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Bei Russia-Gate hat das FBI die Hände im Spiel

Veröffentlicht in: Aktuelles, Audio-Podcast, Erosion der Demokratie, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Strategien der Meinungsmache, Wahlen

In der Zeit des Watergate-Skandals warnten die Linken davor, dass die US-Geheimdienste die Politik manipulierten. Doch die Geheimdienste sind heute so sehr vom Hass auf Trump geblendet, dass sie tatsächlich zur Gefahr werden, schreibt der ehemalige CIA-Analyst Ray McGovern. Von Ray McGovern, aus dem Englischen von Josefa Zimmermann.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Russia-Gate entwickelt sich zum FBI-Gate dank der Veröffentlichung von frei zugänglichen SMS zwischen Peter Strzok, einem mitteilsamen Beamten der FBI-Spionageabwehr und seiner geschwätzigen Freundin, der FBI-Juristin Lisa Page. (Zehn anschauliche Texte aus ihrer E-Mail-Korrespondenz finden sich am Ende dieses Artikels.)

Trotz seiner früheren Position als Chef der FBI-Spionageabwehr hing Strzok der naiven Vorstellung an, SMS auf FBI-Diensthandys könnten nicht zurückverfolgt werden. Vermutlich hat er während Security-101-Ausbildung geschlafen. Oder er hat während der Zeit SMS geschrieben. Seine Freundin Page ist sicher nicht glücklich darüber, seiner Zusicherung vertraut zu haben, die Diensttelefone wären sicher genug, um ihre Affäre geheimzuhalten.

War es für Strzok und Page schon peinlich genug, dass ihr pubertär anmutendes Geplänkel veröffentlicht und die vermeintlich geheime Affäre des hochrangigen Liebespaares den betrogenen Ehepartnern, den Kollegen und der Öffentlichkeit enthüllte wurde, so hat die Veröffentlichung eines Bruchteils ihrer Nachrichten (375 von fast 10000) für die FBI-internen Verschwörer aus der „Trump-Niemals!“-Fraktion viel gravierendere Folgen.

Wir verfügen plötzlich über Dokumente, die beweisen, dass Schlüsselpersonen aus den US-Geheimdiensten versuchten, den demokratischen Prozess in den USA zu sabotieren. Und so erscheint die jahrelange Russia-Gate-Propaganda in einem neuen, düsteren Zusammenhang. Nun sieht es so aus, dass es nicht die Russen waren, die versuchten, die Ergebnisse der US-Wahlen zu manipulieren, sondern führende Beamte der US-Geheimdienste, dunkle Gestalten, die manchmal als „Tiefer Staat“ bezeichnet werden.

Es ist zu erwarten, dass weitere Teile der Strzok-Page-Dialoge freigegeben werden. Und wie zu erfahren ist, besitzt der Generalinspekteur des Justizministeriums weitere brisante Schriftstücke über Mitglieder des Teams, das von Sonderberater Robert Mueller zusammengestellt wurde, um ihn bei den Ermittlungen über Russia-Gate zu unterstützen.

Die Veröffentlichung der Texte führte nicht nur zur Ablösung von Strzok und Page, sie beendete auch die Karriere des stellvertretenden FBI-Direktors Andrew McCabe, in dessen Büro die Verschwörung zum Teil stattfand und der bereits mitgeteilt hat, dass er seinen baldigen Ruhestand plant.

Aber die Hauptsache ist die 18-monatige FBI-Kampagne, mit der der Kandidat und jetzige Präsident Trump sabotiert werden sollte, mithilfe von Geheimdienstgutachten der Obama-Administration, einer rechtlich fragwürdigen elektronischen Überwachung und einem obszönen Dossier, während gleichzeitig ähnlich unseriöse Methoden angewandt wurden, um Hillary Clinton und ihre engsten Berater vor dem Verdacht zu schützen, das FBI zu belügen und die Veröffentlichung von Dienstgeheimnissen zu riskieren.

