Leserbriefe zu „Putins Puppen“ und „Wir rutschen in Richtung Krieg“

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Die Artikel “‘Putins Puppen’ – ein Sturm im Wodkaglas” und “Wir rutschen in Richtung Krieg, auch weil ehedem kritische Medien beim Feindbildaufbau mitmachen und die kritische Intelligenz ausfällt” fanden bei den NachDenkSeiten Lesern ein ausführliches Echo, von dem wir einen Teil nun hier wiedergeben. Vielen Dank an Alle, die uns geschrieben haben. Zusammengestellt von Moritz Müller.

1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger, liebes NDS-Team,

“Putin Poppenspäler” – an Dämlichkeit sind die Ergüsse im Spiegel und anderswo über den “gekauften” AfD-Mann nicht mehr zu überbieten. Es ist mit Händen zu greifen, dass wir von den einschlägigen Medien mit aller Gewalt für dumm verkauft werden sollen. Dumm wäre Putin allerdings, wenn er versuchen wollte, ausgerechnet über einen belanglosen AfD-Heini “die Demokratie” in Deutschland zu zerstören. Ist vielleicht Frau May, die mit ihrem Affentheater um den Brexit der EU schwer schadet, auch von Putin gesteuert? Ich fürchte, der hat gar nicht genug Rubel, um so viel Dummheit, wie wir sie bei uns im “Westen” allenthalben haben, zu bezahlen. Sie weisen mit Recht darauf hin, dass die USA und wohl auch andere “westliche” Geheimdienste vermutlich ebenso ihre ungewaschenen Finger im Spiel haben, wenn es darum geht, “Wahlen” irgendwo auf der Welt, wo es Öl gibt, zu beeinflussen. Die Handy-Abhörgeschichte von Angela Merkels Telefon, schon vergessen? Die Amis dürfen das, aber die Russen nicht? Du meine Güte! Und wie man “eine Wahl beeinflussen” können soll durch irgendwelche geleakten e-Mails (welchen Inhalts eigentlich??) oder Anzeigen im Internet (wie sie jeder schalten kann, der will), das habe ich bis heute nicht verstanden. Viel gefährlicher, weil realer, scheinen mir die Manipulationen von Steve Bannon & Co., die sich ja ganz offen dazu bekennen, aber über die tunlichst kaum oder nicht berichtet wird (ARTE brachte kürzlich eine interessante Doku). Putin-Bashing als geschicktes Ablenkungsmanöver. Und Herr Kleber macht sich mit alarmiertem Blick zum Popanz. “Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?”, haben wir als Kinder gespielt. Die Politik ist wohl immer noch auf diesem Niveau. Gut, dass es die Nachdenkseiten gibt.

Beste Grüße
Rolf Klein


2. Leserbrief

Hallo,
 
das ist zugegebenermaßen nicht wirklich wichtig, aber ich wollte kurz Jens Berger darauf aufmerksam machen, dass es den schönen deutschen Ausdruck “mit zweierlei Maß messen” gibt. “Doppelte Standards” gibt es im Deutschen eigentlich nicht. “Doppelmoral” dagegen schon. Da die “doppelten Standards” neuerdings auf den Nachdenkseiten sehr oft erwähnt werden, könnte man sie ja vielleicht in zukünftigen Artikeln zumindest teilweise durch die deutschen Ausdrücke ersetzen.
 
Ein weiterer Anglizismus kam dann noch am Ende: “dass er der AfD damit am Ende des Tages sogar hilft.” Statt der wörtlichen Übersetzung der englischen Redewendung “at the end of the day” könnte man auch “im Endeffekt”, “letzten Endes” oder “unterm Strich” verwenden.
 
Mit freundlichen Grüßen
Lars Brennicke


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger!

