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Leserbriefe zu verschiedenen Artikeln zum Fall Skripal und den Beziehungen mit Russland

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Innere Sicherheit, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Leserbriefe

Die unten stehenden Artikel, und auch der diesjährige Aprilscherz, ließen wieder viele NachDenkSeiten-Leser zur Tastatur greifen und uns ihre Meinung mitteilen.

Einige davon werden nun hier wiedergegeben. Es gibt auch wieder viele weiterführende Links zu diesem bedrückenden Thema. Vielen Dank an alle, die uns geschrieben haben! Zusammengestellt von Moritz Müller.


1. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
kurz und klar: Willy Wimmer hat recht, viele andere auch.
Als ehemaliger deutscher Botschafter schäme ich mich für diese unglaubliche Akkumulation außenpolitischer gefährlicher Dummheit.
Müsste ich noch heute Frau Merkel bzw. dieser peinlichen Regierung “dienen”, hätte ich ein Problem: mein Gewissen oder die Rente.
 
Dass ein Land so wenig aus zwei Weltkriegen lernen kann und trotzdem in den Medien von Kriegsschuld etc. gefaselt wird, ist nur noch als kollektive Verblödung einzustufen.
Zumindest wundert mich nachträglich nicht mehr, wie und warum Deutschland zwei Weltkriege lostrat und Adolf H. zujubelte – nichts gelernt, auf ein Neues.
 
Dass auch der Irakkrieg – trotz vorliegender gegenteiliger Beweise – mit der Begründung gestartet wurde, Saddam Hussein hätte doch Massenvernichtungswaffen, ignorieren unsere “Politiker” einfach.
Langsam komme ich zu der Erkenntnis: hätte Kim Jong Un nicht schnell noch atomar aufgerüstet, stünden die Chancen gut, dass die Amerikaner – und Alliierte – auch ihn/sein Land flach machen würden.
Warum die westliche “Welt”, Medien und Politiker nun behaupten, Atomwaffen in der Hand der Nordkoreaner seien gefährlicher, als in Pakistan, Indien, Israel oder…. ist ebenfalls nur Mitläuferdenke.
 
Meinen Text können Sie jederzeit zitieren.
 
Mit besten Grüßen, derzeit in Bonn,
H. Rudolf


2. Leserbrief

Liebes NDS Team,

ich möchte eine Anmerkung zu einer Ihrer Veröffentlichungen zum “Fall Skripal” machen.

Ich beziehe mich dabei auf:
Hinweise des Tages vom 28. März 2018
Nr. 3. Ein Kriminalfall sondergleichen

Mail von Leser C.S.

Ich zitiere:

“Wie ist es zu erklären, dass ein Mann, 66 und eine Frau 33, zur exakt selben Zeit durch ein Gift gelähmt werden …”

Eine mögliche Antwort auf diese Frage veröffentlichte “tagesschau.de” bereits am 06.03.2018 um 00:32 Uhr:

Skripal … soll mit einer noch unbekannten Substanz in Berührung gekommen sein – einem Bericht des “Guardian” zufolge mit Fentanyl, einem Betäubungsmittel.

Auch SPO berichtete am Dienstag, 06.03.2018 um 01:00 Uhr unter Berufung auf den Guardian:

“Der Zeitung zufolge wurde Skripal mit Fentanyl vergiftet, einem starken Opiat.”

Yulia und Sergej Skripal könnten demnach mit Fentanyl ruhiggestellt worden sein.

Diese Möglichkeit ließ Wikipedia zunächst noch gelten.

Am 6. März 2018 um 16:59 Uhr wurde jedoch der Hinweis auf Fentanyl mit der Begründung entfernt:

“… die Fentanyl-Theorie halte ich für unwahrscheinlich, Fentanyl ist eine starkes Opiod – leicht nachzuweisen –, dessen Wirkung nicht so lange anhalten sollte. Das wäre eine sehr unintelligente Form des Mordanschlags.”

Was aber, wenn zwei Nervengifte angewendet wurden? Zum einen das “leicht nachzuweisen(de)” Fentanyl, das die behandelnden Ärzte vermutlich im Körper Skripals und seiner Tochter gefunden haben und zweitens ein Gift aus der Nowitschok Reihe, dass die Ärzte natürlich nicht identifizieren konnten. SPO zitiert einen Alastair Hay, Toxikologe an der University of Leeds, der von der Annahme ausgehend, Yulia und Sergej Skripal hätten möglicherweise das Nervengift Nowitschok mit der Nahrung aufgenommen, sagt:

… Bis … im Körper Symptome auftreten, kann es mehrere Stunden dauern.

