Die Auswirkungen hoher Energiekosten auf die Wählergunst

Die hohen Energiekosten aufgrund der geopolitischen Kriege in der Ukraine und im Iran schränken das Leben der weniger betuchten Deutschen ein. Im rechten Wählerspektrum lassen sich damit die Abwanderung von den Unionsparteien und der wachsende Zuspruch für die AfD erklären. Im linken Spektrum ist dieser Trend nicht eindeutig feststellbar. Insbesondere das BSW – die Partei mit dem höchsten Potenzial, die beiden Konflikte zu deeskalieren – liegt derzeit in Umfragen deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde. Von Karsten Montag.
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Hinweise des Tages
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Hinweis in eigener Sache: Da das Team der NachDenkSeiten sich heute zu einer Redaktionsklausur trifft, fallen die Hinweise des Tages II aus.
SPD in der Provinz: Ein Lokalpolitiker gibt sein Parteibuch zurück

Eine Geschichte ernüchternden politischen Alltags in unruhigen Zeiten: Poetisch klingt es, sein Parteibuch zurückzugeben. Öffentlichkeitswirksam äußerten sich ein ehemaliger Parteibuchbesitzer und seine Partei in der vogtländischen Stadt Plauen in einer Stellungnahme zu den Gründen. Der Zustimmung, dem Respekt vor der scheinbaren Konsequenz des altgedienten Sozialdemokraten folgte beim Lesen der Erklärung Ernüchterung. Konsequent sein ist anders, die Kritik tönte zu spät und unvollständig, die weichgespülte Beschwerde Richtung Parteispitze wird wohl keine Folgen haben. Ein Zwischenruf von Frank Blenz.
„Ich glaube, ich hatte nach Reue gesucht“ – Ein Arzt aus Gaza über den israelischen Film „NAZA“

Was geht in Menschen vor, die Zivilisten töten und anschließend einfach in ihren Alltag zurückkehren? Diese Frage beschäftigte den palästinensischen Arzt Dr. Ezzideen Shehab, als er den israelischen Dokumentarfilm „NAZA“ sah, in dem Angehörige des israelischen Militär- und Geheimdienstapparats über ihre Taten in Gaza berichten. Seine erschütternde Reaktion auf den Film veröffentlichen wir hier in deutscher Übersetzung. Von Redaktion.
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Berliner Sondierungsgewürge: Wie Politik zum absurden Theater wird

Berlin scheint es ziemlich gut zu gehen. Zwar hört man ab und zu von ein paar kleineren Problemchen – wie etwa strukturelle Milliardendefizite im Landeshaushalt, kollabierender Wohnungsmarkt, marode Schulen, marode Infrastruktur und stetig steigende Armut –, aber das sind für die Bildung einer neuen Landesregierung nur Petitessen. Bevor man sich mit denen beschäftigt, müssen zunächst Details zu Festlegungen in der für die Zukunft der Hauptstadt alles entscheidenden Frage erbittert ausgefochten werden: Dem Kampf gegen den Antisemitismus. Also gab es diesmal nach der Wahl zunächst keine Sondierungen zu einer möglichen Koalition zwischen dem Wahlsieger Die Linke und den Verliererlisten SPD und Grüne, sondern „Vorsondierungen”, in denen geklärt werden sollte, ob man überhaupt sondieren will, um anschließend vielleicht sogar über die genannten Petitessen zu verhandeln. Von Rainer Balcerowiak.
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„Europa wird als Frontstaat benutzt, um strategische Rivalen zu schwächen“ – Glenn Diesen in Istanbul

„Es ist (…) erwähnenswert, dass es in Europa tatsächlich Vereinbarungen für eine paneuropäische Sicherheitsarchitektur gab, die jedoch zugunsten der NATO-Erweiterung aufgegeben wurden unter dem Vorwand, dies würde die liberale Demokratie voranbringen.“ Mit diesen Worten verdeutlicht der norwegische Politikwissenschaftler und Professor Glenn Diesen die aus seiner Sicht fatalen Auswirkungen der von den USA dominierten sogenannten liberalen Weltordnung. Sein Impulsvortrag fand im Rahmen der Paneldiskussion I „Multipolarität und das Ende der liberalen Weltordnung“ beim Ost-West-Forum in Istanbul am 26. September 2026 statt.
Guérot und Ganser auf Dresdner Jazztagen: Will die Sächsische Zeitung denn lieber Kiesewetter auf der Bühne?

„Verschwörungs-Star Ken Jebsen kommt zu den Jazztagen in Dresden“ – unter dieser Überschrift hat der Kulturchef der Sächsischen Zeitung einen aktuellen Artikel veröffentlicht. „Verschwörungs-Star“? Wie man den Debattenraum publizistisch verseucht, zeigt das Blatt also schon in der Überschrift. Mit der festen Überzeugung, die „Wahrheit“ gepachtet zu haben, kriegen sie alle ihr Fett weg: Ulrike Guérot, Daniele Ganser, der Musiker Tino Eisbrenner, Festivalchef Kilian Forster. Der Artikel der Sächsischen Zeitung, verfasst von Oliver Reinhard, zeigt, was passiert, wenn Journalismus entkernt und mit Weltanschauung aufgefüllt wird. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.
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Videohinweise am Mittwoch
Hier finden Sie in der Regel am Mittwoch und am Samstag einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie anschauen wollen. Die Videohinweise sind auch auf unserer YouTube-Seite als spezielle Playlist verfügbar. (CG: Christian Goldbrunner)
USA und NATO: verhandeln, aufrüsten, eskalieren

Der Dieseldeal und die gleichzeitige Vorstellung einer NATO-Siegesstrategie werfen die Frage auf, wie sich die US-Verhandlungsbereitschaft zu den militärischen Planungen gegenüber Russland verhält. Der sichtbare Gegensatz zu den Europäern erscheint dabei weniger als grundlegender Dissens denn als Teil einer gemeinsamen Linie. Von Sevim Dagdelen.
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Leserbriefe zu „Wir müssten den Putin-Freund Schröder erfinden, wenn wir ihn nicht schon hätten“
„Ein Beitrag zur neuen Weltordnung wird nicht von der EU kommen“ – von der Schulenburg in Istanbul

„Wenn hier im Seminar die Frage gestellt wird, ob es einen Beitrag zur neuen Weltordnung gibt, dann wird dieser sicherlich nicht von der Europäischen Union kommen.“ Mit dieser Einschätzung beschreibt der Europaabgeordnete (BSW) und ehemalige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg die Rolle der EU in der entstehenden multipolaren Weltordnung. Sein Impulsvortrag fand im Rahmen der Paneldiskussion II „Die globale Ordnung im Wandel: Kriegsrisiken und Grundlagen des Friedens“ auf dem Ost-West-Forum in Istanbul am 26. September 2026 statt.
Frankreich, Staatsschulden und der Elefant im Raum

Mainstream-Ökonomen warnen in Mainstream-Medien mal wieder vor einer „Staatsschuldenkrise“ in Frankreich. Man kennt diese Warnungen aus den 2010ern. Es ist, als hätte man eine Zeitreise unternommen. Wie Heiner Flassbeck es bereits in einem Interview auf den NachDenkSeiten erklärt hat, sind die Warnungen makroökonomisch ziemlich unsinnig. Spannend ist die Debatte dennoch, da der steigende Schuldendienst nicht nur in Frankreich in direkter Konkurrenz zu den Rüstungs- und Kriegskosten steht und sich schon bald die Frage stellen wird, ob man sich die gigantischen Rüstungskosten überhaupt noch leisten kann und will. Von Jens Berger.
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