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16. Dezember 2017
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Es gibt nicht nur 14 Gründe, Angela Merkel abzuwählen. Es gibt viele mehr: mindestens 27 insgesamt.

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, CDU/CSU, Leserbriefe, Wahlen

Auf unseren Beitrag Merkel-Land ist ein hohles Land. Mit viel Protz und wenig Empathie. 14 gute Gründe dafür, Angela Merkel nicht zu wählen. kamen eine Reihe von Leserbriefen. Unsere Leserinnen und Leser nennen noch andere gute Gründe für die Abwahl von Bundeskanzlerin Merkel. Wir ergänzen den gestrigen Beitrag, obwohl 14 Gründe eigentlich schon ganz schön schlagend sind. Aber unter den ergänzten Gründen sind interessante. Wir setzen die Nummerierung der Einfachheit halber fort. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

In einem Leserbrief werden gleich mehrere Beispiele dafür aufgezählt, „was alles im Merkel-Land falsch läuft“:

  1. Digitalisierung. Hierzulande wird der Ausbau der Glasfasernetze verschlafen.
    Es gibt kein schlüssiges Konzept, wie Deutschland künftig (vorne) dabei sein möchte. Außerdem: Generell die Hilflosigkeit, mit der die Politik auf „Hate Speech“ und „Fake News“ reagiert. Als ob es das nicht schon früher gegeben hätte und wir nicht schon Gesetze hätten. Oder der Umgang mit Facebook & Co. Warum kuschen wir vor amerikanischen Konzernen?
  2. Steueroase Deutschland
    Warum zahlen Konzerne wie Amazon, Google & Co. hierzulande minimalste Steuern? Warum geht man nicht entschlossen gegen Luxemburg vor? Panama Papers …
  3. Die Bürgerrechte werden immer mehr eingeschränkt, aber mit welchem Erfolg?
  4. Aussitzen von Skandalen – NSU, NSA
    Es scheint im Übrigen auch die Presse nicht sonderlich aufzuregen, dass der NSU-Prozess nicht die „volle Wahrheit“ aufdecken wird. Die unzähligen Versäumnisse des BND, der Polizei, etwa beim Berliner Attentäter: „Wir hätten nie gedacht …“ Fehler werden vertuscht oder als „kommt halt vor“ hingenommen. Konsequenzen brauchen die Verantwortlichen nicht zu befürchten, siehe auch BER.
  5. Erstarken der Rechten
    AfD & Co. sind doch nicht durch ihre hervorragenden Alternativvorschläge groß geworden. Zu Pegida sind doch nicht Tausende Menschen gegangen, weil sie montags nicht wussten, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollten. Die meisten wählen AfD doch auch nicht, weil sie mit deren Politik übereinstimmen, sondern ihr Kreuzchen als Denkzettel verstehen. Und das in Deutschland?

Die folgenden Ergänzungen kommen von einem anderen Leserbriefschreiber:

  1. In der Regierungszeit von Angela Merkel ist nichts geschehen, um in Richtung Bürgerversicherungen weiterzukommen.
    Weder bei der Rente noch bei der Krankenversicherung noch bei der Pflege. Die Tendenz bei der Rente, in wenigen Jahren bei 40 % der Nettorente des Eckrentners zu landen, wurde nicht gestoppt und schon gar nicht umgedreht.
  2. In Merkels Regierungszeit wurden die Sozialkassen weiter massiv mit versicherungsfremden Leistungen belastet.
  3. Angela Merkel hat die Freihandelsabkommen TTIP und CETA befördert.
  4. Der Einsatz von Glyphosat und Gentechnik geht weiter.
    Merkel scheint unberührt von den konkret absehbaren Gefahren
  5. Die Macht und Durchsetzungskraft der Pharmaindustrie läuft unangefochten weiter wie bisher.
  6. Der Ausverkauf der Industrie geht weiter
  7. Die von Merkel versprochene Regulierung der Finanzindustrie ist ausgeblieben.
    Eigentlich kein Wunder. Angela Merkel hatte den Lobbyisten von Goldman Sachs, Otmar Issing zum Vorsitzenden der Kommission gemacht, die ein Konzept für die neuen Regeln erarbeiten sollte.
  8. Angela Merkel akzeptiert, dass die USA ihre in Deutschland stationierten Atombomben modernisieren und – auch – dass diese von Flugzeugen der Bundeswehr für potentielle Einsätze transportiert werden. Sie hat nichts getan gegen die in Ramstein koordinierten Drohneneinsätze der USA.
    Mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin wäre auch in Zukunft gesichert, dass die USA unser Land als Militärbasis für Kriege allüberall auf der Welt benutzen. Ihre Gefügigkeit gegenüber dem US-Imperium ist offensichtlich grenzenlos.

