Leserbriefe zum Umgang mit Libyen, Irak und Iran

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Nachfolgend finden sich einige Zuschriften zum Artikel: Der aktuelle Umgang mit Libyen, dem Irak und dem Iran zeigt, wie wichtig es ist, die Manipulationsmethode, eine Geschichte verkürzt zu erzählen, im Kopf zu behalten. In den Zuschriften finden sich Rückblicke auf die Vorläufer der jetzigen Konflikte in diesen Ländern, und es werden weitere Beispiele aufgezeigt für verkürztes Erzählen, welches wir alle von nah und fern kennen.

1. Leserbrief

Hallo NDS, sehr geehrter Herr Müller,

“Doppelte Standards

Die Reaktion der Linken auf den US-Angriff auf den iranischen General ist erwartbar. Ihr antiimperialistisches Narrativ ist kurzsichtig.”

taz.de/Linke-und-die-Ermordung-von-Soleimani/!5652548/

An diesem ärgerlichen taz-Schund läßt sich Ihre Analyse beispielhaft aufzeigen. Ein Kondensat aller Stilmittel und Kunstgriffe, die seit dem Ausruf der modernen Kreuzzüge zur Verzerrung und Verschleierung angewendet werden.

Zum Glück sehen das die meisten taz-Kommentatoren genauso und lassen sich nicht einfach mit “Antiimperialismus”-Schellen abwatschen, es hat hier die Propagandamaschine anscheinend doch nicht so gewirkt, wie sie es wollte.

(Die Autorin – es juckt mich in den Fingern, sie ein bemitleidenswertes Opfer antihumanistischer und antiaufklärerischer Gehirnerweichung zu nennen, an der sie selbst mitstrickt –  Frau Othmann sieht außerdem aus wie 20. Und den Alten soll also das Wahlrecht abgesprochen werden? Deutschland wird immer absurder.)

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Bichler


2. Leserbrief

Präsidiale Kriegsverbrecher

„Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt. Wer gegen das Gewaltverbot verstößt und einen Angriffskrieg führt ist ein Kriegsverbrecher.“ Dieser Beschluss aller Länder der Welt wurde nach der Nazi-Diktatur in der UN-Charta festgeschrieben. Dennoch ist die Liste der Staatsterroristen und Kriegsverbrecher seit Hitler lang, hier ein Ausschnitt. Adolf Hitler: Angriff auf Polen 1939. Mao Tse Tung: Angriff auf Tibet 1950. Winston Churchill: Angriff auf den Iran 1953. Dwight Eisenhower: Angriff auf Kuba 1961. Lyndon Johnson: Angriff auf Vietnam 1964. Leonid Breschnew: Angriff auf Afghanistan 1979. Ronald Reagan: Angriff auf Libyen 1986. Saddam Hussein: Angriff auf Kuwait 1990. George Bush sen.: Angriff auf Irak 1991. Bill Clinton, die NATO einschl. Deutschland: Angriff auf Serbien 1999. George Bush Junior, Tony Blair: Angriff auf Irak 2003. Barack Obama: Angriff auf Syrien 2014. Donald Trump, Recep Erdogan: Angriff auf Syrien 2017. Emmanuel Macron: Angriff auf Syrien 2018. Kein Verantwortlicher kam vor das Kriegsverbrechertribunal, dessen Land im UNO-Sicherheitsrat saß oder dort einen Verbündeten hatte.

Peter Richartz, Solingen, 21.01.2020

Anmerkung Moritz Müller um 16:45: Die US-amerikanische Schweinebucht-Invasion fand 1961 unter Präsident John F.Kennedy statt, und scheiterte nicht zuletzt auch daran, dass Kennedy die angreifenden Exil-Kubaner nicht 100%ig unterstützte. Leonid Breschnew schickte die Sowjet-Truppen 1979 auf Einladung der damaligen dortigen Regierung nach Afghanistan, was aber bei Teilen der Bevölkerung nicht so gut ankam, und dadurch dass die USA zusätzlich Öl ins Feuer gossen, zu einem fast ohne Unterbrechungen bis heute andauernden Kriegszustand führte.


3. Leserbrief

Sehr geertes Team der NachDenkSeiten,

Anmerkung zu “Der aktuelle Umgang mit Libyen, dem Irak und dem Iran zeigt, wie wichtig es ist, die Manipulationsmethode, eine Geschichte verkürzt zu erzählen, im Kopf zu behalten.”

Natürlich ist es sehr löblich und auch immer wieder notwendig, auf die Methode der Manipulation durch Verkürzung hinzuweisen. Und sicherlich wäre es auch von Nutzen ins Auge zu fassen, daß die Berlin-Konferenz allein aus dem Grund stattfand, das Fell des erlegten Bären, plus Anhang, neokolonial aufzuteilen.

Und nun konkret zu, “Hier wie auch im Irak hat der Westen das Ende seiner angeblich freiheitlich orientierten Politik nicht bedacht.”

Daß Freiheit, Menschenrechte und Demokratie nur vorgeschoben sind, daß das aus diesen Mündern Heuchelei ist, dürfte jedem der nur einen kurzen Gedanken dabei aufwendet deutlich sein. Doch zusätzlich … die Auswirkungen wurden bedacht und von Beginn an eingepreist. Dazu sind elitäre Denkfabriken da, sich solche Aktionen ausdenken und die Konsequenzen gewinnbringend, für diverse Kreise, integrieren.

