Leserbriefe zu: Von der Lippe, Greta und die Aufmerksamkeitsökonomie

Ein Artikel von:

Nachfolgend finden sich Zuschriften zum Artikel: “Von der Lippe, Greta und die Aufmerksamkeitsökonomie“. Einmal mehr zeigt sich die Einschätzung, dass man einen kühlen Kopf bewahren und Aussagen und Taten mehr anhand ihres Inhalts anstatt ihres Verkünders einordnen sollte, auch wenn das in der mitreißenden Atmosphäre des Internets nicht immer ganz einfach ist. Zusammengestellt von Moritz Müller.

1. Leserbrief

Sehr gut, was Jens Berger zur Aufmerksamkeitsökonomie schreibt.

Auf seine Frage: “Wird die Welt besser, wenn – verzeihen Sie mir die Polemik – nun alte privilegierte weiße Frauen in den Aufsichtsräten die Positionen der Kapitalseite gegen die Interessen nicht privilegierter alter und junger, weißer und farbiger Männer und Frauen vertreten?”,  antworte ich mit Antje Schrupp:

“Mehr Frauen an der Macht werden das Klima oder Europa oder was auch immer nicht retten, so viel ist sicher. Entweder kommen nun alle in die Puschen oder wir gehen gemeinsam unter.”

 
L.G.Ute Plass


2. Leserbrief

Hallo Nachdenkseitenteam,

als ich “Aufmerksamkeitsökonomie” gelesen hatte, habe ich gehofft, dass Sie das Video verlinken würden, indem Jan Böhmermann ebendiesen Begriff erklärt, denn er hat es meiner Ansicht nach sehr gut getroffen.

Ich selber hätte ohne diesen NDS-Artikel gar nichts von von der Lippe mitbekommen, finde es aber gut, dass das Thema “Aufmerksamkeitsökonomie” in diesem Zusammenhang noch mal Aufmerksamkeit bekommt.

Es ist einfach deprimierend, wie viel leichter man mit Negativschlagzeilen an Aufmerksamkeit kommt, zuletzt auch Amthor mit seiner Aussage zu muslimischem Antisemitismus.

So viel Aufmerksamkeit hätte ich mir z.B. für die Scholz’sche Finanztransaktionssteuer gewünscht.

Viele Grüße
Alexander Raiola


3. Leserbrief

Diese“  soziale Netzwerke Empörungen“  langweilen mich derartig,daß ich nur immer wieder dieses Buch zur Lektüre empfehlen kann:

„Zehn Gründe,warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“ von JARON LANIER

Frank Schätzing sagt:“Um 10 Gründe… zu lesen,reicht ein einziger Grund:Jaron Lanier.Am wichtigsten Mahner vor Datenmißbrauch,Social-Media-Verdummung und der fatalen Umsonst-Mentalität im Netz führt in diesen Tagen kein Weg vorbei.“

Ich zähle mal  die Kapitel auf:

1 Du verlierst Deinen freien Willen 2 Social Media ist BUMMER  3 Social Media macht Dich zum Arschloch  4 Social Media untergräbt die Wahrheit  5 Social Media macht das,was du sagst,be deutungslos  6 Social Media tötet dein Mitgefühl  7 Social Media macht dich unglücklich  8 Social Media fördert prekäre Arbeitsverhältnisse  9 Social Media macht Politik unmöglich  10 Social Media hasst deine Seele

Lieber Jens Berger,vielleicht kann man diese Punkte ja mal kommunizieren?!Wenn wir kritiklos so  weiter machen,bleibt von der dünnen Haut der Zivilisiertheit nichts übrig.

LG Ulrike Westhues


4. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,

danke für diese sachgerechte Analyse.

Wohin diese Entwicklung führt, kann man im Zauberberg von Thomas Mann nachlesen.

Zur Zeit befinden wir uns im Kapitel mit der Überschrift:

Der große Stumpfsinn

MfG
Georg Gärtner


5. Leserbrief

Hallo Herr Berger,

Sie sprechen mir aus der Seele. Bin weiß, unterprivilegiert und nicht alt. Sehr guter Text.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Bichler


6. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

Sie schreiben:

“Offenbar gilt die Meinungsfreiheit nur für die „richtigen“ Meinungen.”

Ja aber klar doch!! Hat doch auch schon Rosa Luxemburg so schön gesagt:

“Freiheit ist immer nur die Freiheit des Richtigdenkenden.”

Oder so ähnlich.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Meyer

PS. Das war gar nicht beabsichtigt, aber jetzt habe ich doch noch gegoogelt und diesen Artikel in der Welt über Rosa Luxemburg gefunden. Falls Sie ihn lesen wollen, sollten Sie besser einen Underberg parat haben.


