Leserbriefe zu verschiedenen Themen

Ein Artikel von:

Nachfolgend veröffentlichen die NachDenkSeiten Leserbriefe zur Klimakonferenz in Kattowitz, und zu den Artikeln: “Die vergessene Egalité. Gleichheit ist ein wichtiger Wert.“, “Das US-Imperium überzieht die Welt mit Krieg. Absichtlich. Zwei aufschlussreiche Belege.” und “„Aufstehen“ für Anfänger.“. Vielen Dank an die Leser, auch für die weiterführenden Links und Buchtipps, die man vielleicht zwischen den Jahren weiter verfolgen kann. Zusammengestellt von Moritz Müller.

1. Leserbrief

Liebes Team von den Nachdenkseiten,

als langjähriger Leser und Unterstützer der Nachdenkseiten möchten ich Ihnen heute meine Gedanken zur Klimakonferenz in Kattowitz mitteilen.

Klimakonferenz in Kattowitz, ein Witz?

Falls es einem ernst wäre mit dem Klimawandel beziehungsweise seinen Auswirkungen, fielen einem sofort einige Punkte ein, die man unternehmen könnte um diesen entgegenzuwirken. Für den Anfang erst mal vier Punkte:

  • Halbierung des Flugverkehrs
  • Halbierung des Autoverkehrs
  • Halbierung des Fleischverbrauchs
  • Beendigung aller kriegerischen Auseinandersetzungen

Damit wäre schon mal etwas gemacht, oder?

Zugegeben, keiner dieser Punkte ließe sich von heute auf morgen umsetzen. Aber für jeden einzelnen Punkt gäbe es Schritte, die die Arbeit für das Klima glaubwürdig machen würden. Z.B.

  • Beendigung der Subvention des Flugverkehrs (Kerosin-Steuer)
  • Tempolimit, Bahn-Ausbau statt Rückbau, Gütertransport auf die Bahn
  • Der Punkt Fleischverbrauch ist sicher nicht so einfach, aber wenn die Klimaänderungen tatsächlich so bedrohlich sind, dann sollte man vielleicht auch mal über eine Fleischsteuer nachdenken
  • Reduzierung der Rüstungsausgaben, Verbot von Rüstungsexporten, Konversion der Rüstungsindustrie

Nichts dergleichen ist beobachtbar und auch nichts vergleichbares in anderen Bereichen. Damit wird offensichtlich, das die Politiker diese Konferenzen einfach nur als Theater nutzen: 0% Verantwortung, 100% Show.

Klimakonferenz in Kattowitz, ein Witz!

Liebe Grüß + weiter so,
m.d.


Leserbriefe zum Artikel: Die vergessene Egalité. Gleichheit ist ein wichtiger Wert.

2. Leserbrief

Lieber Herr Müller

Ihr Aufruf kann ohne Weiteres zu einem Grundsatzprogramm oder zur Parteigründung verstanden werden!
Der Klassenkampf um gesellschaftliche Umverteilung bzw. Änderung der Eigentums- und Vermögensverhältnisse ist das entscheidende Kriterium für alle politische Entscheidungen ein bisschen #unteilbarkeit oder #aufstehen reicht hierzu natürlich nicht: Es ist ein ständiger Kampf (wo von der Gegenseite mit ALLEN mitteln gehandelt wird) wild-eyed fanatic der NDS und seit ein paar Jahren Rentner

Rainer Schulze
Hürth-Efferen


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

die Gleichheit fängt nicht erst bei der Steuer an. Die Ungleichheit beginnt schon mit der Geburt. Wieso wird das eine Kind in einem städtischen Krankenhaus zur Welt gebracht und das andere Kind in einer Privatklinik? Weiter geht es mit der Kinderkrippe, dem Kindergarten, der Schule und dem Studium. Kommen die beiden Kinder hier an, hat das eine Kind schon ordentlich was gearbeitet, während das andere Kind ein behütetes Leben geführt hat. Nun sind die beiden Kinder zu jungen Erwachsene geworden. Das eine Kind hat einen Berg Schulden und das andere Kind kann die Angebote der Unternehmen oder Universitäten prüfen. Da ist schon soviel Ungleichheit, dass sich das Wort Gleichheit von selbst verbietet.
Bis zu diesem Punkt gibt es noch nicht einmal den Hauch von Gleichheit.
Dies wirft die Frage auf: Gab es diese von Ihnen erwähnte Gleichheit schon einmal irgendwo auf dieser Welt? Ich behaupte, nein es gab sie noch nie auf der Welt. Vielleicht ganz am Anfang der Entstehung der Menschen. Aber nur vielleicht.

