„Familie, ich werde mein Auge verlieren“ – In Frankreich wurde offensichtlich auf die Köpfe gezielt. Lesermails.
„Familie, ich werde mein Auge verlieren“ – In Frankreich wurde offensichtlich auf die Köpfe gezielt. Lesermails.

„Familie, ich werde mein Auge verlieren“ – In Frankreich wurde offensichtlich auf die Köpfe gezielt. Lesermails.

Ein Artikel von: Redaktion

Am vergangenen Samstag wurde Jerome Rodrigues, ein Sprachrohr der Gelbwesten, von einem Gummigeschoss getroffen, als er die Szene filmte. Er wird sein Leben lang davon gezeichnet sein. Die NachDenkSeiten haben in den letzten Tagen – wie leider nur wenige andere Medien – über die Gewalt im Nachbarland berichtet. Wir sehen uns dazu verpflichtet, Sie weiter darüber zu informieren. Heute bringen wir eine Sammlung von Lesermails mit durchaus weiterführenden Informationen. Albrecht Müller.

Eine NachDenkSeiten-Leserin – 2. Leserbrief – hat über Wochen Demonstrationen im Fernsehen beobachtet. Nach ihren Beobachtungen wird mit den Handfeuerwaffen für Gummigeschosse in Kopfhöhe gezielt.

Im 14. Leserbrief wird auf die eingesetzte Waffe verlinkt. Wenn man das liest, dann denkt man an militärische Nutzung und dort ist es schlimm genug. Aber hier geht es nicht um den Krieg zwischen Militärs, sondern um den Einsatz einer Waffe im Kampf der Regierung gegen das eigene Volk.

Was Polizisten hierzulande vom Einsatz von Gummigeschossen hielten, fanden wir in einem Artikel vom 05.06.2012:
GdP NRW: Einsatz von Gummigeschossen ist unverantwortlich
Düsseldorf. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die gestern von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) erhobene Forderung nach einer Aufrüstung der Polizei mit Gummigeschossen scharf kritisiert. „Die Polizei muss bei Demonstrationen mit aller Entschiedenheit gegen militante Gewalttäter vorgehen, aber wir leben in Deutschland nicht in einem Bürgerkrieg. Wir sollten ihn auch nicht herbeireden“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Frank Richter. „Wer Gummigeschosse einsetzen will, nimmt bewusst in Kauf, dass es zu Toten und Schwerverletzten kommt. Das ist in einer Demokratie nicht hinnehmbar“, warnte Richter. Die Polizei habe zudem genügend andere Mittel, um aggressive Angreifer auf Distanz zu halten. „Dazu gehört im Notfall auch der Wasserwerfer“, betonte der GdP-Landesvorsitzende.

Jetzt gehen auch Demonstranten mit roten Schals auf die Straße. Das ist legitim. Anhänger des französischen Präsidenten Macron versuchen so ein Gegengewicht zu bilden. Kein Problem.

Die PR-Leute der herrschenden Kreise können auch noch auf ganz andere Ideen kommen. Agents Provocateur einzusetzen, liegt nahe. Diese kommen zu den gewaltbereiten Personen aus der Gelbwesten-Bewegung hinzu. Eine Leserbriefschreiberin, deren Leserbrief wir wegen der Länge und nicht ausreichender Belege nicht aufgenommen haben, behauptet, einige jener Personen, die jetzt als Gelbwesten bei der Europawahl antreten wollen, seien mit Macron verbunden. Diese Beobachtung kann stimmen, sie kann falsch sein. Wir konnten das nicht recherchieren, weisen aber auf diese Möglichkeit hin – verbunden mit der Anregung an Sie, bei Ihren Beobachtungen des Geschehens diese Möglichkeit im Auge zu behalten. Wenn sich der Verdacht bewahrheitet, werden wir darüber berichten.

Nun aber zu den Lesermails:

1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

das Zitat von Warren Buffet lautet richtig: “It’s class warfare, my class is winning, but they shouldn’t be.“ Der letzte Teil fehlt leider bei ihnen und erweckt einen vollkommen anderen Eindruck des Gesagten als im Kontext ihres Artikels.