7. Leserbrief

Hallo Herr Berger, hallo NDS-Team

Zu Ihrem guten Beitrag würde ich gerne etwas anmerken. Im letzten Absatz stellen Sie eine berechtigte Frage:

“Hand aufs Herz: Ist es wirklich so dramatisch, wenn Dieter Nuhr seine dämlichen Witzchen macht?”

Stimme Ihnen zu, daß es eigenlich völlig unwichtig ist, und daß wir das auch überleben werden dank guten Kabaretts in der Hinterhand…

ABER: was daran, in meinen Augen, wirklich relevant ist, was eher als wirklich bedenklich zu bezeichnen ist, ist der rauschende Beifall den die “dämlichen Witzchen” erzeugen…

Solange ein Dieter Nuhr noch volle Häuser hat, solange ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten für die Nachdenkseiten und viel “Überzeugungsarbeit” für die Leser…

In diesem Sinne wie immer mit freundlichen Grüßen
Lutz Last


8. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion und sehr geehrter Herr Berger!

Vielen Dank für ihren o.g. Beitrag, der sich so wohltuend von einer Konvention absetzt, die sich meiner Ansicht nach wie ein Netz aus schmierigem Schleim über die veröffentlichte Meinung in den Gazetten und sozialen Netzwerken dieser Republik gespannt hat.

Wenn das Endziel antirepressiver Bemühungen die vollständige Assimilation an einen Zeitgeist sein soll, der jegliches Abweichen in Denken und Worten einer protofaschistischen Haltung gleichsetzt, mag ich kein Teil dieser Entwicklung mehr sein. Sich selbst mit Toleranz und Vielfältigkeit zu schmücken, während gleichzeitig ein totalitärer Verdacht der Abweichlerei die Szene beherrscht, hatten wir schon mal. Meiner eigenen Behinderung geschuldet, bin ich zu guten Teilen auf die Kommunikation in moderneren Medien angewiesen, um überhaupt soziale Kontakte zu pflegen. Und vor die Entscheidung gestellt, Meinung oder Kritik auch da zu äußern, wo sie potentielle Maßreglerei nach sich zieht, wird das Bild entscheidend verfälschen oder man zieht die Konsequenzen.

Diesen Weg will sicher nicht nur ich weitergehen, aber wieder einmal zeigt sich, dass ohne Macht kein Bewusstsein der Welt nur das Geringste am Sein zu bestimmen hat. Dieser Zug ist abgefahren und alle Bekenntnisse zur Solidarität sind als das zu verstehen, was sie sind: wer mich nicht vorbehaltslos unterstützt, der ist mein Feind!

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Laimer


9. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger
Da muss ich widersprechen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Derjenige der den beiden ,Lippe und Nuhr, widerspricht wird mit einem Shitstorm bedacht. Da sind die einschlägigen Medien voll dabei wenn es um die Glorifizierung dieser  „mutigen“ Zotenhanseln geht und wehe dem ,der das polemische Gesabbel dann noch kritisiert. Der Erfolg solcher „Starkabarettisten“ lebt nicht vom Shitstorm sondern von ihrer Polemik, die leider zu viel auf fruchtbaren Boden fällt.
Zum Thema Tugendwächter.
Da sollten es die Mitglieder Ihrer Redaktion bei ihrer Medienkritik doch auch mal ein bißchen locker angehen lassen wenn  Extra3 oder die Heute Show Putin mal nicht ganz so gut aussehen lassen.
Ansonsten, macht weiter so. Ihr seid in der verkommenen Medienwelt einer der wenigen Lichtblicke.
Mit freundlichen Grüßen
Reiner Müller


10. Leserbrief

Moin Herr Berger!

Einmalig und ausnahmsweise äußere ich mich zu diesen Leuten. Ich meine die politisch hyper-korrekten, dauer-empörten, “shitstorm”-affinen, kurz irrsinnigen Linksliberalen. Als Ausdruck des Zeitgeists sind sie nicht ohne Macht. Doch sind sie besonders viele – oder nur besonders laut bzw. besonders beliebt bei den Mainstream-Medien? Kann mir nicht vorstellen, dass solch Unvernunft so verbreitet ist. Wenn doch, und wenn die – da weiß, “privilegiert” und alt – “furchtbaren” Eltern und Großeltern dieser Tugendwächter der Clownwelt “verdientermaßen” ausgestorben sind, was wird das dann für eine Zukunft? Ich muss an Götz Kubitscheks Worte denken: “Solche Leute sind totalitarismusfähig.” (sezession.de/61672/journalisten-ditfurth-messebrennglas – vorletzter Satz).

Übrigens finde ich es nicht verwerflich, wenn man als Entertainer etwas “Aufmerksamkeitsökonomie” betreibt.

Mit Grüßen aus dem Norden
Philipp S. Fricke


11. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger!