Ironischerweise bieten die Strzok-Page-Texte etwas, was man bei der Russia-Gate-Untersuchung schmerzlich vermisste: Beweise aus erster Hand für korrupte Absichten und Handlungen. Nach monatelanger atemloser Suche nach „Beweisen“ für eine Russland-Trump-Verschwörung, die zum Ziel hatte, Trump ins Weiße Haus zu bringen, gibt es jetzt Beweise dafür, dass hochrangige Beamte der Obama-Administration konspirierten, um Trump aus dem Weißen Haus fernzuhalten, Beweise, die ein erfahrener Ermittler „Mittel, Motiv und Gelegenheit“ nennen würde.

Noch größeres Pech für die Russia-Gate-Enthusiasten bedeutet es, dass die Korrespondenz des FBI-Liebespaares faktische Beweise für das erfundene Narrativ vom „Widerstand“ liefert, eine Geschichte, die die New York Times und viele andere US-Mainstream-Medien fast ohne jede Skepsis und mit geringen Vorbehalten für druckreif hielten, ein Szenario über Russen von brillianter Hinterhältigkeit, für die nicht nur kein Beweis existiert – man verlässt sich auf Hörensagen und Gerüchte – sondern die auch keinen Sinn ergibt.

Das Russia-Gate-Narrativ hing immer mit der absurden Vorstellung zusammen, dass der russische Präsident Wladimir Putin schon vor Jahren voraussah, was kein amerikanischer Analytiker der politischen Lage je für möglich hielt, den politischen Aufstieg von Donald Trump. Nach diesem Narrativ riskierte der Wahrsager Putin, die Spannungen mit einem nuklear bewaffneten Amerika noch zu verstärken, das – allen Widrigkeiten zum Trotz – von einer rachsüchtigen Präsidentin Hillary Clinton angeführt würde.

Außer dieser unglaublichen Geschichte gab es auch noch die glatte Weigerung von WikiLeaks, die „gehackten“ E-Mails zu veröffentlichen, denen zufolge die Informationen aus Russland stammten. Und es gab die merkwürdige Unfähigkeit der NSA, ihre immensen Ressourcen zur Beschaffung von irgendwelchen technischen Informationen zu nutzen, mit denen man das russische Hacker-Szenario hätte beweisen können.

Der Trump-Schock

Aber der Schock der Trump-Wahl und die Entscheidung vieler Trump-Gegner, sich mit dem Widerstand zu verbünden, führte zu einer Situation, in der jede Skepsis und die Frage nach Beweisen weggefegt wurde.

Also veröffentlichte Obamas NSA-Direktor James Clapper am 6. Januar 2017 einen unbewiesenen Bericht, der nach seiner Behauptung von handverlesenen Analysten von CIA, FBI und NSA stammte und die „Einschätzung“ präsentierte, dass Putin hinter der Veröffentlichung der E-Mails der Demokraten steckte, eine Verschwörung mit dem Ziel, Trump zum Sieg zu verhelfen.

Trotz der Schwere der Vorwürfe behauptete der Korrespondent der New York Times, Scott Shane, es gäbe dafür keine Beweise. Damals schrieb er: „Was bei dem Bericht vom 6. Januar fehlt ist das, was die meisten Amerikaner am dringendsten erwarteten: stichhaltige Beweise, die die Behauptungen der Geheimdienste stützten, die russische Regierung sei verantwortlich für die Manipulation der Wahl. …stattdessen lautet die Nachricht der Geheimdienste im Wesentlichen: „Vertraut uns!“

Aber für die Trump-Gegner diente die „Einschätzung“ einem guten Zweck. Sie gab der Delegitimierung der Trump-Wahl den offiziellen Segen und nährte die Hoffnung, der Wahlausschuss könnte das Wahlergebnis aufheben und einen Kompromisskandidaten wie den früheren Außenminister Colin Powell im Weißen Haus etablieren. Obwohl die Powell-Idee verpuffte, sprudelte weiterhin die Hoffnung, man könnte Trump irgendwie aus dem Weißen Haus entfernen, angefacht von der wachsenden Russia-Gate-Hysterie.

