Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit XLV – „Goldgräberstimmung“

Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit XLV – „Goldgräberstimmung“

Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche, nicht zuletzt aus hygienischen Gründen, in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung teils verharmlosender, teils lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft – uns alle – an das Undenkbare zu gewöhnen und möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln. – Heute geht es vor allem um die „Goldgräberstimmung“ in der deutschen Rüstungsindustrie. Von Leo Ensel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Leserbriefe zu „Stimmen gegen den Kriegskurs: Kleiner Protest, große Befürchtungen“

In diesem Beitrag berichtet Éva Péli von den Bürgerprotesten gegen die Aufrüstungspolitik in Berlin. Die würden „trotz überschaubarer Zahlen“ nicht abreißen. Am Samstag, dem 1. August 2026, hätten sich trotz Dauerregens mehrere Hundert Menschen im Berliner Regierungsviertel versammelt, um gegen die Außen- und Militarisierungspolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Der Protest habe ganz unterschiedliche Akteure versammelt: „Vom besorgten Anwohner über Gewerkschafter und Juristen bis hin zum Parteivertreter im Rampenlicht“. Dokumentiert werden u.a. die Motive von Teilnehmern und zentrale Reden von der Bühne. Die Aktion knüpfe an eine mehrjährige Protestreihe an, die im Sommer 2020 ihren Anfang genommen habe. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Zuschriften, die wir hierzu erhalten haben. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Liebe Frau Peli, liebe NachDenkSeiten,

zu Ihrem Artikel „Stimmen gegen den Kriegskurs: Kleiner Protest, große Befürchtungen“, ich fand die Aussagen der Personen, die Sie auf der Friedensdemo in Berlin befragten, alle sehr aufschlussreich und von individuellen Erfahrungen geprägt. Ganz besonders sprach mich Nils aus Konstanz an mit seinem Plakat „Lieber lerne ich Russisch als zur Waffe zu greifen.“ Es kommt die ganze Person sehr sympathisch rüber. Tatsächlich ist es sehr schade, dass kaum an einer deutschen Schule, ausgenommen an einigen Waldorfschulen, noch Russisch gelernt wird. In den 80er-Jahren war es zumindest als Wahlfach auch in der damaligen BRD angeboten. Sprache im Sinne von Völkerverständigung. Als Sprachlehrerin und Übersetzerin ist mir dieser Gedanke sehr nah und gelebte Erfahrung. Mir imponiert an Nils auch seine Argumentation – „Es kommt darauf an, das Verbindende zu betonen statt die künstliche Spaltung mitzumachen.“ Es ist ja wirklich einleuchtend, dass kein vernünftig denkender Mensch einen Krieg und ein gegenseitiges Abschlachten oder ein Auslöschen der Menschheit will. Der Ansatz, das Verbindende zu suchen, beschäftigt mich sehr und ich habe hierzu in meinem Forum, das sich insbesondere auch der Friedensfrage widmet, kürzlich diesen Artikel veröffentlicht. Eventuell beleuchtet er das Verbindungsthema nochmal auf andere Weise, in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

spiritualitaet-im-dialog.org/was-ist-politik-und-was-kann-sie-sein-ein-offener-blick/

Es sind alles Beispiele, dass auch Politik verbindend sein kann, wenn nur die bereitwilligen und vernünftigen Personen sich in diesem Wunsch treffen und ihn als Ideal in die Realisierung bringen.

Ich bedanke mich herzlich für Ihre wertvolle Arbeit

Maria Bumes


2. Leserbrief

Hallo NachDenkSeiten-Team!

Weiter so mit den Nachrichten von den Menschen vor Ort und ihren Erfahrungen und Standpunkten! Guter Journalismus, der sich mit den Menschen und ihren Standpunkten beschäftigt und widerspiegelt, was in den Köpfen passiert.

Gruß
Jürgen Hagenguth


3. Leserbrief

Wenn ich an frühere, dieses Thema betreffende, Demonstrationen denke (bin 82 Jahre jung), na ja ….

Ich frage mich, wo die „Omas gegen rechts“ bleiben. Bestimmt wurde vergessen, sie einzuladen, denn:

Was gibt es rechteres bzw. faschistischeres als die Planung (und letztlich wohl Durchführung) eines Angriffskrieges. Egal, unter welcher Kolonialherrschaft!

Bin gespannt, wann ihr – die Nachdenkseiten – sanktioniert werdet. Noch vor historisch nicht so vielen Jahren hätte man euch – natürlich im Namen christlicher Nächstenliebe – verbrannt.

Alles Gute weiterhin!
jde
J.-D. E.


4. Leserbrief

Sehr geehrte Frau Péli,

Sie übernehmen in Ihrem Bericht die von der Polizei genannte Zahl von 600 Demonstranten, ohne jeden “einordnenden” Hinweis. Da Sie vor Ort waren, sollten Sie bemerkt haben, dass es mehr Teilnehmer waren, wenn vielleicht auch nicht die von Veranstaltern genannten 3.000. Verschiedene Quellen schätzten wenigstens 1.500. Natürlich sind das viel zu wenige.

Anfangs um 13 Uhr bei strömendem Regen sah es tatsächlich etwas “mau” aus.

