Leserbriefe zu „Wie die Maskenpflicht unsere Intelligenz beleidigt – Und wie sie uns vom Wesentlichen ablenkt“

Ein Artikel von:

Auf den Beitrag “Wie die Maskenpflicht unsere Intelligenz beleidigt – Und wie sie uns vom Wesentlichen ablenkt” von Tobias Riegel hat es schnell viele Antwort-Emails seitens unserer Leserinnen und Leser gegeben. Die Resonanz auf den Inhalt ist geteilt und spiegelt die Spaltung unserer Leserschaft zum Thema gut wider. Herzlichen Dank für die gesendeten Leserbriefe. Es folgt eine Auswahl. Zusammengestellt von Christian Reimann.

Vorbemerkung von Tobias Riegel: Der hier behandelte Artikel wurde in teils harschen Worten verfasst. Dieses Stilmittel der Polemik betrachte ich inzwischen als unangemessen für das Thema Corona. Meine inhaltliche Sicht auf die Maskierung bleibt, wie sie im Artikel beschrieben ist. Doch der Tonfall hätte differenzierter sein sollen, da der Vorgang bei vielen Bürgerinnen und Bürgern mit Ängsten und Sorgen verbunden ist, die nicht weggewischt werden sollten.


1. Leserbrief

Liebes NDS-Team,
 
bereits Anfang März hat Jo „Peanuts“ Ackermann die Welt wissen lassen, dass es wohl ohne ein weiteres Mal Bankenrettung nicht gehen wird: spiegel.de/wirtschaft/a-7395cf8b-0ce3-4a68-9f81-73c8e6ee1824

Zu diesem Zeitpunkt gab es m.W. noch nirgends in der westlichen Welt einen Lockdown, es lief alles noch mehr oder weniger normal weiter – aber die üblichen Verdächtigen sind schon wieder „blank“ und schreien nach Staatshilfen…

Auch vorher war ich schon skeptisch ob der veröffentlichten Zahlen, aber spätestens ab diesem Interview bin ich mir ziemlich sicher, dass hinter dem Weltuntergangs-Hype etwas anderes dahinter steckt.

Auch denke ich, dass mehr als einer unserer Regierenden Gefallen daran gefunden hat, endlich mal spontan nach Gutdünken durchregieren zu können, und nicht immer langwierig rumdiskutieren zu müssen – es ist ja nicht einmal mehr die „Opposition“ im Weg. Schauen wir doch mal, was sich „der Pöbel“ noch alles bieten lässt… An dieser Stelle sollten wir alle ganz genau hinschauen (und merken!), wer sich wie aufführt, welche Gesetze „mal eben schnell“ auf Bundes- oder Landesebene durchwinkt (z.B. Landespolizeigesetze, und was da drin steht) – auch und besonders bei den ach so gefeierten Grünen… Und wer nach Ende der ganzen Sache bereit ist, seine zusätzliche Macht wieder abzugeben.
 
Natürlich kann man – wenn man den Zeitpunkt für gegeben hält – nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, weil dann jeder sehen würde, dass alles (oder zumindest vieles) ein großer Schwindel war (ich sage hier eindeutig nicht, dass es den Virus nicht gibt, nur passt von den Zahlen und generell von der Logik zu viel nicht zusammen in der Art wie es kommuniziert wurde)

Aber es gibt schon ein Gutachten zur „Verfassungsmäßigkeit einer Vermögensabgabe zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie“ vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages. Irgendwo müssen die zig 100 Milliarden ja herkommen…

bundestag.de/resource/blob/691376/2feb28d7057bf918bd18254ab06d95ad/WD-4-041-20-pdf-data.pdf

An anderer Stelle haben die NDS mehrfach auf die „Gleichschaltung“ der Presse in diesem Fall hingewiesen. Für mich ist das ganz logisch, dass alle großen Zeitungen und Nachrichtenportale hauptsächlich die Regierungsmeinung verbreiten: gerade den Zeitungen laufen doch seit Jahren die Abonnenten weg (Stichwort Ukraine, Lügenpresse, etc.), die Online-Portale kürzen auch schon das Personal zusammen und halten sich mit Clickbait-Überschriften über Wasser.

Es gab bereits vor Monaten vereinzelte Stimmen, die eine „Förderung“ der Presse aus Staatsmitteln forderte (also zusätzlich z.B. zu den Ausnahmen beim Mindestlohn für die Zeitungsausträger, und dem unsäglichen „Leistungsschutzrecht“). Wenn Corona vorbei ist, werden diese Stimmen wieder kommen, und wenn es denn eine entsprechende „Förderung“ geben sollte (natürlich unter einem passenden Vorwand wie „Wahrung der Meinungsfreiheit“, „wichtig für die Demokratie“ o.ä.), wird sich die Regierung anschauen, auf wen man sich im Ernstfall verlassen kann…

Beste Grüße,
H. B.


2. Leserbrief

Wie die Maskenpflicht unsere Intelligenz beleidigt – Und wie sie uns vom Wesentlichen ablenkt

