Leserbriefe zu „Die ‚taz‘ erklärt den Weltkrieg“

Ein Artikel von:

Tobias Riegel hat in diesem Artikel einen von der „taz“ veröffentlichten Kommentar hinterfragt. Darin werde das Eingreifen der NATO mit Bodentruppen in den Ukrainekrieg gefordert. Andernfalls drohe die „Vernichtung“ des Westens, der für sein Zaudern kritisiert werde. Tobias Riegel meint, mit der Veröffentlichung dieses Beitrags hebe die „taz“ die „aktuelle Meinungsmache zum Ukrainekrieg auf eine radikale Stufe“. In vielen Artikeln der deutschen Medienlandschaft würde die „gefärbte Sichtweise namens ´Wir sind die Guten´“ dominieren, zudem würde durch die Forderung nach kriegsverlängernden Maßnahmen indirekt „eine erhebliche Zahl an getöteten Menschen billigend in Kauf“ genommen. Abschließend ist die Leserschaft um ihre Meinung gebeten worden. Hierzu haben wir zahlreiche interessante Zuschriften bekommen. Danke dafür. Hier eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Mein Kommentar dazu:

Es ist höchst erstaunlich dass anno 2022 der moderne Mensch, sei es Politiker, Bürger oder Medien in einem geistigen Zustand geraten können der sich nur beschreiben lässt als die völlige Ausschaltung jeglichen rationalen Denkens.

Die große Frage für die Zukunft ist, wie man dies irgendwann einmal aufarbeiten will.

Was die Medien angeht, lässt sich feststellen welche Verantwortung oder sollte man sagen Mittäterschaft diese haben in kriegerischen Auseinandersetzungen.

Abschließend bleibt die Tatsache dass man aus der Zeit 1933 bis 1945 in Deutschland nichts, aber auch rein gar nichts gelernt hat.
Es wäre eine Aufgabe für die Wissenschaft festzustellen nach wie viel Zeit Kriegsgreuel im Gedächtnis genug verblasst sind um eine Wiederholung zu ermöglichen.

Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens


2. Leserbrief

Liebe Nachdenker

Die taz, die viele Jahrzehnte meine politische Zeitungsheimat war, ist für mich endgültig gestorben. Moralisierende Zensurzeitung wenn’s um die documenta geht,  kriegstreiberische Artikel, seit Monaten, wenn es um die Ukraine geht. Bis zum Höhepunkt : ‘Bodentruppen der NATO in die Ukraine’. Unfassbar. Unerträglich. Fast könnte man auf die Idee kommen, ich schriebe von den GRÜNEN!

Klaus Friedrich 


3. Leserbrief

Geschätztes Team der nachdenkseiten.

Ohne viel Worte zitiere ich hier, wie der Begriff der “Kriegshetze” gemäß www.wissen.de  definiert wird:

“Die psychologische Einwirkung auf Bevölkerung oder Regierung, um Kriegsbereitschaft hervorzurufen; in Deutschland als Aufstacheln zum Angriffskrieg nach § 80a StGB mit Strafe bedroht.”

Jeder sollte sich inständig fragen, warum dieser Artikel / Kommentar nicht augenblicklich deutschland-, medien- und politikweit geächtet wird.

Mit ganz freundlichen Grüssen
Oliver Kühne


4. Leserbrief

Sehr geehrtes Nachdenkseiten-Team,
 
wenn das nur ansatzweise so gemeint ist, wie es rüberkommt, dann zeigt sich, wie verkommen die ach so linken Medien geworden sind. Wie kann ein sich links nennendes Medium überhaupt den Vorschlag in Erwägung ziehen, dass die NATO in den Ukraine-Russland-Konflikt eingreifen soll, und zwar aktiv als Kriegspartei? Das ist wahrlich Argumentation nach dem Vorbild der Vorkriegsjahre des Ersten Weltkriegs.

Eine derartige Verhaltensweise ist kaum mehr mit Russenhass zu entschuldigen, das ist Menschen vernichtend. Das ist Aufruf zum Massenmord.

Aber leider passt das in das Bild. Wenn eine Außenministerin zum Finnischen Außenminister sagt:

„Sorry, lieber Haavisto, dass die DFB-Frauen heute Abend bei #FINGER (Was auch immer das sein soll) erneut so effizienten Fußball dargeboten haben. Aber bald spielen wir ja gemeinsam im Team NATO. Ich freue mich jetzt aufs Viertelfinale!“

Dass diese Frotzelei nicht einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen hat, zeigt, wie verkommen die Diskussionskultur bei uns ist.

Und nun die TAZ, die nachlegt. Ich bin zwar nicht geschockt, weil ich damit schon gerechnet habe, aber es wundert mich doch, dass es so offen geschrieben wird.

Wieder ein Beispiel, dass die letzten zwei Jahre alles zerstört haben, was noch an demokratischer und friedlicher Diskussionskultur übrig blieb.

Ich hoffe, dass es nicht so weit kommt, wie die TAZ es fordert.
 
Mit solidarischen Grüßen
Gunther Troost


5. Leserbrief

Die Medien feuern an ohne Nachdenken. Sie schüren Hass, wollen die Vernichtung und wollen vermutlich “ansteuern” das Menschen schon beim Ruf ” die Russen kommen” lieber Selbstmord pflegen als sich der russischen Diktatur zu unterwerfen. Sie errichten nun Barrikade, nein ganze Berge, die eine Zusammenarbeit, Handel und Verständigung in naher Zukunft unmöglich machen. NATO Bodentruppen in die Ukraine, diese Scharfmacher sollten sich schon mal als freiwilliges Kanonenfutter anbieten. Sarkastisch kann man nur zu solchen Artikeln sagen : ita sit (es möge so sein)

Ihr treuer Leser
Jurgen L


6. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten und Leserschaft,
 
hat eigentlich irgend jemand, der jetzt ständig nach Friedensverhandlungen, Deeskalation und einer Mitverantwortung des Westens ruft, mitbekommen, welches System und welche Absichten der “ehrenwerte” Herr Putin verfolgt. In Russland ist in den vergangenen 10 Jahren ein faschistisches System entstanden, das offen und unverblümt seine brutalen und wahnsinnigen Fantasien kommuniziert. Dazu gehören die Destabilisierung des Westens mit allen Mitteln, die Vernichtung oder Heimholung der Ukraine ins russische Großreich, die Gründung einer Eurasischen Union unter russischer Führung und vieles mehr. All dies kann man nachlesen und recherchieren. Putin umgibt sich mit nationalistischen und faschistischen Philosophen und Denkern. Er unterstützt jede rechtsnationale Partei in Europa, manipuliert Wahlen und mehr.

Diese Entwicklung begann bereits vor mehr als 10 Jahren.Schon damals wurde offen über das “Problem” der Ukraine diskutiert. Weder die Annektion ukrainischer Gebiete noch der Einmarsch im Februar sind irgendwie vom Himmel gefallen oder haben irgendetwas mit Aktionen des NATO oder des Westens zu tun. Das ist lediglich das russische Narrativ.

Deshalb stimme ich dem taz-Artikel in gewisser Weise zu. Das Motto kann nur sein “Nie wieder Faschismus” und bedeutet leider, dem russischen Faschismus eindeutig die Stirn zu bieten.
 
Mit nachdenklichem Gruß
Thomas Trenker


7. Leserbrief

Hallo,

mir erscheint es so, als ob die Verzweiflung und Scham vieler Medienschaffender, Künstler und sonstiger Personen des öffentlichen Lebens über die Erkenntnis missbraucht worden zu sein in den letzten beiden Jahren so groß ist, dass sie lieber in einen kollektiven Suizid gehen wollen als sich selbst  belasten zu müssen.

Auch die verzweifelte  Erkenntnis, dass sie Korrupten weiterhin dienen (müssen!), denen sie nur mit Kündigung und einer Entscheidung für eine sehr ungewisse Zukunft entkommen können – wenn überhaupt. Denn die Aussicht darauf, dass sie dann vielleicht selbst zu den Etikettierten ausgemustert werden, ist ziemlich realistisch. Fazit: Gefangen “im Netz”, d  h. weitermachen oder untergehen…

Traurig, traurig meine Einschätzung, aber vielleicht irre ich mich ja.

Deutschlands Karma jedenfalls  (Prinzip von Ursache – Wirkung – Ursache usw.) stimmt mich sehr, sehr nachdenklich wie auch – oder erst recht – das der USA.

Liebe Grüße 
Barbara England 


8. Leserbrief

Ich verstehe nicht, warum Sie sich so echauffieren. Ich verstehe die taz als quasi-offizielles Sprachrohr von Bündnis 90/ Die Grünen.  Abgesehen davon, dass darin bereits seit vielen Jahren ein massiver Russenhass betrieben wird, hat sie sich von den ersten Tagen des Krieges gegen die Ukraine auf die Seiten der Falken gestellt. Unter anderem mit der Forderung die Russen auszuhungern – vielleicht gedacht als Fortsetzung der Leningrader Blockade von 1941. Insofern ist dieser Betrag von Herrn Udo Knapp nichts Ungewöhnliches. Ich wundere mich in dieser Hinsicht über nichts mehr.

W. Müller


9. Leserbrief

Liebes NDS-Team,
 
was soll man zu Eurer Frage sagen…NEIN es ist NICHT richtig, wenn in einem Kommentar in der “taz” der Einsatz von NATO-Bodentruppen im Konflikt in der Ukraine gefordert wird. Eine andere Antwort dürfen vernunftbegabte und halbwegs gebildete Menschen hierzu NICHT haben. Der offizielle Eintritt der NATO-Staaten in diesen Konflikt würde einen 3. Weltkrieg befeuern und heraufbeschwören. Das kann nicht im Interesse aller Europäer liegen.

