wir unsere Sicherheit den USA. Schon seit den siebziger Jahren verdanken wir unsere Sicherheit der Abbau der Konfrontation und gemeinsamer Sicherheitskonzepte wie der KSZE und OSZE. Diese wurden dann später vom Westen infrage gestellt und de facto aufgekündigt, nicht von Russland.
  2. Einseitige Schuldzuschreibung an Russland, das den Frieden in Europa bedrohe.
  3. Kein Wort zur in den letzten Jahren betriebenen Modernisierung der Atomwaffen auf dem deutschen Stützpunkt Büchel.
  4. Kein Wort zu der Truppenverlegung des Westens an die russische Grenze.
  5. Kein Wort zu der den Verabredungen von 1990 widersprechenden Ausdehnung der NATO bis an die Grenze Russlands.
  6. Drei sogenannte Experten, alle aus dem gleichen Lager militaristischer Atlantiker: ein mir unbekannter Ulrich Kühn von der „Carnegie Stiftung für internationalen Frieden“, ein ebenso unbekannter Jan Techau von einer „American Academy“ und der einschlägig bekannte Präsident der einschlägig als kalter Krieger bekannten Bundesakademie für Sicherheitsfragen, Karl-Heinz Kamp – geprägt von der Konrad-Adenauer-Stiftung, von Tätigkeiten für die NATO und verbunden mit der früheren Außenministerin der USA Albright. – Diese Herrschaften werden als neutrale Fachleute in den Streifen von Panorama eingebaut. Vor allem Kühn führt sich als Scharfmacher auf. Er behauptet zum Beispiel, im Kalten Krieg sei eine Strategie entstanden, die bis heute gelte, die Strategie der Abschreckung.
  7. Weil der neue Präsident der USA zwischendurch mal Zweifel an der Weisheit der NATO geäußert hat, kommen die sogenannten Fachleute und kommt die Sendung insgesamt zum Schluss, dass wir möglicherweise eine deutsche Atombombe oder eine europäische Atombombe zur Abschreckung gegen die Russen brauchen.

Diese Sendung ist ein erfolgreicher Kandidat für unsere Rubrik „Manipulation des Monats“.

Damit Sie die einschlägige Entwicklung des früher einmal aufklärenden Fernsehformats „Panorama“ hin zu einem Lobbyorgan der Rüstungswirtschaft in der schlimmsten Variante der Atomrüstung erfassen können, sollten Sie sich den Streifen ansehen. Es sind nur 9 Minuten. 9 Minuten um zu erfassen, wes Geistes Kind die Moderatorin Anja Reschke und ihre Redaktion sind.

Auf den NachDenkSeiten haben wir übrigens früher schon einmal über Frau Reschke aufzuklären versucht: Am 24. Februar 2016 | Verantwortlich: Albrecht MüllerAnja Reschke – Journalistin des Jahres? Unter den Blinden ist die Einäugige Königin. Die Medien schaffen es nicht, die Gründe für ihren Vertrauensverlust zu erkennen.

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