Ich kann mich über die Maskenpflicht nicht amüsieren, denn ich gehöre zu den “systemrelevanten Deppen”, die jeden Tag mind. 9 Stunden in der Apotheke damit arbeiten müssen. Als Dankeschön werden wir beklatscht, müssen jetzt in 2 Gruppen arbeiten und da wir nun weniger Wochenstunden haben als normal, “dürfen” wir dafür unsere hart erarbeiteten Überstunden hernehmen-von einem Bonus ist nicht die Rede, auch wenn der Rubel zu Zeit kräftig rollt. Doch damit nicht genug der Belastung. Als wir vor einiger Zeit eine Verglasung am Beratungstisch bekamen, habe ich mich wirklich gefreut. Jetzt muß ich zusätzlich (schon seit ca. 2 Wochen) einen Mundschutz tragen und weiß eigentlich gar nicht warum. Ich glaube nur die Wenigsten können sich vorstellen, wie schwer einem das Atmen damit fällt, wenn man den ganzen Tag am Reden ist, die Kunden einen durch den Mundschutz und die Glasscheibe zum 5. Mal nicht verstehen und ich jeden Abend mit Halsschmerzen nach Hause komme. Ich habe ans Ministerium geschrieben-keine Antwort, ich habe mich an die AGKatPharm (Katastrophenmanagment der ehrenamtlichen Apotheker) gewandt-pampige Antwort. Auf die Frage, wo die wissenschaftlichen Untersuchungen sind, dass sowohl Spuckschutz als auch Mundschutz medizinisch notwendig sind, bekam ich nur die Antwort, die Maske gehöre zum Gesamtkonzept. Auch von den angeschriebenen Apothekenverbänden habe ich keine Antwort erhalten-einfach nur jämmerlich. Jetzt frage ich mich allen Ernstes, was dieses Gesamtkonzept sein soll. Die Einen langweilen sich zu Hause zu tode, die Anderen jammern über Homeoffice auf dem sonnigen Balkon und ich bekomme durch diese unsinnigen Masken bald keinen Schnaufer mehr. In Berlin gibt es die Maskenpflicht nur für den öffentlichen Nahverkehr, in anderen Bundesländern sind wenigstens Kassiererinnen davon ausgenommen und unsere Kinder in den Schulen, sowie die Lehrer brauchen ihn im Unterricht sowieso nicht. Schaut man sich heute die aktuellen Bilder von der Maskenlieferung per Antonow im Fernseher an, dann kommt man sich wirklich verarscht vor (bitte entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise). Ein Kameramann neben dem Anderen, dazwischen ohne Abstand und Maske Annegret Kramp Karrenbauer und weitere Wichtigtuer. Wie gefährlich kann Corona wirklich sein, wenn Sie über all das gerade Geschriebene einmal nachdenken? Wäre es wirlich so schlimm um uns bestellt, bin ich mir sicher, dass unsere Politikhäuptlinge als Erste nur noch mit Gasmaske herumlaufen würden. Was ist hier also im Gange? Statt einer Maskenpflicht hätten sie besser eine Maulkorbpflicht einführen sollen-das hätte das Ganze sicherlich besser getroffen und vielleicht hätte ich mich darüber wenigstens etwas amüsieren können! 
 
Mit freundlichen Grüßen
Anita Dieminger


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Rieger,

ich schätze die Nachdenkseiten sehr, aber die Pflicht zu Masken sehe ich positiv, sie hätte viel früher kommen müssen, der Weg dahin war eine Katastrophe und die jetzt benutzen Masken-Technologien lassen viel zu wünschen übrig (Mit Maske meine ich den Mund-Nase-Schutz (auch MNS-Einmalmasken, oder chirurgische Masken genannt):
 
Deutschland hat hierzu ein Trauerspiel abgeliefert.
 
1. Der Tragödie Erster Teil: Der RKI-Satz, MNS-Masken schützen nicht vor einer Ansteckung…
 
…war nur insoweit richtig, das die MNS-Maske den Träger nicht vor Viren von außen, also vor einer Ansteckung, schützt. Dafür war die MNS-Maske auch nie gedacht. Sie war immer nur dafür gedacht, dass die Menge an Keimen (vornehmlich in Form von Kleinst-Wassertröpfen) die nach außen abgegeben wird, durch die MNS-Maske deutlich verringert wird (= Fremdschutz). Deshalb tragen z.B. Chirurgen diese Masken, sie verhindern, dass die offene Operationswunde durch Keime aus der Chirurgenatmung infiziert wird. – Sollte der Operierte allerdings Corona-infiziert sein, dann schützt die MNS-Maske den Chirurgen leider nicht von einer Infektion…
 
…den zweiten Teil des Information zu MNS-Masken, nämlich den Fremdschutz, hat das RKI irgendwie nicht über die Lippen gebracht: Wenn alle eine MNS-Maske tragen wird die Virusmenge, die von Infizierten (die das häufig nicht wissen) nach außen abgegeben wird, deutlich verringert. Ich denke die Vorbilder-Länder  Südkorea  (5 Corona-Tote pro Million Einwohner), Japan (2 Corona-Tote pro Million Einwohner) Taiwan (0,3 Corona-Tote pro Million Einwohner) tragen alle Masken wie man z.B. auf allen Fotos im Internet sehen kann. Ich habe 3 Internetbilder vom April mit Schulkindern angehängt.
 
Erst kürzlich hat George Gao, Director-General of the Chinese Center for Disease Control and Prevention (= RKI von China) in einem Interview u.a. gesagt:

A: The big mistake in the U.S. and Europe, in my opinion, is that people aren’t wearing masks. This virus is transmitted by droplets and close contact. Droplets play a very important role—you’ve got to wear a mask, because when you speak, there are always droplets coming out of your mouth. Many people have asymptomatic or presymptomatic infections. If they are wearing face masks, it can prevent droplets that carry the virus from escaping and infecting others.

sciencemag.org/news/2020/03/not-wearing-masks-protect-against-coronavirus-big-mistake-top-chinese-scientist-says

1. Der Tragödie Zweiter Teil: Wir haben kein MNS-Masken für die breite Bevölkerung und können sie auf dem Markt nicht kaufen.

Das ist bedauerlicherweise richtig, aber anstatt dies ehrlich zu kommunizieren hat man keine klare Stellung bezogen. Obwohl es eine ältere Technologie für MNS-Masken gibt, die bis in die 60ziger genutzt wurde. Nämlich genähte Stoffmasken mit eingenähtem Nasenbügel die man abends bei 60 °C waschen muss und dann wiederverwenden kann. Die hätte ganz Deutschland in gemeinsamer Arbeit (gerne auch von Trigemena und allen Änderungsschneidereien usw.) herstellen müssen. Dann hätten alle diese (ehemals) professionellen Masken getragen. Stattdessen wurde solange rumgedruckst, bis die Begriffe DIY (Do It Yourself)-Maske oder Community-Masken entdeckt wurden.
 
1. Der Tragödie Dritter Teil: Da es kaum offizielle systematische Anleitungen und Aufrufe gab, entwickelten sich die unterschiedlichsten Masken-Spielarten, z.T. zu kleine Masken, Masken ohne Nasenbügel (also viele Luft geht neben der Maske raus) zu dünne Stoffe und einiges mehr. Ich bezweifele auch, dass ohne konsequente öffentlich Anleitung/Aufrufe die tägliche Hitze-Dekontamination durchgeführt wird. – Trotzdem denke ich, dies ist immer noch besser als gar nichts, aber keinesfalls optimal und zu spät sowieso. Und die Pflicht muss ausgeweitet werden: in Taxis, in Schulen, am Arbeitsplatz, usw.

