Neues aus Tschechien: Die Entdeckung einer absurden militärischen Hinterlassenschaft

Neues aus Tschechien: Die Entdeckung einer absurden militärischen Hinterlassenschaft

2022 unternahm ich eine Radtour durch Tschechien, um Land und Leute besser kennenzulernen. Dieses Jahr radelte ich erneut durch das schöne Land, diesmal größtenteils durch Mähren bis hin zu dessen Hauptstadt Brno. Ich genoss im Besonderen die Fahrt über Land, durch liebevoll gepflegte Dörfer, vorbei an reich bestellten Feldern, durch dichte Wälder. Erholung pur, mal weg von den Sorgen des Alltags, den heftigen Bedrohungen der Zeit und des Friedens. Mal keine Schlagzeilen, Nachrichten, Politik. Das alles fing mich Radler doch wieder ein. Neben einer abseits gelegenen Landstraße sah ich inmitten dichter Bäume einen alten Bau, der sich als ein Bunker aus den Jahren 1937/38 einer aufwändigen bizarren Verteidigungsmaßnahme der damaligen Regierung herausstellte. Zigtausend Bunker wurden errichtet, um schließlich ohne einen Schuss in die Hände der deutschen Besatzer zu gelangen. Ein weiteres Mal zeigte sich mir damit die Sinnlosigkeit allen Rüstens, die Boshaftigkeit von Eroberungen, Kriegen, das daraus folgende Leid. Der Bunker im Wald – für mich Mahnmal und Aufforderung: „Nie wieder!“. Allein hörten es damals wie heute die Entscheidungsträger nicht, es wurde und wird ohne Unterlass aufgerüstet und eskaliert. Ein Zwischenruf von Frank Blenz.

Hinweise der Woche

Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)

Wahlkampf-Höhepunkt in Sachsen-Anhalt – mit Wirkung bundesweit

Wahlkampf-Höhepunkt in Sachsen-Anhalt – mit Wirkung bundesweit

Das Festival der Meinungsfreiheit stand unter keinem guten Stern. 60 Prozent Regenwahrscheinlichkeit, und das für ein ganztägiges Open-Air-Programm von 11 bis 19:30 Uhr – noch dazu zum Höhepunkt des Wahlkampfes zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Ein Programm fast durchgängig im Halbstundentakt. Was kann da Substanzielles geboten werden für einen politischen Ur-Kiesel der Siebzigerjahre, zudem – heute – aus dem fernen Schleswig-Holstein? Es kam erstens anders und zweitens als ich dachte. Ein Erfahrungsbericht von Udo Fröhlich.

Schließung des Russischen Hauses in Berlin: „Das zerstört die ohnehin weitgehend abgerissenen Brücken zu Russland vollends“

Schließung des Russischen Hauses in Berlin: „Das zerstört die ohnehin weitgehend abgerissenen Brücken zu Russland vollends“

Wir haben es mit einer „systematischen Eskalationsspirale“ zu tun. Das sagt Manaf Hassan vom Berliner Landesvorstand des BSW und Spitzenkandidat in Friedrichshain-Kreuzberg für das Abgeordnetenhaus im Interview mit den NachDenkSeiten. Hassan geht davon aus, dass die angekündigte Schließung des Russischen Hauses, das Abreißen von Brücken zwischen Russland und Deutschland, die Verlängerung des Konflikts, aber auch das Schüren von „Hass gegen alles Russische“ als Vorbereitungen für einen größeren Krieg dienen. „Boris Pistorius hat nicht ohne Grund betont, Deutschland müsse bis 2029 ‚kriegstüchtig‘ sein. Das ist keine Verteidigungsrhetorik, das ist Kriegsvorbereitung“, sagt Hassan. Ein Interview von Artur Leier.

Werner Rügemer zum 1. September

Werner Rügemer zum 1. September

Werner Rügemer hat zum Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkriegs bei Verdi in Hamburg eine bemerkenswerte Rede gehalten. Wir geben sie hier wieder.

Empfehlung: Der russische Botschafter im Interview bei Ben Berndt

Empfehlung: Der russische Botschafter im Interview bei Ben Berndt

Eigentlich sollte dieses Interview gar keine Besonderheit sein. Dass deutsche Journalisten mit dem russischen Botschafter Sergej J. Netschajew sprechen, sollte in Zeiten einer gefährlichen Konfrontation zwischen Deutschland und Russland journalistische Selbstverständlichkeit sein. Doch bei ARD, ZDF und den großen Zeitungen und Magazinen redet man lieber über Russland als mit russischen Vertretern. Umso wichtiger ist es, dass Ben Berndt vom Kanal {ungeskriptet} diese Lücke füllt und Netschajew ausführlich zu Wort kommen lässt.

Videohinweise am Samstag

Hier finden Sie in der Regel am Mittwoch und am Samstag einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie anschauen wollen. Die Videohinweise sind auch auf unserer YouTube-Seite als spezielle Playlist verfügbar. (CG: Christian Goldbrunner)

Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise

An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in Schweinfurt, Kiel, Lübeck-Moisling, Hanau, Rostock, Berlin, Wiesbaden, Karlsruhe, Würzburg, Nürnberg und Diespeck vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie hier. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.

Hinweise des Tages II

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)

Mehr als die Hälfte aller Deutschen wagt es nicht mehr, frei ihre Meinung zu äußern.

Mehr als die Hälfte aller Deutschen wagt es nicht mehr, frei ihre Meinung zu äußern.

Laut einer Allensbach-Umfrage gibt mehr als die Hälfte der Deutschen an, ihre politische Meinung in der Öffentlichkeit nicht mehr frei zu äußern. Für ein Land, in dem die freie Meinungsäußerung im Grundgesetz verankert ist, sind diese Zahlen niederschmetternd. Auf dem Festival der Meinungsfreiheit des BSW in Magdeburg bat Holger Groß für die NachDenkSeiten einige der Podiumsgäste für ein kurzes Statement vor die Kamera.

Serie zu den Sozial-„Reformen“ – Folge II: Rente nach Kassenlage, Würde nach Vermögen

Serie zu den Sozial-„Reformen“ – Folge II: Rente nach Kassenlage, Würde nach Vermögen

Wie soziale Sicherheit im Alter zum Klassenprivileg wird: Die einzelnen Maßnahmen der Renten-„Reform“ verbinden sich zu einem Instrument gegen einen Großteil der ärmeren Hälfte der Bevölkerung. Die Verantwortung für Risiken aus geringer Entlohnung, für Krankheit und Sorgearbeit, für Arbeitslosigkeit und sogar für die Kapitalmarktentwicklung werden immer stärker auf den Einzelnen abgewälzt. Die Politik macht aus gesamtgesellschaftlich zu verantwortenden Armutsrisiken eine individuelle Schuld. Von Detlef Koch.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.