Das Virus wirft Schlaglichter auf Amerikas größte Verrücktheiten
Das Virus wirft Schlaglichter auf Amerikas größte Verrücktheiten

Das Virus wirft Schlaglichter auf Amerikas größte Verrücktheiten

Ein Artikel von: Redaktion

Was passiert, wenn ein neues Virus auf ein zwar irre teures, aber nur für wenige wohlhabende Menschen taugliches Gesundheitssystem trifft, zeigt sich derzeit in New York, vor allem in New York City. Tausende Tote und überfüllte Leichenhallen binnen weniger Tage bei weiter steigender Anzahl schwerer Verläufe von Covid-19. Inzwischen hat das Weiße Haus zwar angekündigt, man suche nach Wegen, wie der Staat für alle Covid-19-Behandlungen der rund 30 Millionen Nichtversicherten aufkommen könne. Dieses Versprechen kommt freilich für viele zu spät. Das Virus hat den Staat längst fest im Griff. In der jetzigen Krise offenbart sich in aller Schärfe, wie unfähig ein allein auf Profitmaximierung und Konkurrenz ausgerichtetes System ist, auch nur die Grundbedürfnisse der Menschen und der Gesellschaft zu befriedigen, meint Caitlin Johnstone. Übersetzung von Susanne Hofmann.

Das Virus wirft Schlaglichter auf Amerikas größte Verrücktheiten

„Corona ist ein Schwarzlicht und Amerika ein spermabeflecktes Hotelzimmer“, twitterte die Comedian Megan Amram etwas anrüchig vor einigen Wochen. Ihre Beobachtung hat sich seitdem als noch treffender erwiesen.

Die Vetternwirtschaft des politischen Systems der USA mit den Konzernen wird schlaglichtartig beleuchtet durch eine gigantische kleptokratische Rettungsaktion für Unternehmen in Höhe von etlichen Billionen Dollar, wovon die Amerikaner selbst nur einen Bruchteil abbekommen. Statt das Geld den Menschen als Grundeinkommen zur Verfügung stellen, damit sie während der globalen Pandemie zuhause bleiben können, fließt der Löwenanteil des Geldes an Unternehmen. Derweil erhalten die Menschen in einer Zeit rekordverdächtiger Arbeitslosigkeit magere 1.200 US-Dollar – und auch das erst frühestens im Mai.

Amerikas Kapitalismus-Verehrung wird schlaglichtartig beleuchtet durch eine Schlagzeile des Wall Street Journal: „Der Dow steigt sprunghaft um mehr als 11 %, so viel an einem Tag wie zuletzt 1933“, während man gleichzeitig in derselben Zeitung lesen konnte: „Rekord-Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bremst historischen Beschäftigungszuwachs – mehr als 3 Millionen Arbeiter beantragen Arbeitslosengeld, während das Coronavirus die Wirtschaft trifft“. Aktien boomen, Amazon wächst und gigantische Reichtümer werden auf wachsende Mega-Konzerne übertragen, während die Menschen Angst vor der Zukunft haben.

Amerikas Witz von einem Gesundheitssystem tritt deutlich zutage, wo Covid-19 Patienten ohne Krankenversicherung 35.000 US-Dollar für Arztkosten hinblättern müssen und selbst versicherte Covid-19-Patienten mehr als 1.300 US-Dollar aus der eigenen Tasche berappen müssen. Angesichts dieser Kosten und der Tatsache, dass Millionen von Amerikanern aus der von ihren Arbeitgebern angebotenen Krankenversicherung fliegen, kommt man auf einen riesigen Personenkreis, der einen Test und eine Behandlung um jeden Preis vermeiden will. Beide Köpfe von Amerikas zweiköpfigem Ein-Parteien-System haben jahrzehntelang darauf hingearbeitet, diese Dynamik zu forcieren.

