Geheimdienste und Medien: Neue Dokumente enthüllen die massive Propagandaoperation des Westens gegen Syrien
Geheimdienste und Medien: Neue Dokumente enthüllen die massive Propagandaoperation des Westens gegen Syrien

Geheimdienste und Medien: Neue Dokumente enthüllen die massive Propagandaoperation des Westens gegen Syrien

Ein Artikel von: Redaktion

Dokumente offenbaren, wie westliche Geheimdienste internationale Medien benutzt haben, um eine irreführende Medienberichterstattung über die Lage in Syrien zu erzeugen. Praktisch jeder Aspekt der so genannten “syrischen Opposition” sei von Public-Relations-Firmen „kultiviert und vermarktet“ worden, heißt es in den Dokumenten, deren Echtheit noch bestätigt werden muss. Wir veröffentlichen hier einen Artikel des italienischen Mediums „L’Antidiplomatico“. Von Redaktion.

In einem Artikel auf der Website von „Grayzone“ wurden Dokumente veröffentlicht, die eine groß angelegte Propaganda von Auftragnehmern westlicher Regierungen und Medien gegen die syrische Regierung enthüllen.[*]

Der Autor Ben Norton erklärt, dass die durchgesickerten Dokumente zeigen, wie Auftragnehmer der britischen Regierung eine fortschrittliche Propaganda-Infrastruktur entwickelt haben, um die Unterstützung der so genannten “politischen und bewaffneten Opposition” Syriens im Westen anzuregen.

Praktisch jeder Aspekt der so genannten “syrischen Opposition” wurde demnach von Public-Relations-Firmen, die von westlichen Regierungen unterstützt werden, kultiviert und vermarktet, von ihren politischen Erzählungen bis zu ihrer Marke, von dem, was sie sagten, bis zu dem Ort, wo sie es sagten.

Die durchgesickerten Akten enthüllen, wie westliche Geheimdienstzentren die Medien genutzt haben, indem sie sorgfältig eine Berichterstattung in englischer und arabischer Sprache über den Krieg in Syrien erstellten, um einen stetigen Strom so genannter “Pro-Oppositions-Berichterstattung” zu erzeugen.

US-amerikanische und europäische Auftragnehmer hätten “syrische Oppositionsführer” auf allen Ebenen geschult und beraten, diese Unternehmen hätten auch Interviews für so genannte “syrische Oppositionsführer” auf Mainstream-Kanälen wie der BBC und Channel 4 in Großbritannien organisiert.

Mehr als die Hälfte der Personen, die von Al Jazeera in Syrien eingesetzt werden, seien im Rahmen eines gemeinsamen Programms der US-Regierung und des Vereinigten Königreichs mit dem Namen “Basma” ausgebildet worden, das Hunderte von terroristischen Medienaktivisten hervorgebracht habe.

Die PR-Firmen westlicher Regierungen beeinflussten demnach nicht nur die Art und Weise, wie die Medien über Syrien berichteten, sondern produzierten, wie aus den durchgesickerten Dokumenten hervorgehe, ihre eigenen Pseudo-Nachrichten-Propagandageschichten, die von den großen Fernsehsendern im Nahen Osten, darunter BBC Arabic, Al Jazeera, Al Arabiya und Orient TV, ausgestrahlt wurden.

Vollzeit-PR für terroristische Organisationen?

Diese von Großbritannien finanzierten Unternehmen haben demnach als Vollzeit-PR für terroristische Organisationen fungiert. Ein Vertragspartner, genannt InCoStrat, behauptete, in ständigem Kontakt mit einem Netzwerk von über 1.600 internationalen Journalisten und “Beeinflussern” zu stehen, und nutzte diese, um Diskussionspunkte für “die Opposition” zu fördern.

Ein weiterer Auftragnehmer der westlichen Regierung, die ARK, hat eine Strategie entwickelt, um terroristische Organisationen in Syrien “umzubenennen” und ihr Image “aufzuweichen”. Die ARK rühmte sich, Propaganda für “die Opposition” zu liefern, die “fast täglich” in den großen arabischsprachigen Fernsehsendern ausgestrahlt wurde.

Praktisch alle großen westlichen Konzernmedien seien durch die von der britischen Regierung finanzierte Desinformationskampagne beeinflusst worden, die in den durchgesickerten Dokumenten aufgedeckt wurde, von der New York Times bis zur Washington Post, von CNN bis zum The Guardian, von der BBC bis zu Buzzfeed.

Die Akten bestätigen Berichte von Journalisten, darunter Max Blumenthal von The Grayzone, über die Rolle der ARK, des Auftragnehmers der US-UK-Regierung, bei der Bekanntmachung der “Weißhelme” in den westlichen Medien. Die ARK verwaltete demnach die sozialen Medienkonten der Weißhelme und trug dazu bei, die vom Westen finanzierte Gruppe zu einer wichtigen Propagandawaffe der so genannten syrischen Opposition zu machen.

Bei den Dokumenten handelt es sich hauptsächlich um Material, das unter der Schirmherrschaft des britischen Außen- und Commonwealth-Amtes erstellt wurde. Die Dokumente zeigen nicht nur die Rolle auf, die diese westlichen Geheimdienstakteure bei der Gestaltung der Medienberichterstattung spielen, sondern beleuchten auch das Programm der britischen Regierung zur Ausbildung und Bewaffnung terroristischer Gruppen in Syrien.

Andere Materialien zeigen, wie die Regierungen in London und im Westen zusammengearbeitet haben, um eine neue Polizei in vom Terrorismus kontrollierten Gebieten aufzubauen. Einige der Auftragnehmer der britischen Regierung, deren Aktivitäten in diesen Dokumenten aufgedeckt werden, waren vor Ort, um Jabhat al-Nusra, eine syrische Mitgliedsorganisation von al-Qaida, und ihre fanatischen Ableger zu unterstützen.

[«*] Anmerkung der NachDenkSeiten:

Laut Ben Norton war das Magazin „Grayzone“ nicht in der Lage, die Echtheit der Dokumente unabhängig zu überprüfen. Der Inhalt decke sich jedoch mit der Berichterstattung über westliche Destabilisierungs- und Propagandaoperationen in Syrien und mit Reportagen etwa von Max Blumenthal.

Die Dokumente wurden laut Norton von einer Gruppe beschafft, die sich selbst Anonymous nennt. Die nicht identifizierten Informanten sagten, sie wollten “kriminelle Aktivitäten des britischen FCO und der Geheimdienste aufdecken” und erklärten: “Wir erklären dem britischen Neokolonialismus den Krieg!“

Bei den durchgesickerten Dokumenten handele es sich hauptsächlich um Material, das unter der Schirmherrschaft des britischen Außen- und Commonwealth-Amtes erstellt wurde. Alle in den Akten genannten Firmen seien von der britischen Regierung unter Vertrag genommen worden, aber viele führten auch “Multi-Geber-Projekte” durch, die von den Regierungen der Vereinigten Staaten und anderer westeuropäischer Länder finanziert worden seien.

Titelbild: Radovan1 / Shutterstock

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