2. Der Tragödie Vierter Teil: Deutschland ist Weltmeister (so wenig Tote) aber unser/Europas Misserfolg im Vergleich mit Asien wird vollständig ausgeblendet. Wieso haben wir keine gute, kritische Berichterstattung was dort anders gemacht wird. Mehr Maßnahmen, als Maske, Tracking und Social Distancing haben diese asiatischen Länder doch auch nicht…
 
Sehr geehrter Herr Rieger, ich hoffe, ich habe Sie wenigsten von der Masken-Pflicht überzeugt, aber der Weg zur (derzeit noch ziemlich schlechten) MNS-Maske war sehr langsam und katastrophal.
 
Mit vielen Grüßen
Matthias Bräutigam


4. Leserbrief

Liebes Team der Nachdenkseiten,

einerseits sachliche Lösungen einzufordern, aber dann zugleich vereinfachte Antworten und dramatisierende Polemiken zu veröffentlichen, widerspricht sich. Im Hinblick auf den Nutzen von Masken ist es schon entscheidend zu differenzieren: Masken zum Selbstschutz oder zum Fremdschutz. Der Selbstschutz ist umstritten (insbesondere im Hinblick auf Aerosole), der Fremdschutz weitestgehend unumstritten: Tröpfchen werden beim Aushusten und Niesen aufgefangen. Wenn sich ein Großteil der Erreger im öffentlichen Raum gar nicht erst verbreitet, erscheint die Maskenpflicht als effiziente Maßnahme.

Nun würde es auch ausreichen, wenn jeder in die Ellenbogenbeuge niesen oder ein Tuch vor Mund und Nase halten würde, jedoch hat zumindest mir die Erfahrung wiederholt und sehr eindrucksvoll gezeigt, wie sich zumindest im ÖPNV kaum jemand auch nur im geringsten daran gehalten hat. Ohne auch nur irgendwas vor den Mund zu halten oder sich wenigstens abzuwenden, werden dort frei und lustig die unterschiedlichsten Sekrete ausgeprustet – manchmal feucht in den Nacken oder direkt von Angesicht zu Angesicht ins Gesicht. In den meisten Fällen wird die “Intelligenz” bzw. der Anstand und die gegenseitige Rücksichtsnahme der Menschen unterschätzt, in diesem Fall offenbar leider nicht. Wenn man ein Auto besitzt, entgeht einem vielleicht eine solche Erfahrung – vielleicht wäre es dann sinnvoll, auch diejenigen zu befragen, die sich kein Auto leisten können und den ÖPNV nutzen müssen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Graw


5. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion der Nachdenkseiten,

Zu dem Artikel “Wie die Maskenpflicht unsere Intelligenz beleidigt – Und wie sie uns vom Wesentlichen ablenkt” Ihres Autors Tobias Riegel möchte ich gerne ein paar Anmerkungen machen.

Herr Riegel stützte sich während des Schreibens seines Artikels offenkundig auf veraltete Wissensstände, so dass in dem Artikel streckenweise der Eindruck erweckt wird, das Tragen von Schutzmasken wäre im Falle der Covid-19-Pandemie absoluter Unfug.

Herr Riegel schreibt in seinem Artikel “Eines sind die Masken anscheinend/angeblich nicht: wirksam gegen Corona.”

Die Asiaten haben in den vergangenen Jahrzehnten stets vorgemacht, dass dies sehr nützlich sein kann, sofern diejenigen, die krank sind, Masken tragen, um ihre Mitmenschen zu schützen.

Genau dies ist auch bei der aktuellen Maskenkampagne der Hintersinn und wird von den Virologen (z.B. Drosten und Kekulé) aktuell auch so in der Öffentlichkeit kommuniziert.

Die Masken sind nicht dazu da, um den Träger zu schützen, sondern die Mitmenschen.

Und da es unter allen Infizierten – laut vorläufigem Forschungsstand der WHO – mindestens 40 Prozent Leichterkrankte ohne Symptome gibt, die den Virus für maximal vier Wochen in ihrem Rachenraum haben und verbreiten können, ist eine Maskenpflicht für alle nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig, um der Epidemie endlich Herr zu werden und sie einzudämmen.

Manche Zeitgenossen meinen derzeit, dass die Edpidemie durch den Lockdown beendet worden sei, was jedoch ein Trugschluss ist.

Der Lockdown konnte die Epidemie mit Hilfe von Kontaktverboten nur voläufig eindämmen, zumal man diesen aus wirtschaftlichen Gründen nicht ewig beibehalten kann.

Nun, da der Lockdown Stück für Stück wieder gelockert werden muss, benötigt man ein anderes Mittel zur weitergehenden Eindämmung, wozu die Masken der einzig gangbare Weg sind.

Des weiteren verweist Herr Riegel darauf, dass sowohl qualifizierte Virologen als auch das Robert-Koch-Institut (RKI) den “Nutzen der Maskierung” “zumindest erheblich angezweifelt” haben.

Ebenso haben die gleichen üblichen Verdächtigen noch im Januar behauptet, Covid-19 sein nicht mehr als eine normale Grippe.

Sie dürfen an dieser Stelle eines nicht übersehen.

Das Coronavirus nennt sich nicht nur neuartig, sondern ist wahrlich neuartig.

Will heissen: Wir stehen mit der Erforschung des Virus noch immer am Anfang und es wird in den nächsten Monaten noch viele neue Erkenntnisse und Korrekturen des aktuell in der Öffentlichkeit kommunizierten Wissensstandes geben.

Sie – die Nachdenkseiten – müssen sich bewusst sein, dass alles, was derzeit an veröffentlichten Informationen vorliegt, lediglich ein vorläufiger und kein endgültiger Wissenstand ist.

Darum musste selbst ein Herr Drosten und das RKI aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntisse aus Asien ihre Meinung zu Masken revidieren.

Zu guter Letzte verwendet Herr Riegel in seinem Artikel die Äußerungen von Weltärztepräsident Montgomery, der eine Maskenpflicht als “‘lächerlich’ und als teilweise und unter Umständen sogar kontraproduktiv” bezeichnet hatte.

Hier hat Herr Riegel anscheinend nicht richtig zugehört, was Montgomery gesagt und in den letzten Tagen auch wiederholt hat.

