Beide Länder stellen Hilfen in Aussicht. Mexiko denkt über eine Wiederaufnahme der Öllieferungen nach, zwei Schiffe mit Lebensmittel sind bereits eingetroffen. Von Steffen Niese.
Beijing/Moskau et al. Vertreter der chinesischen und russischen Regierung haben die Ausweitung der US-Blockade auf den kubanischen Ölsektor kritisiert. Laut US-Präsident Donald Trump stellt Kuba eine „nationale Bedrohung” für sein Land dar. Er droht daher jedem Land Strafzölle an, das Kuba mit Öl beliefert.
Lin Jian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, erklärte am Dienstag, dass sein Land fest an der Seite des karibischen Landes stehe und die angedrohten Sanktionen kategorisch ablehne. Das „inhumane” Vorgehen der US-Regierung beraube Kuba jeglicher Überlebens- und Entwicklungschancen. Im Rahmen des Möglichen würde China auch weiterhin Unterstützung leisten.
Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, bezeichnete die De-facto-Ölblockade der USA als „neokoloniale Praktik”. Deren alleiniges Ziel sei, die Wirtschaft Kubas zu strangulieren. Lawrow bekräftigte weiterhin die Solidarität seines Landes mit den Bevölkerungen von Kuba und Venezuela. Der russische Botschafter in Havanna, Víctor Koronelli, äußerte angesichts der Politik des maximalen Drucks aus Washington seine Besorgnis über die Stabilität und Sicherheit in der Region.
Die Solidaritätsbekundungen finden im Kontext einer verstärkten militärischen Präsenz der USA in der Region statt. Anfang der Woche wurden drei US-amerikanische Kriegsschiffe vor der kubanischen Küste gesichtet. Eines der Schiffe befand sich nur acht Seemeilen von der Insel Cayo Romano entfernt und damit unmittelbar an der Grenze zum kubanischen Hoheitsgebiet.
Trotz dieser Drohgebärden im Zusammenspiel mit den angekündigten Strafzöllen für Kubas Öllieferanten prüft neben Russland auch Mexiko eine Wiederaufnahme der Lieferungen. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte am Dienstag an, dass ihr Land „alle Maßnahmen ergreife, um erneut Öl liefern zu können, das für das kubanische Volk dringend notwendig ist”.
Am Donnerstag sind zwei Schiffe mit 814 Tonnen humanitären Hilfsgütern aus Mexiko eingetroffen. Die Schiffe „Papaloapan” und „Isla Holbox” hatten Güter wie Milchpulver, Bohnen, Reis, Thunfischkonserven und Speiseöl sowie Hygenieartikel an Bord.
Dieser Artikel erschien zuerst auf Amerika21.
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