In einem der Videos im Internet, in dem sich mehrere Leute über die mangelnde Werbung für die Demo beschwerten, meinte ein befragter Teilnehmer, er hätte mehrere Medien auf den Termin hingewiesen, außer Transition News und apolut hätte aber keines den Hinweis veröffentlicht. Auch die NachDenkSeiten nicht! Leider habe ich die Quelle/das Video nicht mehr.

Im Demozug waren u.a. auch Freie Linke und dieBasis beteiligt, wenn auch nicht auf der Bühne. Die (seltene) Vernunft in Deutschland ist nicht auf’s BSW beschränkt.

Mit freundlichen Grüßen,
C. Harder


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.

Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.

Konzentration des Reichtums und soziale Ungleichheit

Konzentration des Reichtums und soziale Ungleichheit

Die weltweite Ungleichheit zu bekämpfen ist nicht nur eine ethische Verpflichtung, sondern auch eine dringende Notwendigkeit, um eine ausgewogenere, inklusivere und nachhaltigere Zukunft für alle zu gewährleisten. Von Frei Betto.

Hinweise der Woche

Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)

Zwischen Gesprächen und Besatzung – Libanon vor der israelischen Mauer

Zwischen Gesprächen und Besatzung – Libanon vor der israelischen Mauer

Der Libanon steht unter Druck. Innenpolitisch durchlebt das Land seit 2019 eine schwere Wirtschaftskrise, Korruption und Vetternwirtschaft haben nicht nur das Bankenwesen zum Einsturz gebracht. Die Zentrale der staatlichen Stromversorgung Électricité du Liban (EDL) ist seit der Explosion im Hafen von Beirut (2020) eine Ruine. Strom- und Wasserversorgung, Bildung, Gesundheitsversorgung sind mangels zuverlässiger Funktionstüchtigkeit teilweise privatisiert, was der Bevölkerung zusätzliche Zahlungen abverlangt. Von Karin Leukefeld.

Der Sturm auf Ceuta: Anatomie einer herbeigeführten Krise

Der Sturm auf Ceuta: Anatomie einer herbeigeführten Krise

Auf der afrikanischen Seite der Straße von Gibraltar trennt eine schmale Grenze Marokko von einem Stück Spanien. In der Nacht des 29. Juli brach diese Grenze zusammen. Zehntausende junger Männer strömten auf dem Land- und Seeweg nach Ceuta, nachdem im Internet Behauptungen kursierten, der Grenzübergang sei geöffnet worden. Am Morgen wurden Leichen aus dem Wasser gezogen und beim Grenzzaun geborgen. Doch wie kam es zu dieser Katastrophe und was ist die Vorgeschichte? Eine Untersuchung von Freddie Ponton, aus dem Englischen übersetzt von Maike Gosch.

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Videohinweise am Samstag

Hier finden Sie in der Regel am Mittwoch und am Samstag einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie anschauen wollen. Die Videohinweise sind auch auf unserer YouTube-Seite als spezielle Playlist verfügbar. (CG: Christian Goldbrunner)

Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise

An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in Limburg an der Lahn, Bad Segeberg, Schweinfurt, Darmstadt, Neuwied, Speyer und Würzburg vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie hier. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.

Hinweise des Tages II

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)

Sechs Jahre nach Wirecard – die Bafin greift jetzt durch

Sechs Jahre nach Wirecard – die Bafin greift jetzt durch

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat im Wirecard-Skandal kläglich versagt. Anstatt den untergegangenen Zahlungsdienstleister zu kontrollieren, hatte die Behörde das Unternehmen lange Zeit sogar hofiert und protegiert. Nun hat die Finanzaufsicht mit zwei spektakulären Fällen erneut von sich reden gemacht. So hat die Bafin im Juni die Geschäftsleitung der in Hamburg ansässigen Berenberg Bank abgesetzt. Im Juli dann das gleiche Procedere bei der Raiffeisenbank Plankstetten. Beide Entscheidungen kamen quasi aus heiterem Himmel. Kommentatoren beschreiben das Vorgehen als „rigoros“ und „beispiellos“. Von Thomas Trares.

Drohnenvorfall: Die Grünen wollen sofort eskalieren und reden von „russischem Staatsterrorismus“

Drohnenvorfall: Die Grünen wollen sofort eskalieren und reden von „russischem Staatsterrorismus“

Die Parteivorsitzende der Grünen fordert auf Basis „naheliegender Vermutungen“ bereits „entschlossene Reaktionen“ – das wäre sogar dann total verantwortungslos, wenn die Vermutung einer russischen Urheberschaft des Drohnenvorfalls tatsächlich „naheliegend“ wäre. Das ist sie aber überhaupt nicht. Die Grünen festigen mit ihrem gefährlichen Vorpreschen erneut ihren Status als Kriegstreiber Nummer eins in Deutschland. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

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Bündnisfreiheit oder Realpolitik – das Spielchen für die Öffentlichkeit

Bündnisfreiheit oder Realpolitik – das Spielchen für die Öffentlichkeit

In der auch in Deutschland kontrovers geführten Debatte über den Krieg und seine Ursachen in und um die Ukraine gibt es Stimmen, die fordern, dass der Krieg sofort beendet sein könnte, wenn nur Russland sich aus der Ukraine zurückzöge und die Bündnisfreiheit der Ukraine akzeptierte. Diese Argumentationen sind richtig und falsch zugleich. Warum? Von Alexander Neu.