Das waren jetzt also 13 Gründe mehr dafür, Angela Merkel abzuwählen – 27 gute Gründe.

Einige weitere Leserbriefe fügen wir an einschließlich eines Leserbriefes mit Gedicht zum Thema „Es geht uns gut“. Vorweg noch: ein großes herzliches Dankeschön an alle Leserinnen und Leser, die uns geschrieben haben:

Zum Beitrag:
„Merkel-Land ist ein hohles Land. Mit viel Protz und wenig Empathie. 14 gute Gründe dafür, Angela Merkel nicht zu wählen.“

Guten Tag „Nachdenkenseiten“,

hervorragender Beitrag, wahrscheinlich leider zu spät und nicht adressiert an die, die sich darüber Gedanken machen sollten, wen sie wählen. Denn wir, die sich Gedanken darüber machen, wir lesen die „Nachdenkenseiten“. Ja und wir können diesen Artikel auch weitergeben, aber ich befürchte, zu spät.

All die anderen Adressaten werden es nicht lesen oder ignorieren. All die satten (noch*) wohlhabenden Rentner, die sagen „wir ham doch immer die nette Frau Merkel gewählt, die macht das schon richtig“ und all die mittlerweile konservativen Wohlstandsgrünen, die in ihrem autarkem Einfamilienhaus wohnen und ihre Kinder in eine Privatschule mit dem Zweit-SUV bringen (natürlich steht noch ein Elektroauto oder E-Bike in der Garage, für das gute Gewissen). Wo weder Migranten beim Lernen noch die Nachtruhe in ihrem Wohngebiet stören.

Und natürlich alle die Mindestlöhner, Aufstocker, Sozialhilfeempfänger, ALG-2-Bezieher und Niedrigrentner mit Grundsicherung im Alter**. In einem heruntergekommenen ehemaligen Neubaugebiet mit 30% Migrantenanteil. Da die entweder nicht (mehr) wählen gehen, oder längst die Seiten gewechselt haben, zur AfD(!).

In Punkt 14 schreiben Sie mit recht, dass Frau Merkel die Kanzlerin des Egoismus ist und in der Überschrift von wenig Empathie die Rede ist. Ihre Empathie hat Frau Merkel ja scheinbar erst im September 2015 entdeckt, aber leider nicht für „hier schon länger lebende“, seien sie hier geboren, egal ob „Biodeutsch“ oder Migranten. Im gleichen Jahr knallte sie noch emotionslos und ohne jedes Feingefühl bzw. Mitgefühl, einer gut integrierten lernwilligen jungen Palästinenserin die kalte Antwort hin, man könne nicht allen helfen, oder so ähnlich. Ach nee, sie hat sie ja gestreichelt…

All die gerade genannten, die ich hier mit „Abgehängte**“ bezeichnen möchte, fragen sich bis heute, wo denn Merkels Hilfe, Empathie, Nächstenliebe und „ihr offenes Herz“ für sie, vor der sogen. „Flüchtlingskrise“, war?

Da wurde monatelang an einen Warenkorb für den Hartz-4-Regelsatz gerungen, um den dann um 5 Euro(!) aufzubessern. Die nicht im Ansatz die Preissteigerung auffangen. Da wurde eben solange mit allen möglichen sogen. Vertretern der Gesellschaft (u.a. den Kirchen!) gefeilscht, nur nicht mit denen gesprochen, die es betrifft, um den Mindestlohn um sage und schreibe 34 Cent (und das ist Brutto) zu erhöhen. Sie hatten es tatsächlich fertig gebracht, die geplante Erhöhung noch runter zu handeln. Die FAZ schrieb damals allen Ernstes: >Arbeitnehmer in Deutschland bekommen künftig einen spürbar höheren gesetzlichen Mindestlohn.< Ich habe 6 Jahre meine kranke alte Mutter gepflegt und die letzten Jahre dann täglich im Pflegeheim besucht. Ich kann ein Buch darüber schreiben, wie sozial dieser Staat mit „seinen“ alten Menschen (die diese Land, egal ob DDR oder BRD, aufgebaut und hier ein Leben lang schwer gearbeitet haben), vor der „Flüchtlingskrise“, umgegangen ist. Da wurde geprüft und um jeden Cent gerungen. Ja selbst Pflaster für eine nicht heilende Wunde wurde verweigert und man sollte es selber kaufen. Da wurde berechtigte Kritik abgeschmettert, unterbunden, abgestritten und mit Hausverboten gedroht. Einmal musste ich mir anhören „kommen sie mir nicht mit Menschenwürde…“. Da wurde von der Kommune***, als meine Mutter einen Unfall auf einem öffentlichen Fußweg hatte, der im schlechten Zustand war und somit eine Unfallgefahr auswies, weder ein Schmerzensgeld noch eine irgendwie lautende Gutmachung gewährt.