Wenn ein Nervengift nicht sofort, sondern erst nach vielen Stunden seine lähmende Wirkung entfaltet, dann werden bei jedem Menschen in unterschiedlicher Weise individuelle Faktoren (Menge des aufgenommenen Giftes, Körpergewicht, Geschlecht, Alter, Fitness usw.) darüber bestimmen, wann der Kollaps tatsächlich einsetzt.

Dieser Umstand lässt die Annahme, das im Fall Skripal der Kontakt mit dem Gift Nowitschok die Opfer zeitlich synchron in einen Zustand der Bewusstlosigkeit versetzt hat, als wenig wahrscheinlich erscheinen.

Zumindest sollte die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass vielleicht zwei Gifte im Spiel waren: Fentanyl, damit beide bewusstlos sind und Nowitschok damit man weiß wer es war.

Das ist nur ein Gedanke, aber andere haben ja auch ihre Vorstellungen.

So stellte am 17.03.2018 SPO zeitgleich mit zahlreichen anderen Medien unter Berufung auf “Geheimdienstkreise” für den Tathergang im Fall Skripal folgende Hypothese auf:

Das für den Anschlag auf Skripal verwendete Nervengift .. ist … im Koffer von dessen Tochter versteckt gewesen. Es ist … bei einem Aufenthalt von Yulia Skripal in Moskau heimlich in ihrem Koffer deponiert worden. … Als die Tochter anschließend den Vater in England besucht … hat, hat … sie das Gift … unwissentlich freigesetzt.

Eine gewisse Raffinesse kann man Vladimir Putin nicht absprechen. Möglich, dass er auf diese Art Skripal zu ermorden versucht hat. Aber, wenn in Geheimdienstkreisen davon ausgegangen wird, dass es genau so und nicht anders gewesen ist, gilt es eben auch, das zu beweisen. An der Sache würde ich als Journalist auf jeden Fall dranbleiben. Das Mindeste, was geschehen sollte, ist, dass jetzt auch einer mal in den Koffer reinguckt und klärt: “Ist da Nowitschok drin oder nicht?” Aber es ist wie Ihr Leser C.S. schreibt:

“Die Angaben der Behörden zur Giftübertragung wechseln …”

Sie wechseln nicht nur, es wird auch nie wieder auf die getroffenen Aussagen Bezug genommen. So offenbart sich Stück für Stück im Zuge der Aufklärung des Falles Skripal vor den Augen der Weltöffentlichkeit das Ereignis eine immer größer werdenden Unklarheit. Das fällt nicht auf, denn die Fotos von den wechselnden Orten bleiben immer klar. Eingetütete Männer auf dem Friedhof, eingetütete Männer vor dem Haus, eingetütete Männer vor dem BMW, eingetütete Männer vor der Parkbank, eingetütete Männer vor der Pizzeria, eingetütete Männer vor der Kneipe.

Eigentlich müssten wir uns wundern, dass wir immer noch nichts wissen. Jeder, der die Medienberichterstattung in den letzten drei Wochen aufmerksam verfolgt hat, sollte aufzählen können, welche Erkenntnisse in Bezug auf die Vergiftung von Yulia und Sergej Skripal als gesichert gelten. Welche Erkenntnisse gibt es denn? Das sie auf einer Parkbank gefunden wurden und das sie davor in einer Pizzeria waren? Das hat man gleich als Erstes erfahren; das sollte nicht in jedem Bericht aufs Neue erklärt werden. Die wesentlichen Fragen sind doch: Wann wurden sie vergiftet? Wo wurden sie vergiftet? Wie wurden sie vergiftet? Von wem wurden sie vergiftet? Und das wäre erst der Anfang.

Ich habe den Eindruck, dass sehr viele Menschen glauben der Schlüssel zum Verständnis der Vorgänge in Salisbury hinge von einer einzigen Frage ab: “Cui bono?“. Jeder kann ohne Mühe sofort die Antwort darauf geben, wird mit den einen in Streit geraten und mit anderen eine Fahrgemeinschaft bilden. Die eigene Meinung besitzt aber nicht politische Sprengkraft und gewiss nicht die einer relevanten Fragestellung, an der unnachgiebig festgehalten wird.