Mit großer Aufmerksamkeit habe ich Ihren Artikel heute gelesen.Ich gebe Ihnen Recht,wenn Sie Doppelstandards anprangern (in Politik und Medien)……Gleichzeitig fragte ich mich beim Lesen,wem nützt dies.ich fühlte mich erinnert an den lateinischen Spruch: “Quod licet jovi non licet bovi”.Übertragen auf das Hier und Heute: Der Hegemon —-dabei fühlt er sich im Recht—nutzt Doppelstandards als Strategie,um seine Ziele durchzusetzen.Dazu instrumentalisiert er aktuell die AFD.Das ist mein Eindruck.Sie erwähnten,dass AFD-Abgeordnete (Volker Münz und Alice Weidel) 2018 in Washington waren.Warum wohl? Kann es sein,dass dahinter strategische Interessen bzgl. Europa standen und entwickelt wurden?Speziell für Deutschland?Strategien,die den Nationalismus provozieren sollen mit dem Ziel einer Spaltung Deutschland’s und der EU? Die AFD ist also meines Erachtens das Instrument dazu…..Ich stimme Ihnen zu,wenn Sie am Ende des Artikel’s anmerken:”Denn wenn die AFD in der Öffentlichkeit usw……….schwächt das die AFD nicht sondern es stärkt sie”. Ich denke also,dass der Hegemon diesen Re-Ruck wünscht (Steve Bennon ist der Protagonist in Brüssel) und taktisch vorgeht um das erwünschte Ziel zu verschleiern und Russland gezielt in dieses Konzept mit einzubeziehen.Also: Ein Ablenkungsmanöver und gleichzeitig ein Bashing Russlands.Perfekt!

Gedanken einer besorgten Nachdenkseiten-Leserin,auch möchte ich mich für die vielen aufklärerischen Dossiers ihrer Website bedanken.

Ganz herzliche Grüße an Sie und das Nachdenkseiten-Team,
K. Schi.


4. Leserbrief

Hallo liebe Redakteure und Redakteurinnen,

ich beziehe mich auf den Artikel „Putins Puppen – ein Sturm im Wodkaglas“ vom 8.4.2019.

Das Medienmagazin „Zapp“ des NDR hat in seiner Sendung vom 10.4. die Titelstory des SPIEGEL „verteidigt“

MfG
T. Runge


Leserbriefe zu “Wir rutschen in Richtung Krieg, auch weil ehedem kritische Medien beim Feindbildaufbau mitmachen und die kritische Intelligenz ausfällt

5. Leserbrief

sehr geehrter herr müller,

sie haben absolut recht. es ist erschreckend, was in diesem land abgeht.

ich war damals 81 auch in bonn, wir hatten uns in hannover als gruppe “spätes erwachen” (reservistengruppe, die nachträglich verweigert haben) zusammengeschlossen, aktionen gegen den nato-doppelbeschluß durchgeführt und  straßentheater gespielt mit großem anklang.

heute sind wir etwas älter und leider auch bequemer geworden, um häufig auf die straße zu gehen und zu demonstrationen zu reisen. und leserkommentare reichen ja leider nicht aus, um in diesem land grundsätzlich etwas zu verändern.

ich lese ja schon lange nicht mehr die rundschau, die zeit, den spiegel….

bis auf ganz wenige sendungen sagt mir das fernsehen auch nichts mehr.

vielleicht sollten wir einfach mal zum generalboykott all dieser medien aufrufen.

mfg
reinhard wiecha


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

danke für Ihren kritischen Kommentar. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als Ihnen voll zuzustimmen. Die psychologische Einstimmung auf Krieg (e) scheint voll im Gange zu sein. Und kaum jemand merkt es.  Krieg scheint wieder salonfähig zu werden. Dafür spricht auch, dass die Bundeswehr  “als Partner der der politischen Bildung”  ein wichtiger Teil des Schulunterrichts werden soll. Zustimmung für diesen Unterricht wurde bereits aus der SPD signalisiert. Aber auch in der Bevölkerung ist kaum mit Protest zu rechnen.Das hat natürlich mit der ständigen propagandistischen Sedierung durch die  Qualitätsmedien zu tun. Bestes Beispiel ist der Fall Kleber. Darüber hinaus fehlt auch das friedenspolitische Gewissen bzw. Bewusstsein  bei den Intellektuellen. Niemand von ihnen, bis auf wenige Ausnahmen, haben den Mut sich aktiv für den Frieden einzumischen, wie es Böll, Jens, Grass, Hildebrandt u.v.a. gemacht haben. Welchen Stellenwert der Frieden (Pacifismus) heutzutage wieder hat, erlebe ich selbst , wenn ich erwähne, dass ich anerkannter Kriegsdienstverweigerer  bin. Als solcher rechne ich kaum, dass ich in Schulen darüber sprechen darf, weil  vom Frieden zu sprechen nicht in die kriegspropagandisch hochgeladene Atmosphäre in diesem Land passt. Ich würde mich freuen , wenn die jungen Menschen, aber nicht nur sie,  auch gegen das politisch verseuchte Klima auf die Straßen gehen.

