Dokumentation der Erfahrungen mit Energiepreissteigerungen

Dokumentation der Erfahrungen mit Energiepreissteigerungen

Dokumentation der Erfahrungen mit Energiepreissteigerungen

Ein Artikel von: Redaktion

Am 5. Oktober hatten wir gefragt: Wie wirken sich die Energiepreissteigerungen bei Ihnen persönlich aus? Wir wollen das dokumentieren. Heute können wir 45 Antworten von NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern dokumentieren. Viele Antworten zeichnen das Bild von einer Wirklichkeit, die viele andere gar nicht kennen. Schon deshalb ist die Dokumentation interessant. – Es folgt die Zusammenstellung der eingegangenen E-Mails, verbunden mit einem großen Dankeschön an alle, die berichtet haben. Albrecht Müller.

1.

Hallo
1tonne Pellets kostete:
2021:. 250€
September 2022:. 850€

Gruß Jochen aus Felsberg/Hessen


2.

Sehr geehrte Damen und Herren der Nachdenkseiten,

2012 haben wir unser Haus (300 Jahre alt, Innenstadt, mit Gasanschluss) mit einer der damals modernsten Gasheizung ausgestattet. Brennwerttechnik hieß das.

Das war das Kostengünstigste in Anschaffung und Betrieb, umweltfreundlich und bequem.

Die jährlichen Gaskosten für Heizung und Warmwasser lagen damit so um die 1.700,-.

Dann kam die Erhöhungsankündigung, der neue Abschlag usw.

Ohne Reduzierung des Verbrauches wäre das auf 5.100,- pro Jahr hinausgelaufen.

Klar war auch: das ist erst der Anfang der Preiserhöhungen. 

Reaktion ab April/Mai?

Schornstein modernisieren

  • Holzofen kaufen 

Im Mai einen Kaminofen, wasserführend, zu kaufen, war ein Wenig so wie früher unterm Generalsekretär.

Immerhin kommt er „schon“ Ende Januar 2023 – also 8 Monate Lieferzeit.

Drücken wir mal die Daumen, dass er dann auch kommt.

Der Schornsteinbauer kam im September (Angebot April).

Ofen, Schornstein, Klempner kosten insgesamt 14.500,-

Holz kommt Anfang Januar – das kostet noch mal 1.300,-

Woher das Geld? Ersparnisse.

Gefühl dabei – ein Jahr vor der Rente? Unbeschreiblich…..

Seit 1980 habe ich Gas immer erlebt als Lebensqualität steigernd und Umweltfreundlichkeit steigernd.

Wir werden dann wahrscheinlich immer nur in dem Raum sitzen in dem der Ofen steht.

Außerdem sind Küche und Bad privilegiert und werden beheizt.

Aus den russischen Märchen unserer Kinderzeit kennt man das gut: Alte Frauen mit Reisigbündel aus dem Wald kommend.

So machen wir das dann auch!

Vielen, vielen Dank für Ihre Arbeit!

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Lüdicke


3.

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne gebe ich Ihnen die mir derzeit vorliegenden Daten zu den (persönlichen) Auswirkungen der Energiepreisentwicklung weiter.

Bei den Stromkosten hatte (wohl wegen eines minimal höheren Verbrauchs von 0.01 kWh pro Tag – also knapp 4 kWh insgesamt) eine Nachzahlung von 22,48 € zu leisten. Merkwürdigerweise wurde die monatliche Abschlagszahlung um 2 € reduziert (das dicke Ende kommt wohl dann im nächsten Jahr).

Ich heize noch mit Öl und verfüge über zwei Tanks a 2.000 l. Mein Verbrauch liegt bei etwa 1.300 l per anno. Im August 2019 habe ich 0,457 € (inklusive der damals reduzierten MWSt von 16 %) pro l Heizöl bezahlt. Ebenfalls im August diesen Jahres betrug der Heizölpreis 1,49 € pro l – ich hatte also etwa den dreifachen Preis zu zahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Habel


4.

Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Abschlag für Gas hat sich von 160,- Euro monatl. auf 280,-Euro erhöht.

Aufgrund eines relativ hohen Einkommens hat es für meine Frau und mich (Rentner) so gut wie keine Auswirkungen und unsere Kinder müssen wir finanziell nicht unterstützen.

Mit freundlichem Gruß

E.Schwarz


5.

Hallo, verehrtes Team der Nachdenkseiten

Zunächst einen Dank an Sie als einen der seriösesten Orientierungspunkte zur alltäglichen und unabhängigen Information. Innerhalb einer allgemeinen Krise der bislang geltenden Orientierungsmöglichkeiten sind unabhängige und nicht manipulative Journalisten wichtiger den je.

Die seit Jahren hinweg falsche, vermessene und infantil weltenretterische Energiepolitik bringt nun den befürchteten Gegner gegen sich auf: Den deutschen Michel.

Der Agonie dieses Michels allerdings konnten wir in den vergangenen Monaten staunend zusehen und müssen feststellen, dass er wohl eher eine nicht existierende Legende ist und nicht etwa realer oder gar selbstreflektierter Bürger: Man wundert sich, was man mit dem Michel so alles machen kann. Und man ist versucht zu sagen: Alles.

So wird es sich aller Voraussicht nach auch mit der absurden Mehrbelastung durch die selbstverschuldete Misere der Energiepreissteigerungen verhalten: Der Michel wird bezahlen. Und leise sein Erspartes verbrauchen, seiner Familie private Kredite geben, ein paar Vorräte anlegen, vielleicht mal probieren einen Teelichtofen zu basteln, seine Jogginghosen übereinander tragen und versuchen, im Wahn dieser Zeit ein weiteres mal abzuwarten, bis der Spuk zu Ende ist. Schöner wäre es natürlich zu sehen, dass der Michel rausgeht zum Protestieren, aber dazu bräuchte er ja zwischendurch ein Zuhause, das wärmt. Menschlich und in Grad Celsius auch.

Insofern ist der reinen Dimension der Preissteigerungen doch noch etwas viel Wichtigeres als drohender Verlust von Geld hinzuzufügen: Den Verlust der Würde.

Sowohl in der Frage im Umgang mit den obszön ansteigenden Energiepreisen und auch allen anderen Verteuerungen werden oft nur die Wirkungen der Zahlen betrachtet. Was aber macht das mit dem Menschen, auch mit dem Michel? Er schämt sich, ist traurig und der reine Antrieb der Zuversicht geht ihm verloren: Er verzagt und verliert, seiner Würde beraubt, seinen verbleibenden Stolz.

Es sind niemals einzelne Geschehnisse, die wirken: Es sind immer Zusammenhänge, die fatal wirken: Diese Preise in diesem Winter treffen auf einen durch die letzten 2 Jahre arg gebeutelten Bürger, der vielleicht krank ist, vielleicht bereits mit Jobverlust geadelt oder sonstwie angezählt und geschwächt. Vielleicht ist er aber auch gerade so noch fit und wohlhabend, aber seiner Pfründe bereits unsicher. Und vielleicht will er gar nicht so gerne als Gewinnler zusehen, wie er sich selbst die Stromrechnung noch leisten kann, aber Frau Müller im Treppenhaus deswegen in Tränen ausgebrochen ist. Schlussendlich haben wir es immer mit verketteten Schicksalen in einer Gesellschaft zu tun, aber den Lisen in diesem Spiel ist der Mut des legendären Michels schon lange abhandengekommen.

Da hilft auch die infantile Hempelei des Verursachers nicht, der allen Ernstes doppelwummst und ob den Folgen seiner eigenen, moralinsauren Agenda schlicht überfordert ist. “Kinder an die Macht” schmetterte Grönemeyer 1986. Da sind sie nun, die Kinder. Leider sind es böse Kinder.

Solange es die Würde gibt, wird es auch die Legende des Michels geben: Vielleicht gibt es ihn ja doch, den Michel. Vielleicht kommt er raus, wenn die Höhle zu kalt wird.

Besten Dank für die Gelegenheit

und mit Grüssen aus Lörrach.

M. Enderle


6.

Liebes Nachdenkseitenteam,

bis Anfang 2020 war alles soweit in Ordnung, wenngleich man auch im Osten als normaler Angestellter ohnehin schon nicht so viel verdient und eine knappe Kasse normal ist.

Dann kamen Covid und Kurzarbeit und es ging mit 60% netto für Monate ans Ersparte.

Dann wurde ich im Juli 21 krank und auch krank geschrieben. Bis heute. Mit Krankengeld ging es einigermaßen, nun mit ALG1 und der Preisexplosion sehe ich kein Land mehr. Der Strom kostet im Monat 10€ mehr, die Miete wurde erhöht, der Käse kostet statt 1,99 jetzt 2,69. Ich habe vor einigen Jahren für zwei Personen und zwei Wochen für 150€ eingekauft. Inklusive Fleisch und Getränke + Pfand. Und drei Mahlzeiten am Tag. Heute habe ich einen Soda-Sprudler, esse wenig Fleisch und komme ALLEIN immer noch auf mindestens(!) 50€ die Woche. Bei zwei Mahlzeiten am Tag. Dabei achte ich auf die Preise, rauche und trinke nicht, esse viel Gemüse. Meine Lebenshaltungskosten sind in diesem Jahr rund 200-250€ /mtl. gestiegen, inkl. Mieterhöhung, Strompreiserhöhung etc. Nachzahlungen nicht eingerechnet.

Die Miete für September musste ich mir bei einem guten Freund leihen. Gott sei Dank gibt es die noch.

Herzlichst
Danny Altmann


7.

Hallo bei mir zur Zeit keine Änderung meine Preise immer noch für Strom 30 Cent brutto und für Gas 5 Cent brutto jeweils die kilowattstunde.
Alles noch fix bis zum 31.12 dieses Jahres was danach passiert weiß ich auch nicht

Danke für eure gute Berichterstattung.

NN


8.

Bei uns (zwei Verdiener, Kinder aus dem Haus und Hauskredit in 5 Jahren abbezahlt) also hoffentlich!.

Wir gehen nicht mehr auswärts essen, verzichten auf Wochenendausflüge und Kurzurlaube an Ostsee und Mittelgebirgen in Deutschland. 

Kino, Zirkus und Theater, Dampfer fahren etc. allein oder mit Enkeln (6😁) ist Luxus geworden.

Weil wir nicht wissen wie es weitergeht und die “Grünen Kriegstreiber” es richtig krachen lassen wollen und für eine ausgiebige Selbstsanktionierung bei uns sorgen müssen wir das erste mal ernsthaft auf Einnahmen und Ausgaben achten.

So dumme Politik und Kurzsichtigkeit, gekoppelt mit Arroganz und fehlenden diplomatischen Ansätzen macht uns das erste mal auch Angst. 

Auch finde die einseitige Berichterstattung über alle öffentlich rechtlichen Medienanstalten sehr einseitig. 

Als “alter Ossi” finde ich das schlimmer als damals.  Auch Verbote von russischen Zeichen oder irgendwelche Sympathiebekundungen unter Strafe zu stellen hat mit Meinungsfreiheit nichts zu tun.

Für mich waren Russen Freunde und Befreier und die Amis die Bösen. Die jetzige Betrachtung ist genauso verklärt und mit fehlenden Informationen gepflastert wie früher.

War etwas mehr, aber macht ja nichts.

Weiter so.

Grüße  NN


9.

Liebes Nachdenkseiten-Team,

die Energiepreissteigerungen haben für uns eine geradezu fatale Auswirkung. Seinerzeit hatte ich zusammen mit meiner Frau – die unterdessen Frührentnerin mit erheblich gemindertem Bezug geworden ist – ein Haus in der Eifel kreditfinanziert. Da ich als alleiniger Vollverdiener nun alle Raten bedienen muss (plus diverse weitere Zusatzausgaben wie Instandhaltungskosten), war unsere finanzielle Belastung seit einigen Jahren gerade so einigermaßen bedienbar. Bis zu diesem Zeitpunkt.  

Unser Haus heizen wir mit Strom (sog. Infrarottafeln) und Holz/Kohle. Obwohl wir demgemäß eine hohe Strom-Abschlagzahlung hatten (die wir aber durch Kombination mit der Holzheizung einigermaßen moderat hielten), waren die Kosten im Vergleich mit Gas- oder Ölheizung akzeptabel. Der Strom-Abschlag wurde von unserem Anbieter seit Anfang dieses Monats auf mehr als das Doppelte angehoben. Zusammen mit den höheren Ausgaben für den Bedarf des täglichen Lebens überschreiten wir nun erheblich unsere Belastungsgrenze, und befürchten, unser Haus (eine Alterssicherung) nun zu verlieren. Und vielleicht nicht „nur“ das.

Mit freundlichen Grüßen,

P. Bordych.


10.