Montgomery hat – ebenso wie ich weiter oben in meinem Leserbrief – darauf verwiesen, dass Masken nicht dem Eigenschutz dienen und von den Menschen als Ritterrüstung missverstanden werden könnten.

Er befürchtet, die Träger würden sich in einer falschen Sicherheit wiegen und so zu einer erneuten Verbreitung des Virus beitragen.

Die Erläuterung, dass Masken dem Schutz der Mitmenschen dienen, wird aber sowohl vom RKI in seinen Pressekonferenzen als auch den Virologen in ihren Podcasts seit zwei Wochen stetig wiederholt.

Daher kann ich den Satz von Herrn Riegel in seinem Artikel nicht verstehen und gehe als jahrelanger Leser der Nachdenkseiten davon aus, dass er sich des aktuellen Standes nicht bewusst war.

Abschließend möchte ich Sie noch einmal daran erinnern, dass alles, was derzeit über das Virus veröffentlicht wird, kein endgültiger Wissensstand ist.

Wenn Sie sich am laufenden halten wolllen, empfehle ich Ihnen folgende Quellen:

WHO – Advice for public

WHO – When and how to use masks

Nebenbei möchte ich meinerseits noch auf etwas aufmerksam machen, dass Sie den beigefügten WHO-Links entnehmen können.

Sars-Cov2 kann sich auf rauen Oberflächen (wie Geldscheinen und Münzen) nur 3 Stunden halten, auf glatten Oberflächen (wie EC- und Payback-Karten) jedoch bis zu 72 Stunden – also drei Tage.

Insofern tun wir in diesen Tagen mit unserer bargeldlosen Zahlerei tatsächlich etwas kontraproduktives.

Dazu kommt noch, dass man bei Bezahlen mit der EC-Karte in manchen Geschäften mit einem elektronischen Stift unterschreiben muss, den natürlich auch alle anderen anfassen.

Tastaturen beim Eingeben einer PIN sind das kleinere Problem, das Covid-19 keine Schmierinfektion ist und sich nicht lange auf Tastaturen halten kann (raue Oberflächen).

Mit freundlichen Grüßen,
Patrick Pirzer


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

ich habe Ihren Artikel „Wie die Maskenpflicht unsere Intelligenz beleidigt– Und wie sie uns vom Wesentlichen ablenkt“ mit einigem Befremden gelesen. Anfangs dachte ich, der Artikel sei als Satire gedacht.

Ihren, ja allen Überlegungen dahingehend, dass vor allem auch diese Krise wie jede Krise auf diese und andere Weise dazu genutzt wurde und wird, demokratische Rechte abzubauen, dafür aber kapitalistische Interessen noch schamloser und rigoroser durchzusetzen, kann ich nur unbedingt zustimmen. Darauf muss größte Wachsamkeit gelenkt werden. Aber was hat das um Himmels Willen mit der Maskenpflicht zu tun?

Sie schreiben, das Tragen von Masken sei umstritten. Sie nennen aber nur Montgomery als Kritiker. Das macht stutzig, denn nach kurzer Recherche ergibt sich, dass Montgomery Tatsächlich der eigentlich einzige Mediziner von Rang ist, nicht Virologe (!), der dies tut. Die größere, erdrückende Zahl der Fachkollegen sieht es anders und bstätigt einen – wenn auch begrenzten – Nutzen. Der gleiche Montgomery aber empfähle hingegen voller Überzeugung das Tragen von FFP2-Masken. Da diese aber Mangelware seinen, sollten sie logischerweise nur Fachpersonal zustehen. Warum verlassen Sie diese Linie gleich wieder und fragen (zumindest rhetorisch, es weiß ja sowieso jeder), warum diese Masken denn Mangelware sind?

Die Masken generell wurden nun einmal über eine entscheidende Zeit hinweg nur deshalb kleingeredet, weil es schlicht keine gab: Ein Regierungs- und Behördenversagen sondergleichen, das unter massiver medialer Hilfe vernebelt werden sollte. Hätte es dieses Versagen nicht gegeben und hätte die Bevölkerung qua Verordnung von Beginn an Zugriff auf mindestens OP- und FFP2/3-Masken gehabt, die vor der Krise noch ca. 20 Cent/1,5 Euro das Stück gekostet haben, dann wäre die Infektverbreitung selbstverständlich anders gelaufen. Alle asiatischen Länder, die einen Maskenzwang angeordnet hatten bzw. immer noch haben, haben die Krise wesentlich besser überstanden als Europa/Deutschland.

Ich mag Ihre Artikel in der Regel sehr! Aber mit diesem Artikel kann ich tatsächlich nichts anfangen. Da ist mir viel zu viel Pavlowscher Hund und eine bemerkenswerte einseitige Konditionierung in und zwischen den Zeilen.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Öhring


7. Leserbrief

Guten Tag NDS-Team und Hr. Riegel,

der Artikel “Wie die Maskenpflicht unsere Intelligenz beleidigt – Und wie sie uns vom Wesentlichen ablenkt” enthält sicher einige interessante Gedanken, basiert jedoch meiner Meinung nach auf fehlendem Verständnis für Statistik und wissenschaftliche Erkenntnisse.

Speziell dieser Absatz zeigt das Dilemma:

Eines sind die Masken anscheinend/angeblich nicht: wirksam gegen Corona. Ich kann diese Frage nicht beurteilen, aber der Nutzen der Maskierung wird zumindest erheblich angezweifelt, anfänglich sogar vom Robert-Koch-Institut und der WHO und bis heute von teils berufener Stelle.

Hr. Riegel generiert also aus  der “anscheinend/angeblich” nicht vorhandenen Wirksamkeit gegen Corona ein Argument (bzw. einen ganzen Artikel) gegen die Maskenpflicht, bzw. einen Beweis dafür, wie sie genutzt wird, um andere Vorhaben unter dem Radar fliegen zu lassen. Dazu zitiert er alte Aussagen vom RKI und der WHO, die die Organisationen bereits selbst revidiert haben und die nachweislich aus Unkenntnis, Fehleinschätzungen und dem Kalkül heraus getroffen wurden, die Versorgungssituation für den Gesundheitssektor nicht zu gefährden. Mehrere Studien haben mittlerweile gezeigt, dass das Maskentragen sehr wohl wirksam ist, wenn es konsequent durch große Teile der Bevölkerung durchgeführt wird. Zu dem wird jeder, der auch nur Grundwissen in Statistik hat, nachvollziehen können, das selbst der geringe Schutz einer selbstgenähten Maske den Gesamtschutz erhöht bzw die Infektionswahrscheinlichkeit senkt. Infektionsereignisse durch Schmierinfektionen an der eigenen Maske sind nach diversen Studien zur Überlebensfähigkeit des Virus auf diversen Oberflächen und bei der in der Regel geringen Tragezeit auch eher vernachlässigbar. Daher sind entsprechende Äußerungen beipielsweise von Hr. Montgomery auch mindestens kritisch zu bewerten. Der angebliche Effekt, dass sich die Maskenträger durch die Maske plötzlich zu sicher fühlten, ist dagegen nicht nachgewiesen, insbesonders, da auch die weiteren Empfehlungen zur Hygiene, Abstand etc. in der Regel trotzdem eingehalten werden.