Die Besitzlosen werden von Ihnen angesprochen. Woher haben die Besitzenden ihren Besitz? Woher kommt das viele Geld für die Meinungsmache, die Sie ansprechen? Egal ob die heutige Vermögensverteilung nun obzön ist oder eben nicht. Die Frage lautet doch: Was unternehmen die, die kein Vermögen haben, um diesen unsäglichen Umstand abzuschaffen? Sie, die ohne Vermögen, unternehmen offensichtlich nicht genug. Am Streik bei Amazon lässt es sich erkennen. Einige streiken, die anderen brabbeln, wenn überhaupt, ein bisserl. Doch letzten Endes machen sie genauso mit wie immer.
Der “Top-Manager gerade mal 1 Million DM verdient …”, dies entspricht dem Zehnfachen oder das Fünfzehnfachen eines ausgebildeten Facharbeiters. Das finde ich auch schon obzön. Mir fehlt die Fantasie dafür, einen solchen Lohnunterschied nicht obzön zu finden. Genauso finde ich es obzön, dass ein Bundespräsident bis an sein Lebensende mit dem versorgt wird, was ein Herr Bundespräsident hier und heute bekommt.
Wo liegt dafür die Rechtfertigung? Warum sollte ein Bundespräsident nicht auch von dem Gesetz “profitieren”, welches er zur Gültigkeit verholfen hat? Egal wohin Sie da oben schauen, überall sitzen Menschen mit obzönen Gehältern. Der ÖD macht da leider keine Ausnahme.
(Welch Glück die Damen und Herren doch haben. Man stelle sich vor, das Obzöne würde schlecht riechen.)

Wollen “wir auch eine ideologische Wende hinbekommen”, dann müssen wir uns von dem Begriff “demokratische(s) Leben” verabschieden. Dann müssen wir erst einmal erkennen, dass das hier eben keine Demokratie ist. Nicht einmal ein ganz klein wenig. Dann muss man sich auch von den etablierten Begriffen verabschieden.
Wollen Sie Gleichheit herstellen, fangen Sie bspw. damit an, einen Professor außerhalb des akademischen Rahmens einfach nur mit Herr oder Frau anzusprechen. Warum sollte dieser Titel außerhalb des akademischen Rahmens eine Bedeutung haben? Im Alltag dienen solcherlei Titel nur der Effekthascherei. Mann oder Frau möchte sich eben abheben von den Vielen.
Den Dummen? Was ist der/die Professor(in) ohne die Vielen? Ein Freak aus der Kammer mit den vielen Büchern – mehr nicht. Sprechen Sie den Zimmermann mit “Herr Zimmermann Müller” an oder die Kassiererin mit “Frau Kassiererin Schröter” an? Sicherlich nicht. Warum dann den Professor?

Gleichheit fängt im Kopf an, wie so vieles andere auch. Genauso wie die Brüderlichkeit. Diese Dinge muss sich ein jeder selbst bewusst machen.
Doch woher soll dieses Bewusstsein kommen? Aus der Schule? In der der Klassenbeste gekürt wird, weil er einen Einser Durchschnitt hat. Es wird nicht der gekürt, der den meisten Schülern am Nachmittag geholfen hat.

Herr Eisenberg hat dies gut formuliert:

— Man kann den Eindruck gewinnen, dass die Apokalypse eine reizvolle Option darstellt und dass von ihr eine geheime Lockung ausgeht.
Ausgelassen feiernd und in riesigen Autos sitzend taumeln und rasen wir gut gelaunt auf den Abgrund zu. —

Herr Müller, was wollen Sie von solchen Menschen erwarten? Was kann man von solchen Menschen erwarten?
Vielleicht habe die Eliten doch Recht, wenn sie sagen: Die Vielen sind einfach zu dumm, um ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Jan Skalla


Leserbriefe zum Artikel: Das US-Imperium überzieht die Welt mit Krieg. Absichtlich. Zwei aufschlussreiche Belege.

4. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,

diese Information war mir nicht neu, aber sie bringt immer wieder neue Fragen.