Sehr geehrte Damen und Herren,

als ehemaliger DDR Bürger, haben diese immensen Preissteigerungen, bei mir, in erster Linie, bisher, massivste ideologische Identifikationsprobleme hervorgerufen, die mir als Menschen, persönlich, wesentlich mehr zu schaffen machen, als die damit verbundenen rein materiellen Probleme!  Wo bleibt hier, in diesem Staat, eigentlich prinzipiell der Mensch? Muss er nur noch Staatsbürger der BRD sein und sogar, die immer gleichen Konsequenzen, die sich aus der Zerstrittenheit und ständigen Spaltung der Menschheit ganz von selbst ergeben, verpflichtend, tatsächlich ertragen, erdulden und über sich ergehen lassen? Welche Rechte hat ein deutscher Staatsbürger, denn überhaupt, wenn er zu so etwas verpflichtet wird? Diese Energiepreissteigerungen, als Bürger eines Staates überhaupt, übergestülpt zu bekommen, macht mich als ehemaliger Bürger der DDR, nur noch fassungslos uns schockiert mich in Mark und Bein!  Hat das Volk der BRD jetzt noch nicht einmal mehr ein Recht, auf angemessene Energiepreise, so wie es ja ganz offensichtlich auch noch nie das Recht, auf angemessene Mietpreise hatte oder eine angemessene medizinische Versorgung, genau so wenig, wie auf eine angemessene Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr!  Welcher Aufgaben, will sich dieser Staat, gegenüber seinem Volk, offenkundig völlig verantwortungslos, eigentlich noch entledigen?  Muss sich ein solch hundsmisserabel behandeltes Volk, von einem solchen Staat überhaupt noch etwas diktieren lassen?  Diese Energiepreise sind doch das Ergebnis einer Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsform, die das nach wie vor, selbst in einer Demokratie, dem Volk noch aufdiktieren kann und darf! Für mich, als ehemaliger DDR Bürger, ist gerade wieder 1989! Das macht diese Energiepreispolitik mit mir und viele andere mir als Volk einer angeblichen Demokratie, völlig zu wider Seienden Regierungsentscheidungen, die mich dazu veranlassen, mich ganz und gar nicht mehr als Staatsbürger dieses Staates identifizieren zu können, sondern nur noch als Mensch, der nur noch der Menschheit selbst angehören möchte, um keinem einzigen Staat als Mensch mehr verpflichtet zu sein, der meine Interessen als Mensch nicht vertritt!  Ich möchte z. B. als Mensch, bezahlbare Energie zur Verfügung gestellt bekommen. Ansonsten ist das ganz und gar nicht in meinem Interesse als Mensch. Ich bin kein totalitärer Materialist, sondern Mensch. 

Mit freundlichen Grüßen 

Irina Trappe-Hanel 


11.

Sehr geehrte Damen und Herren,

glücklicher Weise sind wir, was die Heizungskosten betrifft, an Fernwärme einer Biogasanlage angeschlossen, und haben holzgeheizte Kachelöfen). Das ist beides möglich, weil wir auf dem Land leben.
ABER:
Kein Bus, keine unmittelbare Bahn, kein Laden in unmittelbarer Nähe (mit dem Fahrrad zu weit), auf den PKW angewiesen: 4 Erwachsene (78,63, 23,21) – 3 Zielorte 4 PKW, täglich sind es durchschnittlich160 km. Wollen wir da Kosten sparen, wird die Fahrwegterminplanung zum (ungeliebten) Sport und lokale Anbieter berücksichtigen entfällt (bis auf Eier und Milch vom Nachbarn), Onlineeinkauf wird verstärkt.

Soweit der Kurzbericht.

Es grüßt Joachim Raedler


12.

Liebes Team von den Nachdenkseiten,

Einkommen:

Erwerbsminderungsrente: 804 € 

Wohngeld: 135€

Bisherige Miete: 355€

Miete ab Oktober: 460€

Die Nebenkosten für Strom und Gas haben sich von vormals 85€ auf 190€ erhöht. Ich habe den Ausgleich beim Wohngeldamt Anfang September beantragt, bis jetzt keine Antwort.

Abzüglich aller Fixkosten stehen mir für meinen Kater und mich 268€ für die Bewältigung des Oktobers zur Verfügung. Ich habe keine Rücklagen.

Inflation:

Die letzte Woche im August habe ich mit 14€ bewältigt. 

Die letzte Woche im September mit 7,88€.

Wie ich den Oktober mit den 105€ Mehrkosten für Miete schaffen soll, weiß ich noch nicht…

Wünscht mir Glück! Liebe Grüße

Maren Kunst 


13.

Energiepreissteigerung für unser Einfamilienhaus:

2020/21. 25.052022. 6.09.2022
Strom. 104,00 €. 117,00 € 196,00 €
Gas. 156,00 € 198,00 €. 672,00 €

Stromanbieter: Esso Roth, Giessen

Unser Haushalt:

Karin und Gerhard Sacher

Vielen Dank für Ihre Recherchen.

Mit frdl. Grüßen,

Karin und Gerhard Sacher


14.

Ich gehöre wohl nicht zu dem Personenkreis, den Sie ansprechen möchten. Ich beziehe als Beamtin eine Pension, die vor dem Unkrainekrieg ein gutes Auskommen garantierte.

Doch jetzt geht es auch mir an den ‘Kragen’. Bei jedem Einkauf merke ich die steigenden Lebensmittelpreise und ich schaue jetzt ganz bewusst auf Angebote, da diese neuen Preise in zunehmendem Maße eine Ebbe im Portemonnaie verursachen. Es wird ‘billig’ gekocht, wenn überhaupt!

Vattenfall sendet mir nur einmal im Jahr eine Rechnung, dies zum 1. Oktober eines Jahres. Da der Strompreis sich ab 1.Oktober bei Vattenfall um 4,41 Cent pro Kilowattstunde erhöht hat, habe ich sofort meine monatliche Abschlagsrechnung aufgestockt, auch das merke ich am Ende eines Monats. Um Strom zu sparen, koche ich nicht mehr jeden Tag, habe die Glühbirnen gegen LEDs ausgetauscht, nur der Raum, in dem ich mich bei Dunkelheit draußen aufhalte, ist beleuchtet.

Ich wohne in einem Mietshaus, das mit Fernwärme versorgt wird. Der Vermieter hat zu den Preisen von Heizung und Warmwasser den Mietern gegenüber noch keine Angaben gemacht, d.h. ich weiß nicht, was auf mich zumkommen wird. Noch habe ich die Heizung nicht angestellt und versuche so wenig wie möglich Warmwasser zu verbrauchen. Ich denke aber, dass sich die Nebenkostenabrechnung stark erhöhen wird. Das bereitet mir große Sorgen, denn es stellt sich mir die Frage, ob ich dann meine Wohnung überhaupt noch halten kann bei der hohen Miete mit Nebenkosten, die ich jetzt schon zahle.

Ich besitze ein Ferienhaus, das mit Gas versorgt wird. Schon Anfang Februar diesen Jahres, noch vor Ausbruch des Krieges, habe ich zum Auffüllen des Gastanks den doppelten Preis zum Vorjahr gezahlt. Ich habe Angst, das nächste Auffüllen des Tanks nur mit Mühe bezahlen zu können, deshalb spare ich auch im Ferienhaus an Heizung und Warmwasser. Notwendige Renovierungsarbeiten sind so teuer geworden, dass ich genau überlege, welche Zeit haben, welche wirklich dringend sind.

Das Auto benutze ich nur noch selten, vielleicht in 14 Tagen einmal, wenn sich dies nicht umgehen lässt. Die Benzinpreise fressen ein zusätzliches Loch in die Kasse.

Insgesamt bleibt von der Pension am Ende eines Monats nichts übrig, z.T. greife auch ich auf meine Rücklagen zurück.

Meine Ausführungen mögen klingen wie ein Gejammere auf hohem Niveau, aber vielleicht sind sie ein Beispiel dafür, dass nicht nur die Ärmsten der Bevölkerung betroffen sind.

Lyda Mulckau


15.

Liebes Team der Nachdenkseiten,
erlauben Sie mir, Ihnen kurz eine etwas andere Perspektive auf die Entwicklung der Energiepreise zu schildern, auch wenn sie für Sie wahrscheinlich nicht neu sein wird. Wir (meine Frau, meine 7-Jährige Tochter und ich) spüren nämlich so gut wie gar keine Auswirkungen auf unsere Lebensqualität durch die gestiegenen Energiepreise. Und ich glaube, dieser Umstand steht stellvertretend für großes Problem der jetzigen Situation. Denn wir wären in meinen Augen prädestinierte Rot-Grün-Wähler.

Wir sind beide Akademiker mit mehr oder weniger sicheren und gut bezahlten Jobs. Gleichzeitig sind und waren wir am Umweltschutz interessiert. Wir hatten das Glück, dass wir vor ein paar Jahren ein kleines Reihenmittelhaus kaufen und energetisch sanieren konnten. Wir kaufen seit Jahren regionale Bioprodukte, soweit das geht. Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit, die Schule meiner Tochter ist genau 20 Meter von unserem Haus entfernt. Wo also sollten sich höhere Energiekosten für uns auswirken? Die etwas höheren Strom- und Gasabschläge können wir uns bei unserem geringen Verbrauch ohnehin ohne allzu große Schmerzen leisten.

Ich behaupte jetzt mal, dass wir kein absoluter Ausnahmefall sind. Vielmehr sollten viele der typischen Rot-Grün-Wähler in einer ähnlichen Situation sein. Was natürlich dazu führt, dass weder für diese Klientel, noch für die Parteien ein Anlass besteht, hier besonders aktiv zu werden. Im Gegenteil nehme ich an, dass eine weit verbreitete Meinung in diesen Kreisen (mehr oder weniger insgeheim) dahin geht, dass nun endlich die “Uneinsichtigen” (die Konservativen und der “Pöbel”) gar nicht mehr anders können, als bei der Energie zu sparen. Dass das unter sozialen Gesichtspunkten katastrophale Auswirkungen haben könnte, wird mit Verweis auf die bevorstehende Klimakatrastrophe ausgeklammert. Direkter Kontakt zu den wriklich Betroffenen besteht ohnehin nur in Ausnahmefällen, weshalb ich befürchte, dass diese Igrnoranz nicht mal bösartig, sondern vielmehr auf fehlende Empathie und Vorstellungskraft zurückzuführen ist. Daran wird sich m.E. erst etwas ändern, wenn auch dieser Teil der Bevölkerung existenziell bedroht wird, etwa durch den massenweisen Verlust von Arbeitsplätzen, etc.

Auch wenn ich Ihnen mit dieser Mail sicher nichts Neues beschrieben haben werde, denke ich, dass es wichtig ist, die möglichen Gründe für die doch eher gering ausgeprägte Handlungsbereitschaft der Bundesregierung in der jetzigen Situation zu erforschen.
Ihnen wünsche ich weiterhin Standhaftigkeit und Mut für Ihre wichtige Arbeit!

Mit freundlichen Grüßen

C.M.


16.

Liebe Redaktion,

ich gebe Yogaunterricht, in privaten Räumen und für öffentliche Träger, wie z.B. die VHS. Die VHS mietet Räume von der Stadt an. Nun setzt die Stadt die Reduktion der Heizung durch. Obwohl die Temperaturen im Außenbereich gerade sehr mild sind, ist ein für Yoga genutzter Raum sehr kalt, insbesondere vom Boden her. Von den Fenstern her gibt es einen kalten Luftzug. Das war heute Morgen (5.10.) auf unangenehme Weise der Fall. Geheizt wurde gar nicht. Die Teilnehmer frieren tatsächlich, da sich bei Yoga das Übungsgeschehen zumeist am kalten Boden abspielt.

Die VHS hat an die Stadt appelliert, für Übungseinheiten wie Yoga die Raumtemperatur möglichst nicht zu drosseln. (So die Mitteilung durch die VHS-Leitung). Scheinbar blieb und bleibt es beim Appell, also ohne wirksame Reaktion. Eine entsprechende Rücksichtnahme wurde von Seiten der Stadt jedenfalls nicht signalisiert.

Die VHS regelt das nun so, dass sie, wenn Teilnehmer wegen der Kälte im Raum vom Kurs zurücktreten, diese kulanterweise die Teilnahmegebühr zurückbekommen.

Dieser zunächst freundlich und entgegenkommend erscheinende Akt führt aber dazu, dass tatsächlich Teilnehmer zurücktreten werden und Übungen, die eigentlich der Gesundheit dienen können nicht gemacht werden. Im weiteren Verlauf schwächt die Regelung die gesunden Willenskräfte. Dagegen werden Willkür, Bequemlichkeit und Rückzugsneigung gefördert. Es ist ja geradezu eine Aufforderung, auf Yoga zu verzichten.

Für andere Bereiche werden sich ähnliche Tendenzen abzeichnen.

Liebe Grüße

Franz Stettwieser


17.

Hallo Liebe Nachdenkseiten,

ein kurzes Statement zum aktuellen Gaspreis in Bezug auf das Betreiben eines kleinen Beherbergungsbetriebes in Borna b. Leipzig. Sie können den Text gern veröffentlichen aber bitte meinen Namen nicht nennen. Ich freue mich über Ideen zur Neugestaltung unseres Wärmebedarfes, sollten sich da welche ergeben.

(1) Zahlen Gaspreis

2020 – 4,9Cent/kWh

2021 – 5,9Cent/kWh

2022 – 18,42Cent/kWh

Verbrauch 2021: 86833 kWh x 5,9Cent = 5123,18€ + Grundgebühr 300€Bei einem ähnlichen Verbrauch 2022/23 ca. 16.000€ + Grundgebühr 350€

(2) Alternativen

PV, Solarthermie, Wärmepumpe (Luft-Luft), Kamin

Wir haben uns schon länger mit alternativen Möglichkeiten auseinandergesetzt, dennoch sind hier in der Stadt die Verhältnisse und der Platzbedarf eher schwierig zu gestalten und nur mit aufwendigen Baumaßnahmen sind beispielsweise eine 5kW – PV-Anlage zu betreiben (Balkonüberdachung). Außerdem waren in dieser Hinsicht bisher die Anreize (8Cent/kWh – für Strom) eher mager. Sinnvoll schien daher die Anschaffung einer neuen Gastherme (2021 – 15.000€), da die Alte mit über 25 Jahren ausgetauscht werden musste/sollte.

Wir hatten über 10 Berater da, die bis auf wenige Ausnahmen uns von einer Sonnenverstromung abrieten, bzw. es mit erhöhten Kosten einherging, das Haus bzw. die Dachflächen durch ungünstige Bebauung (Dachfenster/Gauben/Verschattung/etc.) mit Solar herzurichten.

Derzeit starten wir einen mageren Versuch mit einer 1500W Anlage (Selbstinstallation), um wenigstens bei Stromausfall telefonisch erreichbar zu sein (-.