Die “taz” soll ja mal ein eher “linkes” Blatt gewesen sein. Für meine Begriffe entwickelt sich diese Zeitung mit solchen Kommentaren, wie in meinem Bekanntenkreis auch seit langem befürchtet, in eine links-faschistoide Richtung. Leider, so ist jedenfalls mein Eindruck, hat dieser Unsinn der in solchen Blättern in den letzten Monaten abgedruckt wird, auch und insbesondere mit der immer weiter nachlassenden Bildung der Menschen die in solchen Häusern arbeiten zu tun.
 
Danke für Eure Arbeit, die nach meiner Meinung viel zu wenig Beachtung findet.
 
MfG
Jens Kretzschmar


10. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren der Nachdenkseiten,

in Bezug auf den Artikel der taz zu einem Nato Eingriff per Bodentruppen von Udo Knapp.

Soso, die Alten Hetzer. Kenne ich noch aus meiner Jugend in den 70igern. Da hieß es doch immer, der Russe steht vor der Tür. Ok, bis jetzt kam er noch nicht (vielleicht auch dank Helmut Schmidt,Willi B….usw).

Sollte allerdings die Nato (Deutschland) mit Bodentruppen eingreifen um unsere “Werte” (die sowieso nichts mehr wert sind) zu verteidigen dann ist zu befürchten ,dass dann die alten Vorhersagen doch endlich (für alle die an einen Endsieg der Ukraine (D) über Russland glauben)  wahr werden.

Fassungslos macht mich so ein Kommentar.Kriegsgeilheit (statt Friedensverhandlungen) von einem alten Mann. Ohne Sinn und Verstand.

Ich bin dann mal mit meiner Frau weg;)

Den Nachdenkseiten wünsche ich alles Gute und macht weiter so.

mfg
Wolfgang Blümlein


11. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,
 
regt euch nicht mehr auf, wie auch ich mich nicht mehr aufrege.
Der Drops ist gelutscht, uns bleibt nichts zu tun.
 
Ich muss sagen, in meinem direkten Umfeld sind viele entweder für direkte Konfrontation oder völlig Interesselos.
 
Die, die für Konfrontation sind, wissen in der Regel nichts von der langen Vorgeschichte dieses Krieges, sind aber an Ihr auch nicht interessiert, punktum.
 
Die monatelange Kriegshetze der Politik und der Medien hat ihren Zweck erfüllt.
Der Adler ist gelandet, alles weitere liegt in den Händen von Sleepy Joe.
 
Ich für meinen Fall werde fortan schweigen und mich mit der Suche nach dem Witz im Irrwitz beschäftigen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Schneider


12. Leserbrief

Liebe NDS

Was soll der Leser dazu schreiben. Zunächst verschlägt es einem ja die Sprache. Sind denn alle durchgedreht? Dauerfeuer gegen Russland an allen Fronten, Schule, Kirchen und öffentliche Dienste einbegriffen. Der Krieg wäre längst beendet und tausende könnten noch leben, wenn diese idiotische Aufrüstung der Ukraine unterblieben wäre. Die Einigung lag nahe. Liegen die ukrainischen und russischen Toten niemandem auf dem Gewissen?

Leider ist seit den Coronamaßnahmen klar, dass vieles, was mal so eben in irgendeiner Zeitung rausgequakt wird, dann tatsächlich eintritt. Natürlich wäre „der Russe“ schuld.

Die aktuelle Politik Deutschlands ist einfach nicht zu verstehen und völlig abgekoppelt von der Einschätzung der Menschen. Wir werden wunderbar beschäftigt mit (durch den Staat verschuldeten) Energieängsten, Rentenängsten, Coronagedöns usw. Dazu noch Drohungen gegen evtl. anstehende Proteste der Bevölkerung.

Ich persönlich habe diese Regierung nicht gewählt, aber hilft mir das?

Da bleibt doch nur wie Heine zu sagen:
Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.
Ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen.

Brigitte


13. Leserbrief

Wertes NDS-Team,

ich sehe nur eine Lösung uns allgemein und der Ukraine militärisch zu helfen:

alle Kriegstreiber sind zu verpflichten, unsere westlichen Werte persönlich mit einer Heckler&Koch in der Hand

zu verteidigen. Sie sind ja alle zu identifizieren (Gauck “würde selbst zur Waffe greifen” , Strack-Zimmermann, Nouripour, dem Autor in der TAZ etc.).

Es käme mit allen anderen Bellizisten ein schönes “Fähnlein” zusammen.

Zu lachen ist mir aber nicht. Ich bin Jahrgang 1947, mein Vater durfte von 1939 bis 1945 die Kriegsleiden als Sanitäter erleben. Er hat nur wenig erzählt, aber es wirkt immer noch in mir.  Als “alter” Mann habe ich persönlich wenig Angst. Umso mehr aber im Hinblick auf unsere Kinder und unsere 5 Jährige Enkeltochter. Ihr fröhliches Gemüt und ihr Lachen wird bei mir durch das Treiben der Bellizisten verdunkelt.

Mit freundliche Grüßen
Dr.-Ing. Stefan König


14. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,

nur gut, dass es die Nachdenkseiten gibt, ich würde ansonsten schon anfangen am eigenen Verstand zu zweifeln. Wie kann es nur zu solch einem Hass kommen. Man könnte wirklich meinen, gäbe es Putin nicht, die Welt wäre ein Paradies. Er führt einen Vernichtungsfeldzug gegen die westliche Welt. So wird es der Bevölkerung vermittelt von nahezu der gesamten Presse und von unseren Politikern, die vor lauter Solidarität mit der Ukraine das eigene Volk vergessen. Allein der Versuch, eine Lösung, einen Kompromiss zu finden, wird abgewürgt und verurteilt. Und was kommt nach dem Krieg? Russland wird weiter bestehen, die USA werden sich zurückziehen und nach dem Irak und Afghanistan ein weiteres Chaos hinterlassen. Nicht nur in der Ukraine, vor allem auch in Deutschland. Aber vorher müssen wir die Armee Putins zurückschlagen, um Demokratie, Freiheit und Menschenrechte zu verteidigen.

Mit besorgten Grüssen
Christa Schreiber


15. Leserbrief

Lieber Herr Riegel, liebes Team der NDS,

Mir fallen zwei Dinge ein:

1.: eine Parallele zu einem anderen Artikel der NDS vom Montag: Sicherheitspolitik und die Dämonisierung Russlands und seiner Bürger von Jürgen Hübschen, und zwar folgende Passage:

“Der Biograph des US-Präsidenten Abraham Lincoln und republikanische Senator von Indiana, Albert J. Beveridge, hat in einer Rede vom 9. Januar 1900 gesagt:
„Gott hat uns zu den Meisterorganisatoren der Welt gemacht, um System an die Stelle von Chaos zu setzen. Und aus unserer ganzen Rasse hat Er das amerikanische Volk als seine auserwählte Nation herausgehoben, um endlich den Weg zu bahnen zur Erlösung der Welt.“

Mit diesem Grundverständnis hat US-Präsident George W. Bush 2003 den völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak geführt, um den damaligen Präsidenten Saddam Hussein zu stürzen. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus erklärte George W. Bush am 7. März 2003:

„Wenn es um unsere Sicherheit geht, brauchen wir keine Erlaubnis von irgendjemandem, auch eine Zustimmung des UN-Sicherheitsrates nicht. Mein Glaube trägt mich, weil ich täglich bete…“

Als Bush von dem US-amerikanischen Journalisten Bob Woodward in einem Interview gefragt wurde, was er gedacht und empfunden habe, bevor er am 19. März 2003 seinen Truppen den Angriffsbefehl gegeben habe, antwortete Präsident Bush wie folgt:

„Es war sehr emotional für mich; ich habe gebetet. Ich betete, dass unsere Truppen sicher sind, dass sie vom Allmächtigen beschützt werden. Ich habe um die Kraft gebetet, den Willen des Herrn zu tun. Ich habe gebetet, dass ich ein möglichst guter Botschafter seines Willens sein möge. Und natürlich betete ich um persönliche Stärke und um Vergebung.””

Diese Parallele fiel mir ein, weil  die TAZ Putin Selbsterhöhung vorwarf… Ich empfehle ihm die Lektüre dieser Aussagen von US-Präsidenten!

2.:  Herr Udo Knapp soll sich bitte unverzüglich zur Front melden!

Und vielleicht noch: Warum sollte sich Herr Putin die Arbeit machen, den Westen militärisch zu zerstören? Das macht er doch gerade selbst, ganz ohne Munition.

Viele Grüße
Christine Salomon


16. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

da fällt mir – ganz spontan – nur noch ein:

“Wollt ihr den totalen Krieg?”

Dieses Niveau hat die TAZ inzwischen erreicht

MfG
GN


17. Leserbrief

Russland gegenüber pflegen maßgebliche taz-Redakteure seit Jahren einen aggressiven Ton. Wenn irgendwann aufgedeckt würde, dass auch diese vor Jahren mal linke und der Friedensbewegung verpflichtete Zeitung von gewissen Philanthropen gefördert und umgedreht wurde bzw. wird – es würde mich nicht wundern.

Volker Jansen


18. Leserbrief

Hallo,

Es ist beschämend, das die taz auffordert in den Konflikt Russland/Ukraine einzugreifen. Geschichtsbewusstsein ist wohl den Autoren und unseren Politikern abhanden gekommen.

Dieser Krieg ist eindeutig ein Stellvertreter krieg der USA und der Angriffsarmee der NATO.

Nach der Wiedervereinigung der deutschen Staaten, hat Gorbatschow gedacht, das die Eliten der westlichen Welt auch für Frieden und ein gemeinsames Haus wären. Die westlichen Staaten dachten, das sie den kalten Krieg gewonnen hätten und die UdSSR kapituliert hat. Damit würde die gesamte Welt den USA und Ihren Eliten gehören.

