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Länderberichte

Stimmen aus Ungarn: Der Erbe des Systems: Warum Péter Magyar kein ungarischer Liberaler ist

Stimmen aus Ungarn: Der Erbe des Systems: Warum Péter Magyar kein ungarischer Liberaler ist

Nach 16 Jahren endet die Ära Orbán – doch der Umsturz ist kein liberaler Frühling, sondern die Revolte eines Insiders. Péter Magyar hat den ungarischen Premier mit dessen eigenen Waffen geschlagen. Aber markiert der Triumph der Tisza-Partei wirklich die Wende zur Demokratie, oder erleben wir lediglich die Geburt eines „Fidesz 2.0“ mit modernerem Antlitz? Gábor Stier, langjähriger Ressortleiter bei der Tageszeitung Magyar Nemzet und profunder Kenner der politischen Eliten Budapests, bietet eine exklusive Innenansicht dieses Umbruchs. Er bricht mit den gängigen Narrativen eines „liberalen Aufbruchs“ und beleuchtet das reale Spannungsfeld zwischen populistischem Kalkül, biografischen Loyalitäten und geopolitischen Realitäten. Aus dem Ungarischen übersetzt von Éva Péli.

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Südkorea: Dunkle Wolken über der „Friedensinsel“

Südkorea: Dunkle Wolken über der „Friedensinsel“

Jeju-do, knapp 100 Kilometer südlich vom südkoreanischen Festland gelegen, ist die Trauminsel vieler Touristen und Jungvermählter aus dem In- wie Ausland – vor allem aus Japan und China. Das subtropische Eiland ist reich an Sandstränden, Palmen, Mandarinenhainen, Golfplätzen, Meeresfrüchten und erstklassigen Hotels. Einige Flecken der Insel hat die UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Vom Liebreiz Jejus konnten sich vor einem Vierteljahrhundert selbst bundesdeutsche Kicker überzeugen. Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2002 spielten die Mannen um Oliver Kahn u.a. in Seogwipo, der zweitgrößten Stadt der Insel. Doch seit 2010 ist es vorbei mit der Idylle; eine fortschreitende Militarisierung macht den Inselbewohnern zu schaffen. Ein Rückblick unseres Ostasienexperten Rainer Werning.

Libanon zwischen Botschafterdialog und Besatzung – Israel tötet erneut Journalistin

Libanon zwischen Botschafterdialog und Besatzung – Israel tötet erneut Journalistin

Tiri, Südlibanon. Am frühen Mittwochnachmittag waren zwei Fahrzeuge in Al Tiri unterwegs. Im zweiten Fahrzeug saßen zwei Journalistinnen, die über israelische Angriffe im Gebiet um Al Tiri berichten wollten. Im ersten Fahrzeug waren zwei ortskundige Begleiter. Al Tiri liegt nördlich der Kleinstadt Tibnin. Ein Bericht von Karin Leukefeld (Beirut).

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Wie China sich gegen einen Ölausfall wappnete

Wie China sich gegen einen Ölausfall wappnete

Die andauernde Sperrung der Straße von Hormus führt zu einem erheblichen Ausfall von Öl- und Gaslieferungen und fügt der Weltwirtschaft damit großen Schaden zu. Doch wie sieht es in China aus? Ist das industrielle Schwergewicht durch ausbleibende Erdölimporte schwer getroffen oder gar am Ende? Jenseits aller dramatischen Erwartungen sprechen die realen Fakten eine andere Sprache. Von Stephan Ossenkopp.