Im Interview  mit CNN setzt sich Buffett mit der Problematik der zu niedrigen Steuern für Reiche auseinander. Und plädiert für höhere Steuersätze für Reiche! 

SG,
Heiko Weidemann

Anmerkung Albrecht Müller: Meine Quelle enthielt den Nachsatz „but they shouldn’t be“ nicht. Aber ich kann ohne Schwierigkeiten akzeptieren, dass Warren Buffett auch diesen Teilsatz gesprochen hat. Diese Entlastung seiner Person ändert aber doch überhaupt nichts an seiner Feststellung: Es ist Klassenkrieg und meine Klasse wird ihn gewinnen.


2. Leserbrief

Lieber Albrecht Müller,
 
ich danke Ihnen sehr, daß Sie dieses Thema aufgreifen, von unserern MacMedien erwarte ich nichts, die berichten ja überhaupt nur sehr sparsam über die Gelbwesten-Bewegung.

Ich verfolge seit Wochen, jeden Samstag, die livestreams von rt deutsch. Ich kann folgende Beobachtungen berichten:
 
Unter den Gruppen der Polizisten befinden sich Personen ohne polizeiliches Hoheitsabzeichen, sie sind mit Jeans und Lederjacken bekleidet, manche tragen Motorradhelme und Schlagstöcke, aber keine Schilde. Ich habe mehrfach beobachtet, das es gerade diese Personen waren, die noch vor der Polizei, mit Schlagstöcken auf Gelbwesten einschlagen.
 
Wenn es zu Gewaltangriffen der Polizei gegen die Demonstranten kommt, ist dem keine erkennbare Aktion der Gelbwesten vorrausgegangen, die das rechtfertigt. Ich habe Polizisten gesehen die mit Handfeuerwaffen, in die Kopfhöhe, der demonstrierenden Menschengruppen geschossen haben, das war und ist für mich sehr schockierend.
 
Auch der zu beobachtende übermässige Einsatz von Gas, wie Tränengas- und Pfefferspray gegen die eigene Bevölkerung, halte ich für sehr bedenklich
 
Der überwältigende Anteil der Gelbwesten demonstriert friedlich, in den immer noch sehr aufgeräumten und sauberen Strassen von Paris. Sieht besser aus, als in Berlin.
 
Unruhestifter gibt es in jeder solchen Bewegung, es wurden ein paar Autos angezündet, Absperrgitter von Baustellen gerissen und lose Materialien zum Barrikadenbau verwendet, welche die Polizei meist schnell wieder beseitigt. Ich habe auch Demonstranten gesehen, die Steine geworfen haben. Szenen wie in Hamburg zum G20 Gipfel, habe ich nicht beobachtet.
 
Ich habe natürlich nur den Stream einer Kamera auswerten können, doch was ich gesehen habe, rechtfertigt nicht diese Gewalt.

Dies ist einer Demokratie und einer EU der hehren Demokratie und Menschrechte Verteidiger, unwürdig.

Wenn sich unser Regierungslautsprecher nicht bald, deutlich und unmissverständlich, zu den Vorgängen in Frankreich positionieren, entlarven sie sich als Doppelmoralisten. Doch das wird unseren die “Demokratie verteidigenden Haltungsfedern”, keine Zeile wert sein.

Sie sind damit beschäftigt, wie sie uns erziehen können. Ph!
 
Bitte unterstützt Aufstehen, Solidarität mit unseren französischen Mitbürgern!
 
Mit dankbaren Grüßen
Anke Zimmermann


3. Leserbrief

Scheußliche Bilder! Aber wohl notwendig, sie zu zeigen.

Danke, Herr Müller, für den Artikel!