Ihre Schlussfrage, Herr Müller, ist mir besonders wichtig: 

Hat Dtl. überhaupt noch eigenständige Politik? 

Meine Antwort: nein.

Und ich gehe noch weiter und sage, die wenigsten Länder haben noch eigenständige Politik.

Wieso? Weil die USA derzeit alle Länder zwingt, eine Position, bzw. Seite zu nehmen im von ihnen begonnen Kampf um die Weltherrschaft. Klingt schrecklich, ist aber einfach ausgedrückt das Problem.

Seit Monaten sage ich allen, die hören wollen: wir sehen derzeit einen Untergang der Weltmacht Amerika und das Aufstreben der Weltmacht China. 

Der eigentliche Kampf von Trump und Co wird der Kampf gegen China. Wir – die westl. Welt – werden nicht hinnehmen, daß man uns unsere Vormachtstellung (und die damit verbundnen Privilegien) streitig macht bzw. daß wir die teilen sollen. Eigentlich wissen wir bereits, daß wir verloren haben, alleine zahlenmässig wird China/Indien etc. uns einfach “übernehmen”. Wir versuchen jetzt einfach noch zu retten, was zu retten ist, damit wir noch ein Weile so weitermachen können. 

Ich sage: es ändert nichts am Endergebnis = China wird Weltmacht und der Exklusivklub westl. Welt wird teilen und/oder untergehen. 

Jetzt sollte Europa eine eigene Politik machen, damit ein neues Gleichgewicht entsteht, damit man nicht gezwungen ist, sich zwischen USA oder China zu entscheiden (denn China hat auch gewaltige Schattenseiten).

Und warum machen die Länder wie Dtl. jetzt keine eigene Politik mehr? 

Dann schauen wir uns einfach das Beispiel Kanada an.

Die USA zwingen das Land schlicht über die Wirtschaft, sich ihnen anzuschliessen. Und weil die Regierung Angst hat vor Unruhen im eigenen Land, die durch wirtsch. Abschwung ausgelöst werden, (= wir verlieren etwas von unserem extrem hohen Lebensstandard und müssten uns womöglich einschränken im übermässigen Konsum), tja, da werfen wir eben all unsere Werte und Moral aus dem Fenster und lassen uns erpressen.

Schauen Sie sich mal diesen Artikel an – der sagt alles.

Ich zitiere:

“There’s an interplay between the two biggest superpowers. It’s maybe an emerging cold war of sorts. And the Americans, of course, know that we are a rule of law country, and they’ve put us between the unstoppable force and the immovable object.”

Volpe said that the U.S. typically sought international trade expansion in the past, but U.S. President Donald Trump’s administration has instead been forcing Canada to choose between the rest of the world and the American market.

Mit freundlichen Grüssen
E. Richter


5. Leserbrief

Lieber Herr Müller,
 
vielen Dank dafür, dass Sie die beiden Klassiker (Wesley Clarke, George Friedman) noch einmal in Erinnerung bringen.
 
Ich sende Ihnen einen Link zu einem weiteren Klassiker (“Gas- und Ölkrieg gegen Putin”): ein Interview mit Condoleeza Rice, ich glaube von 2014, in dem sie ganz klare Drohungen und Handlungsanweisungen bzgl. Europa und Deutschland ausspricht. Mittlerweile hat sie (Sanktionen, Europa kauft teures Fracking-Öl und -Gas in Amerika, Northstream 2 steht vor dem Ende, der Kalte Krieg ist zurück) erreicht, was sie damals angekündigt hat.
 
Ich denke, auch daran sollte man die Leser erinnern. Leider fehlt mir gerade die Zeit, das Video textlich so gut zu präsentieren, wie das Herr Alois Klees hinsichtlich der o.g. beiden Videos getan hat.
 
Herzlich Grüße
Gerhard Hofmann


6. Leserbrief

“Auf die Frage, ob Deutschland überhaupt noch eine eigenständige Politik betreibt, wird in einem nächsten Beitrag einzugehen sein.”