“Krieg ist nicht mehr die Ultima ratio, sondern die Ultima irratio. Auch wenn das noch nicht allgemeine Einsicht ist.” Willy Brandt

Freundliche Grüße
Gerhard Edelmann


7. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

genau während der Friedensdemos ab 1981 wurde damals mit Hochzinspolitik die Massenarbeitslosigkeit verursacht. Im Jahr 1983 waren bereits drei Millionen Lohnabhängige allein in Deutschland betroffen und keine einzige Demo vor der Bundesbank in Frankfurt gegen diese Hochzinspolitik. Wo waren die kritischen Bürger?
 
Dafür 500.000 Demonstranten in Bonn gegen eine angebliche Kriegsgefahr. Kein Demonstrant in Frankfurt gegen die inszenierte Wirtschaftskrise. Die Greta hieß damals Petra.
 
Nein, da waren keine aufgeklärten Bürger, die für den Frieden demonstrierten, sondern aufgescheuchte Schafe, die von dem wirklichen Verbrechen, nämlich der Inszenierung einer Weltwirtschaftskrise, deren Folgen wir bis heute spüren, ablenken sollten mit ihrer damals von den Medien geschürten Angst vor Atomkrieg.
 
Nun frage ich mich halt, ob heute wieder Kriegsangst geschürt wird, um von der kommenden nächsten Krise abzulenken.
 
Warum haben die Nachdenkseiten noch nie darüber geschrieben, dass die Krisen und die Massenarbeitslosigkeit seit damals mit voller böser Absicht durch Hochzinspolitik verursacht wurden? So wie auch schon 1929-33.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Wolfgang Waldner


8. Leserbrief

Lieber Herr Müller, wir haben eben Ihren Artikel gelesen, in dem Sie (zu Recht) fragen, wo die Friedenskämpfer der 80er geblieben sind. Meine Frau und ich haben in den 80ern keine Friedensdemo in Bonn, keinen Spaziergang um den Pershing-Standort Hasselbach (Hunsrück), keine Menschenkette zwischen Stuttgart und Ulm ausgelassen. Heute sitzen wir im südlichen Bliesgau an der französischen Grenze im Saarland, reden uns die Köpfe heiß, martern uns das Hirn darüber, was man tun könnte. Es ist schon fast ein Feiertag, wenn wir mal in Saarbrücken zu einer Friedenskundgebung mit 150 Leuten gehen, wo Oskar und Sara reden. Wir waren seinerzeit in der DKP. Es war normal mit Sozialdemokraten (fast alle verschwunden, bis auf Oskar Lafontaine und wenigen Unentwegten), Grünen (zum großen Teil Unterstützer von „humanitären“ Interventionen geworden), K-Gruppen (heute oft bei den Grünen und oft Kriegstreiber), Gewerkschaften (hier und da noch in Bündnissen, aber ambivalent, weil sie ,wie die IG-Metall, auch mit der Rüstungslobby verbandelt ist und mehr darüber diskutiert, wie man todbringende Arbeitsplätze sichern kann und die ausländische Rüstungskonkurrenz auf Distanz hält, statt über Konversion) und Kirchen (von denen ich zumindest hier kaum noch etwas wahrnehme).

Darüberhinaus hat  nach 1989/90 alles auf die Friedensdividende gehofft, die dann nicht kam, weil sie nicht vorgesehen war. Der Gegner im kalten Krieg war geschlagen, jetzt musste er nur noch den Stiefel ins Genick bekommen und dann würde man das goldene kapitalistische Zeitalter ohne lästige sozialistische Konkurrenz einläuten. Also haben sich viele mehr dem lange entbehrten Lifestyle und der Karriere, sowie dem Mehren des Wohlstandes gewidmet (unser ehemaliger Freundes-und Bekanntenkreis ist voller Biographien dieser Art). Einige zähe Friedensfreunde machten weiter, sozusagen im Halbschatten, Krieg spielte sich ja anderswo ab. Inzwischen, wo er wieder näher rückt, sind die Kompetenzen, die Vernetzungen und Initiativen verlorengegangen, jüngere kennen das kaum noch, Politik findet meist virtuell im Internet statt, ist auf der Straße nicht mehr zu sehen. Die politische Linke gibt ein Jammerbild ab, ist mit der eigenen Nabelschau beschäftigt, ist sektiererisch, arrogant und dumm.