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NachDenkSeiten-Gesprächskreise auf Tour – in Georgien

NachDenkSeiten-Gesprächskreise auf Tour – in Georgien

Anfang April waren zwölf Personen, meist Mitglieder von NachDenkSeiten-Gesprächskreisen – aus Speyer, Weingarten, Karlsruhe, Bad Bergzabern und Umgebung – auf einer Tour durch Georgien. Man könnte sagen, es war eine Studienreise. Mit dabei und einer der Initiatoren war Roland Kern aus Speyer. Er hat viel und eine lange Erfahrung mit Reisen in den Osten Europas. Er hat zum Beispiel schon 1989 für die Speyerer SPD einen Sonderzug nach Moskau und Leningrad organisiert. Mit dabei in Georgien war auch Rainer Kaufmann aus Bruchsal, der im Jahre 1989 mehr zufällig mit (mindestens) halbem Herzen in Georgien „hängengeblieben“ ist. Von Anette Sorg und Albrecht Müller.

Zankapfel Sabah: Ein alter Konflikt aus Kolonialzeiten sorgt erneut für Missstimmung zwischen Manila und Kuala Lumpur

Zankapfel Sabah: Ein alter Konflikt aus Kolonialzeiten sorgt erneut für Missstimmung zwischen Manila und Kuala Lumpur

Seit Jahresbeginn sorgt die sogenannte Sabah-Frage neuerlich für Spannungen zwischen den beiden südostasiatischen Anrainerstaaten Malaysia und den Philippinen. Im Kern geht es um einen seit Langem bestehenden Territorialanspruch der Philippinen auf den seit Mitte der 1960er-Jahre bestehenden ostmalaysischen Bundesstaat Sabah, ein Territorium, das einst die britische Kronkolonie Nord-Borneo gebildet hatte. Es ist dies ein politisch schwelendes Thema, das in der Vergangenheit häufiger zu diplomatischen Spannungen und beidseitig bekräftigten Souveränitätsansprüchen, aber auch zu offenen Kampfhandlungen führte. Eine Spurensuche von Rainer Werning.

Merz: „Das ist unverzichtbar, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu sichern“ – Nein, das ist eine menschenrechtliche Zumutung!

Merz: „Das ist unverzichtbar, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu sichern“ – Nein, das ist eine menschenrechtliche Zumutung!

Wie werden deutsche Politiker mit wehrpflichtigen Männern im Kriegsfalle umgehen? Diese Frage zu stellen, ist leider angebracht. Denn erstens will die Politik das Land „kriegstüchtig“ machen. Und zweitens hat Merz am Dienstag bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Berlin gesagt, er wolle die Rückkehr wehrpflichtiger ukrainischer Männer in die Ukraine, die in Deutschland Schutz suchen, „erleichtern“. Was das heißt, ist klar: Männer an die Front! Wenn auf diese Weise mit vor dem Krieg schutzsuchenden Ukrainern umgegangen wird, dann kann sich jeder ausmalen, was im Kriegsfall in Deutschland passieren wird. Alleine in Anbetracht der brutalen Gewalt, die Männer auf den Straßen der Ukraine bei den Zwangsrekrutierungen erfahren, gleicht Merz‘ Positionierung einer menschenrechtlichen Zumutung. Und: Kein Wort vom Bundeskanzler zu dieser Gewalt, keine Ermahnung an Selenskyj, nichts. Das sagt alles. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

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Israel und die Todesstrafe: Wenn Recht nach Herkunft tötet

Israel und die Todesstrafe: Wenn Recht nach Herkunft tötet

Das neue Gesetz zur Todesstrafe in Israel benutzt Recht, um Rachegeist und  Vergeltung zu entfesseln. Die Einführung der Todesstrafe für Zivilisten im Raum der Militärgerichtsbarkeit steht im Widerspruch zu jeglicher rechtsstaatlichen Praxis. Zudem wirkt das Gesetz selektiv: Im Gebiet unter militärischer Jurisdiktion schließt es israelische Staatsbürger und israelische Bewohner ausdrücklich aus dem Kreis der Betroffenen aus. Dieses Gesetz sollte verworfen werden. Von Detlef Koch.