Hr. Riegel ist sich auch nicht zu schade, ausgerechnet Herrn Lindner als Bestätigung zu zitieren, dessen Äußerungen selten fundiert sind und meist ausschließlich der eigenen Profilierung dienen. Dabei sollte gerade die Anpassung der Regelungen durch die Regierung (so wenig man mit ihr auch einverstanden sein mag) an neue Erkenntnissen doch ein Zeichen dafür sein, dass hier eben doch gelegentlich der wissenschaftlichen Evidenz gefolgt wird und es anders als bei Herrn Lindner nicht ausschließlich um die eigene Profilierung geht, insbesonders, da einige der Regelungen der konstantierten Wirtschaftshörigkeit entgegen stehen.

Natürlich sind die Beschränkungen und die Maskenpflicht kritisch zu betrachten, aber daraus bei den vorliegenden Fakten (die Hr. Riegel offenbar zugunsten eines möglichst schmissigen Textes ignoriert) ausschließlich den Versuch des “buryings” anderer Vorhaben und eine “Beleidung unserer Intelligenz” zu konstruieren ist bei allem Respekt nur eines: eine Beleidigung unserer Intelligenz.

Mit freundlichen Grüßen,
Yves Maurischat


8. Leserbrief

Sehr geehrte Nachdenkende,

In dem Artikel, der in seiner Argumentation und Tendenz erfrischend auf mich wirkt, ist ebenso wie in fast allen anderen Diskussionsbeiträgen im Netz zum Vermummungszwang (euphemistisch „Maskenpflicht“) nicht auf zwei aus meiner Sicht wesentliche Aspekte eingegangen worden:

  1. Die Maskenpflicht ist ganz offenbar eine Sache, die auf sehr lange Zeit angelegt ist. Manchmal verplappert sich ja jemand. Ich fand da die Feststellung von Herrn Altmaier, dass „bundesweit in der Corona-Krise jährlich bis zu zwölf Milliarden Atemschutzmasken benötigt werden“ (Quelle: br.de/nachrichten/meldung/altmaier-kalkuliert-mit-bis-zu-12-milliarden-masken-pro-jahr,3002b9f19). Jährlich, sagt er, das heisst: bis auf Weiteres pro Jahr, also 2020, 2021, 2022 usw. Ich ahne, dass hier eine sehr langfristig angelegte Umgestaltung unserer Gesellschaft versucht wird, in Richtung auf ein an China orientiertes System der Kombination eines entindividualisierten Produktions- und Komsumameisenvolkes mit einem brutalen toalitären Überwachungsstaat.
  2. In einem Rubikon-Interview mit Gerd Reuther sprach dieser von seinem Eindruck, dass die meisten Politiker in der Welt aus der selben Quelle mit “Sprechzetteln” versorgt worden wären; das ganze liefe wie nach einem Drehbuch ab. Geleitet von der Einsicht, dass die meisten Untaten der Weltgeschichte ja mit (beabsichtigter oder unbeabsichtigter) Vorankündigung abgelaufen sind, erinnerte ich mich an die Aussage des “Krisenforschers” Frank Roselieb in der Tagesschau vom 13.3.2020: „Es läuft alles wie nach Drehbuch“. Dann wäre es ja auch kein Wunder, dass jetzt niemand auf irgendwelche Einwürfe von „unberufener Seite“, d.h. von den Statisten des Drehbuches – also uns allen – hört. Das ist im Drehbuch eben nicht vorgesehen.

Wir werden in nicht allzu langer Zeit merken, ob das Drehbuch doch noch geändert werden muss oder so bleibt.

Mit leider etwas mulmigen Grüßen
Stefan Carl em Huisken


9. Leserbrief

Sehr geehrte Nachdenkseiten,

warum macht Ihr die Maskenpflicht lächerlich? Und das ohne Not. Was ist Euch Euer Ruf eigentlich wert? Expertenmeinungen gibt es wie Sand am Meer. Es ist noch lange nicht ausgemacht welche Seite Recht hat. Ihr macht es zum Thema obwohl Ihr nichts dabei gewinnen könnt. Aber Ihr könnt etwas dabei verlieren.

Das ist sehr typisch. Typisch links. Ich frage mich stets, wo ist denn das Proletariat? Hat die jemand gesehen? Wir stehen immer außen vor und müssen alles schlucken. Wehrendessen alles wie ein wilder Hühnerhaufen um den Misthaufen tanzt.

MfG Peter Probst


10. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,

geht’s auch ‘ne Nummer kleiner? Ein paar Stichworte aus dem Artikel: Maskenpflicht  als Ablenkung von der Bankenrettung, Symbolpolitik ohne Datenbasis, lächerliches oder gar betrügerisches Polittheater, offensichtliche Beleidigung der Intelligenz der Bürger, Ergebenheitsadresse, ja sogar Symbol der Unterwerfung, Test für abrufbaren, irrationalen gesellschaftlichen Gehorsam. Dann ein etwas eigenartiger Satz: “Eines sind die Masken anscheinend/angeblich nicht: wirksam gegen Corona. Ich kann diese Frage nicht beurteilen, aber der Nutzen der Maskierung wird zumindest erheblich angezweifelt…” Wenn der Autor Masken für sinnlos hält, dann soll er das gerne tun, sich aber auch dazu bekennen und nicht Feststellungen zu Fragen ummünzen, die er dann dem eigenen Urteil zufolge nicht beurteilen kann. Da wär’s doch nicht verkehrt, sich etwas kundiger zu machen.

