Leserbriefe zu „Stimmen gegen den Kriegskurs: Kleiner Protest, große Befürchtungen“
In diesem Beitrag berichtet Éva Péli von den Bürgerprotesten gegen die Aufrüstungspolitik in Berlin. Die würden „trotz überschaubarer Zahlen“ nicht abreißen. Am Samstag, dem 1. August 2026, hätten sich trotz Dauerregens mehrere Hundert Menschen im Berliner Regierungsviertel versammelt, um gegen die Außen- und Militarisierungspolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Der Protest habe ganz unterschiedliche Akteure versammelt: „Vom besorgten Anwohner über Gewerkschafter und Juristen bis hin zum Parteivertreter im Rampenlicht“. Dokumentiert werden u.a. die Motive von Teilnehmern und zentrale Reden von der Bühne. Die Aktion knüpfe an eine mehrjährige Protestreihe an, die im Sommer 2020 ihren Anfang genommen habe. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Zuschriften, die wir hierzu erhalten haben. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Liebe Frau Peli, liebe NachDenkSeiten,
zu Ihrem Artikel „Stimmen gegen den Kriegskurs: Kleiner Protest, große Befürchtungen“, ich fand die Aussagen der Personen, die Sie auf der Friedensdemo in Berlin befragten, alle sehr aufschlussreich und von individuellen Erfahrungen geprägt. Ganz besonders sprach mich Nils aus Konstanz an mit seinem Plakat „Lieber lerne ich Russisch als zur Waffe zu greifen.“ Es kommt die ganze Person sehr sympathisch rüber. Tatsächlich ist es sehr schade, dass kaum an einer deutschen Schule, ausgenommen an einigen Waldorfschulen, noch Russisch gelernt wird. In den 80er-Jahren war es zumindest als Wahlfach auch in der damaligen BRD angeboten. Sprache im Sinne von Völkerverständigung. Als Sprachlehrerin und Übersetzerin ist mir dieser Gedanke sehr nah und gelebte Erfahrung. Mir imponiert an Nils auch seine Argumentation – „Es kommt darauf an, das Verbindende zu betonen statt die künstliche Spaltung mitzumachen.“ Es ist ja wirklich einleuchtend, dass kein vernünftig denkender Mensch einen Krieg und ein gegenseitiges Abschlachten oder ein Auslöschen der Menschheit will. Der Ansatz, das Verbindende zu suchen, beschäftigt mich sehr und ich habe hierzu in meinem Forum, das sich insbesondere auch der Friedensfrage widmet, kürzlich diesen Artikel veröffentlicht. Eventuell beleuchtet er das Verbindungsthema nochmal auf andere Weise, in der Vergangenheit und in der Gegenwart.
spiritualitaet-im-dialog.org/was-ist-politik-und-was-kann-sie-sein-ein-offener-blick/
Es sind alles Beispiele, dass auch Politik verbindend sein kann, wenn nur die bereitwilligen und vernünftigen Personen sich in diesem Wunsch treffen und ihn als Ideal in die Realisierung bringen.
Ich bedanke mich herzlich für Ihre wertvolle Arbeit
Maria Bumes
2. Leserbrief
Hallo NachDenkSeiten-Team!
Weiter so mit den Nachrichten von den Menschen vor Ort und ihren Erfahrungen und Standpunkten! Guter Journalismus, der sich mit den Menschen und ihren Standpunkten beschäftigt und widerspiegelt, was in den Köpfen passiert.
Gruß
Jürgen Hagenguth
3. Leserbrief
Wenn ich an frühere, dieses Thema betreffende, Demonstrationen denke (bin 82 Jahre jung), na ja ….
Ich frage mich, wo die „Omas gegen rechts“ bleiben. Bestimmt wurde vergessen, sie einzuladen, denn:
Was gibt es rechteres bzw. faschistischeres als die Planung (und letztlich wohl Durchführung) eines Angriffskrieges. Egal, unter welcher Kolonialherrschaft!
Bin gespannt, wann ihr – die Nachdenkseiten – sanktioniert werdet. Noch vor historisch nicht so vielen Jahren hätte man euch – natürlich im Namen christlicher Nächstenliebe – verbrannt.
Alles Gute weiterhin!
jde
J.-D. E.
4. Leserbrief
Sehr geehrte Frau Péli,
Sie übernehmen in Ihrem Bericht die von der Polizei genannte Zahl von 600 Demonstranten, ohne jeden “einordnenden” Hinweis. Da Sie vor Ort waren, sollten Sie bemerkt haben, dass es mehr Teilnehmer waren, wenn vielleicht auch nicht die von Veranstaltern genannten 3.000. Verschiedene Quellen schätzten wenigstens 1.500. Natürlich sind das viel zu wenige.
Anfangs um 13 Uhr bei strömendem Regen sah es tatsächlich etwas “mau” aus.
In einem der Videos im Internet, in dem sich mehrere Leute über die mangelnde Werbung für die Demo beschwerten, meinte ein befragter Teilnehmer, er hätte mehrere Medien auf den Termin hingewiesen, außer Transition News und apolut hätte aber keines den Hinweis veröffentlicht. Auch die NachDenkSeiten nicht! Leider habe ich die Quelle/das Video nicht mehr.
Im Demozug waren u.a. auch Freie Linke und dieBasis beteiligt, wenn auch nicht auf der Bühne. Die (seltene) Vernunft in Deutschland ist nicht auf’s BSW beschränkt.
Mit freundlichen Grüßen,
C. Harder
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