Jede Skepsis gegenüber der beweisfreien „Einschätzung“ verbot sich von selbst. Monatelang wiederholten die Times und andere Medien die Lüge, dass zwischen den 17 amerikanischen Geheimdiensten Einigkeit bestünde über den „Hack“ der Russen. Selbst als diese Annahme später als falsch anerkannt wurde, änderten die wichtigen Medien ihren Tonfall nur geringfügig im Hinblick auf die angebliche Übereinstimmung der Geheimdienste. Shanes anfänglicher klarer Hinweis auf die fehlenden Beweise fand sich nicht mehr in der Berichterstattung der Mainstream-Medien.

Zweifel an der Geschichte von dem russischen „Hack“ oder abweichende Meinungen, die bei den Ereignissen von einem „sanften Putsch“ sprachen, wurden von den Kommentatoren glossiert. Warnungen aus Kreisen ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter hinsichtlich der Schwächen des Russia-Gate-Narratives und der Gefahr, dass politisch interessierte Geheimdienstkreise eine verfassungsmäßige Wahl ungültig machen könnten, wurden ebenso zur Seite gefegt mit dem Ziel, Trump aus dem Weißen Haus zu entfernen.

Es schien nicht einmal eine Rolle zu spielen, dass neue Enthüllungen über die Russia-Gate-Verfechter im Widerspruch zu der ursprünglichen Geschichte standen, dass Putin Trump als eine Art Mandschurischen Kandidaten eingesetzt hätte. Jede normale journalistische Skepsis wurde über Bord geworfen. Es schien, als ob die Russia-Gate-Verfechter die Schlussfolgerung, dass Trump gehen muss, an den Anfang setzten, und dann die Fakten entsprechend anpassten. Jeder, der die Verstöße gegen das normale Verfahren einer Ermittlung bemerkte, wurde als „Trump-Ermächtiger“ oder Handlanger Moskaus bezeichnet.

Der SMS-Beweis´

Doch dann erschienen die FBI-SMS-Nachrichten, die dokumentarisch belegten, dass wichtige FBI-Mitarbeiter, die an der Russia-Gate-Untersuchung beteiligt waren, zutiefst voreingenommen gegenüber Trump waren und ihn absetzen wollten. Dadurch wurde Trumps ständige Klage untermauert, er sei Opfer einer Hexenjagd.

Ob zurecht oder nicht, nichts kann gefährlicher sein, als Trump das Gefühl der Ehrenrettung zu vermitteln – besonders in einer Zeit, in der das dringende Bedürfnis besteht, den Testosteronspiegel des selbsternannten „Stable Genius-in Chief“ und seiner Zuchtmeister ein wenig zu senken.

An der Heimatfront haben Trump, seine wohlhabenden Freunde und die Gleichgesinnten im Kongress jetzt noch stärker das Gefühl, einen Freibrief zu besitzen, um noch mehr Elend über die Armen, die Witwen, die Zuwanderer und andere verletzbare Minderheiten zu bringen. Das war immer die unsichtbare Gefahr bei der Strategie des Widerstandes, nach jeder verfügbaren Waffe zu greifen, wie rücksichtslos und unfair sie auch immer sein mag, um Trump zu erwischen.

Außerdem war Russia-Gate im Narrativ des Washingtoner Establishments so zentral geworden, dass kein Platz zu sein schien für eine andere Strategie oder eine Umkehr. Die Eigendynamik war so heftig, dass einige Demokraten und die „Trump-Niemals!“-Fraktion in den Medien nicht aufhören konnten, das Russia-Gate-Feuer anzufachen und die Hoffnung zu verbreiten, dass es doch irgendwie für ein Amtsenthebungsverfahren reichen könnte.

Doch der unangenehme Prozess der Verwendung legaler bzw. investigativer Mittel zur Beilegung der politischen Differenzen beeinträchtigt in den Augen vieler Amerikaner das Prinzip der „Rechtsstaatlichkeit“ und der Integrität des Journalismus. Nach einem Jahr Russia-Gate scheinen „Rechtsstaatlichkeit“ und das „Streben nach Wahrheit“ zu trügerischen Phrasen für die politische Auseinandersetzung geworden zu sein, ein Prozess, der von Republikanern schon früher in der Auseinandersetzung mit den Demokraten beschmutzt wurde und jetzt zur parteiübergreifenden Methode wurde, um politische Gegner auch ohne Beweise zu bestrafen.