Das der Nutzen der Masken zum Teil angezweifelt wird, ist nichts Neues. Diese Zweifel scheinen den Stand der Litartur aber nur unvollständig wiederzugeben. Eine überschaubare und differenzierte Darstellung findet sich m.E. z.B. hier: science.lu/de/faktencheck-mundschutz-fuer-alle/was-wissen-wir-ueber-den-nutzen-von-gesichtsmasken, oder auch hier: tagesspiegel.de/wissen/coronavirus-vorbeugung-sinnvoll-oder-nicht-atemschutzmasken-im-check/25703314.html

Dann wird der Kölner Psychologe Stephan Grünewald angeführt, der die Meinung vertritt, Masken seien langfristig der “Tod der sozialen Beziehung”. Ich weiß nicht, woher diese Erkenntnis hat, kann sie als Psychologe aber nicht ganz nachvollziehen. Soziale Beziehungen sind nach allem was ich weiß etwas komplexer und können nicht so ohne weiteres durch eine Gesichtsmaske zu Tode gebracht werden. Herr Grünewald ist im übrigen nicht nur der Kollege, der die NRW-Landesregierung berät, sondern von dem auch das folgende Zitat vom März diesen Jahres stammt: “Die Regierungen müssen jetzt führen und in ihrer Ansprache an die Bevölkerung Ruhe und Souveränität zeigen, ich finde, das hat Gesundheitsminister Jens Spahn bisher ganz gut gemacht. Jetzt erlebt man wieder Politiker, die klar durchregieren. Das ist für viele Menschen neu – und könnte dazu führen, das das Vertrauen in die Politik wieder wächst.” (Handelsblatt, 20.03.20).

Ich habe nichts dagegen, eine bestimmte Haltung (meinetwegen auch zur Gesichtsmaske) deutlich und einseitig zu formulieren und mit Hintergrund zu fundieren. Ich habe auch nichts dagegen, mit der gegenteiligen Haltung ebenso zu verfahren. Beides finde ich in dem heutigen Artikel zur Maskenpflicht aber nicht.

Unabhängig von der trivialen Tatsache, dass Vieles auch genutzt wird, um von anderem (oft auch Wichtigerem) abzulenken, ist der Artikel allerdings jeglichen Hinweis darauf schuldig geblieben, wieso die Masken gerade eine wichtige Funktion dabei haben, von der Bankenrettung abzulenken.

Viele Grüße
Joachim Wieck


11. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

wo läuft gerade eine Sammelklage gegen diesen Einschnitt in die Menschenrechte?

Ich würde mich mit 100,- Euro beteiligen wollen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr treuer Leser
Thomas Tittel


12. Leserbrief

Liebe NDS Redaktion, 

tut sie das wirkich? So mancher Kommentar auf den NDS ist mittlerweile dümmer als die Polizei erlaubt. Im asiatischen Raum ist die Maske alltäglich und selbstverständlich. Und die asiatischen Länder sind in der Bekämpfung der Epidemie wesentlich erfolgreicher als der Westen. Südkorea und Taiwan müssen zusammen noch keine 400 Todesopfer beklagen ohne die Wirtschaft und das öffentliche Leben komplett stillgelegt zu haben. Die politisch Verantwortlichen hierzulande  haben die Wirksamkeit der Masken infrage gestellt, weil sie nicht in der Lage waren, die Menschen damit auszurüsten. Die Maske wird jetzt zu einem Politikum, zu einem Systemkonflikt. Der Westen erleidet gerade eine Niederlage gegenüber China. Das können die “Verfechter der westlichen Werte” natürlich nicht ohne weiteres hinnehmen, traurig, dass sich die NDS genau vor diesen Karren spannen lassen. 

VG Michael Wrazidlo 


13. Leserbrief

Think positive: Seien wir doch froh, dass die Politik uns keine Eselskappen abverlangt. (de.wikipedia.org/wiki/Eselskappe)

Im Übrigen befürworte ich, eingedenk des gegenwärtig mir einigermaßen bekannten Kenntnisstands, eine Maskenpflicht im ÖPNV – genauer in U- und S-Bahnen, Straßenbahnen wie Bussen.

Und ich plädiere vor allem dafür, die Bürger über Folgendes zu informieren: Welche der beiden anderen in Verdacht stehenden Infektionswege – Aerosol und Kontakt – spielen nach gegenwärtigem Kenntnisstand neben der unstrittigen Tröpfcheninfektion epidemiologisch eine Rolle? Einige Verhaltensregeln wurden von Beginn an mittels ständiger Wiederholung etabliert zu einer Phase, als man kaum etwas über das Virus wusste. Sollte sich mittlerweile herausgestellt haben, dass die Kontaktinfektion bei Corona im Infektionsgeschehen keine Rolle  spielt, dann sollten diverse Hygieneempfehlungen von offizieller Seite nicht weiter verbreitet werden; so wie in § 6 Absatz 3 der “Niedersächsischen Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus in der ab 27. April 2020 gültigen Fassung”.

Dort heißt es nach wie vor: Aus hygienischen Gründen sollte eine bargeldlose Bezahlung erfolgen.”

Von offizieller Seite gehört aus meiner Sicht nichts empfohlen, was epidemiologisch nicht wirksam ist – zudem befördert es in dem Fall politische Folgen wie die Abschaffung des Bargelds.
 
Und aus medizinischer Sicht gilt es zu klären, welche Relevanz die anfängliche Viruslast zum Zeitpunkt der Infektion hat. Ist bei hoher Viruslast mit einer schwierigen Infektion zu rechnen und bei einer geringen eher mit einem relativ glimpflichen Verlauf? Und ist im Allgemeinen mit einer unterschiedlichen Viruslast abhängig vom Infektionsweg zu rechnen?
 
Meiner Meinung nach gilt es politischerseits lediglich, epidemiologisch relevante Infektionswege zu unterbinden und nicht exotische Infektionsmöglichkeiten, die epidemiologisch (statistisch) nicht ins Gewicht fallen. Zudem sollten die Maßnahmen sich auf die Infektionen mit hoher Viruslast beschränken, insofern vor allem nur diese schwere Krankheitsverläufe verzeichnen sollten.

Ich vermute, nach allem was man liest, dass vor allem zwei Parameter ins Gewicht fallen: Infektion über Tröpfen und hohe Viruslast. Wenn dem so ist, hieße das für mich: Maskenpflicht vor allem und auf jeden Fall im ÖPNV. 1,5 Meter Abstandsregeln einhalten, keine Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen.