Das Schaffen von sog. Failed-States oder Chaos als Herrschaftsprinzip. Leichte Beute und Opfer die man gegen andere Opfer ausspielen kann. Für das Kapital eine win-win Situation.

Mit freundlichen Grüßen
Mike Holstein


4. Leserbrief

Lieber Albrecht Müller,

wieder einmal herzlichen Dank für Ihren erweiterten Blick –

dies spricht mir sehr aus dem Herzen, denn erst dann versteht man das Gegeneinander und kann wieder zu einem Miteinander finden…

Ergänzend:

Unser Wort „Krieg“ erkennen wir klarer an seinem Verb „kriegen – haben wollen“.

Das englische „war“ hat seine Wurzeln im germanischen „werran“, dem Verwirren. Nach dem Motto, „wenn zwei sich streiten…“

  1. Das „äußere“ Kriegsgeschehen
    Im Krieg 1980-1988 („1.Golfkrieg“)* – wurden Iran-Irak:

    1. gegenseitig aufgeputscht/aufgerüstet –> in Abhängigkeit gebracht
    2. gegenseitig geschwächt

    Im Krieg 1990 gegen den Irak wurde dieser von den USA und deren Alliierten  zusätzlich geschwächt, um dann in   2003 einen „Schlussstrich“ gegen Irak ziehen zu können…

  2. Zielsetzungen dieser Kriege (aus meiner Wahrnehmung)
    1. Einfluss in der Region
    2. Sicherung der Rohstoffe („Öl für uns…“)
  3. Treibende Kräfte der Nah- und Mittel-Ost Kriege
    1. Die jeweils eigenen Interessen
    2. Die israelische „Sicherheitspolitik“ und deren Einfluss

*Beim „1.Golfkrieg“ machte ich deshalb ein Sternchen, weil ich hier die ungeklärte Israel-Frage für diese Region sehe und:

Die aus meiner Sicht „gnadenlose“ israelische Sicherheits- und Vormundschaftspolitik (Wasser/Siedlung/Militär…)

Manches könnte ich wesentlich ausführlicher vertiefen – doch kurz:

Meine Idee:

  1. Jerusalem, das damals von David (gegen Goliath, den Philistern – vermutlich ein nordischer Stamm) eingenommen:
    1. als UN-Stadtstaat zur UN-Hauptstadt zu machen
    2. als Hauptstadt der abrahamitischen Religionen zu machen, mit einer gemeinsamen Universität und Forschung, die das Verbindende und nicht das Trennende sucht.

    Jerusalem: ursprünglich uru (hjuru) Shalem (Stadt des Gottes Shalem aus der Philisterzeit – ein vermutlich nordischer Stamm aus dem Baltisch-Skandinavischen), im jüdisch und israelischen Volksmund  „uru Shalom“: Stadt des Friedens
    Das könnte eine Vision für die Zukunft sein.

  2.  
    1. Die drei „Stammreligionen“ könnten hierbei zu einem Schrittmacher werden …  
      Sie haben gemeinsame Wurzeln – das Islamische sogar mit dem Arianisch geprägten Christentum, das durch das Römische im Konzil von Nicäa (325) vermutlich wegen der künftig römischen Staatsreligion vom Christlichen verdrängt wurde…
    2. Gleichzeitig könnte eine politische Allianz gebildet werden, um den UN-Hauptsitz nach Jerusalem zu verlegen.
    3. Beides kann schrittweise in kleinen Schritten geschehen…
      • Es kann damit beginnen, das wir die großen Leistungen des Arabisch-Syrisch-Iranischen in Mathematik, Medizin, Kultur anerkennen und achten (7./12. Jhd beispielsweise)
      • Europa seinen Ursprung als „Tochter“ des Tyros (Machtzentrum der Hethiter und Hauptstadt der Phönizier – heute: syrisch-libanesischer Herkunft
      • Das Biblische im Aramäisch-Jüdischen umschreibt in seiner Genesis „gan edan“  – die griechische Übersetzung umschreibt dies mit dem persischen „paradeison“ Edan; dort kannte man etwa 1000 Jahre zuvor sieben solcher Paradiese – „gan Edan“ ist ein fruchtbare Hochebene im Irak, die in den letzten Irakkriegen zerstört wurde…
      • Im Nahen- und Mittleren Osten zerstören wir zurzeit unser eigenes Wurzelwerk – wissen oder ahnen wir, was wir uns da antun??

Es soll nur ein weiterführender Gedanke sein…

Lieber Albrecht Müller,

liebe Redaktion der Nach- und Vorausdenkseiten ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre Arbeit.

Zurzeit kann ich sie leider nur ideell unterstützen – mein „Spielgeld“ habe ich bereits für regionale Bürgerprojekte eingesetzt.

Ich hoffe, dass ich mich aber auch wieder finanziell stabilisiere und Ihre Arbeit dann auch auf diese Art unterstützen kann.

Herzliche Grüße

Ihr Rupert Krömer

ps: zu meinem Netzwerk der Informationsbeschaffung gehören auch die unterschiedlichen Militärnews, aber auch Forschungsanträge der Militärhospitals – dort beispielsweise hatten die US-Military Hospitals in 2/2018 einen Antrag zur Früherkennung von Traumata gestellt, da seit 2002 bis 2017 etwa 325.000 anerkannt traumatisierte Soldaten im US-Militär seien… Auch das sind schlimme Kriegsfolgen, die durch eine Berufsarmee nicht mehr so stark ins Bewusstsein der Gesellschaft dringen – bei wehrpflichtiger Armee ist die gesamte Gesellschaft betroffen (Vietnam…)…


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