Deutschland sollte sich als Friedensengel in diesen Konflikt einbringen. Durch den Krieg des 1000jährigen Reich wurden offiziell 27 Millionen Menschen der UdSSR getötet. Es gibt andere Hochrechnungen, die bis zu 42 Millionen Menschen gehen.

Das das 3 Reich besiegt wurde ist nicht der Verdienst der USA, sondern der UdSSR. Die USA ist erst in den 2 Weltkrieg eingetreten als klar war das das 3 Reich geschlagen ist.

Wir Deutschen haben in keinem Land der Welt etwas zu suchen. Nicht körperlich und nicht mit Waffen die in Deutschland hergestellt werden. Wir sollten noch nicht einmal eine Rüstungsindustrie haben. Das Grundgesetz, hat die rot/grüne Regierung im jugoslawischen Krieg beschädigt und ignoriert, sondern in allen Kriegen mit deutscher Beteiligung. Nur zu Erinnerung im Jemen herrscht seit 9 Jahren Krieg mit Beteiligung Deutschlands Regierungen und Eliten.

Ich Frage mich, wo die deutsche Friedensbewegung im Augenblick schläft oder ist sie satt.

Meyer-Rauschenbach


19. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion der Nachdenkseiten, sehr geehrter Herr Riegel,
 
man möchte es eigentlich nicht glauben, dass in der subtilen, perfiden Strategie die öffentlichen Meinung auf eine aus meiner Sicht gewollte Verschärfung des Ukraine-Konfliktes  die Menschen auf eine direkte Auseinandersetzung mit Russland einzustimmen, nach den zahllosen Beiträgen in diese Richtung in Medien und  Politik noch Steigerungen möglich seien.
 
Dem Kommentator Udo Knapp ist dies in der taz, was mich längst nicht mehr wundert, unter der Überschrift  „Russlands Angriffskrieg: Gibt der Westen auf ?“ gelungen. In seinem Text behauptet er, dass es das  Völkerrecht nur gebe, „weil die freiheitlichen Demokratien hochgerüstete Armeen unterhalten“.

Diese alle Realitäten ausblendende und geschichtsvergessene Aussage eines Menschen der einmal Politologe studiert hat, hätten mir fast gereicht, mich nicht mehr weiter mit seinem  Kommentar zu befassen. Aber nach dem er aufbauend auf seiner eingangs erwähnte These  zu dem Schluss kommt, nun müssten dringend Nato-Bodentruppen an der Seite des ukrainischen Militärs eingreifen, fühle mich doch geradezu verpflichtet, einer solchen Forderung öffentlich zu widersprechen und bin fassungslos, dass diese von einem Menschen kommt, der nur wenige Jahre jünger ist als ich selbst und aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und dessen Folgen andere Schlussfolgerungen gezogen haben sollte, als dies sich in seinem Kommentar widerspiegelt.

Bei ihm hat das offensichtlich nicht zu politischer Vernunft und ethischer Reife beigetragen. Verachtenswert!

Im Übrigen bin ich Tobias Riegel dankbar, dass er den Text von Udo Knapp einer Bewertung unterzogen hat, die ich völlig teile und dem nichts hinzuzufügen ist.
 
Am Schluss meines Leserbriefes möchte ich Ihnen im Anhang ein Bild übermitteln, dass ich auf einem Friedhof in der Nähe der schwäbischen Kleinstadt Münsingen auf der Schwäbischen Alb aufgenommen habe. Auf diesem Friedhof sind über 500 namenlose russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter begraben, die in dieser Region zu Tode gekommen sind. Nur zwei Namen sind bekannt geworden, es sind die von zwei Kindern einer russischen Zwangsarbeiterin, die bei einem Luftangriff auf die Stadt Reutlingen umkamen. Vielleicht bringt das jene zum Nachdenken, die jetzt so bedenkenlos zu einer direkten militärischen Auseinandersetzung mit Russland trommeln und wie unsere Außenministerin sagt, Russland ruinieren möchten.

 
Mit den besten Grüßen
Herbert Löhr (80)


20. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren

Hier mein Kommentar der gerne veröffentlicht werden darf

Es ist erschreckend zu lesen mit welchen Gedanken die ehemalige Friedensbewegung sich verdreht. „Es gibt keine Gleichheit im Unrecht“ ein wohl weiser Spruch der Juristen. Ein Einmarsch der Nato in die Ukraine wäre vermutlich als genauso völkerrechtswidrig einzustufen. Im Fall Serbien wurde es zumindest so gesehen.

In welch verkehrter Welt Leben wir, wenn ein ehemaliger Brigadegeneral (Herr Vad) zum Verhandlungstisch aufruft und die Zeitung über Jahrzehnte vom Zuspruch der Generation Kriegsdienstverweigerung und Friedensbewegung lebte, nun im Kommentar ermuntert, mit dem Feuer „Weltkrieg“ zu spielen. Frieden und Völkerverständigung sind die höchsten Werte. Es gab einen Konsens zwischen den Regierungen, den Machthabern und den Menschen im Land zu unterscheiden.  Menschen in Russland und der Ukraine müssen erst einmal aus der Schusslinie – dass sollte höchstes Ziel unseres Handelns sein.

Das heißt Waffenstillstand und den Zustand einfrieren. Respekt vor den Wünschen der dort lebenden Menschen. Unter dem Einsatz von Blauhelmen sollte der Willen erfragt werden. Wer will zu Russland gehören, wer zur Ukraine. Welche Sprache soll in welcher Region vorrangig sein. Welches geopolitisches Gefüge ergibt ein zwei oder drei lebensfähige Staaten. Der Prozess kann und darf sich über Jahre hinziehen, wenn klar ist, dass es friedlich bleibt.

Die Ukraine hat schon jetzt fast 40% aller Frauen und Kinder verloren, die nach Westen, wie nach Osten geflohen sind. Wenn Ihre Männer im Krieg sterben, werden Sie nicht wieder zurückkehren – warum auch.  Das gleiche gilt für Moskau. Auch hier verlassen Menschen das Land aus Furcht vor einer Generalmobilmachung. Auch Moskau kann kein Interesse daran haben, den Donbass vollkommen verwüstet „einzugemeinden“.  Die Moskauer Regierung handelt gegen das Völkerrecht und das muss Konsequenzen haben für die Verantwortung für den Wiederaufbau und die Sicherung der friedlichen Koexistenz. Aber diese Konsequenzen werden nicht einseitig diktiert werden können. Auch hier wird der Verhandlungstisch der UN sprechen müssen.

Und auch in der Debatte gilt der Juristenspruch. Russland kann sich nicht auf Völkerrechtsverstöße des Westens als Rechtfertigung berufen. Russland muss sein Position aber darstellen und verargumentieren in einem fairen Ringen um eine Lösung und wir sind gut beraten Russland ein Zukunftsperspektive im europäischen Verbund zu geben.

Dr. Uwe Peters 


21. Leserbrief

Liebe Freunde von den Nachdenkseiten,
 
seit zwei Jahren lese ich nur noch die Nachdenkseiten, um mich zu informieren. Früher habe ich einmal TAZ und Süddeutsche gelesen. Ganz früher die Frankfurter Rundschau.
 
Ich hätte es angenehmer gefunden, wenn ihr den TAZ Kommentar zum Kriegseintritt der Nato am Stück veröffentlicht hättet. Die Kommentare dazwischen haben mich beim Lesen und Verstehen gestört.

Ich glaube, dass ihr sicher sein könnt, dass Eure Leser einen Text verstehen, ohne ihn erklärt zu bekommen. Am Schluss hättet ihr Euren Kommentar abgeben können – wie üblich. So fand ich es eher verwirrend.

Aber vielen Dank für Euer Engagement. Ich werde weiterhin nur die Nachdenkseiten lesen, weil die sogenannte Qualitätspresse sich längst von der Wahrheit verabschiedet hat.
 
Herzliche Grüße
Manfred Schulz


22. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe NDS-Macher,

zunächst einmal habe ich gedacht: ‚Ist das Satire oder kann das weg?‘ Aber dann musste ich hocherfreut dieses hervorragende Meinungsbild lesen. Letzten Endes aber wieder nur inkonsequentes Gejaule wie das der ewigen Zauderer um Strack-Zimmermann, Roth und Hofreiter. Es muss ein Ruck durch das Land gehen! 100 Milliarden, ich bitte Sie – mit dieser lächerlichen Finanzspritze kann doch lediglich die von der meiner Ansicht nach weitsichtigsten Verteidigungsministerin aller Zeiten eingerichtete BW-Consulting-Unit bei McKinsey ansprechend aufgestellt werden. Für unsere Wehrm.. äh ich meine Armee muss doch jeder Bürger bereit sein, seinen eigenen Beitrag zu leisten à la „Meine Wallbox gab ich für Flachbatterien!“ Deutschland muss mal so richtig ranklotzen, so wird das nichts mit dem Ends… ich meine mit der militärischen Überlegenheit. Wir lassen uns doch vom Russen nichts vormachen! Ich fordere Opferbereitschaft – „Frieren für den Frieden“ – papperlapapp Gauck – „Frieren für den Krieg“, wir wollen doch Krieg. “Das wird Russland ruinieren.“ – was ist denn das für inkonsistentes Geschwurbel, Russland muss zerstört werden! Letzthin fordere ich die Blockade von NS 1 auf deutscher Seite sowie das Entleeren der Gasspeicher in Richtung Russland. – Wer Ironie findet, kann Sie gern behalten. Finally, dass die „taz“ der „GROSSBUCHSTABEN“ im Fach Bellizismus den Pokal wegschnappt, wer hätte das gedacht. Ich bin unendlich froh, Bürger eines derart kultivierten und von intelligenten und empathischen Menschen geführten Landes zu sein, so froh, dass ich inzwischen ernsthaft in Erwägung ziehe, trotz meines akademischen Hintergrundes in Montevideo im ÖPNV tätig zu werden.