Sehr geehrter Herr Müller, liebe NDS-Reaktion,

hat die “amerikanisierteste Republik” (Nachkriegs-Deutschland), die außerhalb der Vereinigten Staaten existiert, jemals eine eigenständige Politik betrieben? Selbst die SPD wurde erst mitregierungsfähig als sie sich zur Nato (zur Militarisierung der Politik) bekannte. Jede Stimme, die grundsätzliche Bedenken gegen den amerikanischen Einfluss in Europa äußert, wird bislang als “nicht regierungsfähig” eingestuft. Man mag dann zwar noch in den Bundestag einziehen, politisch bedeutsam wird man dadurch nicht. Dabei sind unsere “amerikanischen Freunde” ganz anders, als die publizistischen Hofberichterstatter sie uns schildern. Kaum eine andere westliche Zivilisation ist so unansehnlich wie jene, die sich die Amerikaner schufen – kaum ein westliches Land wird so von Gewaltkriminalität, Gier und Korruption heimgesucht wie die USA, nirgendwo werden Besitz, Wohlstand und Reichtum so vergöttert und Arme so verachtet. Als nach dem 2. Weltkrieg in Europa längst noch nicht alle Schäden beseitigt waren, zündelten die USA schon wieder in China, Kuba, Vietnam, Kambodscha. Die Rede von der “Wertegemeinschaft” ist ein Unfug, eine Distanzierung von den USA samt ihrer Kreuzzugsmentalität und ihrem pathologischen Hang zur Gewalt wäre für Deutschland und Europa längst notwendig und überfällig.

VG Michael Wrazidlo


7. Leserbrief

Deutschland agiert nicht eigenständig. Das liegt auch nicht unbedingt im Interesse Deutschlands. Warum nicht? Die Frage ist nicht, ob sie es nicht könnten. Es geht um Geld, die Umsätze, Investitionen in und Forderungen an die USA. Siemens, die deutsche Autoindustrie ist hoch investiert in den USA. Der Handel mit den USA gehört zu den höchsten Deutschlands mit anderen Ländern.

Ich denke es ist klar, dass Deutschland nicht eigenständig agiert. Die Frage ist, was passieren würde, wenn Deutschland die Politik ändern würde. Ein bisschen kann man das jetzt sehen mit Nordstream 2. Die USA drohen immer stärker ihre Krallen auszufahren. Nordstream 2 ist auch ein wichtiger Test. Warum?

Gehen wir mal davon aus, dass die deutsche Industrie die Politik davor warnt eine zu eigenständige Politik zu machen, um die Investitionen, den Markt USA nicht zu gefährden. Dann kommt es darauf an, wie weit das ganze Spiel getrieben wird.

Der Punkt ist der, dass die USA sehr genau um die Abhängigkeiten wissen. Und die deutsche Industrie, wie auch die Politik wissen, dass die USA am Ende des Tages kein Freund sein werden, wie es immer so schön in aller Öffentlichkeit propagiert wird. Die Frage ist wer der Adressat dieser öffentlichen Freundschaftsbekundungen ist. Ist es die Bevölkerung oder dient es vll doch mehr der Investitionssicherung in den USA, sprich sind die bei uns vor allem in den Medien platzierten transatlantischen Blockwarte das Ziel? Diese Blockwarte gibt es freilich nicht nur in den Medien, sondern auch in der Politik (zB so jemand wie Blackrock Friedrich Merz) etc.

Die Frage ist also letztlich wie weit die deutschen US-Anhänger gehen würden, wenn sie wissen, dass die USA ihnen unterm Strich feindlich gesinnt sind. Ich sage…auch wenn es schmerzhaft sein mag, ist eine bedingungslose Freundschaft zu den USA falsch, weil wir letztlich doch auf ihrem Kriegstablett landen werden. Sie dadurch milde stimmen zu wollen, indem man ihnen nachgibt, ist ebenso falsch, weil sie das im Letzten nicht kümmert. Dafür sind sie einfach viel zu kaltblütig, als dass man dieses Risiko eingehen sollte. Sie haben schon mehrfach bewiesen, dass sie jeden über die Klinge springen lassen, wenn sie glauben, dass die Zeit gekommen ist.

Warum mit Nordstream 2 eine Grenze für dir deutsche Bundesregierung gekommen zu sein scheint? Tja. Da gibt es zwei gegenläufige Interessen. George Friedman will den Krieg in Europa (mit – da ist er geradezu gnädig – nichtmals 100 Mio Toten). Dreimal dürfen wir raten, was wohl passiert, wenn die Menschen hier auf einmal den dreifachen Preis für Heizung und Co bezahlen dürfen. In Frankreich gehen sie (angeblich, wahrscheinlicher ist, dass sie via Facebook, Google und Co gezielt dazu animiert wurden) bereits jetzt wegen steigender Benzinpreise auf die Straße (steigen die nicht sowieso die ganze Zeit? Und waren das nicht die gleichen Gründe bei mindestens einer sog “Farbenrevolution” made by CIA & Co?).