Jetzt beschäftigt man sich mit all diesen Möglichkeiten und stößt immer wieder auf Anmeldungen, Vorschriften und unglaublich erhöhten Bürokratischen Aufwand mit der Aussicht, dass ein mögliches Projekt dennoch nicht genehmigt werden könnte. Fazit in diesem Punkt: Es ist politisch/wirtschaftlich gar nicht gewollt, dass sich jeder mit eigener Energie oder Wärme versorgt.

Hinzukommt der Fachkräftemangel, der ein schnelles Umsetzen inkl. Förderung für bspw. Solarthermie unmöglich macht. Außerdem steigen auch hier die Preise für eine Installation.

(3) Zeitnahe Möglichkeiten

  1. Gas-Bremse einbauen: Dusch- und Wärmezeiten
  2. Preise erhöhen – 20% (Finanzamt, Steuerberater, Krankenkasse, etc. freuen sich – höherer Umsatz)
  3. Wärmemengenzähler in den Zimmern anbringen und der Gast entscheidet selbst was er „verheizt“. Dies Möglichkeit setzt wieder ein genaues Ablesen der Zähler voraus und ob es für ein bis zwei Übernachtungen möglich ist eine konkrete Zahl in Form von „Euro“ abzuleiten, steht auch auf wackeligen Füßen. Über die steuerliche Form des Verkaufes von “Wärme” habe ich noch gar nicht nachgedacht und welche möglichen rechtlichen Streitigkeiten man mit dieser Methode auf sich nimmt. Also – kompliziert und mit Installationsaufwand bzw. Kosten verbunden.
  4. Ölradiator mit Strom: Diese Ideen haben sicher viele Bürger. Bei den derzeitigen Strompreisen und zu erwartenden Erhöhungen, kommt man im Monat locker mit 10 x 2000W Ölradiatoren auf 1500€, sollten diese 10 Stunden pro Tag laufen.
  5. Reden, reden, reden und Gäste zu überzeugen, sorgsam mit Energie umzugehen. Aber, dass verstehen nicht alle. Deshalb die Zwangsbremse und die Heizung so programmieren, dass sie zeitnah abschaltet (-:

(4) Mögliche Folgen:

  1. Gesundheitliche Schäden: feuchte, kalte Räume –> Schimmelbildung.
  2. Materielle Schäden: geplatzte Rohre, Pflanzen, etc.
  3. Ausbleibende Gäste
  4. Verkaufen und ab nach … wohin eigentlich?

Fazit: Existenzangst

Beste Grüße aus der Leipziger Tieflandsbucht und DANKE für die bestens recherchierten Informationen.
N.N.


18.

Wie wirken sich die Energiepreissteigerungen bei Ihnen persönlich aus?

Moins,

hier und heute, Mittwoch den 5. Oktober 2022 = ehrlich gesagt noch gar nicht.

Aber das stimmt natürlich nicht. Mein (Auf)Bäcker, Tabak und Flaschenbierversorger bekam eine Verdopplung seiner Stromrechnung. Als ich die Verordnung zur Gasumlage las – begann ich mich sofort mit dem Gedanken an Obdachlosigkeit zu beschäftigen. Sicherlich hätte ich einige Zeit noch durch Justizbeanspruchung mein Leben in meinem Heim verlängern können, aber die Folge wäre unausweichlich gewesen. So viel Geld auftreiben? Aber hamse ja gemerkt. Vollkommener Blödsinn. Aber den Gedanken will ich nun nicht verlieren. Irgendwann reicht es auch für die Miete nicht mehr.

Ich bin in ALG-1, was kümmerlich ist, da UBER den Berliner Taximarkt angegriffen hat und obsiegte. Seit 2015 ist der Dauerbeschuß der Lobbyisten in eine personenbeförderungstechnische Katastrophe ausgeartet und die Verdienstmöglichkeit ist verschwunden. Von einer Tasche in die andere ist da noch ein gutes Betriebsergebnis.

Und so bin ich schon seit dem Beginn der Pandämonie* in Kurzarbeit, um in den letzten Monaten des vergangenen Jahres wieder kutschend festzustellen, das da nix mehr zu holen ist. Sicher kann ich noch in eine Taxe einsteigen und die Schicht fahren, aber Mindestlohn gibt es dafür nicht. Je nach Glück kommen 10.-€ brutto die Stunde zusammen. Aber man kann ja immer mal vergessen den Taxameter einzuschalten. Ist gefährlich, da das Finanzamt unter Umständen ja sogar Zugriff auf die Sitzkontakte hat. :-)

Nachts am Wochenende reicht es besser, aber das erfordert halt den beinharten Einsatz an der europäischen Partyfront und beschert Einem dafür auch mal ein wenig mehr als den Mindestlohn. Wenn man keine andere Wahl hat eine die Lebensfreude sabotiernde Entscheidung.

Und es reden Viele davon, je nach Coleur des Weltbildes mal sinnig, mal unsinnig. Und es ist deutlich zu spüren, das es die Angst ist, die umtreibt. Wie Junkies denen der Stoff ausgegangen ist. Eine weitere Folge der psychosozialen Taktiken der Herrschenden, den Unterworfenen den Verstand zu rauben.

Die Butter in dem kleinen Bioladen, den ich mir leisten muß um dieser Glyphosatschwängerung nicht zu sehr ausgesetzt zu sein, stieg von Januar 2,49€ auf nun 3,19€. Lustig war das der Laden beim Preissteigern sogar kurzzeitig hinter LIDL lag, die halt schneller auf die Mehrgroschen zugreifen konnten ob ihrer zentralistischen Struktur. Und das Europaweit!!!** Abzocken ist wieder schwer in Mode gekommen, Hauptsache man kann die Schuld Anderen zuschieben.

Das dieses Dilemna uns in Regie der VSA – Vereinigten Staaten von Amerika – buchstäblich ins Bett gelegt wurde ist eine Folge des kollabierenden Imperiums. Römische Geschichte wird dort nur noch in entlegenen Räumen der Bildungseinrichtungen gekannt. Und war nicht schon der ‘Dieselskandal’ der direkteste Angriff auf Volksvermögen seit dem Jahr des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zu dem Rechtsgebilde de Bundesrepublik Deutschland. Immerhin gehört ein Fünftel davon allen Niedersachsen, wo sie am nächsten Wochenende wählen. Und im Vergleich war der VW in VSA nicht wirklich mehr ausstoßend als die dort heimischen Hersteller. Habgier ist eine Todsünde.

Na, das Ergebnis wird spannend. Georgia Malloni schmunzelt sich in Rom schon Einen und Victor Orbàn wird zufrieden sein können. Das die sich bei der Unterstützung der Ukraine auf unterschiedlichen Positionen finden ist kein Hindernis.

Martin Sellner hat sich in Lubmin auch schon in Szene gesetzt und es wird zu einem Rutsch in die rechte Richtung kommen. Diese Herrscherklasse hat nichts aus der Wahl von 1932 gelernt und dabei ist der Kanzler in Tradition einer Partei aus dem vorletzten Jahrhundert. Na, vielleicht ist das der Grund warum er sich so häufig nicht erinnern kann. Der merkt natürlich auch nicht wie die Menschen in diesem Land in Panik geraten und vor Allem welche unvorhersehbare Folgen das haben kann.

Leider kann die Regierung nicht wegen der Verletzung ihres Amteides herangezogen werden. Dabei ist DAS der Verrat, den sie gerade begehen.

Frieden in die Welt zu tragen bedeutet doch zuerst Einmal: Frieden im eigenen Land und der ist hinfort.

Das Strategiepapier des Bundesinnenministeriums vom Frühjahr 2020 ist der Leitfaden um die politbürokratische Struktur zu schaffen, die nur noch Angst machen zu kennen scheint. Der Grund ist eigentlich egal, aber man weiß ja wo es weh tut.

Diese dunkle Seite der Macht ist am Übernehmen – die VSA kaufen Europa auf und hinterlassen schon seit Anbeginn ihrer Geschichte eine Blutspur in der Vergangenheit, die immer noch frisch heut’ auch wieder in der Ukraine am Sprudeln ist.

Und dass Waffenlieferungen in ein Kriegsgebiet Menschenleben retten ist die schlimmste Verdrehung der Tatsachen. So ein Blödsinn.

Diese Erregung, die weltweit zu beobachten ist, wird die VSA eben zwingen damit auf zu hören. Und die Möglichkeit wäre jetzt niemals wieder noch so günstig. Lieber um den eigenen Hof kümmern als immer mehr zusammen zu raffen. Denn dem gemeinen Amerikaner geht es schon viel viel länger mit dem berühmten Arsch auf Grundeis als den Einwohnern der Bundesrepublik Deutschland. Und weltweit steht zu vielen Menschen schon das Wasser bis zum Hals.

Und so bleibt nur noch eine vage Hoffnung, nun wo ich eigentlich in Rente gehe, noch an den vielen Annehmlichkeiten aus der Vergangenheit teilnehmen zu können. Nun geht’s richtig bergab. Da wollen wir doch nicht noch Gas geben.

Aber da war doch noch das mit dem: Wer bremst verliert! Diese Sprachdrechsler sind echt gut geworden.

Prognosen sind halt schwierig, vor Allem wenn sie die Zukunft betreffen. So viel Ungewissheit war schon lange nicht mehr und da ist’s natürlich angebracht der Furcht, die sich nähert, gewahr zu werden.

Das was jetzt kommt ist in der Lebensplanung der meisten Menschen nie präsent gewesen. Das ist der koloniale Knüppel, dem Präsident Putin immer noch sehr geschickt ausweichen kann. Aber nun wird wieder mehr gestorben werden, vor allem da unten in der Ukraine. Das ist eine Gewißheit angesichts des Zustandes der AusnahmereGIERungen in Europa und VSA.

Den Himmeln sei Dank, das ich mich schon vor dieser Pandämonie einschränken mußte. Ist eine sehr gute Übung das Wichtige wieder in den Vordergrund zu stellen. Zum Beispiel, das das wirkliche Leben sich in jeder Sekunde einzeln genießen läßt.

Bis denne

Glück und Demut!

Joachim Schäfer


19.

Liebe Redaktion.

Also ich verstehe den ganzen Hype & die Horrorvisionen nicht, die da zurzeit in den Medien kursieren. Den nachstehenden Tabellen und Grafiken können Sie entnehmen, dass ich sogar mit einem deutlichen Plus am Ende des Jahres davonkomme. Leute die sich über das 3-6- oder gar mehrfache an Energiekosten beschweren, sind entweder bei einem falschen Energieanbieter, haben zu häufig gewechselt oder aus sonst unerfindlichen Gründen wie Vorsorge/Energiesparen usw. 

Zu meiner Person: lebe in einem Singlehaushalt mit erwerbsmindernder Rente (aus gesundheitlichen Gründen). Seit Ausbruch des Krieges habe ich drastische Sparmassnahmen bzgl. Gas unternommen, d.h.: geduscht wird nur noch 2-3x die Woche, Warmwasser wird nur aufbereitet wenn erforderlich für Abwasch, Abwasch wird übrigens über mehrere Tage gesammelt. Ferner habe ich freiwillig ab April die Abschläge erhöht. Diese können Sie an Hand der Tabellen entnehmen, ebenso bei der Stromversorgung.

Im letzten Monat habe ich ein Schreiben meines Gasversorgers (e.on) erhalten, mit der Ankündigung dass sich der kWh Preis ab November 2022 von 0,08 auf 0,12€ erhöht. Das entspricht einer Preiserhöhung beim Gas von 45% je kWh. Diesen habe ich auch in der unten stehenden Tabelle implementiert. Nun erwarte ich noch dringend die Ankündigung meines Stromanbieters. Sämtliche Preise in Brutto inkl. MWst.

So what?

Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Beckmann
Georgsmarienhütte


20.

Sehr geehrtes Nachdenkseiten Team,

hier mein Beitrag zur Recheche:

Den Text samt Bild dürfen Sie gerne veröffentlichen ( public ).

Bin persönlich eher ein Glückskind. Habe die Kilometerleistung mit dem Auto von 30-70K KM/Jahr auf unter 10k gedrückt. Im Odenwald habe ich ein Rolltechnik ausbaldovert. Bis 4,5km am Stück mit vorherigen Anlauf/Schwung wie ein Tommi Mäkinen! Dafür viel Fahrrad und im letzten Jahr noch mehr Laufen mit dem Rucksack für 80% der Einkäufe. Die Sohlen meiner 249€ Schuhe nach 10 Monaten auf dem Bild. Die neuen Sohlen werden mit 35-50€ reinhauen. Mit überheizten Räumen hatten wir es eh noch nie. Strom: Alle Standby Geräte werden abends via Schalter an der Mehrfachdose ausgeschaltet. Als IT-Profi habe ich gerade einen refurbished Lenovo mit 32GB RAM und 500er SSD und 15 Watt statt 20 -30 Watt des aktuellen HP für kleines Geld geordert. Der Kühlschrank war vor 30 Jahren der Sparsamste und nach meinen Rechenkünsten lohnt sich aktuell ein Neuanschaffung mit der Annahme einer deutlich kürzeren Lebensdauer nicht. Nächste Projekte : Dach/Außenwand Dämmung.Spinning Bike mit einer Batterie die aufgeladen wird. Balkon Solarpanel. Fazit: Autos machen/machten einen arm! Habe aktuell mehr Geld und Zeit zur Verfügung als zu den Zeiten mit den hohen Auto Kilometerleistungen.

Bild im Anhang

Mit besten Grüßen

Karsten Aalderks


21.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bekommen unseren Strom und die Heizung über ein Blockheizkraftwerk des Vermieters. Bisher wurde keine Preisanpassung vorgenommen, aber für 2023 ist dies angekündigt. Unser Energiebedarf ist nicht so hoch, aber wir müssen ca. 360 m2 Büro und Labor beheizen.