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Meyer


4. Leserbrief

Sehr geehrte Herr Müller,
 
vielen Dank für Ihre Recherchen zur exzessiven Polizeigewalt gegen die „Gelbwesten“! Erst durch die Nachdenkseiten erfuhr ich, mit welch grausamer Brutalität die französische Polizei bereits seit zwei Monaten gegen die Gelbwesten und mit ihnen sympathisierende Demonstranten, aber auch gegen Pressevertreter vorgeht. Es erscheint mir unglaublich, dass in unserem Nachbarland reihenweise Bürger aller Altersgruppen, von fünfzehnjährigen Jugendlichen bis zum achtzigjährigen Greis schwerste Verletzungen durch Polizeiwaffen erleiden, Hände oder Augen einbüßen und sogar getötet werden (gemäß der auf den NDS übersetzten Liste), ohne dass davon erkennbar in den Leitmedien berichtet wird.
 
Bis zur Lektüre Ihres Artikels auf den NDS hatte ich zwar viel von der Gewalt der Gelbwesten gehört (die selbstverständlich wie jede andere Gewalt zu verurteilen ist und in den Medien auch deutlich hörbar verurteilt wurde, und die m.W. nicht zu Schwerstverletzten, Verstümmelten oder Toten geführt hat), aber kaum etwas von der martialischen Polizeigewalt, die viele Opfer für den Rest ihres Lebens behindern wird. Welch furchtbare Exempel werden hier statuiert – Abschreckung für alle potentiellen Demonstranten – denn diese Gewalt wird, wie Filme auf französischen Webseiten zeigen, auch gegen Demonstranten ausgeübt, die unbewaffnet und ungeschützt sind und sich weithin sichtbar defensiv verhalten (vgl. z.B. Video 1) und sie trifft auch unbeteiligt am Rand des Geschehens stehende oder wehrlos am Boden liegende Personen (ebd.). Die Botschaft ist eindeutig: bleibt zu hause und verhaltet euch ruhig, sonst riskiert ihr buchstäblich Leib und Leben.
 
Beim Versuch, das Thema „Polizeigewalt gegen Gelbwesten“ zu googeln, fand ich am Freitag nachmittag im deutschsprachigen Netz nur auf alternativen Internet-Nachrichtenportalen und auf RT deutsch Berichte. Um so überraschter war ich, als am Abend in der Sendung „Hintergrund“ des Deutschlandfunk die Polizeigewalt gegen die protestierenden Bürger angesprochen wurde.

Hatte ich im ersten Moment gehofft, das journalistische Ethos in den öffentlich-rechtlichen deutschen Medien sei erwacht, so durfte ich schnell dazulernen und eine perfide Methode der Meinungsmache wiedererkennen:
 
Greife schwerwiegende Kritik deines Gegners auf, um sie dann durch den Mund deines Gegners entkräften zu lassen.
 
In der Sendung, die zunächst durchaus seriös und nicht unempathisch von den Motiven und Forderungen der Gelbwesten berichtet, wird schließlich der Vorwurf der überzogenen Polizeigewalt formuliert, um ihn dann ausgerechnet von einem Sanitäter und Angehörigen der Gelbwesten-Bewegung entkräften zu lassen. Wer wollte dann noch denken, es geschehe etwas Unrechtes, wenn selbst ein Vertreter der Betroffenen und ein Experte für Verletzungen das verneint?

Obwohl er auch schon Demonstranten gesehen hat, die durch den Einsatz von Blendgranaten Gliedmaßen verloren haben, hält Marco das Verhalten der Sicherheitskräfte insgesamt nicht für übertrieben:

„Wenn die Sicherheitskräfte reagiert haben, muss man sagen, dass es leider eine notwendige Reaktion war. Zumindest hier in Bordeaux gab es keine exzessive Gewalt der Sicherheitskräfte, die Reaktionen waren legitime Selbstverteidigung und angemessen. Die Sicherheitskräfte wurden angegriffen, mit Molotowcocktails und Pflastersteinen beworfen. Es gab ein paar Verletzte unter ihnen, sie wurden wirklich stark in den Konflikt mit reingezogen.“

 
Die Reportage endet schließlich mit einem Zitat eines nur beim Vornamen genannten Gelbwesten-Vertreters, der sich klar für Gewalt ausspricht:

„Wir müssen auch zeigen, dass wir gewaltsam sein können, so wie sie gewaltsam sind. Es gibt tausend mögliche Aktionen, von einer Menschenkette bis hin zum Werfen von Pflastersteinen oder anderen Sachen. Alles zusammen führt dazu, dass wir unser Ziel erreichen. Und man muss alle machen lassen. Die, die friedlich demonstrieren wollen und die, die Pflastersteine werfen wollen. Denn gemeinsam werden wir das erreichen, was wir wollen.“

Was hängenbleibt von dieser Reportage: auch wenn einige Forderungen der Gelbwesten nachvollziehbar sind, ist die Gewalt gegen die Gelbwesten unvermeidlich und legitim, da sie von gewaltbereiten Protestierenden erzwungen wird und die Polizei aus Selbstschutz nicht anders vorgehen kann.
Diese apologetische Darstellung der exzessiven Polizeigewalt entspricht m.E. nicht den Tatsachen, wird aber so geschickt vorgetragen, dass sie geeignet ist, auch Bürger zu erreichen, die im ersten Moment durch Nachrichten von Toten und Verstümmelten alarmiert sein mögen.
 
Mit großem Respekt für Ihr Engagement für Aufklärung, Frieden und Menschenrechte und freundlichem Gruß,
S.P.


5. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

anbei schicke ich Ihnen eine kleine Satire – die Gelbwesten-Proteste aus Sicht des Präsidenten …

Mit freundlichen Grüßen,

Anke Eggert-Gottschlich

Macron – ein Präsident sieht gelb
(kleine Satire)

Diese sturen Franzosen gehen mir vielleicht auf die Nerven. Ich musste ja schon auf meinen Auslandsreisen ab und zu meinem Frust Luft machen. Diese Volk ist einfach reformunwillig. Die Leute erinnern mich an einen sturen Esel, den man auf ein herrliches Distelfeld bringen will. Und er sperrt sich. Man versteht es wirklich nicht. Sie haben den besten Präsidenten, den man sich vorstellen kann, und sie wollen ihn loswerden. Zuerst einmal bin ich der schönste – man muss sich nur mal Hollande oder Sarkozy im Vergleich anschauen. Ich bin gebildet, kultiviert, habe Unmengen an Charme. Die älteren Damen lieben mich, die älteren Herren auch. Sogar die Feministinnen finden mich cool, da ich ultramodern bin als junger, extrem attraktiver talentierter junger Mann, der eine wesentlich ältere Frau heiratet. Also ich kann die Menschen wirklich um den Finger wickeln, wenn ich will. Unverständlich, warum das nun nicht mehr klappt. Bei meiner Fernsehansprache an die Gelbwesten habe ich mir soviel Mühe gegeben. Brigitte hat stundenlang mit mir geübt. Tja, sie ist immer noch eine supergute Schauspiellehrerin. Und ich war wirklich wütend auf diese bescheuerten Gelbwesten. Es war unheimlich schwer, das zu verbergen. Deshalb musste ich mich auch am Tisch festhalten, um nicht in Versuchung zu kommen, mein Büro zu zerlegen. Ich hätte am liebsten meinen Briefbeschwerer in die Kamera geschmissen. Davon merkt man ja nichts, wenn man sich die Rede anschaut. Ich finde, ich habe das ganz gut hingekriegt mit dem milden, verständnisvollen Landesvater, der seine Kinderchen zur Vernunft aufruft und der natürlich auch Strenge walten läßt.
Und mein großzügiges Dialogangebot wollen sie auch nicht annehmen. Langsam habe ich wirklich die Nase voll. Erst konnte ich nicht in den Skiurlaub, und jetzt nicht nach Davos! Macron démission. Tja, das hätten sie wohl gerne. Den Gefallen werde ich ihnen aber nicht tun. Brigitte und ich sind gerade dabei, es uns im Elyseepalast so richtig schön zu machen. Alles neu und alles vom Feinsten. Da will ich ja jetzt nicht schon wieder ausziehen. Ausserdem könnten wir im Sommer dann gar nicht unseren edlen neuen Pool in der Sommerresidenz genießen. Wenn den Franzosen meine Politik nicht gefällt, dann sollen sie doch gehen. Ich brauche sie nicht. Ich kann auch ohne sie regieren. Die reichen, interessanten und sympathischen Leute würden ja bleiben, denn sie lieben meine Politik. Und auf den Rest kann ich wirklich verzichten. Analphabeten und Proleten, die zu faul sind, die Straße zu überqueren! Ein kleines Problemchen hätten wir schon, wer soll die ganzen unangenehmen Arbeiten übernehmen? Aber ich bin sicher, es gibt viele Menschen, die sich danach sehnen, in unser herrliches Land der Liberté, Egalité und Fraternité einzuwandern und die auch nicht so unverschämte und überzogene Ansprüche hätten. Apropos Liberté, Egalité, Fraternité – ich freue mich immer wieder über meine neue Erwerbung – das Poster hinter meinem Schreibtisch. Es war zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber ich finde, es hat sich gelohnt – mein Büro wirkt dadurch ziemlich trendig – zudem ist es traditionsbewußt und es ein Statement!