Strzok und Page

Peter Strzok („Strack“ ausgesprochen) hat eine interessante Vergangenheit, in der er viele Aufgaben sowohl für Hillary Clinton als auch für Donald Trump übernahm. Als Chef der FBI-Spionageabwehr änderte er bei den Ermittlungen über die unbefugte Nutzung eines privaten E-Mail-Servers für geheime Informationen durch die Außenministerin Hillary Clinton die Wörter „grob fahrlässig“ (was eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen könnte) in das harmlosere „extrem unvorsichtig“ in FBI-Direktor James Comeys Darstellung von Clintons Handlungen. Diese semantische Verschiebung ermöglichte Comey nur 20 Tage vor Beginn der Democratic National Convention im Juli 2016 die Folgerung, dass „kein vernünftiger Staatsanwalt“ gegen Frau Clinton Anklage erheben würde.

Dann leitete Strzok als stellvertretender Direktor der Spionageabwehr die Ermittlungen des FBI über die angebliche russische Einmischung in die US-Wahlen von 2016. Man kann darauf wetten, dass er seine Hände im Spiel hatte bei der Auswahl der FBI-Analysten, die gemeinsam mit ihren ebenso „handverlesenen“ Kollegen von CIA und NSA, die das nicht von Beweisen untermauerte Gutachten vom 6. Januar 2017 vorbereiteten, mit dem dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen wurde, sich in die Wahl von 2016 eingemischt zu haben. (Obwohl es im Gruppendenken des Establishments als Wahrheit akzeptiert wird, es Gedankengut ist, Gruppendenken akzeptiert, als offensichtliche Wahrheit akzeptiert, diese schlechte Ausrede für die Analyse spiegelte den Höhepunkt der Politisierung der Geheimdienste, der Intelligenzpolitisierung wider, die nur vergleichbar ist mit den gefälschten Nachrichten über „Massenvernichtungswaffen“ im Irak vor 15 Jahren

Im Juni und Juli 2017 arbeitete Strzok als oberster FBI-Beamter an der Untersuchung des Sonderermittlers Robert Mueller über mögliche Verbindungen zwischen der Trump-Kampagne und Russland, wurde aber abgezogen, als das Justizministerium von den Strzok-Page-SMS erfuhr und dies Mueller mitteilte.

Es liegt eine Menge Ironie in der Tatsache, dass das, was das FBI-Liebespaar zu Fall brachte, seine tiefe Geringschätzung gegenüber Trump, der kumpelhafte Umgang mit Hillary Clinton und ihrem Umfeld und die völlig überholte, an James Clapper orientierte Haltung zu den Russen war, denen sie eine genetische Veranlagung zum Bösen zuschrieben. Und ihre elitäre Überzeugung, besser als die amerikanischen Bürger zu wissen, was gut für das Land ist, einschließlich der „bedauernswerten“ Gruppe, von der Clinton behauptete, sie bildete die Hälfte der Trump-Anhänger.

Aber Strzok und Page hatte keine Ahnung, dass ihre Hybris, ihre elitäre Einstellung und ihre Intrigen auf eine so greifbare Weise enthüllt würden. Das Schlimmste für sie ist, dass gerade die Bemühungen von Strzok, Trump zu sabotieren und Clinton und ihre engsten Berater zu schützen, jetzt zunichte gemacht sind.

Der Kongress: Aufseher oder Überseher?

Hier stellt sich die Preisfrage, ob die verschiedenen Aufsichtsgremien des Kongresses in ihrer bequemen Rolle des Übersehers verharren wollen oder ob sie den Mut aufbringen, ihre verfassungsmäßige Pflicht zu erfüllen. Letzteres würde bedeuten, sich dem mächtigen „Tiefen Staat“ und seinem erfolgreich angewandten Repertoire an Vergeltungsmethoden entgegenzustellen, einschließlich der Erpressung in gesteigertem Maß nach der Art von J. Edgar Hoover, die durch die elektronische Überwachung von Allem und Jedem ermöglicht wird. Ja, die heutige Technologie ermöglicht umfassende Datensammlungen. Und „Sammeln Sie alles!“ ist das Motto.