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Russische Zivilgesellschaft im Wandel – Vortrag in Leipzig

Russische Zivilgesellschaft im Wandel – Vortrag in Leipzig

Es lohnt sich, zu prüfen, was aus der russischen Zivilgesellschaft nach 2022 geworden ist. Dieser Frage widmete sich eine Veranstaltung, die am 11. März in Leipzig von der „Bürgerinitiative Gute Nachbarschaft mit Russland“ veranstaltet wurde. Ulrich Heyden (Moskau) hat auf dieser Veranstaltung über Video-Schaltung einen Vortrag gehalten, den wir hier – leicht überarbeitet – veröffentlichen.

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Putins Plan für Kuba

Putins Plan für Kuba

Russische und US-Medien berichten über geheime Gespräche der Regierung Trump mit dem Enkel Raúl Castros. Präsident Wladimir Putin wird sich nicht auf das Wagnis einlassen, das Präsident Donald Trump rund um Kuba eingegangen ist, und die russische Marine damit beauftragen, unter russischer Flagge fahrende Tanker zu eskortieren, die Rohöl und Erdölprodukte nach Havanna liefern. Von John Helmer. Übersetzung: Rico Espinoza.

Argentinien: Landesweite Streiks an Universitäten

Argentinien: Landesweite Streiks an Universitäten

Buenos Aires. Seit Wochenbeginn streiken weite Teile der Dozenten der staatlichen Universitäten, um ihrer Forderung nach Gehaltserhöhungen Nachdruck zu verleihen. Initiiert wurde der Ausstand von den beiden größten nationalen Dozentengewerkschaften Conadu Histórica und Conadu. Sie haben dazu aufgerufen, mit kleinen Unterbrechungen bis Ende März zu streiken. Von Stephan Hollensteiner.

Wachsender Widerstand gegen Trumps Kriegskurs in den USA

Wachsender Widerstand gegen Trumps Kriegskurs in den USA

Am 17.3. erklärte der US-amerikanische Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, Joe Kent, auf der Plattform X seinen Rücktritt vom Amt und begründete diesen Schritt mit seiner Opposition zum Irankrieg der Trump-Regierung. Wer ist Joe Kent und was ist die Bedeutung dieses Rücktritts? Ein Artikel von Maike Gosch.

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Ein bisschen Hoffnung

Ein bisschen Hoffnung

Es fällt in diesen Tagen schwer, optimistisch zu sein – in Bezug auf die Politik und die Entwicklung der Welt. Krisen, Kriege, jeden Tag neue Hiobsbotschaften. Und unsere Führung oder Volksvertreter dabei gefühlt immer genau auf der falschen Seite. Stellungnahmen und Entscheidungen, die auf Propaganda-Szenarien zu fußen scheinen und nicht auf einer realistischen Einschätzung der Situation. Moralisch so fragwürdig, wie taktisch unklug. Siehe die jüngsten Äußerungen zum Völkerrecht von Gauck, Wadephul und Merz und die Stellungnahmen der Bundesregierung zu den Angriffen auf den Iran und den Libanon. Was könnte uns ein wenig Hoffnung machen? Ein Kommentar von Maike Gosch.

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Wie beeinflusst die Politik des Westens die Wahlen in Russland?

Wie beeinflusst die Politik des Westens die Wahlen in Russland?

Auch die diesjährige Wahl der Staatsduma wird von der außenpolitischen Situation bestimmt. Der Krieg in der Ukraine befindet sich in der finalen Phase und die aggressive Politik des Westens gegen Russland hat das Land konsolidiert. Damit helfen die Meisterstrategen der EU-Staaten ironischerweise der „Putin-Partei“. Von Armin Langer.

Soziales Schanghai

Soziales Schanghai

Schanghai ist eine Stadt auf sehr hohem technologischen Niveau. Aber es gibt auch viel Soziales in der Megastadt zu entdecken. Soziales im zweifachen Sinne: gemeint als analoge zwischenmenschliche Beziehungen und im Verständnis von sozialstaatlicher Absicherung. Beobachtungen und Erkenntnisse über das soziale Leben in der chinesischen Metropole: Aus Schanghai berichtet Christian Reimann.

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