Daher haben wir beschlossen, Räume, die nicht ständig mit Personal besetzt sind, nur noch soweit zu beheizen, dass kein Schimmel entsteht; das sind etwa 50% der Fläche. Wir gehen davon aus, dass sich die Gaskosten nicht auf unsere Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Aber die Kosten werden insgesamt deutlich steigen, da auch alle Rohstoffkosten steigen (alle Labormaterialien) und auch eine Menge Trittbrettfahrer Preise erhöhen, die es nicht müssten. Das war im Rahmen der Rohstoffverknappung für bestimmte Klebstoffe in der Bauindustrie zu Corona-Zeiten auch schon so.

Auch mit Materialengpässen ist zu rechnen. Dies hatten wir schon zu Corona-Zeiten erfahren, als Produkte aus bestimmten Kunststoffen (Styrol) nicht mehr oder nur eingeschränkt verfügbar waren. Aufgrund der zunehmenden Lieferschwierigkeiten sind wir bereits dazu übergegangen, Produkte, die wir bisher fertig gekauft haben, jetzt selbst herzustellen (z.B. Nährböden).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Martin Strohmeyer


22.

Liebes NDS-Team,

gute Idee, diese Dokumentation.

Zu meiner Person: ich bin Ende 60, Pensionärin, Single, Mieterin in einer Großstadt. Zur Zeit lebe ich von 1430 Euro Versorgungsbezügen (netto nach Abzug der PKV). Es gab in diesem Jahr keinerlei Erhöhung der Bezüge, sie steigen erst im Dezember um 2,8 %. Bisher habe ich auch keine Einmalzahlung erhalten.

Nach den alljährlichen  kräftigen Erhöhungen der PKV-Beiträge und einer moderaten Mieterhöhung von 20 Euro kommen nun also die bekannten Preissteigerungen für Energie, Lebensmittel etc. dazu.

Derzeit zahle ich als langjährige Mieterin noch 520 Euro Warmmiete.

Bei meinem sehr sparsamen Stromverbrauch fiel die Erhöhung der Abschläge von 18 Euro auf 22 Euro gering aus. Auf die Berechnung der Heizkosten (Gaszentralheizung) warte ich noch. Die Stadtwerke haben eine Erhöhung um ca. 70% in Aussicht gestellt, was für mich ca. 103 Euro monatlich statt bisher 61 Euro bedeuten würde.

Da ich schuldenfrei und autolos lebe, keine teuren Hobbies pflege und keine sonstigen Verpflichtungen habe, komme ich noch ganz gut über die Runden.

Trotzdem habe auch ich Sparmaßnahmen ergriffen: Sparquote halbiert, Öffi-Abo und BahnCard gekündigt (in der Hoffnung auf neue günstige Angebote), Einkäufe vermehrt in Discountern, Ernährungsgewohnheiten umgestellt, Heizung reduziert. Restaurantbesuche, weitere Ausflüge, Besuch von eintrittspflichtigen Orten und Veranstaltungen gibt es nur am Monatsende, sofern noch ausreichend Geld übrig ist. 

Noch habe ich nicht auf meine Ersparnisse zurückgegriffen, werde es aber bei hoher Nachzahlung sicher tun. 

Was mich am meisten umtreibt, ist die Verunsicherung über die zukünftige Entwicklung. Welche Pläne kann ich noch verwirklichen? Welche Prioritäten soll ich setzen? Was bleibt mir noch für meinen Lebensabend nachdem ich Alles und Jeden “gerettet” habe? Und wie sieht es dann in unserem Land, unserer Gesellschaft aus? 

Viele Grüße – und den Nachdenkseiten viel Erfolg

U.K. 


23.

Sehr geehrte Redaktionsmitarbeiter (in) der NachDenkSeiten,

Eines vor weg. Jedem Bürger und jeder Bürgerin in dieser Bundesrepublik kennt den jahrzehnte wiederholten Satz – “Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer”, wenn ER/SIE nicht zu den funktionalen Analphabeten gehört, denn das sind die, die den Sinn von Informationen nicht verstehen.

Doch jetzt zum Thema, wie wirken sich die Energiepreissteigerungen bei Ihnen persönlich aus? Ich finde Sie gut! Warum? Siehe Text!

Als ehemaliger alleinerziehender Vater, knapp 66 Jahre, Kinder schon aus dem Haus, bewohne eine 50,18 Quadratmeter 2 Raum Wohnung und bekam, am 15.09.2022, die Betriebskostenabrechnung für 2021 mit einer Erhöhungsankündigung für die Betriebskostenvorauszahlung von 21 Euro und Heizkostenvorauszahlung, als Veränderung, von 8 Euro, mit einem Nachzahlungsbegehren von 57,65 Euro, zahlbar bis spätestens 13.10.2022, laut Schreiben meines kommunalen Vermieters, obwohl die Guthaben von 2020, einen Betrag von, 125,20 Euro auswiesen, für 2019, einen Betrag von, 96,09 Euro auswiesen, sowie von 2018, einen Betrag von, 176,20 Euro auswiesen. Die Überweisung tätigte ich zeitnah schon am Dienstag, den 04.10.2022, also etwas zügiger, damit mein kommunaler Vermieter nicht auch noch verarmt.

Und jetzt halten Sie sich fest; Die Vermieter Begründung lautet – ich zitiere wörtlich: bisher waren es die unterschiedlichsten Verlautbarungen aus Gesellschaft und Politik, die uns auf steigende Kosten, insbesondere Heizkosten einstellen wollten. Wie schlimm dieses alles wirklich wird, ist nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass Russland nicht die benötigten Gasmengen liefert und diese nunmehr teuer auf dem Weltmarkt beschafft werden müssen. Über kurz oder lang werden die dafür anfallenen Mehrkosten auf den Letztverbraucher

(das sind Sie) weitergegeben. ENDE  

Ich war richtig freudig überrascht und dachte mir so, so, nach ihrer Buch Devise – Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst – als alter Vater, jetzt ist das Märchen der ausbleibenden Gaslieferung des “bösen” Russland nun auch bei meinem Vermieter angekommen, obwohl wir bereits früher schon groß angelegte Kriege, enorme wirtschaftliche Probleme und viele Plagen hatten. Die jetzige Wirklichkeit ist nur Ausdruck sich wiederholender historischer Muster, die eigentlich im persönlichen Umfeld dringlichst beachtet werden sollten, doch die wenigsten scheinen es zu bemerken.

Was ich aber überhaupt nicht mag ist, die ständige Jammerei unserer angepassten, für die heutigen Zustände, verantwortlichen Deutschen Bürger. Es sei nur kurz, der Wahrheit halber eingeflochten. Millionen Menschen bleiben vor Angst zu Hause, die Straßen sind leer und das seit über 30 Jahren, Millionen gehen in Deutschland vor Angst arbeiten und verzichten auf ihren Lohn, die Ostrentner werden immer noch ungleich behandelt – und ich persönlich finde das Alles gut – Gott sei dank, steigen die Preise – da diese Bürger es so wollen (Ich zwar nicht-aber ich bin zu wenig), wenn Sie es nämlich nicht so wollten, dann wäre es HEUTE anders. Er/Sie bemerken es nur nicht.

Das einzige was ich machen muss, ich muss nur aufpassen das Ich mich vor Freude nicht jeden Tag tot tanze bei soviel geistiger Unterbelichtung.

Und wenn jetzt noch irgendjemand widersprechen sollte, dem sei geschrieben – Die menschliche Dummheit ist eben nicht heilbar, zu BSE forscht die Wissenschaft!

Sie scheinen vergessen zu haben, falls Sie es überhaupt je gewußt haben, dass jede Preissteigerung, – egal für Was auch Immer, – nur persönliche Vorteile für jeden Einzelnen beinhaltet. Hätten Sie es gewußt? Mögen diese 2 Bsp. als Anschauung genügen: Jede Preissteigerung entlastet 1. die schwere des mitführenden Portmonnaies.

Daraus ergibt sich der allergrößte Vorteil Nr. 2. für die Krankenkasse, denn ein leichtes Portmonnaie entlastet schmerzfrei das Muskel und Skelettsystem, erspart somit den Arztbesuch.

Doch fast hätte ich die für mich wahrhaftigsten Abschluss Sätze vergessen:

Alle diese schuldbeladenen, ängstlichen, angepassten, Zustandsverantwortlichen Jammer Bürger sollten unbedingt auf die Dinge achten, die in ihrem Leben und der Gesellschaft immer wieder passieren – besonders, wenn sie negativ besetzt sind. Eigentlich müßten sie schon längst daraus gelernt haben, tun es aber nicht. Die große Masse der Bürger neigt sowohl in ihrem persönlichen Leben als auch in einem breiteren soziohistorischen Kontext dazu, sich in vielen Schlamasseln und unglücklichen Situationen wiederzufinden, weil sie nicht auf die Dinge achten,

die zuvor schon passiert sind. So, noch weitere Fragen zu steigenden Preisen, von A bis Z, in allen Lebensbereichen?

NN


24.

Sehr geehrte NDS Redaktion,

Im allgemeinen: Sparen wo es nur geht.

Im einzelnen: Duschen täglich, aber: nur etwa 2 Minuten 40 Sekunden lang, mit Sparkopf und gesenkter Temperatur.

Heizung eingestellt auf 19,5 grad Tag und 15 grad Nacht.

Nachts kein Licht um zur Toilette zu gehen.

Abends Wohnzimmer: 1 x LED Lampe Verbrauch 2 Watt + 1 Kerze.

So viel wie möglich no name Produkte kaufen.

Einkaufen beim Discounter.

Keine Luxusprodukte mehr, dies betrifft Nahrung, Alkohol.

Beim Essen : Servietten in 2 schneiden.

So viel wie möglich mit dem Rad erledigen, Auto: Versuch auf 5000 km/Jahr zu senken.

Vorbereitung auf Blackouts und ähnlichem: 

Im Haus: etwas Bargeld, Kerzen, Taschenlampe, Radio auf Batterie. Vorrat Mineralwasser im Haus, ebenfalls für Nahrung.

Alle extras gestrichen = keine Zeitung mehr kaufen, nicht ins Kino oder Theater.

Geht etwas kaputt: erst mal im 2nd Hand laden schauen.

Gewünschte  oder erforderliche Neukäufe erst mal auf Eis: neues Rad, Brille, Uhr.

Abos beendet, nur eins bleibt. Vereinsmitgliedschaften gekündigt bis auf eine.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Janssens


25.

Sehr geehrte NDS-Redaktion,

gerne möchte ich über die bisherigen Auswirkungen berichten: sie sind bei mir bis dato recht gering ausgeprägt. Ich wohne gemeinsam mit Frau und drei Kindern in einer modernisierten Wohnung zur Miete auf dem Land.

Trotz sechsstelligen Haushaltseinkommen, leben wir nicht in Saus und Braus – wir fahren einen schlichten PKW (Verbrenner), erledigen viele Einkäufe mit dem Lastenfahrrad oder zu Fuß, kochen fast ausschließlich selbst und machen lokal Urlaub.

Am deutlichsten merke ich die Kostensteigerungen beim wöchentlichen Einkauf – wir ernähren uns zu 95% von Bio-Lebensmitteln und da haben sich die Preise z.T. deutlich gesteigert. Wirklich verzichten müssen wir trotzdem auf nichts, aber gerade bei Käse und Fleisch haben wir unseren Konsum herunter gefahren (nicht nur wegen der Kosten – auch wegen der Dürre). Unsere Mietnebenkosten werden zum Jahreswechsel leicht nach oben angepasst (+100€ im Monat), beim Strom gab es aber noch keine Anpassung durch unseren (genossenschaftlichen) Ökostromversorger.

Ein ganz kleiner Teil unseres Einkommens geht mittlerweile in die Krisenvorsorge – ein paar Vorräte und Utensilien für den Notfall. Ich tue mir damit immer noch schwer, da mir das ganze in Anbetracht der “friedlichen” letzten Jahrzehnte so unvorstellbar unsinnig vorkommt.

Nichtsdestotroz machen wir uns sorgen – die allgemeine Konsumzurückhaltung macht sich bei unserer Arbeit schon deutlich bemerkbar und wird kurz- bis mittelfristig auch Auswirkungen auf unser Einkommen haben müssen. Ebenso ist die Sorge vor Energieausfall (oder sogar Krieg!) in einem Maß vorhanden, dass wir uns zumindest schon mental und reell damit beschäftigen, was dann zu tun wäre.

Beste Grüße,

MS


26.

Stadtwerke mit langfristigem Dauervertrag,

Einkommen um 4000€ netto /mtl.

Alleinstehend, keine Kinder

  • Elektrizität + 130%
  • Gas +300%
  • keine Heizung trotz T < 16° 
  • Abweisung von Besuch, Antriebslosigkeit wegen Frustration bis Depression, Erstarrung
  • Verzicht wegen Rentensorgen wegen langer Ausbildung
  • völlig zerstört: Aktien etc. wegen Wirtschaftskatastrophe, kann nicht zusparen

Für mich befindet sich die USA im Krieg gegen Europa. Die Bundesregierung ist ein Haufen Inkompetenz in alle Richtungen. Zuerst Populismus (sexy Annalena, sexy Robert), dann das Heft an die Führungsmacht übergeben. AfD wählen? Bestimmt nicht, aber …

Die Menschenwelt ist wahnsinnig geworden, das ist (nach Dante) die Hölle.
NN


27.

Sehr geehrte Damen und Herren,

hier unsere Zahlen für einen 2-Personen-Haushalt – Mietwohnung ca. 70 qm

Erhöhung der Nebenkosten – Heizung/warmes Wasser: rd. 7%

Erhöhung der Kosten (Lebensmittel, Kosmetik, Waschmittel u.ä) rd. 30%

Energie: Strom: noch keinen neuen Vertrag. Pauschale wurde gesenkt, wegen weniger Stromverbrauch.

Mit freundlichen Grüßen

Petra und Bernd Wilhelmi


28.