Senator Chuck Schumer von den New Yorker Demokraten, der fast vier Jahrzehnte im Senat und im Repräsentantenhaus war, warnte Trump im Januar 2017 vor Kritik an den US-Geheimdiensten, denn sie haben tausend Möglichkeiten, einem das heimzuzahlen, wenn man dumm genug ist, es sich gefallen zu lassen.

Dank der fast 10.000 SMS von Strzok und Page, von denen nur ein kleiner Teil vor vier Wochen an den Kongress weitergeleitet wurde, gibt es nun echte Beweise für einen tatsächlichen „Putsch“ zur „Korrektur“ der Wahlen von 2016. Wir wissen jetzt, dass die angeblich unpolitischen FBI-Beamten ihre eigenen Interessen verfolgten. Die SMS von Strzok und Page triefen vor Geringschätzung für Trump und all diejenigen, die sie für seine stinkenden, bedauernswerten Unterstützer hielten. In einer der SMS brachte Strzok tiefgehende Verachtung für die Trump-Wähler aus der Arbeiterklasse zum Ausdruck und schrieb am 26. August 2016: „Ich war gerade in einem Walmart im Süden von Virginia. Ich konnte die Trump-Unterstützung förmlich riechen. … sie ist beängstigend real hier unten“.

Die SMS zeigen sogar, dass Strzok warnte, es sei eine „Sicherheitsstrategie“ notwendig, damit Trump keine Chance hat, die Umfragewerte von Hillary Clinton zu erreichen.

Eine SMS vom 6. August 2016 zeigt zum Beispiel, wie Page ihrem Ritter auf dem weißen Pferd versicherte, dass es womöglich seine Lebensaufgabe sei, „dort zu bleiben, wo du bist, weil du das Land vor einem Unglück retten musst“. Diese SMS an Strzok enthält einen Link zu David Brooks Kolumne in der New York Times, die Brooks mit dem dringenden Aufruf schließt: „Es wird eine Zeit kommen, in der Neutralität und Niederlagen unehrenhaft sind. Wer nicht bei der Revolte ist, ist im Versteck. Wenn Jahrzehnte später die Rede auf diese Zeit und deinen Namen kommt, werden deine Enkel sich voller Scham abwenden.

Eine andere SMS zeigt, dass sich andere hochrangige Regierungsbeamte – alarmiert durch die Möglichkeit einer Präsidentschaft von Trump – der Diskussion anschlossen. In einer offensichtlichen Bezugnahme auf ein Treffen mit dem stellvertretenden FBI-Chef Andrew McCabe im August 2016 schrieb Skrzok an Page am 15. August 2016: „Ich möchte an den Weg glauben, den du in Andys Büro vorgeschlagen hast – dass er (Trump)keine Chance hat, gewählt zu werden. Aber wir können das Risiko nicht eingehen.“ Skrzok fügte hinzu: „Es ist wie eine Lebensversicherung für den unwahrscheinlichen Fall, dass du stirbst, bevor du 40 bist.“

Versicherungspolice?

Der Vorsitzende des Justizausschusses des Senats Chuck Grassley, ein Republikaner aus Iowa, sagte, er wird Skrzok bitten, die Versicherungspolice zu erläutern, wenn er ihn als Zeugen beruft. Klar ist bereits, dass das berühmte „Steel Dossier“ Teil dieser „Versicherung“ ist, ebenso wie die unbewiesene Geschichte, dass Russland die E-Mails des DNC und von John Podesta, dem Wahlkampfleiter Clintons, gehackt und an Wikileaks weitergegeben hat.

Wenn die Kongressermittler aufgepasst haben, wissen sie bereits, was der ehemalige Waffeninspekteur Scott Ritter in dieser Woche seinen Kollegen von Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) mitgeteilt hat; nämlich, dass Glenn Simpson von Fusion GPS, der das Russland-Dossier mit Geldern der Demokratischen Partei in Auftrag gab, sagte, er habe Steele nach dem 17. Juni kontaktiert, nur drei Tage bevor dessen erster Bericht veröffentlicht wurde, unter Berufung auf sieben Quellen.