6. Leserbrief

Zweitens: Die Bundesregierung will die Vorgänge in Frankreich nicht beurteilen und nicht bewerten. So Regierungssprecher Seibert in einer Pressekonferenz. Siehe hier. Die Äußerung von Seibert wie auch die des Sprechers des Bundesinnenministeriums sollte man sich für ähnliche Fälle im Umgang mit anderen Ländern archivieren. Seibert: “Ich beurteile oder bewerte das gar nicht, wie es üblich ist zwischen befreundeten Nationen.”. Der Sprecher des Bundesinnenministers meinte: “Wir kommentieren grundsätzlich nicht die Maßnahmen anderer Staaten”. (Siehe hier)
-> Selten so gelacht… Warum ist mir das bisher nicht aufgefallen?

Sehr geehrter Herr Müller,

sehr gut, daß Sie sich der Sache annehmen; hätte mich nicht ein Freund auf den Artikel gestern auf den NDS aufmerksam gemacht, ich wüsste es auch nicht. Unsere Regierung kann  man nur noch als Schande bezeichnen und Sprechpuppen gibt’s bei Mattel günstiger.

Julius Schmitt


7. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,  

zu Ihrem heutigen Beitrag: Was laut Regierungssprecher Seibert angeblich für “andere Staaten” (in diesem Fall Frankreich) gilt, gilt offensichtlich z.B. nicht für Venezuela, wo vor wenigen Tagen ein  Staatsstreich stattgefunden und wozu Außenminister Maas eine Erklärung der EU angekündigt hat (die Deutschland selbstverständlich mit unterschreiben wird), die sich (wetten?) wieder einmal in alter Vasallenmanier voll und ganz der Vorgehensweise (Vorgaben) der USA befleißigen wird.  

Es ist nur noch zum Erbrechen! 

Gruß
G. Fernekes


8. Leserbrief

Wenn ich dies lese, ergreift mich kalte Wut. Wie war das doch noch: “Assad führt Krieg gegen sein eigenes Volk” lauteten die Schlagzeilen landauf landab. Macron????????

MfG

Hans-Georg Stork


9. Leserbrief

Liebes Team der NachDenkSeiten,

zuerst einmal vielen Dank für diesen Bericht. Ich werde auf jeden Fall die Seiten ausdrucken und weitergeben. Und hoffentlich Menschen finden, die sie lesen werden!!!

Viele Grüße aus Münster

Barbara Schnellen


10. Leserbrief

Liebes NDS-Team,

vielen Dank für die Übersetzung der Verletztenliste!

Ist es nur Zufall, daß Kopf- und Gesichtsverletzungen in der Mehrheit sind? Das sieht für mich sehr nach Vorsatz aus. Denn daß alle Polizisten „rein zufällig“ so schwere Verletzungen verursachen, ist sehr unglaubwürdig.

Wer sind hier die Krawallmacher, als die die Gelbwesten in der hiesigen Presse immer dargestellt werden? Sicher nicht die Demonstranten.

