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„Armut in Deutschland. Unabwendbar oder politisch gewollt?“

Veröffentlicht in: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Soziale Gerechtigkeit, Sozialstaat, Ungleichheit, Armut, Reichtum

Das ist der Titel einer beeindruckenden Veröffentlichung des Ver.di-Bezirksfrauenrats Mittelfranken. Broschüre und Inhalt sind bundesweit von Interesse. Auf 134 Seiten und in 14 Kapiteln haben sieben Autorinnen wichtige Fragen gestellt und Zusammenhänge dargelegt. Siehe hier. Anette Sorg.

Zitat:

„Dass Armut politisch gewollt ist, kann mit vielen Beispielen belegt werden. Politik und Wirtschaft haben eine andere Sicht der Dinge. Deutschland ist das 5.-reichste Land der Welt. Aber 20,0 Prozent der Bevölkerung in Deutschland – das sind 16,1 Millionen Menschen – waren im Jahr 2015 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

Es gibt genügend Statistiken, die das belegen. Die werden jedoch schöngeredet, herausgeputzt, um die Bevölkerung, vor allem die „schrumpfende“ Mittelschicht, nicht zu erschrecken; so geschehen im vierten Armuts- und Reichtumsbericht, der auf Druck des damaligen Wirtschaftsministers Rösler (FDP) „geschönt“ wurde.

Zudem wird kritisch angemerkt, dass man nichts über die Reichen wisse, da es Dank bester Lobbyarbeit keine verlässliche Statistik über Deutschlands Reiche gäbe. Der neue Armuts- und Reichtumsbericht 2016 wurde verspätet veröffentlicht, da es im Vorfeld wieder Streit um Formulierungen und Entfernen einiger Passagen gab. Doch diesmal waren die Eingriffe noch gravierender. Es wurden gleich mehrere Kernpunkte herausgenommen.“

Dass der Fokus teilweise auf die Lebenssituation von Frauen und die spezielle Situation in Bayern gerichtet ist, ist angesichts der Fülle an Informationen sicher auch für Männer und Nicht-Bayern verschmerzbar.

Nicht überraschen dürfte es, dass unter den Büchertipps neben Butterwegge, Bontrup und Wagenknecht auch Albrecht Müllers „Reformlüge“ aufgeführt wird.

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