Steigende Mieten (auch aufgrund ausländischer Investoren) plus dann drastisch steigender Nebenkosten….kommt nicht gut. Irgendwann explodiert auch der stabilste Kessel.

Fakt ist: Die USA wollen uns ans Messer liefern. Und wer das nicht begreift, der hat gar nichts verstanden. Sie haben es so ja sogar offen ausgeplaudert (siehe George Friedman).

Nun darf man Deutschland dabei nicht unterstellen die Heiligkeit auf Erden zu spielen in der Sache. Deutschland ist schon länger dabei sich als wichtiges Versorgungszentrum für ganz Europa zu positionieren.

Es ist wie beim Schach. 1. Was droht, wenn man diesen oder jenen Schritt unternimmt? 2. Wie kann man trotzdem zu seinem Ziel gelangen bzw was sind denn die Möglichkeiten?

Ich persönlich finde also nicht so sehr die Frage interessant ob oder ob nicht, also ob Deutschland souverän agiert oder nicht, sondern was genau die Zusammenhänge sind, ob erahnt oder tatsächlich. Fakt ist: Es gibt vor allem mediale Blockwarte, die darüber wachen, dass bloß niemand zu sehr ausschert (was einem passiert, wenn man zu offensiv auftritt, da kann Macron gerade von berichten, auch wenn man ihn sonst nicht mögen muss). Es gibt also Kreise, die ideologisch an die USA angebunden sind und die alles dafür tun, dass das auch so bleibt bzw zunimmt. Dann gibt es Leute, die eher zwischen den Stühlen stehen, die zwar mitmachen, aber durchaus auch nicht ganz dumm sind. Dann muss man unterscheiden, dass es da viele gibt, die sich einfach auch nicht trauen. So… Man müsste erst einmal eine innere Geschlossenheit oder Einigkeit hinbekommen. Nicht dass das zwingend notwendig wäre, aber man muss diese Hardcore-Mitläufer, die Blockwarte etc erst einmal ausschalten, die ja leider auch tonangebend sind (oder in folgenden Beispielen zentrale Schaltstellen einnehmen: Röpke (BILD), Gnifke (Tagesschau), Kleber (heute journal)) ehe man überhaupt darüber nachdenken kann eigene Strategien zu entwickeln. Und dann gibt es eben auch noch die Fähigkeiten, die die USA besitzen, um die Menschen auf anderen Wegen (zB via sozialer Medien) aufzuhetzen und so das ganze System ins Wanken zu bringen (dir Menschen sich instrumentalisieren lassen, ohne, dass sie es merken, zB gegen Flüchtlinge).

Und die kritischen Stimmen, die zwar Vieles verstanden haben, sind auch nicht immer ganz fair.

Wie sieht es aktuell denn aus? Man müsste – wenn man was ändern will – erst einmal mit dem System kokettieren, damit man nicht gleich von anfang an abgesägt wird. Aber auch sonst…den Kritikern fällt auch so ein, dass die ein oder anderen Schritte nicht genug seien und diskreditieren so auch jeden möglichen Hoffnungsträger, der sich zudem – wie gesagt – anfangs nur schwerlich voll umfänglich zu erkennen gibt (und wenn er es macht, stünden trotzdem Neider und Missgünstlinge parat).

Ich sehe da eher schwarz…

Was ich sagen will: Wir müssen uns das ganze Bild genauer anschauen, nicht immer nur Teilaspekte. ZB “Frau Merkel verhält sich unterwürfig”. Die Frage muss dabei vor allem lauten: Macht sie es aus eigenem Antrieb? Hat sie andere Möglichkeiten? Was wären die Möglichkeiten, was die möglichen Konsequenzen? Wie können wir sie dabei unterstützen das Richtige zu tun, anstatt sie nur pauschal mit Häme und Missgunst etc zu überziehen? Was ich sagen will: Wir müssen auch unser eigenes Handeln in einen größeren Kontext setzen und auch kritisch beleuchten. Ich weiß jetzt nicht, ob Frau Merkel so ein tolles Beispiel ist, aber ich denke (hoffe) es wird klar, was ich sagen möchte.