All das haben ich und meine Angehörigen nicht vergessen. Und wir werden nicht AfD wählen! Viele aber wissen so etwas nicht und daher wählen Sie (wieder) CDU, also Frau Merkel.

Mit freundlichen Grüßen, J. Gerke!

Fußnoten:
* Ja ich weiß, es gibt genügend Armutsrentner, die habe ich unter** mit aufgeführt.
** „Abgehängte“
*** Dafür gibt es den Kommunalen Schadensausgleich. Der ist dafür da, Schäden bei Unfällen auf Kommunalen Gelände, zu regulieren. Als ich damit zu einem Anwalt ging, sagte er mir prompt „ach Kommunaler Schadensausgleich, da brauchen wir gar nicht erst klagen, da gewinnt sowieso keiner…“.


Hallo, lieber Herr Müller und lieber Herr Berger,

eine super Aufzählung über das, was sich unter Merkels Kanzlerinnenschaft alles so verschlechtert hat. Doch muss man dabei immer daran denken, dass sie willige Helfer hatte und noch hat. Ohne diese willigen Helfer, hätte sie nichts, aber auch rein gar nichts machen können. Es fehlte von Anfang an der richtige, ernsthafte und ehrenhafte Streit. Schon die Bezeichnung “marktkonforme Demokratie” hätte ein Aufschrei aller im Bundestag folgen müssen. Und wie das so ist. Kleiner Finger – ganze Hand.

Das hat doch gestern Herr von Wagner in “Die Anstalt” am Schluss doch prächtig in der Person von Merkel dargestellt. Jetzt rollt die Lawine….

Beste Grüße
Karola Schramm


Danke Freunde im Geiste, einfach, gut zu verstehen, absolut korrekt, einfach wahr eben für Herz und Hirn der einfachen Menschen in diesem Lande geeignet. Hoffen wir, dass alles, was Ihr und Eure Gastbeiträge in den letzten Wochen besonders auf den Bezug zu den „Wahlen“ veröffentlicht habt wenigstens auch dazu beitragen wird das die leider zu zahme „LINKE“ Platz drei mit 10+x belegt woraus wieder Kampfgeist entstehen könnte. Siehe auch die „Anstalt“ gestern die Ihr garantiert gesehen habt. Einfach genial! Und wenn die AFD auch stark wird, was leider zu befürchten ist, dann könnte es vielleicht wenigstens ein „Weckruf“ für alle sonst noch Gutwilligen sein.

Beste Grüße. U.W.


Guten Tag,
zu Punkt 1 Ihres Beitrags „Merkel-Land“ von heute sind mir einige Zeilen eingefallen.

Vielleicht möchten Sie sie veröffentlichen:

Es geht uns gut
 
Es geht uns gut
Meint Mutti
Wir haben wenig Arbeitslose
Es geht uns gut
Schreibt auch die Presse:
FOCUS, SPIEGEL, BILD und ZEIT
 
Es geht uns gut – in Siegerpose
Steht Mutti da, zur Wahl bereit
 
Es geht uns gut – mein Lieblingssatz
Ich hab‘ mich jahrelang geschunden
NOCH hab‘ ich „meinen“ Arbeitsplatz …
Dank Lohnverzicht und Überstunden
 
Mein‘ Kumpel geht’s noch sehr viel besser
Der hat gleich sieben Arbeitsplätze
Sein implantierter Blutdruckmesser
Der brummt bei allzu großer Hetze
 
Es geht uns gut? Im Pflegeheim
Da sieht das leider anders aus
Dort könne vieles besser sein
Das  Gleiche gilt fürs Krankenhaus
 
Es geht uns gut!
Das mag behaupten
Wem Menschenwürde wenig zählt
Drum möcht‘ ich voller Hoffnung glauben
Daß Deutschland links der Mutti wählt
  
Viele Grüße
Klaus Burghardt

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