Ich wohne in einer Baugenossenschaft in Hamburg. Meine 56m2 Warm -Miete hat hat sich von 572 auf 592 erhöht. Das soll bis Ende 2025 wohl so bleiben.
Gruß Jan Peters


29.

Liebe nachdenkseiten,

meine Energiesituation:

  • Altes, großes Haus, mit so gut wie keiner Isolation -> Verbrauch p.a. 38.000 kWh
  • Gaskosten bis 30.11.2021 von 3,48 Cent pro kWh -> Abschlag 120,- Euro pro Monat
  • Seit 01.11.2021 neuer Vertrag mit 6,45 Cent pro kWh -> aktueller Abschlag 220,- Euro pro Monat
  • Aktuelle Angebote bei verivox mit 30 Cent pro kWh -> Abschlag knapp 1.000 Euro pro Monat

Aktueller Preis beim Grundversorger 19,84 Cent pro kWh -> Abschlag 640,- Euro pro Monat

(warum der Grundversorger günstiger als verivox ist, verstehe ich nicht)

Das wird also demnächst eine fast verzehnfachung meines monatlichen Gasabschlags bedeuten (oder versechsfachung, das werde ich dann sehen) !

Da diese Kosten bei meinem Einkommen nicht mehr gedeckt sein werden, werden die Ersparnisse draufgehen, insbesondere, da Strom und Lebensmittel ja auch noch dazukommen werden. Ich spare Energie, wo ich kann, werde meine 82-jährige Mutter aber sicher nicht frieren lassen. Dafür gebe ich gerne meine Ersparnisse her.

Da noch Ersparnisse vorhanden sind, ist meine Lebenssituation bzgl. Lebensmitteln noch nicht eingeschränkt. Bis auf das Energiesparen. Und auch bei sonstigen Ausgaben überlege ich natürlich schon, ob das nun sein muß oder nicht. Und es muß immer öfter nicht sein.

Ich versuche aktuell, mein Haus zu verkaufen, um auszuwandern (wegen der Lebenshaltungskosten und der politischen Situation). Leider sind die Hauspreise aber derart massiv eingebrochen, daß ich mein Haus nicht zu einem Preis verkaufen kann, der mein weiteres Leben im Ausland trägt (was leider vor wenigen Monaten noch anders war). Ich versuche es weiter.

Bitte veröffentlichen Sie meinen Namen nicht, da meine Kollegen nichts von der Situation wissen müssen.

Danke

NN


30.

Liebes Team von den Nachdenkseiten,

bei mir wirken sich die Preise als astronomisch.

Seit Anfang März 2020 als EDV-Kaufmann bin ich im Home-Office tätig. D. h. zwei Rechner (Notebooks) zzgl. eine Unternehmensbildschirm verbrauchen Strom, und um einigermaßen vernünftig arbeiten zu können, wird die Heizung auf Sparflamme eingestellt. Ich verfüge über eine Wohnfläche von ca. 35 QM zuzüglich Garten von 25 QM.

Anfang September hat mir mein Gas- und Stromlieferant über eine Preiserhöhung der monatlichen Abschläge ab 1. Oktober informiert. Statt 66 Euro werden seit dem 1. Oktober satt 130 Euro als Abschlag fällig.

Dennoch habe ich direkt Widerruf eingelegt. Der Widerruf finden Sie bitte unter human-dignity.org/offener-brief-an-naturstrom/.

Obwohl ich darauf genau bestanden hatte, dass mir die Gaspreiskalkulation genau aufgeschlüsselt sein sollten, kam ein sehr dürftige Antwort (siehe Anhang) bei mir an. Gegen diese Antwort werde ich selbstverständlich einen zweiten Widerruf einlegen. Gemäß der mir zur Verfügung gestellten Finanzinformationen, werden mit dem Verkauf von Gas astronomische Gewinne erzielt. Ja, aus dem Anhang stellen Sie fest, dass aus einem Einkaufspreis on ca. 7,37 Euro je MMBTU saftige Gewinne von den Energiekonzernen erzielt werden. Wie kann es möglich sein, dass aus diesem Einkaufspreis 58.333,33 % eine Gewinnspanne erreicht wird.

Das kann doch nicht mehr normal sein.

Weiterhin stelle ich mich für die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien die folgende Frage: weshalb die Windräder beispielsweise sowohl in Brakel als auch in Fürstenau (reitschuster.de/post/lieber-stromkunde-sie-werden-verarscht/) still stehen? Inzwischen kauft Frankreich massiv Strom (merkur.de/bayern/atomkraftwerke-bayern-auswirkungen-preis-kosten-deutschland-frankreich-strom-gas-91651098.html) in Deutschland ein. Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass 30 % der Stromproduktion aus Deutschland nach Frankreich verkauft wird. Auch über Umwege nach Norwegen wurde russischer Gas an Deutschland verkauft. Das passt doch nicht mehr zusammen, oder?

Deshalb werde ich, bis der Arzt kommt, Widerruf bei meinem Gas- und Stromlieferant einlegen. Das was passiert, ist meiner Ansicht eine vorsätzliche kriminelle Preisabsprache zwischen alle Energielieferanten und auch die Unterhändler. Europa war im guten Glauben, mittels der Sanktionen die Wirtschaft Russland zu ruinieren. Ich denke, dass der Spieß schön umgedreht wurde, und dass Europa einen sehr hohen Preis für die Energie weiterhin zahlen wird. Die SARS-COV-2-Pseudopandemie ist der Vorläufer (erster Akt) der aktuellen zweiten Akt gewesen.

Wann werden wir alle endlich mal wach und ganz einfach, diese erhöhten monatlichen Abschläge ablehnen. Statt die Preiserhöhung im Kauf zu nehmen, sollten wir nur die monatlichen Abschläge vor der Preiserhöhung beim Energielieferant zahlen. Das wäre Erstmal eine stiller Protest, aber sehr effizient, ab dem Moment, dass eine kritische Mehrheit diesen Protest unterstützen würde.

Schöne Grüße

Thierry Vandries


31.

Liebe Nachdenkseiten Redaktion,

wir (zwei erwachsene Personen) lieben in einem Mietshaus mit 6 Parteien und einer Pellets Heizung.

Im November 2021 betrug der Tonnenpreis noch ca. 250,- €.

Jetzt im Herbst 2022 liegt er bei 750,- bis  800,-. 2021 hatten wir für unsere Wohnung Heizkosten von 1300,- €.

Wir müssen also für 2022 mit einer Rechnung von 3.000,- bis 3.600,- € rechnen (je nach Witterungseinfluss).

Kommen die Pellets auch alle aus Rußland (oder besser nicht mehr)?

Viele Grüße

Wolfgang Feller


32.

Sehr geehrtes Team der NDS,

zur Entwicklung von Energiekosten ein Bespiel.

Wir betreiben eine Steinkohle-Heizung.

Die Kosten für 1 to  Schüttgut, lagen bis 2019 bei ca. 330 €.

2021 bezahlen wir bereits 494 € pro to (25 kg Säcke, einschließlich Transport).

Die selbe Firma bietet aktuell die Tonne Steinkohle (25 kg Säcke,  Transportkosten auf Anfrage) für

1,800 € an !!!

Über die Erhöhung der Elektrokosten haben wir noch keine Information.

Wir sind zuversichtlich, der Doppel-Wumms wird uns sicherlich helfen.

Wir haben volles Vertrauen in diese, unsere, Bundesregierung, der besten die wir je hatten.

MfG

A. Mehle

PS.: Lassen Sie sich bitte nicht einschüchtern.


33.

Im Moment merke ich noch wenig von den gestiegenen Preisen bei Energie und Nahrung. Aber das wird sich wohl ändern. Unser “Freund” , die USA, hat mit der Zerstörung der Pipelines eine Basis für eine Verarmung unserer Bevölkerung geschaffen. Und unsere Bundesregierung glaubt immer noch, dass Russland dahinter steckt. Wir haben die dümmste Regierung, die wir bisher hatten.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Windhorst


34.

Der Preis der Freiheit Mein Gasvertrag lief am 28.02.2022 ab, deshalb schaute ich bereits am 27.12.2021 auf einem Vergleichsportal nach einem neuen Anbieter. Was ich damals sah, verschlug mir regelrecht die Sprache und die ganze Festtagsfreude war dahin. Der Gasmarkt außer Rand und Band. Mein Anbieter bei dem ich 4,45 Cents pro kWh zahlte, wollte jetzt 13 Cents pro kWh haben. Ich schrieb ihm ein E-Mail und fragte nach, was ich in Zukunft zahlen muss. Er war „gnädig“ und erhöhte „nur” auf 10 Cents pro kWh. Wechseln hatte keinen Sinn, denn andere Anbieter waren noch wesentlich teurerer! Man liest immer wieder in Zeitungen, oder sieht es im Fernsehen, die Energiepreise wären um 20 % gestiegen. Nun, die Steigerung von 4,45 auf 10 Cents bedeuten ein Anstieg von rund 125 %. Politiker haben es nicht so mit Rechnen. Beim Strom sieht es ähnlich aus, aber noch nicht ganz so schlimm, hier soll der Preis von 25 Cents auf 43 Cents angehoben werden, das entspricht einem Anstieg von 72 % und nicht 20 %. Beim Grundversorger EVO zahlt man sagenhafte 64,9 Cents pro kWh! Und damals war noch kein Krieg. Wer macht da eigentlich die großen Geschäfte und die Regierung greift nicht ein? Schauen Sie einmal jetzt auf ein Vergleichsportal, da klingen alle Alarmglocken. Ein Schulfreund hat letzte Woche Öl nachgetankt und mehr als 2 Euro pro Liter bezahlt. Und dabei liefert doch der böse Russe immer noch uneingeschränkt, oder wer weiß es besser, ich lasse mich gern belehren. Was machen wir eigentlich, wenn der böse Russe von heute auf morgen die Lieferungen einstellt? Gut, es gibt tolle Ratschläge: Für die Freiheit kann man ruhig einmal frieren, oder Pulli statt Putin, die exorbitanten Preissteigerungen seien der Preis der Freiheit. Ist das alles, was den Verantwortlichen einfällt, geht es eigentlich noch ein wenig plumper, platter, primitiver? Ist das die Ablenkung für jahrelange Versäumnisse in der Energiepolitik? Ich arbeitete einst in einer Firma, in der pro Jahr 3.000.000 kg Aluminium mithilfe von Gas eingeschmolzen wurden. Bei den jetzigen Gaspreisen hätte die Firma binnen weniger Wochen schließen müssen und 320 Leute wären arbeitslos geworden. Wo soll das noch hinführen? Wir verarmen, über das Tempo kann man streiten, über den Befund nicht. Deutschland ein Land mit einem eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus. Diesen oben stehenden Text habe ich am 14.03.2022 geschrieben! Wie ging es weiter? Ursprünglicher Preis 4,45 Cent pro kWh 18.000 kWh * 0,0445 € /kWh = 819 € / 12 Monate = 68,25 € pro Monat + Grundgebühr Tatsächlicher Abschlag 98 € pro Monat. Neuer Preis ab dem 01.03.2022 – 10 Cent pro kWh 18.000 kWh * 0,1 € /kWh = 1.800 € / 12 Monate = 150 € pro Monat + Grundgebühr Tatsächlicher Abschlag 193 € pro Monat. Nachricht von meinem Anbieter am 19.08.2022 – Preiserhöhung: Gasumlage, Gasspeicherumlage und SLP Bilanzierungsumlage ergab einen neuen Preis von 0,1366 € / kWh. 18.000 kWh * 0,1366 € /kWh = 2459 € / 12 Monate = 205 € pro Monat + Grundgebühr Tatsächlicher Abschlag 210 € pro Monat. Nachricht von meinem Anbieter am 16.09.2022 – Preiserhöhung auf 0,435 € pro kWh!!! 18.000 kWh * 0,435 € /kWh = 7830 € / 12 Monate = 652,50 € pro Monat + Grundgebühr Tatsächlicher Abschlag 972 € pro Monat. Nach diesem Schock wollte ich sofort rechtlich gegen meinen Gasversorger vorgehen, aber zwei Anwälte sagten sofort ab. Ich habe schließlich per Einschreiben meine Einzugermächtigung zurückgezogen. Danach habe ich mich bei meinem Grundversorger angemeldet und zahle dann „nur“ noch 415 € pro Monat! Allerdings ist da noch nicht die Gasumlage enthalten, dann sind es 465 € pro Monat. Aber es gab Schwierigkeiten, denn mein alter Gasanbieter und der Netzbetreiber behaupteten, mich überhaupt nicht zu kennen, denn meine Zählernummer und die Kundennummer wären ihnen nicht bekannt. Ich habe daraufhin Kopien von meinem alten Versorger und ein Foto von unserm Zähler an meinen neuen Lieferanten geschickt. Heute (22.09.2022) habe ich die Kündigungsbestätigung vom alten Lieferant bekommen, aber noch keine Auftragsbestätigung vom Grundversorger! Langsam steigt bei mir die Wut, Verbitterung und Unsicherheit! Update am 06.10.2022 Inzwischen habe ich die Zusage von unserem Grundversorger! Mein alter Lieferant hatte mir bestätigt, dass er die Einzugsermächtigung zurückgenommen hat. Aber als ich mein Konto überprüfte, sah ich, dass er trotzdem den Abschlag abgebucht hatte. Für diese Leute sind Verträge und Zusagen nichts weiter als Schall und Rauch! Die Mehrwertsteuer soll auf 7 % gesenkt werden, aber nach meinen Informationen muss sie der Gaslieferant gar nicht weitergeben. Ist das richtig? Zum Schluss noch eine Frage: In dieser Woche stand im Internet, dass Deutschland in diesem Jahr allein für Gas 200 000 000 000 € mehr bezahlen muss als 2021. Wer kassiert hier gewaltig? Putin und die Russen können es ja nicht sein, denn die liefern ja nicht mehr

Ich wohne in einer Baugenossenschaft in Hamburg. Meine 56m2 Warm -Miete hat hat sich von 572 auf 592 erhöht. Das soll bis Ende 2025 wohl so bleiben.
Gruß Jan Peters


35.