Ich bedanke mich für Ihre Tätigkeit und verbleibe hochachtungsvoll

Ihr Leser DS


23. Leserbrief

Ich habe mich schon lange gewundert, was aus der von mir ehemals (in den Gründerjahren) geschätzten kritischen Zeitung geworden ist. Der Artikel ist unglaublich, ich fasse es nicht, dass diese Kriegstreiberei veröffentlicht wird.

Gestern ein Protestmail an die Innenminister, heute ein Leserbrief am die TAZ, als hätte ich nichts Besseres zu tun.. ?゚リᆳ

Danke für eure Arbeit liebes NDS Team..

Mit freundlichen Grüßen 
Wilma Mohr 


24. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,
sehr geehrtes Nachdenkseiten-Team,
 
wie auch auf der Ebene der Politakteure gibt es auf der Ebene der Journalisten leider echte Geisterfahrer. Tun die nur so, oder sind die tatsächlich geistig total minderbemittelt?
 
Russland tut nichts anderes als auf die Aggressionsakte des Westens zu reagieren und man muss sich schon die Mühe machen, Russland zu verstehen gemäß Ursache und Wirkung. Wer steht vor wessen Türe? Sogar der Papst Franziskus hat das richtig erkannt. Das Bellen des NATO-Hundes hat Russland keine andere Wahl gelassen. Und ja es ist eine militärische Sonderoperation und nicht wie es der Scheinheiligkeitsjournalismus des Westens darstellt, ein Angriffskrieg. Den stelle ich mir ganz anders vor. Da sähe es heute in der Ukraine ganz anders aus und die Gefahr wäre groß, dass dabei dann ukrainische Atomkraftwerke in Mitleidenschaft gezogen sein könnten.
 
Russland erlebte Napoleon, den 1. Weltkrieg und vor allem dem 2. Weltkrieg mit dem Unternehmen Barbarossa und ca. 27 Millionen Opfern.
 
Gerade zu haarsträubend meint der TAZ-Autor: „Vermeiden kann der Westen diese Entwicklung nur, wenn er sich dazu durchringen würde, mit eigenen Bodentruppen an der Seite der ukrainischen Armee die völkerrechtswidrig eingedrungenen Armeen Putins hinter die Grenzen Russlands zurückzutreiben.“ Zitatende.
 
Dieser TAZ-Autor weiß wohl nicht von was der redet. In Konsequenz bedeutet das nichts anderes, als der Marsch in den 3. Weltkrieg.
 
Der Westen muss aufhören, der Welt deren Verständnis vom westlichen „Segen“ aufzuzwingen und Märkte erobern, koste es, was wolle. Das gilt vor allem an die Adresse Washingtons. Wie der Westen mittlerweile pervertiert ist, sieht man als Beispiel an dem Menschen Julian Assange. Er wird seiner Freiheit beraubt, weil er die Mordtaten des US-Militärs aufgezeigt hat. Normalerweise sitzen Täter im Gefängnis, nicht die, die die Mordtaten aufdecken.
 
Was die Westpresse anbelangt fragt man sich, geht es eigentlich noch schlimmer? Wir haben katastrophale Politiker und viele katastrophale Journalisten.
 
Freundliche Grüße
Gerd Lange


25. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten!

Der Artikel der taz ist ein weiteres Beispiel für die in der deutschen Presse vorherrschende Kriegsbegeisterung.

Man schließt sich anscheinend der Aussage von Frau Bärbock an, dass die Deutschen offenbar “kriegsmüde” geworden sei. 

Die Deutschen sollen für den Krieg gegen Russland begeistert werden, so, wie es die Presse schon vor dem 1. Weltkrieg erfolgreich praktiziert hat.

Laut Wissenschaftlichem Dienst des Bundestags tritt ein Land in einen Krieg ein, wenn es einer Kriegspartei schwere Waffen liefert und deren Soldaten an diesen Waffen ausbildet. Beides macht Deutschland und befindet sich damit de facto mit Russland im Krieg.

Das reicht offenbar noch nicht. Nun sollen laut taz auch noch Bodentruppen in den Krieg eingreifen. Selbstverständlich sollten dabei die Kinder anderer Leute den Kopf hinhalten und den Heldentod sterben. Wie antwortete schon Frau von der Leyen lachend auf die Frage, ob denn eines ihrer Kinder bei der Bundeswehr gewesen sei: “Selbstverständlich nicht”.

Man gibt offenbar keine Ruhe, bis wir wirklich im 3. Weltkrieg sind.

Wenn dann die erste Bombe auf Berlin fällt sind die jetzigen Kriegshetzer die ersten, die an der Bunkertür rütteln und rufen: “Lasst mich rein. Ich bin Pazifist.”

Jeder Tag, der vergeht, ohne dass die westlichen Länder auf Verhandlungen dringen, ist ein verlorener Tag mit vielen unnötigen Toten.

Warum hat man Putin und Selenski nicht nach Elmau eingeladen. Ob die gekommen wären, ist eine andere Frage, aber man hätte es zumindest versucht.

Stattdessen wird alles unternommen, damit der Krieg möglichst lange dauert, um Russland zu schwächen. Dass die Ukraine dabei vor die Hunde geht und zigtausend Menschen unnötig sterben, nimmt man dafür billigend in Kauf.

Später wird man dann wohl das sagen, was Madeleine Albright achselzuckend zu den 500 000 toten irakischen Kindern durch die US- Intervention sagte: “Es war diesen Preis wert.”

Der taz-Artikel ist ebenso wie das Handeln unserer Politiker an Menschenverachtung kaum zu überbieten.

Gruß
Frank Schumacher 


26. Leserbrief

Liebe NDS, 

ich hatte immer Angst, daß es in D mal wieder ”kracht” – schon als Jugendlicher – Geschichtsunterricht usw. zeigten doch, daß es nach dem I. Weltkrieg keine gute Idee war den II. zu organisieren – kein Zeichen von Rationalität, Intelligenz oder 100 anderen positiven Eigenschaften – man im Lande glaubt reichlich  gesegnet zu sein. …und doch. …meine Überlegung war immer es kann wieder passieren. …hoffentlich findet man noch den Ausweg aus dem ‘Teufelskreis’ bzw ‘Starrsinn’.

…wenn man nun sozusagen Udo Knapp’s Text unter’s ‘Mikroskop’ legen möchte…das einzig gute was ich daran finden kann ist, daß die Erkenntnis wohl ans Licht darf, daß mit Waffenlieferungen das Wunschziel nicht erreicht wurde. Ab dem Punkt könnte man rational usw. handeln – oder alternativ ”mit dem Kopf durch die Wand” wollen. Udo Knapp scheint letzteres zu bevorzugen.

Nichtsdestotrotz dürfte man den Faden an besagter Stelle aufnehmen – Wunschziel der Waffenlieferungen verfehlt – aber zu anderen Schlußfolgerungen kommen, z.B. Verhandlungen, Diplomatie, sich ehrlich machen, usw.

freundliche Grüße
Harald Klein


27. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,
 
Sie hätten Ihre Intervention denn auch unter einen Titel setzen können: „Mich wundert, dass sich niemand wundert!“
 
Sarkasmus pur: Die Entstehung unseres Sonnensystems und die Beschäftigung der Grünen mit Völkerrecht … könnten die zwei entscheidenden Weggabelungen unserer kosmischen Kolonie werden!
 
Welche unerwartbaren Folgen diese von Udo Knapp verkörperte ‘Himmelfahrt’ haben könnte, will ich mal an einem rein hypothetischen ‘Gegenentwurf’ zur taz fabulieren. Würde ich mich in den schieren Phantasien von Knapp und taz verfangen und ‘suhlen’ – käme wohl auch solch eine ‘verrückte Story’ zustande: „Moskau: Präsident Putin drohe seitens der Duma die Anklage wegen Hochverrats. Die zögerliche Operationsführung in der Ukraine werde ihm persönlich angerechnet. Dies würde Russland ‘von taZ und Westen’ nach fünf Monaten als allgemeine Schwäche ausgelegt und motiviere nun NATO zum direkten Gegenangriff auf russische Kernländer der Föderation.“ – Hoppla. WK3.
 
Die Lage wäre noch nicht hoffnungslos, wenn Ihr Hinweis auf den taz-Kommentar eine Singularität wäre. Leider ist die Lage sogar ‘schon komplex und äußerst verloren’! Da es offenbar wird, welches Pulver an Kriegshysterie im Heereslager Deutschland herrscht. Sphärisch habe ich den Eindruck, dass sich hier „alles zu einer ziemlich unreflektiert, kollektiven Himmelfahrt rüstet“. Dies ist um so bemerkenswerter, dass nicht ein Bürger mehr diesem, ich nenne es ‘Christi-Kinderkreuzzug’ in nicht einer Sphäre der Gesellschaft mehr entkommen darf! Weil alle Sphären der Gesellschaft nur noch das Thema ‘Gegen den Russen’ kennen und alles lüstern durchtränkt wird.
 
Die EKD (ihr Ex: Bedford-Strohm) rüstet wieder zur Groß-Deutschen Kirche. Ihre Morgenandachten im DLF sind bereits wieder ein: „So kniet nieder und danket wieder Gott!“ (Fama von Leuthen, 05.12.1757) Beleg heute: Pastorin Heidrun Dörken, Frankfurt/M. macht im Angesicht des Antichrist etwas-hundsgemein-Unchristliches: „Du sollst falsch Zeugnis ablegen wider Deinem Nächsten“. (Denn) Frau Dörken von der EKD besitzt die Chuzpe und stellt grad am Tag von Stauffenberg (20.07.22) in ihrer Morgenandacht förmlich feststellt: „Russland habe Georgien 2008 überfallen und Süd-Ossetien und Abchasien besetzt.“ Was faktbasiert doppelt und dreifach gelogen ist, Kirche!
 