“Es ist extrem unwahrscheinlich, dass es sich hier um krude Geheimdienstinformationen handelt, die Steele gesammelt hat. Viel eher hat er auf einen einzigen „vertrauenswürdigen Informanten“ zurückgegriffen, um substanzlose Gerüchte zusammenzutragen, die sich bereits im Umlauf befanden.“

Ein anderer VIPS-Kollege, Phil Giraldi, schrieb aus seiner Erfahrung als persönlicher Berater: „Die Tatsache, dass du deine Informanten nicht kontrollierst, bedeutet oft, dass sie dich mit dem füttern, was du hören willst. Da sie es nur für Geld tun, sind möglichst groteske Details umso besser, da sie den scheinbaren Wert der Information erhöhen. Die private Sicherheitsfirma wiederum, die auch Geld damit verdient, wird die Geschichten weitergeben und sogar ausschmücken, um die Kunden glücklich zu machen und sie zu ermutigen, noch mehr zu fordern. Als ich das Steele-Dossier las, schien es mir schrecklich vertraut, wie die vielen ähnlichen Berichte, die ich gesehen hatte, die Unsinn mit genügend glaubwürdigen Informationen kombinieren, um das ganze Produkt respektabel aussehen zu lassen.“

Wie inzwischen allgemein bekannt ist, brachten die Demokraten die „Versicherungsprämien“ auf für das „Dossier“ des ehemaligen britischen Geheimdienstmitarbeiters Christopher Steele mit schrillen, aber weitgehend unbewiesenen „Geheimdienstinformationen“ über Trump und die Russen. Wenn das Dossier, wie viele überzeugt sind, dazu benutzt wurde, eine FISA-Vollmacht zu rechtfertigen, um die Trump-Kampagne auszuspionieren, werden die Beteiligten in die Bredouille geraten, wenn die Kongressaufsicht ihren Job richtig erledigt.

Sie werden sich fragen, wie Strzok und seine Mitarbeiter diese außergesetzlichen Aktionen mit so unbekümmerter Missachtung der möglichen Folgen, sollten sie erwischt werden, ausführen konnten. Die Antwort ist einfach; Hillary Clinton war eine Betrügerin, wie Sie sich vielleicht erinnern. Dies war nur eine Zusatzversicherung, bei der kein „Sterbegeld“ erwartet wurde außer Trumps Wahlniederlage im November 2016. Die Haltung war folgende: Falls der Missbrauch des FISA-Gesetzes entdeckt wird, hat niemand wirklich Interesse an einer ernsthaften Untersuchung durch die Redakteure der New York Times und anderer Anti-Trump-Publikationen. Und was dann noch an Problemen übrigbleibt, damit kann die neue Präsidentin Hillary Clinton umgehen.

Die Senatorin Lindsey Graham, Republikanerin aus South Carolina und Vorsitzende des Justizausschusses für Verbrechen und Terrorismus, schloss sich Senator Grassley an und unterschrieb den Brief bezüglich Christopher Steele an das Justizministerium, mit dem es aufgefordert wurde, falsche Behauptungen in dem Dossier zu untersuchen. Bei der Unterzeichnung bemerkte Graham die „vielen Stoppschilder, die das Justizministerium bei der Verwendung des Dossiers ignorierte“. Es fehlte jedoch die Unterschrift des Ausschussmitgliedes Dianne Feinstein, Senatorin und Mitglied der Demokratischen Partei aus Kalifornien. Das war ein frühes Signal, dass eine bedeutende Auseinandersetzung der beiden Parteien bevorsteht. Am Dienstag veröffentlichte Feinstein einseitig eine umfangreiche Niederschrift von Glenn Simpsons früherer Aussage und passend dazu porträtierten Experten des Establishments Steele als eine verlässliche Quelle und Glen Simpson von Fusion GPS als Opfer.

Ein öffentlicher Schaukampf steht nun bevor, dessen Ausgang ungewiss ist.