Amerikas Einkommens- und Vermögensungleichheit tritt deutlich zutage in einer Nation, die unter all den eben aufgelisteten Problemen leidet, während ein Großteil der Amerikaner sich schon vorher nicht einmal Zusatzausgaben von 1.000 US-Dollar für einen Notfall leisten konnte. Eine Einmalzahlung von 1.200 US-Dollar ist in einer ohnehin überforderten Bevölkerung der Garant dafür, dass Millionen von Menschen sich hoch verschulden und in Elend gestürzt werden, und das in einer Nation, in der eine historisch beispiellose Milliardärs-Klasse immer mehr unverdientes Vermögen einstreicht.

Der Wahnsinn der US-Kriegsmaschine wird deutlich herausgestellt, jetzt wo während eines globalen Gesundheitsnotstandes das Bewusstsein dafür wächst, dass sich die Militärausgaben negativ auf die Ausgaben für das Gesundheitswesen auswirken und dass die USA den aufgeblähtesten Militäretat des Planeten haben. Jetzt, so der Journalist Max Blumenthal, bewirkt die zunehmende Feindseligkeit dieser Kriegsmaschine gegenüber China, dass Amerikaner unnötigerweise an dem Virus sterben.

Es zeigt sich deutlich, dass Amerikas politisches System nur ein Schein-System ist. Es lässt sich daran ablesen, dass der mutmaßliche Kandidat der Demokratischen Partei eine Woche lang wie vom Erdboden verschluckt war und dann wieder aus der Versenkung auftauchte, um eine peinliche Reihe wirrer Interviews zu geben. Damit erinnerte er die Nation wieder daran, dass die Demokraten einen Demenzpatienten für das mächtigste Amt, in das man gewählt werden kann, aufgestellt haben. Klar, Biden tritt gegen einen konfusen Reality-TV-Star an, der erst letzte Woche zu dem Schluss kam, dass das Virus in der Tat ein echtes Problem darstellt, das man ernsthaft angehen muss, und der schon jetzt die unzureichenden Maßnahmen, die seine Regierung viel zu spät ergriffen hat, schrittweise wieder rückgängig machen will. Die Debatten zwischen zwei Männern, die nicht kapieren, was sie tun und die nicht einmal mit vereinten Kräften einen geraden Satz bilden können, werden bald weltweit vor den Augen der gesamten zivilisierten Welt ausgestrahlt werden.

Herausgestellt wird die Verlogenheit der Massenmedien durch Propagandasprüche, die Kim Jong Un erröten lassen würden. Die New York Times behauptet, dass „die medizinische Versorgung in den USA seinesgleichen sucht und das US-Gesundheitssystem den Ruf hat, eines der besten der Welt zu sein“. Wir können darauf wetten, dass die US-Medien noch mehr am Rad drehen, wenn sie ihren Hysterie-verbreitenden Propagandafeldzug im Rahmen eines neuen Kalten Krieges gegen Russland auf China ausweiten.

Ein Schlaglicht wird auf Amerikas mörderische Sanktionsmaschine geworfen, da die USA ihren Wirtschaftskrieg gegen die iranische Zivilbevölkerung nun noch weiter intensivierten. Er hat schon das Leben Tausender gekostet und ihm werden möglicherweise Millionen weitere Menschen zum Opfer fallen, weil Teheran nicht in der Lage ist, während der Pandemie benötigte Gerätschaften, Medikamente und andere Ressourcen zu erlangen. Die Trump-Administration hat die Sanktionen während des Virus-Ausbruchs nicht gelockert, vielmehr hat sie weitere hinzugefügt. Schließlich ging es immer darum, iranische Zivilisten zu töten. Von Außenminister Mike Pompeo ist die Aussage verbürgt, dass das Ziel darin bestehe, die Iraner in Elend und Verzweiflung zu stürzen, damit sie ihre eigene Regierung stürzen.

Nahezu alles, was verrückt an Amerika ist, wird also zu einer absurden Karikatur seines Irrsinns überspitzt und für jedermann sichtbar herausgestellt. Viele hässliche Züge treten in der Folge dieses Virus ans Licht. Das könnte einer seiner wenigen Vorteile für alle sein. Das Sonnenlicht, und das mag für das Virus wie für Regierungen gelten, ist das beste Desinfektionsmittel.

Titelbild: Corona Borealis Studio/shutterstock.com