Mit freundlichen Grüßen
Ameli Ganz


11. Leserbrief

Lieber Herr Müller, liebe Macher der Nachdenkseiten,

Ihre Wiedergabe der Zusammenstellung der Verletzten der Gilets Jaunes ist wichtig,  obwohl es mich zutiefst empört und sehr schmerzt, zu sehen, was diesen mutigen Menschen von der Staatsgewalt angetan worden ist. Und es erfüllt mich mit Grauen zu sehen, wie mitten im “Frieden” die Polizei mit Granaten und anderen schweren Geschossen auf demonstrierende BürgerInnen losgeht. Auf was müssen wir uns noch alles gefasst machen, wenn sich  die Verhältnisse – was wir leider absehen können – weiter zuspitzen? Ich war am 30. 9. 2009 am Schwarzen Donnerstag  15 Stunden lang in Stuttgart im Mittleren Schlossgarten dabei und habe da vieles Schreckliche  miterlebt, und  ich war mir sicher: Dies ist der absolute Tiefpunkt, schlimmer kann es nicht werden. Nun erleiden  unsere nächsten Nachbarn drüben in Frankreich  noch viel Schlimmeres. Haben Sie denn Kontakte zu Selbsthilfeorganisationen der Gilets Jaunes – ich möchte diese Menschen gerne unterstützen, weil ich weiß, wie wichtig es ist, nach solchen unbeschreiblichen Erfahrungen vermittel zu bekommen: Wir stehen hinter Euch!  Wir machen Euer Leiden öffentlich! Wir vergessen Euch nicht! Ich bin Ihnen sehr dankbar für die Vermittlung von  Kontaktadressen von Ansprechpartnern,  danke Ihnen auch für diese Veröffentlichung in den NDS. Denn ich habe es trotz  S21 und G 20 in Hamburg bisher nicht glauben wollen,  dass solche schrecklichen Vorgehensweisen nicht  mehr nur immer wieder mal aus dem Ruder gelaufene Einzelvorfälle sind, sondern eine reale Strategie staatlicher Brutalisierung dahinter steht. Als gewaltfreie Streiterin  bin ich sehr ratlos.

Herzliche Grüße aus dem Schwabenland von Rosemarie Kirschmann


12. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

es ist mit großem Interesse, dass ich tagtäglich die NachDenkseiten lese.

Immer mit einem kritischem Blick informiert zu bleiben, ist für mich sehr wichtig. Jetzt komme ich zu Ihrem Thema „Mit brutaler Gewalt wird der Klassenkampf von oben gewonnen. Das ist absehbar.“ Meine Meinung dazu ist, dass sowohl seitens der „Oberseite“ als auch seitens der „Unterseite“ die Gewaltanwendung nicht zu rechtfertigen ist.

Warum? Ich denke, dass man zuerst bei sich selber anfangen muss. Außer wenn es darum geht, ihren Profit zu vermehren, „uns“ zu versklaven und zu manipulieren, die von „Oben“ interessieren sich so wie so nicht für „uns“ das Volk. Also, wie kann man von „Oben“ das Interesse an uns erwecken. Ganz einfach: umdenken, sich aus der Komfortzone zutrauen und sein Konsumverhalten ändern. Ein Thema, das leider fast gar nie in der „anderen“ Presse angesprochen wird. Auch in der NachDenkseiten Fehlanzeige. Warum eigentlich? Angst vielleicht!?

Zum Beispiel: Wenn 10 Millionen Bürger/innen auf dem Wochenmarkt statt ganz Brav und bequem in den Supermärkten einkaufen gehen, das wird schon beim Profit von „Oben“ weh tun. Oder? Wenn 10 Millionen Bürger/innen monatelang kein Auto mehr fahren, das wird auch weh tun. Wenn 10 Millionen Bürger/innen jährlich nur ein oder zwei T-Shirt(s) von hoher Qualität und ohne Kinderarbeit kaufen, dann wird das auch weh tun. Ich könnte die Liste mit vielen Möglichkeiten ergänzen, wie es mit weniger mehr wird… für „uns“ und viel weniger für die von „Oben“.