Im Moment merke ich noch wenig von den gestiegenen Preisen bei Energie und Nahrung. Aber das wird sich wohl ändern. Unser “Freund” , die USA, hat mit der Zerstörung der Pipelines eine Basis für eine Verarmung unserer Bevölkerung geschaffen. Und unsere Bundesregierung glaubt immer noch, dass Russland dahinter steckt. Wir haben die dümmste Regierung, die wir bisher hatten.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Windhorst


36.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mir haben vor allem die schlagartigen Preissteigerungen für Pellets sehr große Sorgen und gesundheitliche Probleme bereitet.

Ich bin seit vielen Jahren chronisch krank. Trotz der Schwere meiner Erkrankung, Nierenversagen 1982, 17 Jahre Dialyse, die zweite Transplantat-Niere, zum Glück von meiner Mutter und eine ganze Reihe an Zusatzthemen, wie sie eine derart lange Krankheitsgeschichte mit sich bringt, freue ich mich, am Leben zu sein und genieße es. Es gibt und gab auch sehr schöne Zeiten.

Eine der wichtigsten Gegebenheiten für mein physisches überleben stellt eine im Winter geheizte Wohnung dar (neben vielen anderen, ähnlich wichtigen, allesamt überlebensnotwendigen Themen, z.B. hoher Blutdruck, niedriger HB mit denen ich hier nicht langweilen will).

Mitten im Sommer geisterte die Nachricht durch den Blätterwald, Pellets seien auf Monate hinaus nicht lieferbar und der Preis um ein Mehrfaches gestiegen.

Aus der Erfahrung der letzten Jahrzehnte weiß ich, wie gefährlich für mich zu wenig geheizte Räume sind. Dieses Jahr hatte ich im Februar eine Lungenentzündung (ohne Corona), nachdem ich mich gelegentlich für einige Stunden in einer zu kalten Wohnung aufhielt.

Würde dies als Dauerzustand eintregen, fürchte ich das Schlimmste.

Ich rief also bei meinem Pellets-Händler an, der mir mitteilte, es fehlten 3 Millionen Tonnen Pellets und die Lieferzeit betrage 2einhalb Monate. Und das im Hochsommer (Juli). Die Kosten waren damals etwas mehr als das Doppelte des Vorjahres gestiegen.

Daraufhin begann ich, um das schlimmste Szenario für mich abzuwenden, vom Diskounter Holszsäcke nach Hause zu schleppen. Durch die lange Krankheitsgeschichte ist meine Muskulatur in einem schwachen Zustand.

Die Folge war, das ich einen Vorfall an der Halswirbelsäule und eine Spinalkanalstenose erfuhr (vorher nicht der Fall).

Als es kalt wurde, begann ich, nur mir Holz zu heizen. Glücklicherweise hatten wir 2019 einen kleinen Holzofen in unsere Wohnung eingebaut, da ich dem Braten schon seit einiger Zeit nicht mehr traue. Leider wird es nachts kalt (Dachwohnung, gut gedämmt aber trotzdem nicht, wie Paterre). Bis es morgens richtige warm wird, das dauert. Während einer aufkommenden Erkältung (ganz schlecht, wenn die Nieren an einer chronischen Entzündung kaputt gegangen sind) habe ich das Holz-Heizen zunächst wieder aufgegeben und heize von den noch vorhandenen Pellets-Vorräten.

Ich hoffe, so habe ich es vereinbart, dass mein Pellets-Händler am 01.12. Pellets liefern kann. Zu welchem Preis weiß ich nicht, momentan ist die Rede von 700,- € netto pro Tonne. Knapp das 3fache des letzten Jahres. 4 1/2 Tonnen bräuchte ich mindestens für ein Jahr.

Wenn keine anderen Unwägbarkeiten auftreten, wird mich/uns (ich bin verheiratet, meine Frau, als 43-Jahre-tätige-Altenpflegerin beantragt gerade die Rente, ein positiver Bescheid ist noch nicht eingegangen) das nicht umbringen.

Geht das allerdings so weiter, oder es klappt z.B. aus irgendeinem Grund nicht mit der Pellets-Lieferung sehe ich schwarz.

Ich habe mich in meiner 40jährigen Krankengeschichte mit sehr vielen dramatischen Aufs und Abs noch nie so im Stich gelassen gefühlt.

Mein Vorschlag an die Regierung, Grünen und was das so kreucht und fleucht:

Erst tragfähige Lösungen, z.b. für die Energieversorgung erarbeiten, dann die Bevölkerung damit beglücken, nicht umgekehrt.

Neben meiner eigenen kleinen Existenz befürchte ich natürlich, dass es generell bergab geht. Meine Großmutter hat als Pelznäherin ohne Pause 16 Stunden durchgearbeitet.

Bekommen das unsere drei Enkelinnen wieder? Ich hoffe doch nicht.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Fleckenstein


37.

Guten Abend,

Wir haben 1 Zahnarztpraxis in der 3.Generation und würden diese gerne weitergeben,aber es will sie niemand.

Zulieferer,Zahntechniker,Handwerker,alles Betriebe,die wir brauchen,die aber auch Engpässe haben(wir warten z.B. seit einem Jahr auf eine Lichtinstallation und unser Behandlungsstuhl konnte auch erst zeitverzögert repariert werden,wenn er nicht genutzt werden kann,nehmen wir auch kein Geld ein)

Um Strom und Gas zu sparen,arbeiten wir nur noch 3 Tage die Woche und hoffen dennoch unser langjähriges Personal halten zu können.

Die Nachfrage nach Zahnersatz und anderen Leistungen geht natürlich auch zurück.

Wir haben 4 Kinder,eins davon noch in der Ausbildung und so müssten wir eigentlich noch ein paar Jahre arbeiten.

Ich selbst arbeite in der Kita,während Corona waren die Fenster die ganze Zeit offen und ich permanent erkältet,jetzt werden sie zwar zu gemacht,dafür malen die Kinder im Dunklen.

Liebe Grüße und Danke für das Bemühen

Sabina Lauer,Dipl.Päd.

Dr.Christian Lauer,Zahnarzt


38.

Sehr geehrte Damen und Herren,

hier mein Beitrag zu Ihrer Umfrage.

Über mich: Weiblich, Anfang 50, alleinstehend, keine Kinder, selbständig (Solo-Unternehmerin), wohne in Bayern.

Meine bisherige Reaktion auf die Energiekrise & Teuerung:

  • Heizen: Normalerweise beginne ich mit dem Heizen in meiner Wohnung Mitte / Ende September. Diesen Herbst hab ich noch nicht angefangen, zu heizen (zugegeben, ich wohne in einem neuen, gut isolierten Mehrfamilienhaus und habe nur eine einzige Außenwand in meiner Wohnung, bin ansonsten von Nachbarwohnungen umgeben; außerdem sind die Außentermeraturen gerade noch relativ mild; trotzdem hätte ich in einem “energiekrisefreien” Jahr die Heizung bereits längst angemacht und wohl auf die Stufe 3 gestellt). Und ich habe vor, das Heizen hinauszuzögern, bis es ohne Heizen nicht mehr auszuhalten sein wird, bzw. hoffe, wenn das Wetter draußen mitmacht, in diesem Winter gar nicht zu heizen, sondern lieber 2-3 Pullis anzuziehen und unter 3-4 Decken zu schlafen
  • Strom:
    1. Hab in allen meinen Räumen Energiersparlampen installiert (vorher gab es bei mir noch ein paar uralte Glühbirnen im Einsatz, die viel Energie verbraucht haben).
    2. Statt im Schlafzimmer, Küche und Bad normale Deckenleuchter zu nutzen, nutze ich dort nun kleine Steh- bzw. Tischlampen, die weniger hell sind, aber auch weniger Energie verbrauchen. Lediglich das Wohn- bzw. Arbeitszimmer beleuchte ich normal, wenn ich dort arbeite.
    3. Ich passe viel konsequenter als früher darauf auf, dass bei mir nirgends eine Lampe unnötigerweise an ist (früher war bei mir häudig vorgekommen, dass in meiner Zweizimmerwohnung in beiden Zimmern gleichzeitig das Licht an war, obwohl ich alleine in der Wohnung war; jetzt ist das Licht bei mir grundsätzlich nur in dem Zimmer an, in dem ich mich gerade aufhalte).
    4. Passe besser darauf auf, auch andere Elektrogeräte (z. B. PC, Drucker, E-Piano) gleich nach dem Gebrauch sofort auszuschalten, statt diese auch nach dem Gebrauch eine Zeit lang im eingeschalteten Zustand zu belassen.
    5. Entscheide mich beim Kochen eher für Gerichte, die keine langen Koch- bzw. Garzeiten haben, damit ich auch mit meinem Elektroherd weniger Energie verbrauche.
    6. Wenn es im Winter draußen kalt genug sein wird, werde ich den Kühlschrank zumindest für einige Tage / Wochen gänzlich ausschlalten und die leicht verderblichen Lebensmittel draußen auf der Terrasse deponieren.
    7. Hab mir einen Vorrat an Kerzen sowie eine batteriebetriebene Leuchte angelegt für den Fall, dass es wegen der Energiekrise zu Stromausfällen kommen sollte.
  • Einkauf:
    1. Ich verzichte inzwischen auf einige leckere, aber etwas teuerere Lebensmittel, die ich mir bis vor kurzem geleistet habe.
    2. Kaufe grundsätzlich möglichst die günstigsten Lebensmittel.
    3. 3. Kaufe gut haltbare Lebensmittel auf Vorrat, solange diese nicht noch teuerer geworden sind.
  • Mein Gewerbe
    1. Als Selbständige nehme ich im Moment so viele Aufträge wie möglich bzw. binde neue Kunden an mein Unternehmen (obwohl ich im Moment eigentlich – Gott dem Herrn sei gedankt! – genug hab), um möglichst viel dazu zu verdienen und mir ein besseres finanzielles Polsterchen zuzulegen für den Fall, dass mir in den kommenden Monaten Kunden abspringen, weil sie wegen der allgemeinen Teuerung meine Produkte und Leistungen werden nicht mehr in Anspruch nehmen können.
    2. Ich verzichte bewusst auf das Anheben von Preisen für meine Produkte und Leistungen, obwohl die Konkurrenz dies tut, um meine bereits vorhandenen Kunden besser zu binden und eventuell neue dazu zu gewinnen.

Ich hoffe, meine Antworten waren für Ihre Umfage nützlich.

Mit freundlichen Grüßen,

Sofia Khorobrykh 


39.

Guten Tag,

als Rentner mit bezahltem Eigenheim geht es uns nach 45 Jahren Arbeit relativ gut. Meine Frau hat allerdings ihren Plan, auch ihre  freiberufliche Tätig als Hebabbe aufzugeben, noch einmal um ein weiteres Jahr verschoben. Wer weiss, was finanziell noch auf uns zu kommt.

Wir haben Heizung und Warmwasser bereits vor 14 Jahren auf eine monovalente Wärmepumpe umgestellt und sind damit zu 100% vom Strom abhängig. Im Frühjahr lief der Vertrag zum Wärmestrom mit einem regionalen Energieliferenten aus und es wurde eine Kostensteigerung um rund 250% angedroht. Das wären monatlich ca. 300 € Mehrkosten gewesen.  Mit einem Wechsel des Stromanbieters konnte die Erhöhung auf 20% reduziert werden, was für uns verkraftbar ist. Zusätzlich vermieten wir einen Teil des Hauses über Airbnb, wodurch wir eine gewisse Kompensation erhalten.  

Den Kauf einer Solaranlage zum Ausgleich der Kostenerhöhung haben wir wieder zurückgestellt, da durch die, als “Entbürokratisierungsreform” ab 2023 geplanten Gesetzesänderung zwar eine formale Vereinfachung bei Anschaffung erfolgt, eine Amortisation aber durch den Wegfall der aktuell geltenden Steuererleichterungen (Umsatzsteuer / Investitionsabzug / Abschreibung) in weite Ferne rückt. Im besten Fall würden unsere Enkel irgendwann etwas davon haben.  

Zum zusätzlichen Sparen bringen uns eher die ständigen Drohungen der Politik, dass es zu Stromausfällen oder Gasengpässen  kommen könnte oder dass die “Not”- AKW erst hochgefahren werden, nachdem der Blackout da ist. Wenn man weiterhin über Lieferkettenprobleme etc. nachdenkt, versuchen wir nun schon, unser Laben bezüglich Einkauf, Lagerhaltung, etc. zu verändern.

Gleiches erleben wir bei Freunden und in der Familie. Auch hier werden Reisen zurückgestellt, Sparverträge, bzw. ETFs gekündigt und jeder schaut, wie er der Zukunftsangst begegnen kann. Ein regelmäßig stattfindender Skiurlaub mit Freunden wurde zum Beispiel in diesem Winter vom 4-Sterne Hotel zum Urlaub im Apartment umgewidmet. Einfach, um allen die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen, obwohl das Geld knapper wird.  

Ein aus meiner Sicht unzuänglich beleuchteter Punkt sind die in den letzten Jahren viel beworbenen Pelletheizungen. Unsere Söhne mussten aufgrund gesetzlicher Vorgaben diese Heizungsanlagen in ihren Häusern einbauen. Seit einem Jahr steigen die Preise für Holz und explizit für Pellets um ein vielfaches. Teilweise sind Lieferungen vor dem Winter nicht mehr möglich und mein Sohn duscht schon seit dem Frühjahr kalt, um die Familie mit dem Rest seines Pelletvorrats über den Winter zu bringen.