15 Minuten später wird MdB Robin Wagener (Grüne) zum Interview-vor-Sieben gebeten. Auch Herr Wagener tritt dort offensiv ein, dass die NATO endlich eingreifen müsse. Der DLF titelt das später im web: „Wagener: Wer einen Waffenstillstand fordert, ist einfach nur zynisch“.
 
 Gehe ich auf den weiteren Tag über – Wäre es nicht so ernst, würde es unbeholfen und lächerlich wirken. Denn wie muss man solche zwei fließend nachfolgende Nachrichten im DLF – in deren ganzen Widersprüchlichkeit – verstehen: „Kommissionspräsidentin von der Leyen sagte in Brüssel, ein völliger Gaslieferstopp sei ein wahrscheinliches Szenario.“ Begleitet mit der uns sattsam bekannten Rhetorik: Russland benutze Gas als Waffe und sei ein unzuverlässiger Lieferant. (Aber dann:) „Die Bundesregierung pocht darauf, dass Russland auch nach der Wartung der Nord Stream 1-Pipeline wieder in vollem Umfang Gas nach Westen liefert. Man gehe davon aus, dass Russland seine vertraglichen Verpflichtungen erfülle, sagte eine Regierungssprecherin in Berlin.“ – Das meldet uns der DLF innerhalb von 60 Sekunden. – Länger als 60 Sekunden: Mich wundert, dass sich niemand wundert!
 
Anlässlich von Putins Kurzvisite in Teheran tauchen in den einschlägigen Foren (s. gestern u.a. Die Welt) massenweise lüsterne Mord-Phantasien auf. Ich wäre gespannt, ob deutsche Staatsanwälte da spontan tätig werden und IP-Adressen anfordern. Denn öffentlich gegebene und wirklich ungeschminkte Mordaufrufe auf Oberhäupter eines Staates weltweit müssten doch auch ‘bei Generalstaatsanwaltschaft mit OLG Koblenz’ strafbar sein? Vielleicht ist nicht Russland das belächelte ‘Obervolta’, sondern wir?
 
Ziemlich bekloppt auch Scheinheiligkeit angesichts westlicher Waffenlieferungen – die DLF-Presseschau (20.07.): Dazu notiert die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: “Die USA befürchten, dass Russland Kampfdrohnen bei den Iranern bestellt haben könnte. Welchen Schaden iranische Drohnentechnologie anrichten kann, zeigen die Angriffe auf Anlagen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Gipfeltreffen in Teheran verheißt also nichts Gutes (…) für die Ukrainer.”
 
Ja, ich bekomme Tränen tiefer Rührung? Logisch. Grönemeyers ‘Kinder an die Macht denn sie wissen nicht was sie tun’ … es wird endlich alles wahr!
 
Wie die Nachdenkseiten wohl bemerken könnten: „Man sollte es sich schon gut überlegen, ob das noch eine gewöhnliche Deutsch-russische Küche darstelle, wenn links und rechts gleich zwei verrückte Tassen-Schränke stehen. Also gleich zwei solche laut rumpelnde Schränke passieren zu wollen, grenzte für mich an … Himmelfahrt.“
 
LG Kramer


28. Leserbrief

Hallo Nachdenkseiten-Team,

mit Udo Knapp wagt sich ein revanchistischer Alt-68er mit seiner abgestandenen linkslibertären Polittünche in die PR-Arena und sucht nach Deutungshoheit mit evangelikaler Moraltheologie. Die taz sowie die taz FUTURZWEI sind in dieser neuen Gegenwart die ideale politische Bühne und ein sicherer Kontext, in welchem gestrauchelte Pseudointellektuelle Ihr Stammpublikum stets die Denkrichtung klaglos vorgeben können. Zwei Jahre “Pandemie” haben diese innere Zerrissenheit der BRD nun offen gelegt und deutlich gemacht, dass das Ditte Reich und dessen gesellschaftliche Nachfahren – im Denken wie im Handeln – vielleicht nur eine Handbreit entfernt – neben unserer satten, konsumistischen Wertegemeinschaft – weiter gedeihen und sich ideologisch modernisieren wie radikalisieren konnten. Sigmund Freud hätte unter Umständen für seine Thesen genügend Präzedenzen gefunden und in den verschlungenen Pfaden des Unbewußten die Triebfeder des Irrationalismus gefunden, die jene unbändige Lust am eigenen Untergang hätte lesenswert erscheinen lassen können ohne wirklich den tieferen Sinn verstehen zu müssen. Doch die gegenwärtige bürgerliche Radikalisierung ist fundamental rational entkoppelt und stellt reine Symbolpolitik über reine Vernunft. Mehr Vor-Aufklärung ist wohl nicht mehr möglich – oder?

Viele Grüße an das Team und seine Leser
Arnold Perstat


29. Leserbrief

Sehr geehrter Tobias Riegel,
sehr geehrtes NDS-Team,
 
für mich erhebt sich schon lange die Frage, ob die “taz” sich selber noch zu den “links-liberalen” Zeitungen zählt.

Eigentlich hatte mich deren Berichterstattung schon Anfang der 2000er “ent-täuscht”, nämlich immer dann, wenn ich zufällig eigene genauere, differenziertere Kenntnis von einem Sachverhalt hatte, den sie sich gerade “zur Brust genommen” hatte.

Allerdings ist es jetzt nach diesem kriegstreiberischen Artikel wirklich unübersehbar geworden, wie sehr auch sie sich der “freien Marktwirtschaft” unterworfen hat. Denn ihre zahlungskräftigen Anzeigenkunden und Abonnenten kommen generell nicht aus “links-liberalen” Kreisen.
 
Um Ihre Frage deutlich zu beantworten: “Nein, ich bin nicht für den Einsatz von Nato-Truppen oder gar den eigener Bundeswehrsoldaten im Ukraine-Krieg”. Schließlich würde es Olaf Scholz aus guten Gründen, selbst als bekanntlich treuer Vasall Washingtons nicht riskieren wollen.
 
Dagegen halte ich es für verdienstvoll, dass Sie sich bei den NDS immer wieder grundsätzlich dem Geschichtsrevisionismus, leider nicht nur dem der “taz” widmen und ihn anprangern, wozu auch die Befürwortung seitens unserer Massenmedien der Löschung der Informationsquelle der “RT”  gehörte etc.

Und die Anfeindungen, denen Sie mit Ihrer ehrlichen und sachgemäßeren Berichterstattung ausgesetzt werden, könnten Sie, wie einer Ihrer Leser einmal meinte, durchaus als “Ritterschlag” betrachten.
 
Leider bin ich als alte Rentnerin nur noch dazu in der Lage, Sie mit Worten dazu ermutigen, nicht aufzugeben, sondern weiter zu machen.
 
Mit Dank für Ihre Arbeit
und herzlich-solidarischen Grüßen
Johanna Michel-Brüning


30. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,
 
Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich schreiben soll, weil alles so unterirdisch ist. Wenn dieser Krieg nicht bald entschieden wird, so befürchte ich eine Ausweitung auf Europa. Das kann auch erst in ein paar Jahren so weit sein. 
 
Obwohl ich selber Pazifistin bin, kann ich die Gründe der russischen Föderation nachvollziehen und stimme hiermit gleichzeitig Herrn Müller zu, der die ständigen Floskeln bezüglich der Aggression Putins kritisiert.  Doch Wagenknecht und Prantl würden keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen, wenn sie nicht ständig diese Floskel wiederholten . Genauso wie Wissenschaftler immer wieder die Impfung empfehlen müssen, obwohl das oft zu ihren anderen (vernünftigen) Aussagen nicht passt.
 
Sorgen machen mir allerdings die Äußerungen von  Ramsan Kadyrow, der von Entmilitarisierung von ganz Europa spricht und angeblich schon Pläne schmiedet. (Siehe Lifeticker RT)

Aber selbst das rechtfertigt keine Bodentruppen der NATO.
 
Wir sollten Frieden mit Putin schließen, bevor wirklich unberechenbare Hitzköpfe an die Macht kommen.
 
Die Sache ist brandgefährlich und der Krieg ist in den Köpfen und Herzen der Menschen jetzt schon. Wenn nicht ein Wunder passiert, dann passiert etwas wirklich Schlimmes.
 
Ich hoffe, wenn nicht schon der Friede siegt, so doch die Vernunft und der gesunde Menschenverstand.
 
Außerdem hoffe ich, dass die Nachdenkseiten uns noch lange erhalten bleiben.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Maria McCray


31. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren:

Es sollen also schon NATO-Bodentruppen dabei sein. Ich würde sagen “lieber nicht”. Es gab zwar den Fall des 2. Golfkrieges, in dem aber ein Bündnis von Armeen aus 4 Kontinenten so etwas in Kuwait machten. Aber hier haben wir es mit der NATO zu tun, von denen einige Länder schon nahe Russlands sind. Die Eskalationsgefahr ist hier wesentlich größer als im Falle des Iraks. Und auch in diesem Fall wurden Raketen vom Irak auf Israel abgefeuert. Was hält Russland dann davon ab, Raketen etwa nur mit konventionellen Sprengköpfen auf europäische Ziele abzufeuern.

Gruß
R.K.