Ihr Artikel zu den alten weißen Männern ist interessant und liefert auch Argumente zum Nachdenken. Es sind nun halt mal die alten weißen Männer, deren Verhalten und Politik ständig in der öffentlichen Kritik stehen. Da sind Donald Trump, Recep Erdogan, Wladimir Putin, Boris Johnson, Benjamin Netanjahu, Alexander Gauland, Horst Seehofer und viele andere grundsätzlich die bevorzugten Zielscheiben von Spott und Häme. Hinzu kommt noch, dass andere weiße alte Männer z.B. aus der Filmbranche sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben bzw. gemacht haben sollen. Das betrifft nicht nur Leute aus Holywood, sondern darüber hinaus auch noch Prominente wie Dieter Wedel oder Placido Domingo. Hätte Jan Böhmermann nicht  Recep Erdogan, sondern einen anderen alten weißen Mann als “Ziegenficker” bezeichnet, dann wäre das genauso schmunzelnd und kritiklos hingenommen worden. Sicher hätte er bei Benjamin Netanjahu vielleicht doch Abstand genommen, weil die Naziverbrechen es halt doch verbieten, sich über einen führenden jüdischen Politiker lustig zu machen. Nun hat sich ja in den letzten Jahren gezeigt, dass sowohl eher junge als auch weibliche Personen in den (politischen) Vordergrund drängen. Da sind die Regierungsvertreter von Frankreich, Österreich oder Kanada zu nennen. Das Spitzenamt von Dänemark und Neuseeland haben sogar jeweils zwei junge Frauen inne. Zwar gibt es im Bundestag immer noch mehr Männer, aber wichtige politische Ämter haben nun auch Frauen. Frau Von der Leyen hat einen alten weißen Mann als EU-Kommissinspräsidenten abgelöst, Hillery Clinton wäre beinahe die mächtigste Frau der Welt geworden, Großbritannien wurde von Frau Mey (früher einmal von Frau Thatcher) geführt und auch bei uns in der Bundesregierung gibt es eine Menge Frauen. “Jung” und “weiblich”, da passt halt gut ins Bild, wenn man Greta Thunberg hofiert, die eigentlich noch keine ausreichende Lebenserfahrung hat, aber genau so wie die anderen jungen Damen aus der “Fridays for future” Bewegung durch ständige Wiederholung immer wieder betont, was zur Klimarettung gemacht werden muss. Ich würde mir auch wünschen, dass in Talkrunden mehr wissenschaftlich durch Fachleute über die Klimarettung diskuttiert wird, auch mit gegensätzlichen Meinungen über die Methoden der Rettung. Stattdessen verwenden unsere Medien wirklich zu viel Zeit für die Jugendbewegung, deren Einstellung man ja mittlerweile zur Genüge kennt. Herr Böhmermann wird keine Kritik wegen der Verspottung von jüngeren Prominenten – auch unter der Gürtellinie – erhalten. Glücklicherweise traut er sich da nicht heran und so kann es hinterher auch nicht zu einer Kritik wegen einer Verspottung kommen.
 
Mit freundlichem Gruß
Harald Pfleger


12. Leserbrief

vom 28.01.20

ach, wie schade, dass Jens Berger diesen doch ziemlich abgehalfterten Männern noch eine Seite widmet, die sind so ausgezehrt mit ihrer Gier nach Aufmerksamkeit, dass sie wohl ob dieser etwas ,,beschützenden,,  Anmerkung von Jens Berger noch einen müden Freudenschrei ausstoßen.

Wie erbärmlich, wenn diese Typen sich noch an Greta und Luisa hochziehen, nur, damit eeeendlich mal eine Reaktion von aussen kommt. 
Und, lieber Jens Berger, der Vergleich mit Böhmermann hinkt gewaltig, es kommt schon drauf an, auf wessen Kosten  diese Greise ihre strunzdummen Sprüche machen.

Es wäre also alles eine vernachlässigbare Chose, aber:

Jetzt mache ich darauf aufmerksam, wieviel Sendungen der Nuhr im ÖR TV bekommt:

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, und habe ab dem 09.01.20 bis zum 31.01.20 gezählt:

ES SIND UNGLAUBLICHE 20 SENDUNGEN!! (auf ndr, mdr, one, ard etc).

Was sagt uns das???
Wen bedient er damit?

Auf die Inhalte muss ich nicht länger eingehen, auch, dass es viele Wiederholungen sind, aber, alles, was irgendwie grün oder links ist, wird mit einer unglaubliche Häme heruntergemacht, um den traurigen Status Quo dieser bestehenden Regierung mit einem trickreichen Schutzwall zu umgeben.

Ich würde sehr gern irgendwie dagegen vorgehen, vor allem, weil wir alle diesen Widerling bezahlen. Ich würde gern wissen, was er pro Sendung kassiert, und wer ihn so offensichtlich protegiert.

Ich stelle meine Überlegungen gern zur Diskussion.

Vielen Dank,

mit freundlichen Grüßen

Charlotte Klaue,
Berlin


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.

Es gibt die folgenden Emailadressen:

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele - aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!