Beste Grüße
Christoph Nogay


3. Leserbrief

Lieber Herr Müller,
womöglich sind Sie schon selbst darauf getroffen, aber ich wollte auf das folgende Video hinweisen, das bis zum 2. Mai verfügbar sein sollte.

Es ist vor dem aktuellen Vorfall in GB gedreht worden und wohl wahrscheinlich daher frei von der üblichen Russenhetze. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Existenz dieser BBC-Doku so gar nicht in das Konzept der britischen Regierung passt. Außer Syrien (also Assad) werden nur Terroristen erwähnt.
 
Etwa bei 1:20 kommt die Aussage, dass in Porton Down Chemiewaffen entwickelt werden.
Bei 1:40 sieht man eine der verwendeten Apparaturen, für Laien mag das kompliziert und sehr speziell aussehen, ist es aber nicht.
Was wir sehen ist eine Vakuumdestillation mit einer kleinen Kolonne (dient zur besseren Trennung bei der Stoffreinigung). Die beiden linken Schläuche gehören zu einem Liebigkühler, der das heiße Destillat kondensieren lässt (blau: Kühlwasserzu-, rot: -ablauf). Der rechte Schlauch führt zur Vakuumpumpe. Wahrscheinlich ist da noch eine Waschflasche und/oder ein Aktivkohlefilter angeschlossen, man will das Zeug ja nicht im Labor haben.
 
Die Apparatur steht in einem Abzug, der verhindert dass Chemikalien nach außen dringen, sollte irgendwo etwas undicht sein. Der Abzug hat Schiebtüren, die geschlossen werden, wenn die Anlage in Betrieb ist. Wenn die Türen zu sind, fließt Luft vom Labor in den Abzug, aber keine heraus. Zum Schutz vor Spritzern hat man zusätzlich noch eine Plexiglasscheibe vor die Destille gestellt.
Die Leute vor dem Abzug (das müssen keine Chemiker, das könnten auch “einfache” Laboranten sein) tragen die übliche Schutzkleidung, die man bei erhöhter Vergiftungsgefahr trägt.
Im Kommentar kommt: “Das reicht, um 100.000 Menschen zu töten”.
Eine ähnliche Apparatur habe ich erstmal vor Beginn des 3. Semesters benutzt, um wasserfreie Salpetersäure herzustellen, die sollte man auch nicht einatmen oder auf die Haut kriegen.
Bei 25:00 “die Wissenschaftler in Porton Down entwickelten ein Nervengas, das 170mal wirksamer war als Sarin” …”VX” … “Marcus stellt gerade welches her, wie ist natürlich geheim”…
“Früher wurde VX aus einem Pestizid hergestellt, das verboten wurde, als Chemiker merkten, wie tödlich es tatsächlich war” …
Das könnte Parathion gewesen sein, auch als E605 oder Schwiegermuttergift bekannt.
Bei 35:38 geht es um die Analytik von Chemiewaffen, es wird zwar nicht direkt gezeigt wie, aber an den Lösungsmitteln sieht man, dass das mit LC-MS gemacht wurde (Flüssigkeitschromatograpie-Massenspektrometrie).
 
Wie wir aus der BBC-Doku lernen, es gibt in GB Wissenschaftler, die Nervengifte nicht nur herstellen, sondern es auch tatsächlich tun.
Sicher gäbe es auch in Deutschland genügend Chemiker, die dazu in der Lage sein sollten. Gute Organiker können die Synthesewege aus der Strukturformel ableiten, die Geräte gibt es im Laborfachhandel, die Chemikalien im Chemikalienhandel. Zur Not kann man sich die auch selbst herstellen. Strukturformeln findet man in der Fachliteratur. Ein Paper darüber hatten sie ja schon in den Nachdenkseiten zitiert.
 
Aber wir wissen ja von unseren Politikern und unseren Mainstream-Medien, dass es nur die Russen gewesen sein können.
Sorry, aber ich finde diese Vorverurteilung extrem unverantwortlich und so abgrundtief dumm. Die einzige “Entschuldigung” wäre, dass Politiker und Journalisten mehrheitlich von Chemie absolut keine Ahnung haben. Dann sollten sie aber auch nicht losplappern, solange es keine Beweise gibt.
 
Beste Grüße
Dr. rer. nat. J. H.
 