Dieser Bereich der Energiekrise taucht aber in keiner Veröffentlichung oder Diskussion auf, soweit ich es beurteilen kann.

Viele Grüsse und viel Erfoltg bei der Uswertung alle Beiträge.

Jürgen Ehrhardt


40.

Wertes NDS- Recherche-Team,

mein Stromversorger, die Stadtwerke Karlsruhe, haben mir mit Wirkung zum 1.10.2022 folgende Neufestsetzung für die monatlichen Vorauszahlungen mitgeteilt:

11x 50,00€ für einen Jahresverbrauch von 8 KWh (Stromanschluss in einem Gartengrundstück!) statt 8,00€ monatlich bisher. Also eine Anhebung um absurd erscheinende 525%!

Falls „Normalverdiener“, von Hartz IV-Empfängern und Magerrentenbeziehern ganz zu schweigen, bereits eine Verdoppelung ihrer Energiekosten nicht mehr finanziell stemmen können, dann zeigt das auf drastische Weise, wie das bei uns herrschende Parteienkartell auf Bundes-,Länder- und Kommunalebene aktiv dabei

ist, nicht etwa „Russland zu ruinieren“ (Baerbock &Co) sondern Deutschland und Europa, also fast alle Bürger und Bürgerinnen gleich mit!

Diese verheerende Preis-Inflation als eine Folge der EU-Sanktions-Pakete , wird vom Wall Street Journal heute ( lt. dpa-Meldung vom 07.10.2022)) zutreffend als „strategische Selbstsabotage“ der Ampel-Regierung am deutschen Volk und am deutschen Industriestandort bezeichnet.

Leider aber bleibt festzustellen: Heiter liegt der Bürger noch in seinem warmen Bettchen, wo er laut anklagen sollte!

Die Wahlprognosen für die bevorstehende Landtagswahl in Niedersachsen belegen die herrschende Gewissheit der uns Beherrschenden: „die durch unsere PR- Propaganda erfolgreich verdummten und betäubten Wählerkälber wählen ihre Melker und auch Metzger, also uns, in treuer Gefolgschaft selber!“

Mit total desillusionierten Grüßen

R.Lang


41.

Sehr geehrte Redaktion,

Ich möchte in kurzen Worten die Auswirkungen beschreiben / Ausgangsituation: 2-Familienhaus saniert:

  1. Kosten für Erdgas Heizung ( 30.000,00 KWh) 2021=1.900,00€
  2. Kosten Heizung jetzt 5.200,00€
  3. Kosten 2023 Stand jetzt 12.200,00€, dann mit Wärmepumpe vielleicht 8.000,00€
  4. Kosten für Strom (3.480 KWh) 2021=900,00€
  5. Kosten Strom jetzt 1.600,00€
  6. Kosten  2023 Stand jetzt 1.800,00€, aber auch doppelt möglich

Zur Erläuterung: über 2.800 KWh Strom Erzeugen wir selbst über eine PV-Anlage, sonnst wäre es noch teurer.

Seit kurzem heizen wir zusätzlich mit einer Luftwärmepumpe um Gas zu sparen.

Natürlich bedeuten die Steigerungen finanzielle Einschränkungen, da aber noch mein Vater Kosten übernimmt geht es noch, sollte dies länger so sein, geht es ans Eingemachte.

Wir gehen noch sparsamer mit Energie um (Raumtemperatur), aber nicht wegen Herrn Habeck, sondern wegen der Kosten.

Auf das Handwerk sehe ich schwere Zeiten zukommen, außer Haustechnik, die können sich vor Arbeit nicht retten.

Ich bin im Beruf Energieberater, also im Vorteil. Für mich ist klar, die sogenannte Energiewende scheitert durch unsere unfähige Regierung.

Zum Abschluss vielen Dank an die Macher der „Nachdenkseiten“. Ihr seit Spitze und meine letzte Hoffnung in diesem Chaos.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Löschner


42.

Hallo,

— Bisher ca. 6.000 Euro jährlich für Strom incl. Nachtspeicherheizung, jetzt beim alten Anbieter 12.000 € jährlich , später beim Grundversorger noch  gut 7.500 €

Freundliche Grüße,

U.Köhrle


43.

Hallo nachdenkseiten Team,

hier meine Daten:

Heizöl:

Einkauf 30.12.2020 2.000 ltr € 47,55/100 zzgl. 16 % USt.

Einkauf 08.07.2022 3.600 ltr € 128,95/100 zzgl. 19 % USt.

Strom:

Bezug bis 31.12.2021 21,55 Cent/kWh

Bezug bis 24.05.2022 20,65 Cent/kWh

Bezug ab 25.05.2022 25,38 Cent/kWh  Preisgarantie für 12 Monate

Mit freundlichen Grüßen
Horst Jordan

Dankeschön auch für das Angebot, über die persönlichen Erfahrungen zu berichten.


44.

Mein Gehalt war als Lehrer an einer kleinen Privatschule für Deutsch nie sehr hoch, trotz hohen Einsatzes. Seit Jahren gab es keine Gehaltserhöhung, im Gegenteil, nach der Corona- und Lockdownpolitik hatte ich abzuarbeitende Minusstunden im Wert von über €4000,- angehäuft, was mit einer Gehaltskürzung einherging. Zum Glück haben wir, meine Frau und Kind, verständnisvolle Mieter; Kolleginnen dagegen kämpfen mit einer Staffelmiete.

Im Winter haben wir stets sparsam geheizt, ziehen uns lieber dick an. Dieses Jahr achten wir jedoch verstärkt darauf, dass wir bloß nicht unnötig heizen. Über 18° in den Zimmern kommen wir kaum hinaus. Jeden Cent, den wir entbehren können, legen wir zurück für zu erwartende Nachzahlungen. Obwohl wir mit einer Ölheizung derzeit noch relativ glücklich dastehen, erwarten wir hohe Nachforderungen. Die Einmalzahlung ist eine willkommene, wenn auch unzureichende Unterstützung.

Durch HomeOffice stieg der Stromverbrauch, dessen Preis die HomeOffice-Pauschale in der Steuererklärung nicht ganz abfedert. Immerhin kann ich derzeit wieder zur Arbeit pendeln. Das €9-Ticket war eine unheimliche Erleichterung. Seit die Billetts wieder teurer sind, fahre ich mit dem Auto, das mir meine Eltern finanzierten. Für denselben Preis bin ich immerhin flexibler. Allerdings geht für das Pendeln der Differenzbetrag zu den Fixkosten drauf. Mein Gehalt ist somit ein Nullsummenspiel. Unsere beider Eltern unterstützen uns finanziell, wir sind mit 40 Jahren also noch abhängig – obwohl wir beide arbeiten. Kurzzeitig hatten wir vier Jobs, derzeit drei.

Meine Frau hat einen kleinen Wollladen. Die Preissteigerungen haben die Preise enorm in die Höhe getrieben. Vor allem der Materialeinkauf hat sich verteuert, dazu die gestiegenen Versandkosten. Wenn meine Frau alles ungekürzt weiterreicht, bricht die Kundschaft noch weiter weg. Denn die Kunden kaufen bereits jetzt schon spürbar weniger als zuvor.

Beim Lebensmitteleinkauf achtet meine Frau verstärkt auf Sonderangebote, überlegt aber zweimal, ob wir etwas benötigen. Beim Müsli für das Kind steigen wir vom zuckerfreien auf das zuckerhaltige, aber billigere um. Wenn möglich, kaufen wir Dinge im Angebot oder Abverkauf auf Vorrat.

Der Rückgriff auf – nicht üppiges – Erspartes hält sich noch in Grenzen, Schulden haben wir glücklicherweise keine. Restaurantbesuche lassen wir fortan sein. Dem Kind ist glücklicherweise Zeit mit den Eltern lieber als große Unternehmungen. Zum Geburtstag  schenken wir nun Gebrauchsgegenstände (Kleidung, Schulbedarf, Schuhe, etc.), was ich prinzipiell in Ordnung finde. Wie wir den baldigen Geburtstag ausrichten werden, wissen wir noch nicht. Bei Einladungen zu anderen Geburtstagen sorge ich mich, ob wir mit einem Geschenk mithalten können. Kinder neigen manchmal dazu, sich über günstigere Geschenke zu moquieren.

Beim Besuch im Schullandheim überlegten wir wegen der Kosten zweimal, entschieden uns aber dafür, weil es wichtige Erfahrungen für das Kind sind.

Auf alle Fälle fragt unsere Tochter (acht Jahre) manchmal, ob wir arm seien. Das Thema können wir vor ihr also nicht ganz verbergen.

Ein ausschweifendes Sozialleben hatten wir bisher nie. Aber in Zukunft kann ich mir vorstellen, die eine oder andere Verabredung mit Verweis auf Geldgründe abzusagen. So traf ich mich kürzlich mit einem Bekannten in einer Teestube, die die Preise schon deutlich angehoben hatte. Zukünftig werde ich einen anderen Ort vorschlagen oder verzichten.

Soweit meine Eindrücke.

Dankeschön

und mit schönen Grüßen


45.

Liebes Nachdenkseiten Team,

ich habe lange überlegt ob und wie ich zu dieser Thematik schreiben soll.

Nun, ich denke es ist wichtig zu dokumentieren, was in dem „besten Deutschland aller Zeiten“ gerade so passiert.

Vorausschicken möchte ich an dieser Stelle, ich denke nicht, dass wir – also unsere Familie – zu der prekären Gruppe in der Bevölkerung gehören, sondern dass wir durchaus, mit eigenem Haus, Jobs, usw. durchaus eher zu der privilegierten Bevölkerungsschicht gehören. 

Aber dennoch hat es uns dieses Jahr schon ganz schön gewaltig erwischt und zwar in Form der Heizkosten für unsere Pelletsheizung. Im Jahr 2003 hatten wir die erste Pelletsheizung im Ort in unserem Haus installiert. 

Es war damals eine Überlegung, wie machen wir weiter mit einem Haus (Bj. 1939) mit Einzelöfen und keinem direkten Gasanschluss. Eine Gastherme wäre damals eine deutlich geringere Investition, als eine neue Pellets-Zentralheizung gewesen. Aber wir haben uns auch aus ökologischen Gründen damals für die Pellets entschieden. 

Im Laufe der Jahre konnte man immer wieder diverse Schwankungen bei der Preisentwicklung erleben. 

Das ging so von 185 € pro Tonne bis zu 280 € je nach Situation, Jahreszeit und auch – Ölpreisentwicklung. 

Aber unterm Strich, waren die Preise einigermaßen stabil und überschaubar. 

Zum erstenmal richtig geändert hatte sich das während, bzw. nach den Corona Lockdowns, als plötzlich die Lieferketten zusammenbrachen.

Da gingen die Preise plötzlich mal auf über 300 € die Tonne Pellets. 

Und dann kam die große Überraschung. 

Letztes Jahr gab es eine Frühjahrsaktion unseres langjährigen Pelletslieferanten, mit einem Sonderpreis von 188 € pro Tonne.

Da haben wir natürlich sofort zugeschlagen und unseren Jahresvorrat von 6 t bestellt. 

Der Rechnungsbetrag damals für 6 t Pellets,  incl. Einblaspauschale und MWST war 1166,00 €.

Dieses Jahr gab es auch wieder eine Frühjahrsaktion für treue Pelletskunden, aber nun zum Preis von 365 € / t. 

Damals dachte ich noch, nein, dieser Wahnsinn kann so nicht ewig weitergehen und ich hoffte auf einen deutlichen Preisverfall, der auch von diversen Zeitungen, wie z. B. Handelsblatt: „Holzpreise im freien Fall!“ angekündigt wurde. 

Also wartete ich ab. 

Aber, der Pelletsvorrat ging dann doch mal wieder schneller zu Ende als erwartet und für die Warmwasserproduktion 

benötigen wir unsere Heizung. 

Nach einer Anfrage bei unserem Pelletslieferanten bekam ich ein Angebot für die Pelletslieferung für 585 € / t. 

Lieferzeit ca. 4 Wochen. 

Was blieb mir anderes übrig, als dieses Angebot anzunehmen, nachdem andere Pelletslieferanten mittlerweile auf meine Anfragen hin mittgeteilt hatten, dass sie nur langjährige Kunden, bzw. momentan gar nicht liefern können. 

In der Zwischenzeit war der Pelletsspeicher bis auf den letzten Krümel leergesaugt und es musste Überbrückungsmaterial beschafft werden. Unser hiesiger Baywa Händler, der im Frühjahr noch den 15 kg Pelletssack für 4.59 € verkauft hatte, konnte erst nicht liefern, aber dann konnten wir doch noch 10 Sack à 15 kg. ergattern, für „Sonderpreis“!!! 10,89 € pro 15 kg Sack.

Entspricht: 108,90 € / 150 kg / 726 € pro Tonne.

Im September kam dann unsere Pelletslieferung, bestellt hatte ich anstatt der normal gebrauchten 6 t diesesmal nur 3 t. 

Die Rechnung für diese 3 t belief sich auf stolze 1795 €, incl. Einblaspauschale und MWSt. 

Wie bereits gesagt, ich sehe uns nicht als „prekäre Unterschicht“, aber es fällt uns schwer, solche Summen aufbringen zu können, ohne das Konto bis zum Maximum ausreizen zu müssen. 

In diesem Fall ist unsere Tochter mit einem Überbrückungskredit eingesprungen, zum Glück ist sie momentan in der Situation, dass sie das (noch) kann.

Wie es mit der Pelletspreisentwicklung und unserer Heizsituation in diesem Winter weitergehen wird, ist sehr ungewiss.

Die bisher gelieferten 3 Tonnen werden bei sparsamen Verbrauch (max. 19° C in den Innenräumen, eher den Waschlappen nutzen, als duschen und allen anderen Energiespartipps, die man nun überall hören und lesen kann) vermutlich bis Februar reichen, abhängig davon, ob es ein milder oder eher strenger Winter wird. 