Was Unterricht und andere Veranstaltungsformen in geschlossenen Räumen angeht, müsste ein Bündel von Kriterien festlegt werden, die lokale Spezifika berücksichtigten können.

Können z. B. Schulen diese nicht erfüllen, hat der Präsenz-Unterricht vor allem zum Schutz der Lehrenden auszufallen.
 
Viele Grüße
Stefan Eichardt


14. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

Ihre Hinweise auf die skurrile Debatte um die Maskenpflicht sind völlig berechtigt. Die Maßnahme richtet sich nach der Marktlage. So steht es bei RKI im Epidemiologischen Bulletin 19/20 ganz zum Schluss:

“In dem System verschiedener Maßnahmen ist ein situationsbedingtes generelles Tragen von MNB (oder von MNS, wenn die Produktionskapazität dies erlaubt) in der Bevölkerung ein weiterer Baustein, um Übertragungen zu reduzieren”.
rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/19/Art_01.html?nn=13490888
(MNB Mund Nasen Behelfsschutz MNS Mund Nasen Schutz)

Solange wegen fehlender Vorsorge der staatlichen Institutionen keine Masken verfügbar waren, musste ein Argument her, das den Nutzen infrage stellt. Es hieß, die Masken wiegen zu viele Menschen in Sicherheit, so dass die Hygiene aufgeweicht wird. Position Ärztepräsident.

Andereseits hatten einige Kliniken die Bürgerinnen und Bürger gebeten, Stoffe bereit zu stellen, damit Masken genäht werden können oder selber Masken zu nähen. Z.B. das Uni Klinikum Dresden. Daraus hat sich eine Volksbewegung entwickelt. Nun sind also Masken da und damit kann die Argumentation umgedreht werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.schreibt unter bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html einerseits:” Träger der beschriebenen „Community-Masken“ können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde.” andererseits schreiben sie zur Schutzwirkung der nun “Community-Masken” genannten Selbstgeschneiderten auch: “durch das Tragen können Geschwindigkeit des Atemstroms oder Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden und die Masken können das Bewusstsein für „social distancing“ sowie gesundheitsbezogenen achtsamen Umgang mit sich und anderen unterstützen”.

Wir können uns nun ein Argument aussuchen. Gut dass die Nachdenkseiten zum Prüfen und Selber Denken aufrufen?.

Dieses Durcheinander mit den Masken ist zweifelos der kleinste Ausdruck des Versagens. Das große Versagen hat ganz andere Dimensionen und ist nicht erst von gestern. Es ist das auf den Nachdekseiten vielfach beschriebene und kritisierte gewinnwirtschaftlich organisierte, demnach an “werthaltigen” Patienten interessierte und segmentierte Gesundheitswesen, das auf Epedemien nicht mehr angemessen reagieren kann. Dazu muss hier nichts weiter gesagt werden.

Wenn Sie Herr Riegel die Frage aufwerfen, wovon angelenkt werden soll, so wäre meine Antwort: Abgelenkt werden soll im Allgemeinen von der Fehlentwicklung im Gesundheitswesen und im Besonderen von einem Mangel in einem zentralen Feld der Gesundheitsprävention, dem weit verbreiteten Mangel an dem Prähormon Vitamin D. Dieser Mangel besteht in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung und beeinträchtigt die Gesundheit nachweisbar. Eine gute Versorgung mit Vitamin D ist erforderlich, damit das Immunsystem jedes Menschen seine Funktion erfüllen kann. Und durch den Mangel funkioniert das eben bei sehr vielen nur eingeschränkt. Besonders betroffen sind Ältere Menschen in Pflegeheimen. Und hier schließt sich der Kreis. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beschreibt den Mangel zwar sehr genau, mobil.bfr.bund.de/cm/343/vitamin-d-aus-sicht-der-risikobewertung.pdf (Seite 11, im Bericht auch Benennung der weiteren Risikogruppen) aber es gibt keine staatliche Strategie, dem Mangel vorzubeugen. Reagiert wird erst auf individueller Ebene, wenn die Menschen schon krank sind und dann zum Arzt gehen, z. B. bei Osteoporose durch langen Vitamin D Mangel. Das ist weit entfernt vom sogenannten gesunden Menschenverstand.

Ich möchte dem gesamten Redaktionteam der NDS dringend empfehlen, den gesundheitlichen Folgen des Vitamin D Mangels nachzugehen. Sie werden finden, das ist spannender als jeder Krimi. Und Sie werden sich fragen, wieso Sie da bisher nicht drauf gestoßen waren. Beginnen können Sie hier: Es gibt erste Studienergebnisse zu Vitamin D Mangel und Schwere der Covid-19 Erkrankungen auf dem Portal des Hausarztes und Vitamin D Experten Dr. Raimund von Helden.

vitamindservice.de/node/4525

mit freundlichen Grüßen
Dr. Ing. Udo Jeske


15. Leserbrief

Liebe NDS,

als erstes ein grosses Dankeschön an euch, dafür dass es jenseits des Mainstreams noch Artikel gibt, die NICHT gefallen. Steckt da doch wenigstens Meinungsvielfalt drin, auf deren Suche – nach Meinungen jenseits des uniformen Mainstreams – ich vor kurzem erst auf euch gestossen bin.

Dank Corona? Oh nein, ich hätt gerne darauf verzichtet euch kennenzulernen!, würde das doch bedeuten dass ich noch alle meine Grundrechte geniessen könnte. Womit ich beim Thema bin.

Ich geh ja noch konform mit der Aussage, dass der Streit um/gegen die Maskierungspflicht eine gesslerhutsche Unterwerfung gegenüber der Obrigkeit ist, über deren symbolischen Sinn sich ‘trefflich’ streiten lässt, jener Knochen, über den wir vor lauter Nagen, das Wesentliche vergessen.

Das dieses Wesentliche allerdings die zukünftige Sanierung der Banken sein soll, glaube ich keinen Moment. Die Banken wurden und werden bei vollem Bewusstsein saniert. Bei laufender europäischer Wirtschaft: während des Spiels werden die Regeln geändert. Das war schon früher so und bedarf weder einer Gesetzesänderung noch einer Aufhebung bestehender Regelungen: Banken werden vorrangig bedient, und vorrangig heisst vor Gesundheitsfürsorge, vor Erziehung und Bildung, vor Sozialetat.