PS: Wegen meines Arbeitgebers unterschreibe ich lieber nur abgekürzt.


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

Ein netter Aprilscherz, aber dennoch eine richtige Aussage: auch wenn mir Putin und die russische Regierung politisch sehr ferne stehen, ist es besonders wichtig, dass ein respektvolles und ausgeglichenes Verhältnis mit Russland aufrechterhalten wird, um den Frieden in Europa zu wahren.

Beste Grüsse,

Andreas Rahmatian


5. Leserbrief

Lieber Herr Müller,  lieber Herr Berger,

Wladimir Putin weiß anscheinend genau, wie Politik und Medien über ihn hetzen. Eine Hetze, die für jeden normaldenkenden und normalfühlenden Menschen nicht nachvollziehbar ist.  Ich denke, dass die Mehrheit unserer Bevölkerung dieses aggressive  Verhalten (hoffentlich!) nicht akzeptiert. Das schlimme daran ist, dass zu viele Regierungen sich an den Sanktionen gegen Russland beteiligt haben und dies manchmal noch mit “Erziehungsmaßnahmen” garniert wird. Manchmal habe ich das Bild im Kopf, dass die russische Regierung wie ein dummer Junge auf dem Schulhof steht und alle anderen um sie (ihn) herumstehen und verächtlich und ausgrenzend mit dem Zeigefinger auf sie (ihn) gedeutet wird, weil damit ein Übeltäter vorgeführt werden soll. Nur ein Herumstehender schert dann aus und sagt man solle mit dem Quatsch aufhören. Diese ausscherende und mahnende Rolle könnten z.B. die Nachdenkseiten übernehmen. So ist das Verhalten der Nachdenkseiten ein kleiner Hoffnungsschimmer, den die Führung des größten Landes unserer Erde erblickt.

Jetzt aber umgekehrt die Frage: Wer erteilt der französischen, britischen, mittlerweile leider auch deutschen Regierung Erziehungsmaßnahmen für die Fortsetzung der imperialistischen Politik der letzten zwei Jahrhunderte?

Ich bin sehr froh, dass Wladimir Putin auf die ganzen Provokationen viel besonnener reagiert als Recep Erdogan (Schmähgedicht) oder gar Donald Trump auf seine weltweiten Anfeindungen. So kann man sich nur wünschen, dass der derzeitige Präsident noch sehr lange an der Spitze Russland stehen wird. Problematisch – vielleicht sogar gefährlich – könnte es werden, wenn es dem Westen ( z.B. Geheimdiensten und verschiedenen NGOs) gelingen würde, Russland erheblich zu destabilieren. Ein weiterer Versuch wird wohl bei der bevorstehenden Fußball-WM gemacht werden. Ein Sturz der jetzigen russischen Regierung aufgrund der vom Westen iniziierten Unruhen könnte sich fatal auswirken, denn Russland ist nicht nur viel größer als Syrien, Libyen oder der Irak, sondern es hat auch ganz andere Möglichkeiten sich zur Wehr zu setzen. Unter Umständen könnte dann nach einem  vom Westen zwar angezettelten, aber  misslungenen Umsturz  in Russland jemand an die Macht kommen, der dann wenig besonnen und mit aller Härte zurückschlägt, was für den Weltfrieden eine Katastrophe bedeuten könnte.

Aber so weit wird es zum Glück hoffentlich nicht kommen, weil die russische Bevölkerung hinter ihrem derzeitigen Präsidenten steht.
 