32. Leserbrief

Einige Worte zum Kommentar von Tobias Riegel                                                                                                

Die Grünen haben 1999 (zusammen mit den „Sozialdemokraten“) den Krieg gegen Jugoslawien geführt. Die „taz“ ist das ideologische Sprachrohr der Grünen, die spätestens seit jenem Datum eine Kriegstreiberpartei ist. „Dass es das Völkerrecht nur gebe, weil die freiheitlichen Demokratien hochgerüstete Armeen unterhalten“ – Wie kann man einen derartigen Mist schreiben, und überhaupt, was soll man von Politikern und Journalisten halten, die eine derart verzerrte Sichtweise haben? Für „Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sind die USA und ihre Vasallen  nie eingetreten. Ja sie unterstützen gar „antidemokratische, ja faschistische Regime“, wenn es um ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen geht.  Nicht „Russland bilde(t ) nun ‚Allianzen mit den übrigen Diktatoren der Welt in China, Syrien, dem Iran und mit vielen anderen Möchtegern-Autokraten‘“, sondern die USA zusammen mit  vielen autoritären Regimen.

Gruß H.R.


33. Leserbrief

Es ist wunderlich wie die gleichen Kreise, die noch vor wenigen Jahren „Soldaten sind Mörder“ schimpften heute nach der Armee rufen.

Kriegsdienstverweigerer, die andere an die Front schicken wollen.

Außerdem, glauben diese Leute wirklich, dass sich gewisse angloamerikanische Kreise damit zufrieden geben die russischen Truppen zurück nach Russland zu schicken?

Schon in den 90ern, also lange vor Putin, schwärmten diese Leute vom eurasischen Brückenkopf nach Russland. Dieser Brückenkopf besteht aus Frankreich, Deutschland, Polen und der Ukraine. Es geht wie immer um den Griff nach noch mehr Macht und um den Besitz der Rohstoffe in anderen Ländern. So wie in den vergangenen Jahrzehnten bis heute auch.

Über diese Fakten kann sich jeder aus 1. Hand informieren, da sich diese einflussreichen Leute direkt an die Öffentlichkeit wenden. Sei es durch Interviews die immer noch online sind oder eigens veröffentlichte Bücher.

Aber offensichtlich sind viele nicht in der Lage oder gewillt sich selbst zu informieren

Nun, ich habe jedenfalls keine Fragen mehr wie das Dritte Reich mitsamt dem 2. Weltkrieg möglich war.

„Wollt ihr den totalen Krieg?“ wird von einigen wohl wieder mit einem lauten „Ja!“ beantwortet. Nun, die Konsequenzen werden sich nicht auf etwas höhere Preise und ein wenig frieren beschränken.

Bin gespannt wie lange es dieses Mal dauert, bis der Deutsche wieder zur Vernunft kommt.

Silke Böschen


34. Leserbrief

Lieber Herr Riegel,
 
mir stockte förmlich der Atem, als ich Ihren Kommentar gelesen habe. Natürlich habe ich gleich den Beitrag in der taz geöffnet. Es ist unfassbar, was der „Politologe“ Udo Knapp dort von sich gibt. Das ist nichts weniger als ein Aufruf zum Atomkrieg und zur Auslöschung der Menschheit.

Dabei beruft sich der in seinen Äußerungen Gottlose auf die Bibel – welche Blasphemie. Und behauptet allen Ernstes, „Putin hat sich zu einem selbstbezogenen, autokratischen Alleinherrscher aufgeschwungen, der seine Lebensmission offenbar darin sieht, die freiheitliche westliche Welt und ihre Liberalität nicht nur zurückzudrängen, sondern zu zerstören.“ Welcher Gott hat ihm diese Charakterisierung eingegeben? Und: wo haben wir eine „freiheitliche westliche Welt und ihre Liberalität“? Ist es nicht vielmehr so, dass wir in einer Diktatur des Kapitals leben, in der das einzelne Leben nichts, der Profit aber alles zählt? Und hat nicht schon Marx in dem von ihm zitierten Text darauf hingewiesen, dass das Kapital für 100 Prozent Gewinn alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß stampft, „300 Prozent , und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.“(Karl Marx. Das Kapital. Erster Band, Berlin 1981, S. 788). Dem „Westen“ geht es nicht um Freiheit und Demokratie, sondern um Profit, Macht und geostrategische Vorteile; das haben besonders die USA in der Vergangenheit nur zu oft bewiesen. Und nun kommt dieser Möchtegern-Welterklärer daher und stellt die Realität auf den Kopf, indem er Putin genau die Motive andichtet, die bislang Privileg der USA-Nato waren. Seine extreme Unlogik kommt in der Behauptung zum Ausdruck, dass „es zu einem Krieg, zu Gewalt als letztem Mittel der Selbstbehauptung, keine Alternativen mehr gibt“. Es gibt zu jedem Krieg eine Alternative, nämlich ihn nicht zu führen und damit unendliches menschliches Leid, soziale, ökonomische und ökologische Katastrophen zu vermeiden (oder, wie Harald Welzer sagt: ein umweltfreundliches Auto ist nur das, welches nicht produziert wird). Putin ist viel zu klug und ihm ist völlig klar, dass er die Welt nicht ändern kann. Er will nichts weiter als sichere Existenzbedingungen  für die Russen und Russland (wobei man durchaus über die Wahl seiner Mittel streiten kann). Damit reiht sich Knapp in die Reihe derjenigen ein, die in Deutschland kriegslüstern und hassbesoffen – selbst Minister (innen) und Ausschussvorsitzende (innen) zählen dazu – alle Vernunft und Diplomatie fahren lassen. Offensichtlich hat die taz im letzten halben Jahr dieselbe Metamorphose durchgemacht wie die Grünen. Da hilft auch kein Matthäus-Evangelium.
 
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Schiebert


35. Leserbrief

Geehrte Nachdenkseiten-Leute

Wirklich das Letzte und was für ein Deja vue-Effekt! Ich weiß noch, wer Udo Knapp ist und war: Der letzte Vorsitzende des legendären Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS). Im Frühling 1969 war er mit dabei als wir im damaligen Trikont-Verlag (München) große politische Pläne schmiedeten. Und jetzt!!! Offenbar steht heute alles auf dem Kopf – links ist rechts und rechts ist alles oder umgekehrt? Jedenfalls erinnerte mich obige Entdeckung sofort an die absurde Geschichte eines bekannten “linken” Vorgängers, Hans-Magnus Enzensberger, welcher 1991 einen völlig verdrehten Artikel zur Rechtfertigung und Feier des ersten Golfkriegs im SPIEGEL veröffentlichte. Günther Nenning, ein engagierter österreichischer Journalist (gestorben 2006), hat daraufhin in DIE ZEIT einen wundervoll höhnischen Verriß geschrieben. (Beides füge ich als attachment hier an). Enzensberger und Knapp (und vermutlich noch etliche weitere einstmals linke Geistesgrößen scheinen bekannt gewordene Fälle eines noch nicht untersuchten Syndroms zu sein: Die heimliche Sehnsucht (ehemals) linker Vordenker nach der Rückkehr in den Schoß der Mehrheitsmeinung.

Zur Illustration dieses offenbar grassierenden Syndroms würde es sich vielleicht lohnen, die beiden angehängten Texte irgendwie separat zugänglich zu machen. Das dritte file ist nur ein großflächiger scan des authentischen ZEIT-Artikels. Ich weiß nicht, wie ihr in solchen Fällen verfahrt und ob das überhaupt möglich ist.

Martin Hutter


36. Leserbrief

Hallo Herr Riegel,

mit der taz ist es wie mit den Grünen: sie sind dabei, die CDU rechts zu überholen…

Beides hoffnungslose Fälle.

Viele Grüße und weiter so !!!
Christoph Ottmar


37. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

ich denke nicht, dass die taz noch Grenzen überschreiten kann, die sie nicht schon vor langer Zeit überschritten hat. Was hier über Russland steht hat Dominic Johnson schon vor Jahren über Syrien gelogen.

Bei mir läuft die taz entweder unter “transatlantischer Anzeiger” oder “linke BILD”.

Interessanter als was in diesem Revolverblatt steht finde ich die Frage, wer das liest und finanziert. Warum Leute, die früher gegen Pershings demonstrierten, heute ein taz Abo haben.

Grüsse, Thomas Müller


38. Leserbrief

Thomas Riegels Kritik an Udo Knapps Kommentar in der taz empfinde ich als journalistisch unlauter und deplaziert. Ich teile teile Udo Knapps Meinung nicht und halte seine Kriegsempfehlungen für hochgefährlich. Herr Riegel aber wirft durchgängig der taz insgesamt Kriegstreiberei und Meinungsmache vor, statt seine Kritik an den Autor zu richten. Es handelt sich nicht um “die Aussage der taz”; nicht die taz geht “ins hochmoralische Gericht”; es handelt sich auch nicht um einen “Artikel”, sondern um einen Kommentar (oder kennt Herr Riegel nicht den Unterschied zwischen Meldung und Meinung?). Ein Beispiel journalistischer Qualität sieht anders aus.

Hinter diesem Verhalten steht eine äußerst bedenkliche Sichtweise, nämlich eine ganze Redaktion in Haft zu nehmen für die Meinung eines Einzelnen. Die taz ist eine demokratische Institution, in der Journalisten größere Freiheiten haben als in vielen anderen Medien und es gibt nicht den großen Boss, der alles zensiert. Dieser Kommentar belegt im Gegenteil wie groß die Freiheit und die Vielfalt in dieser Zeitung ist, in der ebenso z.B. gegen Waffenlieferungen argumentiert wurde.

Wolfgang Mebs

Anmerkung Tobias Riegel: Bereits im Vorspann meines Artikels wird mitgeteilt, dass es sich bei dem Text von Knapp um einen Kommentar handelt.


39. Leserbrief

Es ist unglaublich, dass ein deutscher Autor in der TAZ zum Kriegseintritt der NATO und damit auch deutscher Truppen gegen Russland aufruft.