Die große Hürde: Wie bewegt man 10 Millionen Bürger/innen aus ihrer Komfortzone?

Für Ihre Zeit bedanke ich mich bei Ihnen und vielleicht für einen konstruktiven Ideenaustausch zu diesem Thema.

Schöne Grüße
Thierry Vandries

Anmerkung Moritz Müller: Hier liegt meiner Meinung nach eine der wenigen Chancen, zum Umsteuern. Viele Menschen haben allerdings schon so wenig Geld, dass sie gar nicht auf Konsum verzichten können. Und von mir selber weiß ich, dass Konsum auch teilweise mit Sucht oder Stress zu tun hat, und dass es schwer wird, uns Menschen aus der Komfortzone zu holen.


13. Leserbrief

Werte Redaktion, werter Herr Müller,

ich bin zutiefst berührt ob ihres Mutes und ihrer journalistische Leistung über die Situation rund um die Gelbwesten in Frankreich zu berichten. Ich meine, hier in Deutschland zu berichten.

Mir fehlt selber ein (sehendes) Auge und es geht mir sehr nahe darüber zu lesen wie Menschen ihres verlieren. Durch Menschen, die vom franz. Staat dafür angestellt und bezahlt wurden und werden dies zu tun. Klassenkampf hin oder her, die Täter sind mit Namen und Geburtsdatum zu nennen. Die Täter gehen möglicherweise straffrei aus, so sind die Spielregeln.

Jeder, der in einer Demo die Polizei in einer Eskalationsstrategie hat agieren sehen, weiß, was die Begegnung mit diesen Menschen in Uniform bedeutet. Ich habe dies zuletzt in Ramstein 2018 erlebt. Wurde sicher nirgendwo drüber berichtet, wie die Polizisten dort in voller Kampfmontur bei 35°C stundenlang gegrillt wurden, uns Demonstranten dann bedroht, uns aus unangenehmer Nähe angebrüllt haben, so dass man kaum ihren Mundgeruch ertragen konnte. Ich habe gesehen wie manche Polizisten aber nicht mitmachen wollten. Ich habe auch gesehen wie sogar Menschen im Rentenalter richtig wütend wurden in diesem Bad der Gewaltenergien.

Ramstein 2018 ist nicht mit den Gelbwesten-Demos zu vergleichen. Keine Gummigeschosse, keine Wasserwerfer, keine scharfen Granaten im Gewand von Tränengas. Kein stundenlanges traumatisierendes Einkesseln von jungen Schülern.

Sollte der Beitrag nicht „die heutigen westlichen ?Demokratien? zeigen ihr wahres Gesicht“ heißen statt “Mit brutaler Gewalt wird der Klassenkampf von oben gewonnen. Das ist absehbar.”?

Es gelten schon seltsame Spielregeln, im Allgemeinen, und im Speziellen bei unseren Demos. Stand schon in der Bibel: David gegen Goliath nur leider ohne Happyend.

Allerbeste Grüße wünscht ihnen
Johannes Molitor


14. Leserbrief

Liebe Redaktion,

es ist erschuetternd, dass so viele Demonstranten durch die franzoesische Polizei schwer bzw. dauerhaft verletzt wurden, oder sogar ihr Leben verloren haben. Nach einer kurzen Suche im Internet habe ich folgenden Artikel zur verwendeten Waffe (Brügger & Thomet GL06) gefunden.

Der Satzteil “pin-point accuracy at standoff ranges (beyond 40 m (130 ft) for such scenarios) when firing impact rounds” und der hohe Anteil der Kopf- und Gesichtsverletzungen auf Seiten der Demonstranten, deutet darauf hin, dass die Polizisten beim Feuern auf die Köpfe der Demonstranten _gezielt_ haben.

Dies widerspricht ein meinen Augen jeder Verhaeltnismaszigkeit.

Vielen Dank fuer Ihre Arbeit und machen Sie weiter!

Mit freundlichem Grusz,
Andreas Bürgel