Mit freundlichem Gruß
Harald Pfleger


6. Leserbrief

Liebe NDS-Redaktion
 
Ich bin einer der vielen, die Ihren April-Scherz ernst genommen haben. Das geschah allerdings keineswegs – wie von Ihnen vorschnell vermutet – als Ausdruck der tiefen Sehnsucht nach gutnachbarschaftlichen Beziehungen auch zu Russland, obwohl ich diese teile. Vielmehr habe ich eine  Einladung Putins an Sie darum für möglich und plausibel gehalten, weil Sie meines Erachtens in den NDS eine erschreckend und ärgerlich einseitige Sichtweise des Verhältnisses zwischen dem Westen und Russland pflegen. So sehr ich die NDS als kritisches Portal v.a. gegenüber der neoliberalen Entgleisung der westlichen Politik schätze, weiter konsultieren und auch finanziell unterstützen werde, so sehr ich auch einen Teil Ihrer Kritik an der westlichen Politik gegenüber Russland okay finde, so geradezu peinlich empfinde ich demgegenüber Ihre völlige Blindheit gegenüber den russischen Beiträgen zur Verschlechterung des Verhältnisses mit dem Westen und deren Hintergründen in den desaströsen innenpolitischen Verhältnissen Russlands. Es lässt sich doch wohl kaum bestreiten, dass in Russland ein antidemokratisches, kleptokratisches und zunehmend auch stalinfreundliches Regime an der Macht ist, das demokratischem Pluralismus, unabhängigen Medien und einer die Menschenrechte schützenden Justiz weitgehend den Garaus gemacht hat und dies in einem viel grösserem Ausmass, als es den in dieser Hinsicht ebenfalls gefährlichen Neoliberalen im Westen gelungen ist. Ein solches Regime kann kein konstruktiver Partner für die politische und wirtschaftliche  Befriedung Europas und der Welt sein und ich finde es äusserst blauäugig, dies konsequent zu übersehen, wie Sie es leider tun.
 
Mit freundlichen Grüssen und der Hoffnung auf Besserung
 
Hans Joachim Sturzenegger

Antwort Albrecht Müller vom 9. April:

Vielen Dank, lieber Herr Sturzenegger,
Vielen Dank für Ihre grundsätzliche Unterstützung. Zu Ihrer Kritik möchte ich folgendes anmerken:

Erstens: wir werden jeden Tag von einseitiger Propaganda des Westens und westlicher Medien überflutet. Gehen Sie doch einmal nur auf die Webseite der Tagesschau oder des Deutschlandfunk. Da werden Sie einen Beitrag und ein Interview nach dem anderen mit Kritik an Russland und seinen Verbündeten finden. Teile dieser Kritik sind berechtigt. Aber sollen wir als ein kritisches Medium auch noch dazulegen? Das wäre doch absurd.

Zweitens: Irritiert bin ich über Ihr fundiertes Wissen über die inneren Verhältnisse in Russland. Wo haben Sie das her? Ihre Sicht, nach meiner Wertung eine einseitige Sicht, wird von vielen unserer Leserinnen und Leser nicht geteilt. Und es entspricht auch nicht dem, was wir aus anderen Quellen wissen. Ohne Zweifel gibt es in Russland ökonomische Schwierigkeiten – zum Teil ist das die beabsichtigte Folge der Sanktionen, nicht nur – und es gibt auch keine Pressefreiheit in dem Sinne, wie sie bei uns als existent propagiert wird. Aber haben Sie schon mal über die Realität der Pressefreiheit in den USA, in Großbritannien, in Frankreich und in Deutschland nachgedacht? Oder bei unserem Verbündeten Saudi-Arabien? Unsere Medienwelt ist durchzogen von Kampagnen der Meinungsmache. Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 Familien, ihre Meinung zu sagen, so ungefähr hat es der ehemalige FAZ Herausgeber Paul Sehte gesagt.. Inzwischen sind es eine Handvoll Familien, allenfalls zwei Hände voll.

Beste Grüße
Albrecht Müller


7. Leserbrief

Betrifft: NachDenkSeiten-Besuch in Moskau

Sehr geehrter, lieber Herr Albrecht Müller,

in einer Zeit, in der ich 365 Tage im Jahr überwiegend mit Aprilscherzen (wenn auch mit ernst gemeinten) durch unsere Medien konfrontiert werde, bedarf es eigentlich keiner Aprilscherze am 1. April mehr.

Es ist traurig anzusehen, wie diese lustige Tradition mittels der ständig gestreuten „Fake-News“ zunichte gemacht wurde und wird.

Auch ich habe herzhaft über den Artikel gelacht und war vorher schon gespannt darauf, was Sie sich dieses Jahr einfallen lassen würden.

Der Beitrag und die Montage sind sehr gut gelungen und wurde von mir dennoch schon beim lesen der Überschrift als Aprilscherz identifiziert.

Das liegt unter anderem auch daran, dass Sie und Ihr Team schon seit Jahren eine hervorragende Aufklärungsarbeit leisten, die den Blick auf Meinungsmache, Manipulation und Propaganda schärfen.

Den vielen und – auch guten Freunden – die die Nachricht ernst genommen haben, sollten Sie empfehlen, vielleicht einmal Ihre Bücher und Publikationen zum Thema Meinungsmache zu lesen, sowie auch die von Jens Berger.