Und wenn Sie mir dies nicht glauben mögen, fragen Sie in Griechenland nach, oder in Spanien oder … oder einen Herrn in Deutschland, dessen Namen ich mich zu schreiben weigere, an den ich nicht denken will (- und vom dem auch schon sehr gut abgelenkt wurde).

Abgelenkt werden, dass sollen wir. Aber nicht von einer nächsten Bankensanierung durch die SteuerzahlerInnen. Wir sollen abgelenkt werden von der GRUNDsätzlichen Debatte, ob überhaupt (und wenn ja, welche Voraussetzungen gegeben sein müssten) unsere GRUNDrechte ausser Kraft gesetzt werden können. Ob es solche Vorraussetzungen überhaupt geben kann nach 1933 und 1939. Über Nacht sozusagen, ohne parlamentarische Debatte, ohne jegliche Opposition. Per Dekret. Unbefristet.

Tobias Riegel hat dies bereits bejaht: “eine Pandemie gehört potentiell dazu”. Begründunslos, diskussionslos, alternativlos. Hinterhergeworfen. Stein, Schere, Papier: Pandemie frisst Grundrecht. Just saying.

Ihr könnt hoffentlich verstehen, liebe NDlerInnen, dass ich dieser Ablenkung seitens Herrn Riegel nicht folgen konnte, auf meiner Suche nach Alternativen zum Mainstream, der irgendwie immer noch auf die Angst schürende Coronawelle wartet, die ja unbedingt sein muss, damit die Grundrechte nicht sein dürfen.

Die NDS hab ich immerhin gefunden. Nun such ich noch den ‘Souverän’, von dem doch alle Macht ausgehen sollte …

Mit freundlichem Gruß aus Spanien
Arturo Mester


16. Leserbrief

Sehr geehrtes NACHDENKSEITEN Team,

da man Lächerlichem nur mit Lächerlichem entgegnen kann möchte ich Ihnen meine Do-it-yourself Maske nicht vorenthalten. Sie besteht aus einer üblichen Kaffeefiltertüte (Papier, 100 Stück 0,55€), zwei Schnüren, zwei ausgedienten Batterien (Größe AAA) und etwas Klebeband. Man stülpt den

Filter über Mund und Nase. Die Schnur wird über die Ohren gehängt. Durch das Gewicht der Batterien wird die Maske immer korrekt vor dem schützenden Bereich gehalten.  Nach kurzem Tragen kommt die Tüte zum Altpapier, die Schnüre werden weiterverwendet und nur die zwei

Klebestreifen werden tatsächlich weggeworfen. So wird mit geringsten Aufwand dem Gesetz Genüge geleistet und die Umwelt weitgehend geschont. Die Maske bietet zudem den Charme, daß sie mittels Filzstift mit einer Tagesparole versehen werden kann (Merkel-Maulkorb, Söder-Tüte, usw.).

Ich möchte mich mich an dieser Stelle bei allen involvierten Personen der NACHDENKSEITEN Institution ganz, ganz herzlich bedanken!

Mit freundlichen Grüßen,
Alfred Winterstein


17. Leserbrief

Lieber Tobias Riegel, liebe NDS-Redaktion, 

mit Ihrem Beitrag „Wie die Maskenpflicht unsere Intelligenz beleidigt – Und wie sie uns vom Wesentlichen abhält“ haben Sie bei den Mainstreammedien mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder einmal den Verschwörungstheoretiker-Reflex ausgelöst. Mir haben Sie aus dem Herzen gesprochen. 

Die Masken und noch mehr die Diskussionen über ihren Sinn oder Unsinn lenken natürlich von der eigentlichen Problematik ab. Ich werde Schuld sein an der Pandemie, wenn ich mich weigere mich zu maskieren. Austausch von Ursache und Wirkung. Das ganze hat Methode, die wir fortlaufend beobachten können. Beispielsweise bei der seit 2015 bis heute diskutierten Migrationsthematik. Seehofer proklamiert die Migration kurzerhand zur Mutter aller Probleme und kein Mensch spricht mehr über die eigentlichen Ursachen wie Krieg und wirtschaftliche Ausbeutung. Ziel ist immer die Ablenkung von einer für 99% der Menschen total verfehlten Politik. Mal sind es die Privatisierung und Kommerzialisierung des Gesundheitswesens, mal sind es Waffenverkäufe und Interventionseinsätze der Bundeswehr, mal sind es Freihandelsverträge usw. 

Besonders problematisch erscheint die Tatsache, dass keinerlei Perspektiven aufgezeigt werden, wie es nach der Pandemie weitergehen soll und wann die eingeschränkten Grundrechte wieder vollumfänglich in Kraft treten. Nur eines ist klar, die großen Konzerne bzw. deren Aktionäre und Investoren werden freiwillig nicht auf einen Cent ihrer Renditen verzichten. Im Gegenteil, sie werden an der Pandemie und ihren Auswirkungen enorm profitieren. Spitz ausgedrückt: Wäre ich beispielsweise  Bill Gates oder möglicherweise Jeff Bezos, empfände ich die globale Pandemie als ein gigantisches Förderprogramm.

Wenn die Kanzlerin jegliche Kritik an den Maßnahmen ihrer Regierung zur Eindämmung der Pandemie als „Öffnungsdiskussionsorgie“ diffamiert, dann bezeugt das doch nur ihre Inkompetenz, sich auf die Bedürfnisse und Sorgen aller Menschen in unserem Land einzulassen. Ich empfinde das als unerträglich ignorant und arrogant. Oder ist das alles vorsätzlich so gewollt, um das System am laufen zu halten?

Hierzu eine Stellungnahme des niedersächsischen Verfassungsschutzes (Neue Osnabrücker Zeitung vom 08.04.2020):

„Erwartet werde aber, dass sich die linksextremistische Szene künftig verstärkt in die Diskussion um das Gesundheitswesen einbringen wird, weil sie bei dem Thema hofft, bis in die Mitte der Gesellschaft Anschluss zu finden.“

noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/2032697/verfassungsschutz-warnt-vor-verschwoerungstheorien-corona

Sorgt man sich möglicherweise weniger um die Menschen als um den Fortbestand des Bestehenden? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Mit herzlichen Grüßen 
Axel Bittner


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