Nicht anders ist dieser Artikel zu verstehen. Damit hat die TAZ eine rote Linie überschritten. Leider ist Udo Knapp nicht der einzige Autor mit solcherlei Kommentaren.

In der regionalen Tageszeitung “Freies Wort” schlussfolgerte der Autor auf Grund der Abreise des russischen Außenministers Lawrow vom G 20 Gipfel, Russland müsse man wirtschaftlich und militärisch besiegen. Diese Propaganda und Hetze erinnert immer mehr an längst vergangen geglaubte Zeiten aus der Nazidiktatur.

Es bleibt zu hoffen, dass unsere verantwortlichen Politiker nicht auch diesem Stil verfallen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Peter Crämer


40. Leserbrief

Die NATO hat in diesem Krieg nichts zu suchen. Die ständigen Waffenlieferungen verlängern nur den Krieg und stellen bereits ein Einmischung dar. Das solche Beiträge überhaupt gedruckt werden, halte ich schon für fragwürdig.

Mit derartigen Äußerungen werden Schäden angerichtet, für die wir sehr lange und sehr viel bezahlen müssen!

Richard Schaefer


41. Leserbrief

“Hat die taz hier eine Grenze überschritten?”, fragen Sie und meine Antwort lautet: Ja natürlich! Und zwar bewusst!

Die taz, einstmals regierungskritisch, ist längst zur Tröte des progressiv-neoliberalen Bürgertums verkommen. Dazu gehört, immer mal wieder auszuloten, was im Juste Milieu sagbar und konsensfähig erscheint und die Grenzen peu a peu zu verschieben.

Im Corona-Diskurs verlief die Ausweitung der Kampfzone von “Maßnahmen-Kritiker sind Spinner” bis hin zum pauschalen Nazivorwurf, der letztlich sogar Berufsverbote und Internierungen akzeptabel erscheinen ließ – zumindest im Berliner Fischgrät-Parkett-Milieu.

In der Ukraine-Krise beobachten wir eine ähnliche Entwicklung, ging es zunächst um humanitäre Hilfe, bzw. die Lieferung defensiver Waffen, ist nunmehr eine direkte Kriegsbeteiligung das Ziel, zumindest als Maximalforderung. In der Praxis läuft es dann vielleicht “nur” auf die Lieferung von Leopard-Panzern hinaus, aber hey: Wieder ein Schritt weiter!

Der Autor des taz-Artikels, Udo Knapp, ist ein bewährter Facharbeiter auf der linksliberalen Diskurs-Baustelle, schon in einem früheren Artikel wusste er feinsinnig zwischen “guten” Protestierern (Klima-Aktivisten) und “bösen” (Corona-Maßnahmen-Kritiker) zu unterscheiden. Erstere solle man für die “gute Sache” einspannen, bei Letzteren sei es geboten, “… mit einer konsequenten Grünen Law-and-order-Politik den Impfschwurblern … die Rote Karte zu zeigen.”

Nun kann man sich über Knapp & Konsorten bis zum Erbrechen aufregen (schmeiß in Kreuzberg 61 ‘nen Stock und du triffst fünf von der Sorte auf einmal), wahlweise ist man dafür dankbar, dass es so schlicht gestrickte Vertreter des “wahren Geistes” gibt. Sprechen sie doch wenigstens offen aus, welch schöne neue Welt sie und ihr Milieu dem Durchschnittsbürger überzuhelfen gedenken. Die Sprechblasen echter Kommunikationsprofis sind nicht so leicht zu dechiffrieren.

Deshalb und was Herrn Knapp angeht: Klare Leseempfehlung von meiner Seite ;-)

Freundliche Grüße!
J.L


42. Leserbrief

Diese Art Artikel werden gerade überall lanciert. “Berüchtigt”, auch in der Wortwahl, ist zur Zeit auch der Artikel aus dem Guardian:

theguardian.com/commentisfree/2022/jul/17/putin-is-already-at-war-with-europe-there-is-only-one-way-to-stop-him

Im Grunde steht hier das Gleiche drin, es entblödet sich der Autor auch nicht, zu behaupten, sein Vorschlag NATO-Bodentruppen in die Ukraine zu schicken sei kein Werben für den dritten Weltkrieg. Hat gar nix miteinander zu tun…

Ich denke, obwohl die Zeit grundsätzlich für Russland spielt, muss Russland doch bald Nägel mit Köpfen machen und die ukrainische Armee ausschalten. Unsere Transatlantiker werden ungeduldig und zunehmend größenwahnsinnig, denn viel zum Eskalieren bleibt nicht mehr übrig. Ihnen muss eindeutig gezeigt werden, dass das “Spiel” verloren ist, von sich aus haben NeoCons keinen eingebauten Rückwärtsgang.

Von der Illusion einer “Verhandlungslösung” wird man sich aber inzwischen verabschieden müssen. Ich bezweifle, dass Russland noch irgendetwas von der Ukraine übrig lässt, dass der Westen ein zweites Mal als Eskalationsbasis benutzen kann. Zumindest darin war die westliche Kriegsverlängerungtaktik “erfolgreich”.

Gruß,
R. Spiller


43. Leserbrief

Es ist in meinen Augen kompletter Irrsinn, den Krieg zwischen Atommächten irgendwie für möglich zu halten. Wie etwa zwischen der NATO und Russland. Deutschland würde wegen der bei uns stationierten amerikanischen Truppen mit deren Atomwaffen zum Ziel der russischen Überschall-Atomraketen werden.Ist der taz nicht klar, was das für Folgen haben würde? In wundere mich nur, dass im „Rechtsstaat“ Deutschland keine rechtlichen Schritte gegen das Verbreiten von derartigen abartigen und gefährlichen Spinnereien in einem reichweitenstarken Medium unternommen wird. Bei vergleichsweise wirklich harmloseren Diskussionen über zum Beispiel Anordnungszwang und Nutzen von Impfungen, wird offiziell nach Zensur gerufen. Wir haben gerade erlebt, dass die Ungeimpften nicht alle gestorben sind. Also kann man dazu wirklich Fragen stellen.Impfgegner sind sehr wahrscheinlich viel harmloser als Friedensgegner. Ein Krieg der Atommächte NATO und Russland steht nämlich außer Frage und Diskussion. In dem würden fast alle von uns sterben. Mit einer Inzidenz von 99999. Ich meine dass uns der Talmud mahnt, auf unsere Gedanken zu achten, weil aus diesen Worte und aus Worten Taten werden können. Die taz sollte sich Gedanken über die Möglichkeit von Friedensverhandlungen machen, zu Frieden, Versöhnung und Abrüstung aufrufen. Wir brauchen im 21. Jahrhundert endlich eine friedliche Welt. Daran müssen wir denken, und darüber sollten alle Zeitungen schreiben.

Reinhard Maaß


44. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

mit Interesse habe ich Ihren Beitrag in den “Nachdenkseiten” “Die taz erklärt den Weltkrieg” gelesen. Für mich ist es unerklärlich,

wie ein Journalist derartig gefährliche Forderungen nach offiziellem Eintritt der NATO in den Ukrainekrieg stellen kann, an dessen Ende der ganz Europa vernichtende Atomkrieg stehen  würde.

Ich empfehle dem Herrn Knapp das Buch “Hiroshima: Countdown der Katastrophe” von Stephen Walker.

Da kann er sich mal informieren, was eine einzige Atombombe anrichtet.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Philipp


45. Leserbrief

Die Medien in Deutschland spielen verrückt.

Die „taz“ möchte den dritten Weltkrieg mit Millionen von Toten.

Die „taz“ unterschlägt die völkerrechtswidrigen Kriege der USA mit Hunderttausenden von Toten.

Mit freundlichen Grüßen
W. Sixt


46. Leserbrief

Liebe Redaktion der Nachdenkseiten,

Sie fragten, ob die taz in dem von Ihnen zitierten Artikel eine Grenze überschritten hat und baten Ihre Leserinnen und Leser um Rückmeldung.

Nach meiner Einschätzung sind diverse Grenzen überschritten worden. Die im der taz dargestellte Position des Herrn Knapp ist gefüllt mit Verzerrungen durch Weglassen, unlauteren Personifizierungen, Verleumdungen und Falschdarstellungen. Ich möchte nicht auf alle Details eingehen, sondern die Frage aufwerfen, wie dies rechtlich zu bewerten ist.

Herr Knapp vertritt klar die Auffassung, das die NATO und auch Deutschland sich direkt mit eigenen Truppen am Krieg in der Ukraine beteiligen sollten. Er fordert die politischen Entscheidungsträger hierzu direkt auf, es sei noch nicht zu spät, schreibt er.

Gegenüber der Ukraine besteht keine Beistandsverpflichtung. Es liegt auch kein UN-Mandat für einen Einsatz in der Ukraine vor. Auch wenn der Angriff Russlands auf die Ukraine völkerrechtswidrig wäre (was noch nicht abschließend geklärt ist), so wäre eine direkte Beteiligung am Krieg somit sehr wahrscheinlich völkerrechtswidrig und gemäß § 13 VStGB strafbar. Gemäß § 111 StGB ist eine öffentliche Aufforderung zu einer Straftag in dem gleichen Maße zu bestrafen, wie die Straftat selbst.
Ich bin nicht sicher, ob ich diese Vorschriften richtig auslege und ob die Veröffentlichung in der taz entsprechend einzuordnen ist. Möchte aber die Juristinnen und Juristen unter den Leserinnen und Lesern anregen, dies zu prüfen. Denn die Regeln des Anstands und der journalistischen Sorgfalt wurden hier weit überschritten.

Ansonsten bliebe nur noch die Anregung an Herrn Knapp, sich persönlich der Ukrainischen Armee anzuschließen, wenn er eine Beteiligung am Krieg für notwendig hält.