Lieber Herr Müller, Sie müssen nicht um Pardon für die „Irreführung“ bitten. Die vielen, welche herzhaft lachten, haben offenbar die Nachdenkseiten verstanden und können zwischen echt und fake unterscheiden. Das ist Ihr Verdienst und der Ihres gesamten Teams.

Herzlichen Dank und herzliche Grüße
Ditmar Bernhardt


8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller, 

die Deutsch-Russische Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V., vertreten durch ihren Vorsitzenden Dr. Martin Kummer, hat anhängende Erklärung  zu den Beziehungen zu Russland aufgrund der aktuellen politischen Situation erarbeitet. Diese Erklärung wurde nach ausführlicher Diskussion mit den vertretenen Vorständen der Unterzeichnerorganisationen und Vereine einstimmig gebilligt. Mit entschiedener Ablehnung verurteilen wir die von der Ministerin von der Leyen in der „BILD-Zeitung“ geäußerte Absicht die Beziehungen zu Russland durch einen neuen Wirtschaftskrieg zu verschärfen. Dahinter steckt  Methode und das können und dürfen wir nicht hinnehmen. Diese Doppelzüngigkeit in der Politik erinnert an die unsäglichen und opferreichen Ergebnisse der Politik des 20. Jahrhunderts und darf in diesem Jahrhundert nicht mehr seine Fortsetzung finden.

Die Zivilgesellschaft darf in der gegenwärtigen Situation nicht sprachlos bleiben, sondern muss zur Besonnenheit im Interesse eines friedlichen Miteinanders unserer Völker aufrufen. 

Gemäß der Maxime Sicherheit in Europa kann es nur mit Russland und nicht ohne Russland geben

Diese Erklärung dürfen wir Ihnen verehrter Herr Müller, im Auftrag der UnterzeichnerInnen hiermit vorab per e-mail übergeben.

Als Anhang erhalten Sie die gemeinsame Erklärung zur Kenntnis.

Mit freundlichen Grüßen
 
Martin Kummer
Landesvorsitzender
Deutsch- Russische Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V.


9. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,

Zum Thema Sven Giegold schrieb ich soeben diesen Kommentar auf der Website von Sven Giegold

Sehr geehrter Herr Giegold,

Ich werde diesen Artikel nicht teilen.

Es mag ja sein, dass in den angesprochenen Ländern gute Geschäfte mit “schmutzigem Geld” aus Russland gemacht werden. Daraus einen Kausalzusammenhang, mit der Weigerung dieser Länder Russland vorzuverteilen, zu konstruieren ist abenteuerlich.

Wieso dringen Sie nicht darauf, zunächst einmal belastbare Beweise für die Anschuldigungen gegenüber der russischen Föderation vorzulegen? Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass die Regierung Ihrer Majestät die Öffentlichkeit im eigenen Interesse belügt. Oder haben Sie den Kosovokrieg und die Einmärsche in den Irak schon erfolgreich verdrängt?

Die britische Regierung ging zunächst eben nicht den – eigentlich für diese Fälle – vorgeschriebenen Weg über die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), sondern veranstaltete ein medienwirksames Bohei inklusive Anrufung des Sicherheitsrates. Warum eigentlich?

Eine einheitliche Reaktion Europas auf ein Ereignis ist sicherlich ein Wert an sich. Aber dieser “Wert an sich” darf nicht auf Kosten von Wahrheit und Klarheit gehen.

Ihr Statement gegen Geldwäsche und schmutziges Geld in allen Ehren. Diesen Kampf in der aktuellen Situation ausschließlich gegen Russland zu führen, lässt tief blicken. Wo werden denn die “europäischen Werte” von Jean-Claude Juncker oder dem deutschen Finanzministerium oder dem deutschen Bundestag vertreten, wenn es konkret gegen “schmutziges Geld” aus aller Herren Länder – und nicht nur aus Russland – geht?

Nein, nein. Ihre Einlassung lässt mich vermuten, dass es Ihnen um etwas ganz Anderes geht. Es geht um Russland-Bashing und den Aufbau eines Feindbildes. Sollte ich mich geirrt haben, entschuldige ich mich. Bis zum Beweis des Gegenteils halte ich meine Einschätzung aufrecht.

mit freundlichen Grüßen
Hans-Joachim Zeller


10. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

Mit Interesse habe ich die Reaktionen von Lesern der Nachdenkseiten auf ihre Kritik am Mitglied des Europäischen Parlaments, Sven Gigold, verfolgt.