Ray McGovern arbeitet bei Tell the Word, einem Verlag der ökumenischen Church oft the Saviour in Washington DC. Er war 30 Jahre lang Geheimdienstanalyst bei der Armee und der CIA; in der Vorbereitung und Durchführung des täglichen Briefings des Präsidenten bei Nixon, Ford und Reagan tätig und ist Mitbegründer von Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS).

SMS-Beispiele von Peter Strzok und Lisa Page, veröffentlicht am 13. Dezember 2016 für den Kongress und die Medien


04.03.2016
Strzok – Gott Hillary sollte gewinnen. 100.000.000-0.
Page – Ich weiß


02.04.2016
Page – Also, du sagst, wir schreiben uns mit diesem Handy, wenn wir über Hillary sprechen, weil es nicht zurückverfolgt werden kann, du brauchst frische Luft, weil du dich schlecht fühlst und so am Boden bist, aber da kann dir niemand helfen.


ß0.07.2016
Strzok – Und wir haben gerade Black-Lives-Matter-Demonstranten, die vor dem DoJ und dem Weißen Haus „keine Gerechtigkeit, keinen Frieden“ rufen …
Page – Das ist schrecklich.


14.07.2016
Page – Hast du das gelesen? Es ist wirklich beängstigend. Für Whites Sensing Decline veröffentlicht Donald Trump Worte des Widerstands
http://NYTI/ms/29WCu5!

Strzok – Nein, aber ich denke, es ist klar, dass er all die weißen, armen Wähler einfängt, die die Mainstream-Republikaner fallengelassen haben auf der Suche nach dem allmächtigen $$$
Page – Ja, das ist nicht gut.
Strzok – Umfrage findet heraus, dass E-Mails, die sie Hillary Clinton zuschreiben, die jetzt mit Donald Trump in Verbindung gebracht werden http://nyti.ms/29RV5gf
Page – So ist es.


26.07.2016
Strzok – Und hey, herzlichen Glückwunsch zu einer Frau, die in einer großen Partei als Präsidentin nominiert wurde! Die verdammte Zeit! Dieser Tag soll nie enden!
Page – Das ist lieb. Vielen Dank


06.08.2016
Page – Jesus. Du solltest das lesen. Und Trump soll sich selbst f***. Die Momente im Convention Glare erschüttern Khans amerikanisches Leben http://nyti.ms/2aHulE0
Strzok – Gott, das ist ein großartiger Artikel. Danke für das Teilen. Und F*** TRUMP.


08.08.2016
Page – Und vielleicht ist es deine Lebensaufgabe, dort zu bleiben, wo du bist, weil du das Land vor dieser Bedrohung schützen musst. Deshalb lies Folgendes:
Page – Trump-Unterstützer müssen endlich Fuß fassen http://nyti.ms/2aFakry
Strzok – Danke. Es ist absolut richtig, dass wir beide sehr glücklich sind. Und natürlich werde ich versuchen, es auf diese Weise zu erreichen. Ich weiß nur, dass es manchmal hart wird. Ich kann unser Land auf vielen Ebenen schützen, bin nicht sicher, ob das hilft


09.08.2016
Page – Er wird nie Präsident werden, oder? Habe ich Recht?!
Strzok – Hmm, hast du gehört, was Trump gerade gesagt hat?


26.08.2016
Strzok – Gerade war ich in einem Walmart im Süden von Virginia. Ich konnte die Trump-Unterstützung geradezu riechen …
Page– Ja. Zum Mittagessen mit (entfernt). Wir beide hassen alle und alles.
Page – Nur das greifbare Durcheinander, das unser Land ist.
Strzok – Ja … es ist beängstigend real hier unten


20.10.2016
Strzok – Ich bin verärgert. Trump ist ein blöder Idiot, der keine schlüssige Antwort geben kann.
Strzok – ICH KANN NICHT WEGZIEHEN, WAS VERDAMMT NOCHMAL PASSIERT IN UNSEREM (entfernt) ??!?!
Page– Ich weiß es nicht. Aber wir werden es zurückbekommen. Wir sind Amerika. Wir rocken es.

Strzok – Donald sagte nur „bad hombres“
Strzok – Trump hat gerade gesagt, was das FBI getan hat, ist schändlich.


ENDE

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