Sehnsucht nach Ottmar – angesichts der jetzigen „Qualität“ der SPD-Führung in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik ist das kein Wunder.

Albrecht Müller
Ein Artikel von:

Ein NachDenkSeiten-Leser und -Zulieferer hat uns eine Mail mit den Links auf zwei Äußerungen von Ottmar Schreiner geschickt. Das trifft den Kern der jetzigen Problematik der SPD bei den Koalitionsverhandlungen. Deshalb geben wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, diese Links zur Kenntnis und zur Wahrnehmung.  Einige Leserinnen und Leser werden sich ja noch an den saarländischen Politiker erinnern. Wir empfehlen besonders jungen Leuten unter unseren Lesern, sich diese Videos anzuschauen. Hier die Mail mit den beiden Links und einer kurzen Erläuterung. Albrecht Müller.

„Ich bin gerade zufällig auf Videos mit Ottmar Schreiner gestoßen; der hatte wenigstens noch etwas Nachvollziehbares mitzuteilen – im Gegensatz zum jetzigen “Führungsstab” der SPD. Zitat aus dem Bundestag von 2011:

“Fragen Sie mal die einfachen Leute auf der Straße, da kriegen Sie auf die Frage ‘Wie stellen Sie sich denn gute Arbeit vor?’ fast zu 100% immer die gleiche Antwort: ‘ein auf Dauer angelegtes, stabiles Arbeitsverhältnis mit auskömmlichem Lohn […] mit einer angemessenen sozialen Sicherung’ […] Das sind die eigentlich für uns wichtigen Sachverständigen. Da können uns die Aussagen von einigen von Ihnen herbei geholten Professoren ziemlich egal sein.”

Zwischenbemerkung Albrecht Müller: Die vorige Rede enthält übrigens noch sehr gute Gedanken zur mangelnden Planungsfähigkeit der jungen Leute in unserer heutigen Gesellschaft.

Nun das Zitat von Ottmar Schreiner vom Landesparteitag der SPD am 27. Oktober 2012:

“Der deutsche Arbeitsmarkt muss nicht amerikanisiert werden, der deutsche Arbeitsmarkt IST amerikanisiert. Fast ein Viertel [2012] der Arbeitnehmer/innen – überwiegend Frauen – arbeiten im Niedriglohnsektor.”

Wenn in der SPD doch nur ein paar mehr Leute übrig wären, die nur halb so viel Verstand und Herz hätten, wie einst der Ottmar, das wär schon ein Riesenfortschritt… Möge er in Frieden ruhen.

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