Im Leserbrief Nr.6 wurde die Meinung geäußert, “Lieber Albrecht, du übertreibst.” und weiter

“Sagen wir lieber, dass der Sven hier mal neben unserer Meinung war und hören wir auf, gleich fürchterlich verbal aufeinander einzuprügeln.”

Dem kann ich nicht zustimmen, denn dies war kein “Ausrutscher” Gigolds.

In einem anderen Zusammenhang bestätigt Gigold seine antirussischen Ressentiments in ähnlicher Weise.

Es ging hierbei um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta. Auf seiner Website kommentierte er dieTat unter der Schlagzeile

“Solche Vorfälle erinnern an Putins Russland, und nicht an die Europäische Union”.

Diese Entgleisung wurde dann auch von Lesern, so auch von mir, entsprechend kommentiert.

Einen Screenshot der Seite finden Sie im Anhang.

Mit freundlichem Gruß
Jochen Hoffmann

(Man muss Herrn Giegold allerdings lassen, dass unter dieser Nachricht 4 ihm gegenüber negative Kommentare stehen. Anm. Moritz Müller)


11. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Giegold

Ich habe Ihre Antwort-Mail bei den Nachdenkseiten gelesen.

Ich finde sämtliche Beispiele, die Sie für das Geld der russischen Reichen auffahren, seltsam schräg.

Beispiel 1: “Dafür gibt es ausreichend Belege, für Zypern genügt ein Blick in die Prüfungen der Anti-Geldwäsche-Behörde FATF, für Österreich die letzten Bankenskandale bei der Geldwäsche…”

A: Das ist kein Geld des russischen Staates, sondern Geld russischer Steuerbetrüger, die dem russischen Staat schaden.
B: Zyperns Banken sind geradezu spezialisiert auf das Geschäftsmodell mit Steuerbetrügern und die EU schaut zu, wie sie Irland seit Jahre beim Steuervermeidungsgeschäft mit amerikanischen Internetkonzernen zuschaut.

Beispiel 2: “…für Malta und Portugal ein Blick in die Liste der russischen Begünstigten der Passankaufprogramme…”

A: Das ist kein Geld des russischen Staates, sondern Geld russischer Steuerbetrüger.
B: Europa betreibt und duldet hier ein Geschäftsmodell mit Steuerbetrügern (siehe Bsp. 1).

Beispiel 3: “…und sonst empfehle ich die Veröffentlichungen durch die Panama Papers dazu.”

A: Haben nicht insbesondere die Leute von der Süddeutschen Zeitung intensivst aber erfolglos versucht, die russische Regierung und ganz besonders Putin mit den Panama-Papers in Verbindung zu bringen? Alles was dabei raus kam, war dann ein Cellist, ein Bekannter Putins.
B: Waren nicht beispielsweise der US/EU-Günstling Poroschenko und europäische Politiker direkt in den Panama-Papers erwähnt?
C: Was sagt uns also ein Blick, wie es in der EU zugeht?

Beispiel 4: “Nein, der schädliche Einfluss von schmutzigem Geld aus Russland ist offensichtlich und breit dokumentiert.”

Schmutziges Geld? Das Geld, für das etliche EU-Staaten gezielte Geschäftmodelle entwickelt, was die EU seit Jahren sehenden Auges duldet, weil Geld nicht stinkt, das von Steuerbetrügern schon zweimal nicht und wenn sie russische Steuerbetrügern sind, drei Mal nicht?

Herr Giegold, Ihre Voreingenommenheit können Sie offensichtlich nicht mal andeutungsweise begründen. Wenn man Sie direkt anspricht, werden nur haarsträubende Veranwortungsverdrehungen sichtbar.

Ihre Russenfeindlichkeit ist vielleicht in Ihrem politischen Biotop ein Must-Have. Seit dem Euromaidan tragen immer mehr Politiker sie aggressiv in die Öffentlichkeit. Glauben Sie nicht, dass das den Menschen deswegen mehr gefällt.

Mfg
Thilo Brai, München


12. Leserbrief

Lieber Herr Müller,

danke für Ihren Artikel “Ein Abgeordneter der Grünen reißt sich die Maske selbst vom Gesicht: Sven Giegold” und die Reaktion “Die Antwort von Sven Giegold MdEP auf unseren kritischen Artikel vom 28. März”.