Meine aktuelle Anfrage bei unserem Pelletslieferanten was ich tun solle, wurde damit beantwortet, dass ich jetzt eine verbindliche Reservierung für die nächsten Monate abschließen könnte, aber einen Preis dafür könne man mir momentan nicht nennen, da die Entwicklung zu unvohersehbar und unberechenbar sei. 

D. h. ich kann zwar jetzt eine verbindliche Bestellung über die Restlieferung von 3 t einreichen, aber was ich dafür zahlen werden muss, kann / möchte mir momentan niemand sagen. 

So also ist die Situation im „besten Deutschland aller Zeiten 2022“ wirklich. 

Mit freundlichen Grüßen
NN


Nachträglich eingetroffene Leserbriefe. Veröffentlicht am 19. Oktober

1.

Liebes Team der NachDenkSeiten,

Ihr hattet am 5.Oktober aufgerufen, Berichte über die persönlichen Auswirkungen der Energiepreissteigerungen euch zuzusenden.

Bisher bleiben bei mir persönliche Auswirkungen aus (bis auf die Nebenkostenabrechnung nächstes Jahr für die jetzige/kommende Heizperiode und der generelle Preisanstieg), allerdings habe ich gestern die folgende E-Mail von Vattenfall erhalten. Die Vorgehensweise finde ich sehr interessant.

Der persönliche Link führte mich direkt in mein Kundenbereich (inkl. Login) und empfahl mir meinen monatlichen Abschlag von 37 EUR auf 255 EUR pro Monat anzupassen.

Allerdings:

  • Ich habe einen Vertrag mit Lieferbeginn 01.04.2022 und 12 Monate Preisgarantie, sodass mich der Energiepreiswahnsinn erst ab kommenden Jahr April trifft (es sei denn in der Bundesrepublik gelten bald ordentliche Verträge nicht mehr)
  • Dieses Empfehlungsschreiben taucht nicht als ein ordentliches Dokument in meinem digitalen Postfach im Kundenbereich auf
  • Normalerweise beinhalten E-Mails von Vattenfall nur einen Link der zum Login-Bereich führt. Ich habe noch nie über einen Klick eine solche Änderung vornehmen können.

Natürlich ändere ich nichts an meinem Abschlag. Dennoch finde ich es äußerst interessant bzw. auch perfide, wie Vattenfall versucht Geld einzutreiben oder was auch immer ihre Motive hinter dieser Aktion sind.

Danke für Eure Arbeit!

Liebe Grüße,
Luisa v. Puttkamer


2.

mit 1.300 Euro netto ist man nicht so üppig bestückt. Ich wohne zur Miete in einem alten Haus aus den 50er Jahre, das keinerlei Energieeffizienz aufweist. Immerhin, damals gab es noch nicht soviele Elektrogeräte, sodaß es entsprechend wenig Steckdosen gibt. Geheizt wird mit Öl, Ofen leider Fehlanzeige.

Aber immerhin auf dem Land, also habe ich mir dieses Jahr einen großen Gemüsegarten angelegt. Schon den ganzen Sommer über brauchte ich kein Obst und Gemüse kaufen, das ist schon mal eine Ersparnis. Ich arbeite Vollzeit, der Garten muß nach Feierabend gemacht werden.

Ich habe mir für rund 60 Euro einen, wie ich hoffe, Wintervorrat an Kerzen gekauft. Licht mache ich also morgens und abends nicht an. Muß aber gestehen, daß ich viel Strom mit Gemüseeinkochen verbraten habe.

Zudem habe ich einen Dutch Oven gekauft und hoffe, wenigstens zweimal die Woche draußen kochen zu können. Da wir im Wald wohnen, ist genügend Holz da – allein durch Astbruch, gefällt wird nichts.

Wasser wird hier per Elektroboiler warm gemacht. Den habe ich von E (für Energiesparmodus, wo er bislang stand) weiter runter gedreht. Ich habe sowieso nie stundenlang geduscht, also reicht das auch.

Die Heizung hatte ich bislang noch nicht an (30 Jahre alte Ölheizung, kein bißchen energieeffizient). Ich habe kein Thermometer, ich schätze, so 17° werden es wohl sein. Reicht, wenn man die meiste Zeit draußen ist. Dann findet man das warm, und es gibt ja Sofadecken. Im Winter werde ich natürlich die Heizung anmachen müssen.

Der Hammer kommt sicher nächstes/übernächstes Jahr mit der Nachzahlung. Ich glaube schon, daß ich soviel gar nicht einsparen kann an Kosten, wie sie steigen.

Egal, wir werden es irgendwie überleben. Ich bin durchaus positiv und will nicht jammern. Mir geht es doch wirklich gut (ehrlich!) und ich kann handeln.

Und all diejenigen, die mir im Winter im T-Shirt die Tür aufgemacht haben und die Wärme mir aus überhitzten Buden entgegen gekommen ist, haben doch jetzt mal endlich die Gelegenheit, nachzudenken. Ebenso diejenigen, die finden, man muß 2x täglich duschen oder nachts/in Abwesenheit das Licht brennen lassen, oder das Haus von außen beleuchten, oderoderoder…

Es hat auch Positives, vieles ist Jammern auf hohem Niveau. Allerdings haben es jüngere Leute im Gegensatz zu uns Älteren nicht anders erlebt. Woher sollen sie den Vergleich haben?

Findet die Sabine


3.

Liebe Redaktion der Nachdenkseiten!

Sie fragten Ihre Leser nach persönlichen Einschränkungen in Bezug auf die sogenannte „Energiekrise“. Ich finde es sehr lobenswert, dass Sie sich dafür interessieren. Ihre abgedruckten Leserbriefe zum Thema habe ich bereits zur Kenntnis genommen und musste feststellen, dass sich Ihre Leserschaft wohl doch eher noch aus recht privilegierten Personenkreisen zusammensetzt bzw. findet diese Leserschaft wohl auch allein noch die Muße und Kraft Ihnen überhaupt zu schreiben. Ja, wahrscheinlich ist es das Letztere. Denn wer arm ist,  befindet sich in einem psychisch-körperlichen Überlebensmodus, der permanent Kraft kostet. 

Ich bin weiblich, 42, kenne die Nachdenkseiten bereits seit knapp 20 Jahren und lese sie intensiv und täglich nun wieder seit Anfang diesen Jahres.

Ich arbeite als Fachkraft in einem Pflegeheim in der Sozialen Betreuung. Angestellt bin ich bei einem  Wohlfahrtsverband, werde nach Tarif bezahlt, viele meiner Kolleginnen  in Betreuung, Küche, Pflege und Reinigung erhalten jedoch nur den gesetzlichen Mindestlohn. Trotz dieser viel zu geringen finanziellen Entlohnung, arbeiten auch diese Kolleginnen mit einer sehr liebevollen Haltung und fürsorglichem Einsatz den alten Menschen gegenüber. Unser Heim liegt in ca. 10 km Luftlinie zur Airbase Spangdahlem und ebenso unweit von Büchel und im Frühjahr hat  aufgrund der politischen Situation und des deutlich gesteigerten Flugverkehrs und -lärms bei uns allen die Angst grassiert. Nicht zuletzt, da viele unserer alten Heimbewohner den zweiten Weltkrieg noch unmittelbar  als Kinder miterlebt haben. Unser ältester Bewohner (95) ist zudem als Jugendlicher noch in den Krieg eingezogen worden und hat seine Adoleszenz in einem Kriegsgefangenlager im Kaukasus verbracht (O-Ton dieses bis heute klar geistigen Mannes zum Thema „Krieg“: „verlorene Jahre“, „dieser verdammte Krieg“, „die Russen waren genauso arm dran wie wir“, „die wollten es genauso wenig wie wir“, „es sind immer die da oben, die entscheiden und die Macht wollen und wir normalen Menschen müssen es ausbaden, das war früher schon so und daran hat sich nichts geändert..“). Zudem hat mich erstaunt -dies stellte sich in einem Gespräch heraus- , dass  dieser 95- jährige  Bewohner sich tatsächlich fernab von Alternativmedien und Internet eine unabhängige, freie Meinung bewahrt hat und die US-Nato-Machtbestrebungen als Ursache der aktuellen Konflikte ausmachte. 

Aber zurück zu mir und meinen Kolleginnen:

Seit Beginn der Energiepreiserhöhungen beobachte ich, dass außer mir nun zahlreiche Kolleginnen die Dusche unserer Umkleide nutzen, um sich offenbar das Duschen zu Hause zu sparen. Mittlerweile ist die Duschkabine ständig nass, wenn ich sie benutze, und es wurden extra Reinigungsmaterialien angeschafft. Jeder, der die Dusche nutzt, hat diese nun auch hinterher zu reinigen, da die Putzfrauen allein bei der häufigen Benutzung nicht mehr gegen die Verschmutzungen ankommen.

Ich nutze die Duschmöglichkeit in der Arbeit bereits seit längerem, da ich einen Durchlauferhitzer habe und die Warmwasseraufbereitung mit Strom einfach sehr teuer ist  und inzwischen für mich schlichtweg unbezahlbar. 

Ich lebe in verdeckter Armut und das schon viele Jahre! 

Ich habe keinen Anspruch auf Hartz-4. Als ich nach einer Gewaltbeziehung einen Antrag auf alleiniges Sorgerecht stellte (auch das Kind war betroffen), verweigerte mir ein arroganter Richter eines Provinz-Amtsgerichtes trotz Widerspruchs die Prozesskostenhilfe (da ich als Miteigentümerin im Grundbuch meines Elternhauses eingetragen bin, welches ich als Miteigentümerin jedoch weder vermieten noch allein entscheidend verwerten kann, wohl kann dieses jedoch entgegen des Willens der anderen mit einer Zwangshypothek belastet und versteigert werden!) Heute bin ich dadurch hoch verschuldet und lebe sogar unter dem gesetzlichen Existenzminimum. Wie ich es trotzdem schaffe zu überleben? Ich lebe mit meinem Sohn in einer Zwei-Zimmer-50qm-Wohnung in einem winzigen Dorf. Die Möbel bekam ich kostenlos von meinem Cermieter gestellt.  Ich kaufe Kleidung nur gebraucht, Nahrung nur im Discounter und auch dort schaue ich zuerst immer nach der MHD-Ware.

Mein größtes Problem ist das Auto. Es hat knapp 300 000 km runter. Ich bin zwingend darauf angewiesen als Dorfbewohnerin in der abgelegenen  Vulkaneifel. Ohne komme ich nicht zur Arbeit. Wegziehen kann ich nicht ohne Erlaubnis des Kindesvaters  (gemeinsames Sorgerecht besteht weiterhin und trotz erlebter Gewalt an mir und am Kind —gerichtlich nicht anerkannt). Ich musste auch schon trotz sicherheitsrelevanter Mängel (defektes Abs- und Bremssystem) mein Auto über Wochen weiterfahren (damals bei Wintereinbruch) , da ich mir eine notwendige Reparatur von meinem Gehalt einfach nicht leisten konnte. 

Zu einem anderen Zeitpunkt hatte ich einen Defekt, der mein Auto ständig in den Notlauf brachte, sodass ich mit 50 km/h ständig den Verkehr aufgehalten hatte bzw. Angst haben musste am Berg oder auf der Autobahn liegen zu bleiben.

Ja, diese Sorgen raubten mir die vergangenen Jahre  sehr viel Schlaf und kosteten mich unendlich viel Kraft -speziell auch als Mutter und mit einer psychischen Erkrankung durch erlebte Gewalt (Posttraumatische Belastungsstörung). Wenn ich ein Fazit ziehen kann: Mit Geld kann man sich Gesundheit und Glück zwar nicht kaufen, aber das Vorhandensein desselben nimmt einem durchaus auch Sorgen und behindert im Regelfall nicht die Genesung. Umgekehrt führt chronische finanzielle Belastung zu einer spürbaren Daueranspannung. Sie wissen nie was morgen kommt, leben praktisch von der Hand in den Mund, haben Angst vor dem nächsten Tag („hoffentlich hält das Auto durch.. ist nicht wieder was..“). Mein Sohn bekommt dies natürlich mit. An meinem Auto, aber auch von meinem Durchhalten (ich leide an einer Posttraumatischen Belastungsstörung durch das Erleben häuslicher Gewalt!) hängt unsere Existenz. Wie ich schon schrieb, ist mir ja jegliche staatliche Unterstützung versagt.

Damit meine Eltern nicht ihr Haus verlieren (Stichwort: Zwangshypothek) muss ich jeden Monat eine Ratenzahlung an die Landesjustizkasse tätigen um die Schulden um vierstelligen Bereich zu begleichen.

Ich hätte noch eine Bitte an euch:

Bitte berichtet mal zum Thema: Benachteiligung/ Diskriminierung von gewaltbetroffenen Müttern und deren Kindern  vor deutschen Familiengerichten. Die Öffentlichkeit weiß kaum davon, da familiengerichtliche Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. 

Der Soziologe Wolfgang Hammer hat im Frühjahr eine sehr zutreffende Studie dazu veröffentlicht. Seine Schlüsse und Thesen kann ich mit meinen  Erfahrungen zu 100 Prozent unterstreichen. Am 25. November ist zudem der Tag des Gedenkens der Gewalt an  Frauen. Diese findet nicht nur im privaten Raum statt, sondern auch im institutionell-öffentlichen Rahmen. Daher legen wir  Betroffenen an diesem Tag weiße Lilien vor deutschen Familiengerichten, Jugendämtern etc. ab. 

Bitte veröffentlichen Sie -sofern Sie dies beabsichtigen- Auszüge aus diesem Leserbrief nicht mit meinem Vollnamen, sondern nur mit „Fr.S.“. 

Viele Grüße, macht weiter so!

Frau S.


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.

Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.

Rubriken:

Leserbriefe

Schlagwörter:

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!