Mit freundlichen Grüßen
Jens  Kretzschmar


57. Leserbrief

Hallo Tobias Riegel,

natürlich hat die “taz” recht!

Ich finde es auch langweilig, einfach nur da zu sitzen und auf den “Großen Knall” zu warten.
Das muss alles schneller gehen und dazu wird halt auch unsere Hilfe gebraucht. Es wird dann schon klappen.

Mit leider düsteren Gedanken und entsprechenden Grüßen
Euer BrunoS


48. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Riegel,

zu der Sportpalast-Kolumne der Trans-Atlantik-Zeitung (taz) fehlen mir die Worte.

Mit stummen Gruß,
KK


49. Leserbrief

Guten Tag Herr Riegel,

Sie fragen, was wir Leser der Nachdenkseiten von dem Kommentar des taz-Redakteurs Knapp halten? Ehrlich gesagt, finde ich kaum Worte, um auszudrücken, was ich empfand, als ich erstmals in den Text hinein gelesen habe. Für mich bilden Herrn Knapps Ausführungen den absoluten Tiefpunkt des deutschen Nachkriegs-Journalismus. Aber nach dem Krieg ist ja bekanntlich vor dem Krieg. Deshalb bin ich guter Hoffnung, dass Herr Knapp und seine Freunde aus der taz-Redaktion in den nächsten Wochen noch weitere Idiotien von sich geben werden, die seine jetzigen Schwurbeleien (ja, SCHWURBELEIEN!) noch übertreffen. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass ein Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg noch auf solche Gedanken kommen könnte. Wir sollen also eine kleine Armee losschicken und uns dem heldenhaften Kampf mit dem bösen Russen stellen? Wenn ausgewachsene Journalisten so etwas äußern, frage ich mich ernsthaft nach der geistigen Verfassung unserer Gesellschaft. Könnte es womöglich sein, dass wir uns zu einer Gemeinschaft kriegerischer Schimpansen zurückentwickeln? Oder sind Herrn Knapps Äußerungen schon die Vorboten unseres endgültigen Untergangs?

Ich weiß nicht, wann Herr Knapp geboren worden ist und welche Lehrer ihn unterrichtet haben. Falls er ein jüngerer Zeitgenosse ist und solches ausspricht, muss es aber wahrscheinlich an seiner Bildung liegen. Womöglich sind die Lehrer nach der neoliberalen Wende dazu übergegangen, bestimmte Themen aus ihren Unterrichten vollständig zu streichen. Deshalb dürfte Herr Knapp nichts von der realen Existenz von Atomwaffen wissen und sich auch noch nie den Kopf darüber zerbrochen haben, wie Konflikte schrittweise eskalieren. Der Einsatz von Bodentruppen der Nato in der Ukraine ginge meines Erachtens fast zwangsläufig mit der Vernichtung des gesamten Kontinents Europa einher. Wenn nämlich Menschen in einem Krieg sterben, fallen zwangsläufig auch alle Hemmschwellen, die die Aggressionen unserer Artgenossen in friedlicheren Perioden im Zaum halten. Da nehme ich mich selber gar nicht aus: Solange keiner meine Kinder und Enkelkinder anrührt, kann man mit mir nach Belieben Späßlein wie den Corona-Irrsinn treiben, ohne dass ich sogleich eskaliere. Meine Friedlichkeit findet allerdings ihr Ende, sobald man mich in eine Situation zwingt, aus der ich keinen Ausweg mehr weiß. Ich handle dann wie eine Ratte, die sich in die Enge getrieben fühlt. Genau das geschähe mit den Menschen jeden Tag tausendfach, wenn wir uns an einem heißen Krieg aktiv beteiligten. Mancher, der einen Angehörigen im Kampf verlöre, wäre dann plötzlich zu allem fähig und vergäße darüber hinaus womöglich sogar seine berechtigte Furcht vor einem Atomkrieg. Wenn man ohnehin schon alles verloren hat, was einem lieb und teuer war – und das ist in Kriegen häufig der Fall – weshalb sollte man dann noch davor zurückschrecken, sich auch einem Kampf zu stellen, den man auf keinen Fall gewinnen kann? 

Vor hundert Jahren mag es ja noch angegangen sein, wenn man sich auf derartige Experimente mit der menschlichen Natur eingelassen hat: Kriege kosteten zwar schon damals Millionen von Menschenleben: Man konnte sich im Grunde aber immer sicher sein, dass am Ende noch etwas von der menschlichen Zivilisation und unserer Umwelt übrig blieb. Ließen wir uns heute auf das Spiel dieses unsäglichen taz-Schreiberlings ein, gäbe es dafür indessen keine Garantie mehr. Wenn ich Stimmen wie diejenige von Herrn Knapp höre, beschleicht mich das Gefühl, dass ich es hier mit Menschen zu tun habe, die inzwischen so verwöhnt und gemästet sind, dass sie Privilegien wie Wohlstand, Frieden und Menschenrechte überhaupt nicht mehr zu schätzen wissen. Der Krieg ist für Herrn Knapp ein abstraktes Geschehnis, dass sich einzig und allein auf Fernsehbildschirmen abspielt. Und weil sich der Schreiberling einen Platz an der Sonne der Eliten gesichert hat, geht es ihm letztlich am Allerwertesten vorbei, wer da irgendwo im Osten sein Leben für seine unsinnige Weltanschauung opfert. Die taz schürt hier in Stürmer-Manier Kriegsstimmung. Wenn es dann irgendwann so weit kommt, dass sich die Hetzer mit ihrer Meinung durchgesetzt haben, verlassen sie das sinkende Schiff und suchen Schutz in irgendeinem abgelegenen Eliten-Bunker. So jedenfalls stellt es sich Herr Knapp offenbar vor. Am Ende wird es im schlimmsten Fall aber auch für den Edel-Journalisten Knapp keinen Platz geben, an den er sich vor dem von ihm initiierten Wahnsinn retten kann. Ein schwacher Trost!

Mit freundlichen Grüßen
M. Freuding 


50. Leserbrief

Liebe Kollegen der Nachdenkseiten,

ich gehöre zur Generation der im zweiten Weltkrieg Geborenen und habe in meiner Kindheit während der unmittelbaren Nachkriegszeit noch sinnlich erfahren, dass Krieg das Schlimmste, Grausamste und Mörderischste ist, was Menschen sich antun können. Von den 40 Kindern meiner Volksschulklasse hatte ein Drittel keinen Vater mehr. Viele der aus dem Krieg zurückgekehrten Männer (Väter, Lehrer, Nachbarn) waren traumatisiert. Ich sehe vor mir noch die Menschen auf den Straßen mit fehlenden Gliedmaßen und Holzkrücken, die Kriegsblinden, die Baracken für die „Ausgebombten“, den 15 km entfernten Trümmerhaufen, der einmal eine schöne Stadt war …

Bis vor wenigen Jahren hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass in diesem Land mit seiner Geschichte eine solche unglaubliche Kriegsgeilheit ausbrechen könnte. Führend sind dabei nicht einmal die Rechten, sondern Leute aus dem „rotgrünen“ Spektrum. Das Mindeste, was Herr Knapp und seine „freiheitlichen“ TAZ-Redakteure für ihre Glaubwürdigkeit tun müssten wäre, sich so schnell wie möglich in die Ukraine zu begeben, um sich selbst den freiwilligen Söldnern anzuschließen. An die Überzeugungskraft von Argumenten glaube ich bei diesen Menschen nicht mehr, jedoch bin ich mir sicher, die Erfahrung würde wirken. Selbstverständlich werden sie nicht hingehen, Hetzen und andere ins Verderben schicken ist billiger.

Im Übrigen liefern solche „rotgrünen“ Auslassungen immer mehr Belege für den Realitätsgehalt der Befürchtung Theodor Adornos in den 1950er Jahren, als er sagte, er halte die Gefahr eines Faschismus in der Demokratie für potentiell bedrohlicher als faschistische Tendenzen gegen die Demokratie.
 
Vielen Dank für Eure Arbeit und herzliche Grüße
Hagen Kühn


51. Leserbrief

Hallo Nachdenkseitenredaktion,
 
ja, es ist kaum zu glauben, aber die allgemeine Kriegshetze greift immer mehr um sich.  In den M-Medien lassen sie die demokratischen Masken fallen. Geschichtsbewusstsein scheint gänzlich abhanden gekommen zu sein. Journalistische Sachkunde ist wohl nicht mehr gefragt bzw. ausgeschlossen.

Ist erst der Feind erkannt, hat der Tag Struktur, der “Russe, (Putin)” konnte wieder aus dem Schrank geholt werden und Politik, Medien und leider auch viel “Volk” können mit Lust und ohne Verstand draufhauen.
 
Ich befürchte das schlimmste! Darum ist der demokratische Widerstand  von NDS, Apolut, the platform,kontrafunk usw. umso wichtiger. Der Krieg ist ja nur ein großes Problem! Die STANDARD-MEDIEN sind nur noch als Propagandaabteilung der Regierung in Aktion.
 
Der Herbst kommt schneller als wir glauben und die Psychopathen basteln ja schon wieder an den nächsten “Massnahmen” die ohne jede Evidenz eingeführt werden, da das GG seit Nov. 2020 immer noch ausgesetzt ist. Die Maße der deutschen Juristen sind immer noch im Dämmerschlaf. Es hilft  nichts, wir müssen raus auf die Straße. der 1.August.ist ein Gedenktag. 2020 waren ja nach Meldung der ARD, ZDF und allen Medien 40.000 in Berlin auf der Straße
 
Mit solidarischen Grüssen macht weiter, wir brauchen Euch
Rainer Klug


52. Leserbrief

Hallo liebe NDS,
 
mein Leserbrief zu oben.

Leserbrief [PDF]
 
Liebe Grüße
Peter Raue.


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

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