Misstrauen ist erste Bürgerpflicht!

Mir ist Sven Giegold dank Heiner Flassbeck 2014 negativ aufgefallen. Nach der damaligen Europawahl gab er ein Interview im Deutschlandfunk: “Wir brauchen einen neuen Aufbruch in der europäischen Demokratie”. Heiner Flassbeck kommentierte das unter anderem so:

“Mit gesamtwirtschaftlicher Vernunft haben die Grünen nichts am Hut. Solche Sätze wie die von Sven Giegold sind nur zu erklären mit einer tiefen inneren Überzeugung der Person und seiner Partei insgesamt, dass Schulden schlecht sind und die zukünftigen Generationen belasten.”
(Aus: “Sven Giegold, die Grünen, die Schulden und die Schuld der Unwissenden“, 02.06.2014)

Ich habe daraufhin Sven Giegold einen Brief mit ein paar Fragen geschickt (anbei), die bis heute unbeantwortet geblieben sind. Der Brief eines einzelnen Bürgers mit gezielten Fragen muss nicht beantwortet werden. (Ok, vielleicht ist die Antwort auf dem Postweg von Brüssel nach Bergheim verlorengegangen.) Wenn er aber wie von Ihnen öffentlich kritisiert wird, reagiert er prompt. Ein Schelm, der dahinter Opportunismus und geschickte PR-Arbeit vermutet! (“Das Unwohlsein der Bürger an dem, wie Europa derzeit die Entscheidungen trifft, ist sehr weit verbreitet, und da brauchen wir mehr an Bürgerbeteiligung”, Sven Giegold in dem Interview mit dem DLF).

Aber nehmen wir Sven Giegold doch beim Wort: Ihnen schrieb er, er sei zu den inhaltlichen Debatten “immer gerne bereit”. “Lasst uns streiten, aber konstruktiv auf inhaltlicher Ebene und mit dem Anliegen, progressive Politik zu formulieren und dafür Unterstützung zu gewinnen.”

Wie wäre es, wenn Sie ihn auf den NachDenkSeiten mit seinem Interview im Deutschlandfunk, dem Artikel von Heiner Flassbeck und meinen Fragen konfrontieren? Vielleicht antwortet er ja dann…

Mit freundlichem Gruß
Alexander Roentgen


13.Leserbrief

Hallo, lieber Herr Berger,

wundern kann es nicht, dass die Fragen der russischen Botschaft nicht beantwortet werden. Dass man es nicht tut, zeigt doch schon, wie sehr man sich in ein Lügengewebe verstrickt hat. Hätte man eindeutige Beweise, hätte man die Fragen sicher längst beantwortet.

Die Parallelen zu den Lügen des Irak-Kriegs 2003 sind sicher nicht von der Hand zu weisen. Nur im Fall Skripal weiss selbst der nur oberflächlich informierte Bürger von Beginn an, es gibt keine Beweise. Einen Schuldigen hat man trotzdem. Mrs. May kam dieser Skandal sicher gelegen, dass aber eine Koaliation der Willigen sie ohne etwas zu hinterfragen unterstützt, Diplomaten ausweist und das ohnehin brüchige Verhältnis zu Russland noch weiter gefährdet, das ist unverzeihlich. Im Sinne der USA  ist es allemal, die obendrein in Frau Merkel eine verlässliche Verbündete haben, immer bereit, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Und Herr Maas, unser neuer Aussenminister wird dabei gerne helfen.

Wo soll das hinführen, welche Absichten stecken hinter all dem?

Schöne Grüsse
Christa Schreiber


14. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,

vieles in Sachen Aufklärung bzw. besser Verschleierung der Wahrheit erinnert doch stark an den Fall Barschel – und da ging es um Waffengeschäfte; nun kommt im Fall Skripal die Instrumentalisierung in der Auseinandersetzung Großbritanniens und der NATO mit Russland hinzu.

Es geht also um eine viel größere Dimension und noch viel weniger um die Wahrheit.

Erfreulich ist nur, dass es dieses Mal – dank kritischer Geister und alternativer Medien – nur einen Monat gedauert hat, die Zweifel hinreichend zu verdeutlichen und die Absichten der britischen Regierung offenzulegen.

Mit freundlichen Grüßen
Dietrich Brauer

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