Bsp: Macron mag ein echter (neoliberaler) Unsympath sein. Aber ihn pauschal abzuurteilen halte ich für genauso falsch, wie es umgekehrt falsch ist Kritiker als geistig neben der Spur / Verschwörungstheoretiker abzutun. Es muss darum gehen richtige Gedanken zu unterstützen und keine dogmatischen Gräben zu ziehen.

A.R.


8. Leserbrief

Verehrte Redaktion,
was, um Himmels Willen, hat diese merkwürdige Information in einem fett geschriebenen Absatz mit der Sache zu tun?

„George Friedman ist 1949, als Sohn einer jüdischen Familie, in Budapest, Ungarn, geboren. Die Familie ist dann in die USA ausgereist.“

Rein gar nichts. 

Die Lektüre der Leserbriefe zum Antisemitismusvorwurf hat einen, bis auf zwei, drei, auch nicht eben glücklich gemacht. Ist „Israelkritik“ jetzt sozusagen ein eigener Fachbereich, in dem sich nur sich selbst deklarierende Nichtantisemiten tummeln?

– Eine Bedeutung, um das Wort Botschaft zu vermeiden, hat der zitierte Satz schon, sonst stünde er ja nicht dort, oder?

Beste Grüsse, Thomas Hannibal


9. Leserbrief zum Artikel: „Aufstehen“ für Anfänger

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Leserbrief zum Artikel „Aufstehen für Anfänger“ vom 18. Dezember 2018 von Herrn Tobias Riegel:

Ein empfehlenswertes Buch, durchaus.

Die Kapitel, in denen es um “die Schilderungen der Wurzeln und Wirkungen der neuen „linken“ europäischen Bewegungen oder die Deutung des emotional besetzten inner-linken Asyl-Konflikts” lese ich allerdings anders als Herr Riegel.

Während diese Aspekte seiner Meinung nach “weitere Vertiefung der angerissenen Aspekte” bedürfen, gewinne ich den Eindruck aus den letzten Jahrzehnten “linker Politik”, dass genau die beschriebenen endlosen, theoretisch-philosophischen lähmenden Diskussionen erstens zu Nichts führen, und zweitens die von den neoliberalen Verwüstungen besonders hart betroffenen Menschen abschrecken.

Erinnert fühle ich mich dabei an den Kultfilm “Life of Brian” von Monty Python (1979). Da bekämpfen und blockieren sich die “Volksfront von Judäa” und die “Judäische Volksfront” erbittert – obwohl beide als einziges (eigentlich gemeinsames) Ziel der Kampf gegen die römische Besatzung eint. Zwei Gruppen, ein Ziel, kein Fortkommen – und lachende Dritte sind die Römer.

So ähnlich sehe ich den Zustand unserer “Linken” auch: Untereinander zerstritten und keine wesentlichen Erfolge zu verzeichnen gegen den neoliberalen Kahlschlag. Der geht ungehindert weiter und weiter… es ist zum Verzweifeln.

Abhilfe wäre möglich, doch ist sie meiner Einschätzung nach fern:

Weniger Hybris und Egomanie unter allen Beteiligten (hilfreich: Richard David Precht: “Die Kunst, kein Egoist zu sein”), ergänzt um einen Intensivkurs im Fach “emotionale Intelligenz” (hilfreich: Daniel Goleman: “Emotionale Intelligenz”).

Wenn das geschafft ist, dann noch eine Lektüre darüber, wie unsere Psyche eigentlich funktioniert (hilfreich: Daniel Kahneman, Thorsten Schmid: “Schnelles Denken, langsames Denken”), und schon könnten sich alle Beteiligten mit einem klareren Blick auf sich selbst und mit neuer Offenheit den eigentlichen Problemen zuwenden – nämlich dem Kampf gegen die neoliberalen Verwerfungen der heutigen Zeit.

Die Ursachen des Stillstands der Linken der letzten Jahrzehnte liegen meines Erachtens also zu größerem Anteil im menschlich-persönlichen Bereich als im Programmatischen. Da sollte sich jeder (!) mal an die eigene Nase fassen bei der nächsten Diskussion mit „linken Verbündeten“.

Wäre hilfreich, schätze ich.

Freundliche Grüße sendet
Arndt Embacher

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