Wir würden gerne wieder nächtens Plakate kleistern gehen, auf den Markplätzen für den Frieden agitieren, versuchen Busse vollzubekommen um gemeinsam nach Berlin, Bonn oder irgendwohin zu fahren. Als Einzelkämpfer auf dem Lande ist das fast aussichtslos, man braucht einen Bezugsrahmen, Austausch, Streit, das Gefühl, gemeinsam etwas bewegen zu können. Wie gerne würde ich Herrn Kleber ins Gesicht schreien, dass er ein gottverdammter Kriegstreiber ist, den man wegen Volksverhetzung anzeigen sollte. Wir sind hier, diskutieren im bescheidenen Rahmen dessen, was hier möglich ist, rennen häufig offenen Türen ein.

Wenn uns nächste Woche jemand sagt, wir sollten nach Bonn kommen, uns Plakate zum Kleben schickt …. Wir laufen los!!

Herzliche Grüße von Thomas Hohnerlein & Christel Buchinger


9. Leserbrief

Sehr geehrte NDS-Redaktion,

bei der Lage der augenblicklichen Berichterstattung der ör-Medien und der so genannten Leitmedien über Russland sollte und darf m.E. die wertvolle Arbeit der deutsch-russischen Kulturvereine nicht vergessen. Hier in Gütersloh ist es zum Beispiel das rege “Forum russische Kultur“. Neben den vielen Kulturveranstaltungen und Reisen organisierte dieser Verein bisher auch drei Veranstaltungen mit der ehemaligen Moskau-Korrespondentin, Frau Prof. Dr. Krone-Schmalz, die man als “Russland-/Putin-Versteherin” zu diskreditieren versucht. Bei ihrer letzten Lesung zu ihrem Buch “Eiszeit” im vergangenen Jahr reichte der kleine Saal der Stadthalle für die Veranstaltung mit über 600!!! Zuhörern nicht aus, sodass es kurzfristig eine Verlegung in den großen Saal gab.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Dietrich


10. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

auch wenn man sich manchmal schon so vorkommt, als würde man im dunklen Walde gegen die Angst anpfeifen, ist das Wissen darum, dass wenigstens noch andere im Walde pfeifen, irgendwie beruhigend. Also die kleine Schar derer, die die Nachdenkseiten machen und die sie lesen. Vielen Dank deshalb für diesen informativen Artikel über die Bodenlosigkeiten des ZDF. Bis zu den Europawahlen wird man, so meine Befürchtung, noch mehr solcher Dinge erleben, und zwar mit steigender Intensität. Schließlich hat schon immer zur Beförderung der inneren Einheit die Bedrohung durch den äußeren Feind sich als bestes Mittel erwiesen. Angesichts solcher “Spiele”, wie sie der Herr Kleber da betreibt, halte ich für die nächsten Wochen fast nichts mehr für ausgeschlossen, auch ganz real angezettelte Scharmützel oder einen zu größeren Ausmaßen angefachten Krieg in der Ukraine nicht. Vielleicht sehe ich zu schwarz, aber man kann angesichts der Situation schon mehr als nur ins Grübeln geraten.

Wie dem auch sei – gute Wünsche und freundliche Grüße
Michael Weichenhan 


11. Leserbrief

Lieber Herr Müller,

zu Ihren Beitrag vom 8. April, “Wir rutschen in Richtung Krieg….

in der Anlage eine Presseinformation der Nürnberger Nachrichten, die passend dazu ist. (PDF Anlage durch Link ersetzt – MNM)

Interessant dabei ist wonach das Bundesverteidigungsministerium die Sondererlaubnis erteilt.

Als Anlieger des Übungsplatzes kann man die Aktivität der Amerikaner vor einen Krieg beobachten. Die Aktivität hat sich seit ca. zwei Jahren wesentlich erhöht. Ich vermute auch das die USA wieder in Vorbereitung zu einen Krieg stehen.

Mit freundlichen Grüßen aus der Militär Pfalz.
Alfred Melchner


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